Taxi Hamburg

Abgehauen ?!

On August 17, 2007, in Nachtschicht, by C.L.

Heute klönte ich mit einigen Kollegen wie so oft am Posten, um die Zeit bis zur nächsten Tour zu überbrücken. Dabei kamen wir auf das Thema „Fahrt beendet, Kunde will oder kann nicht zahlen.“

Folgendes habe ich in meinen Nachtschichten erlebt :

Einmal hatte ich eine Fahrt vom Kiez Richtung Langenhorn. Der Kunde sagte bereits zu Beginn der Fahrt er müsse Geld aus seiner Wohnung holen, er hätte alles auf dem Kiez ausgegeben. Am Fahrziel sollte ich dann ca. (ist lange her) 40 DM bekommen und der Kunde lies mir sein Handy als Pfand da. Daraufhin verschwand er in einem Hochhaus mit bestimmt 50 Wohnungen und kam nicht wieder. Nach einer viertel Stunde bin ich dann von dannen gezogen und habe mich tierisch gefreut 14 Tage später sein Handy für 80 DM in der Annoncen Avis verkauft zu haben.

Dann war da noch die Oma, die von Eppendorf in ihr Pflegeheim nach Schnelsen wollte und mir am Fahrziel sagte ich bekäme jetzt einen Schuldschein von ihr. Den könne ich bei ihrer Bank einlösen, sie würde das mit den Taxifahrern immer so machen. Auf die Idee eine Taxifahrt sofort cash zu bezahlen ist sie noch nie gekommen, das wäre ja auch recht abwegig. Ich wollte das so nicht hinnehmen und bin dann zur Polizeiwache nach Niendorf rüber gefahren. Dort wurde die alte Dame auch gleich mit Namen (und Handschlag) begrüßt und der Polizist erkannte in mir gleich einen weiteren, um die Zeche geprellten, Kutscher. Das macht die Dame nämlich immer wieder mal, sie ist entmündigt und die Fahrt soll ich doch bitte unter „dumm gelaufen“ abspeichern.

Und dann war da noch der Kunde, der hammerbreit war und nach Eppendorf kutschiert werden wollte. Auch er hatte kein Geld mehr am Mann, wollte aber kurz in die Wohnung und mir das Geld dann bringen. Ich ahnte Ungemach und war wenigstens so clever nach dem Namen an der Klingel zu fragen. Als sich nach 10 Minuten (oder zwei Zigaretten) nichts tat habe ich dann die Klingel getestet. Nach diversen Versuchen hatte ich einen kleinen, und recht verschlafenden, Jungen an der Sprechanlage. Ich erklärte ihm die Situation und fragte nach seinem Vater. Seine Antwort : „Ja der ist hier. Er schläft auf dem Sofa im Wohnzimmer.“ Der Junge weckte dann seine Mutter, die mich sichtlich amüsiert bezahlte.

Ergo : Taxifahren ist an sich nichts wildes. 3 nette Anekdoten wegen ein paar Mark in ganzen 10 Jahren. Genau wie nur 3 Fahrgäste in dieser ganzen Zeit, die sich im Taxi übergeben haben. In Prozenten ausgedrückt also 0,0000001%.

Gruß an alle C.L.

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