Einmal volltanken 80 €…

On November 23, 2007, in Tagschicht, by C.L.

Gestern mittag war es wieder soweit. Ich mußte meine Taxi tanken und habe erstmal diverse Tankstellen angesteuert um vielleicht 1 oder 2 Cent sparen zu können. Ein günstigeres Angebot als 1,29,9 € für einen schöden Liter Dieselkraftstoff habe ich leider nicht finden können. Einmal volltanken kostet somit 81,50 €. Damit sind die Treibstoffkosten entgültig zum größten Kostenfaktor im Taxengewerbe geworden. Obwohl ich gar nicht so wahnsinnig viel fahre vertanke ich jeden Monat 350 – 400 €. Der Staat sollte dringend überlegen, ob er nicht allen, die mit einem Fahrzeug ihren Lebensunterhalt bestreiten, einen Rabatt auf die Ökosteuer gewähren sollte. Seit Jahren haben wir Teuerungsraten im Bereich von 10 bis 15 % beim Kraftstoff. Und der Staat verdient durch den prozentualen Anteil der Ökosteuer immer satt mit. Selbst der Preis für Autogas (LPG) ist im November 2007 von 63,9 auf 69,9 Cent/Liter erhöht worden. Soviel zum Thema Planungssicherheit.

Gruß C.L.
Link : Aral Preisdatenbank

PS : Nachtrag vom 07.12.2007  : Was aktuell an den Zapfsäulen abgeht, ist einfach nur haarsträubend. Heute Abend kostete Diesel zwischen 1,17 € und 1,26 €. Je nach Anbieter und Uhrzeit. Nach Mitternacht war dann Benzin und Super mit 1,24 € 2 Cent günstiger als Diesel. Derartige Preisschwankungen im Tagesverlauf ärgern sicher nicht nur mich nachhaltig. Was bleibt ist der Wunsch nach kalkulierbaren Alternativen…

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In Hamburg sind 3500 Taxen unterwegs. Davon sind lediglich die Hälfte einer Funkvermittlung angeschlossen.

Wobei man hier erklären sollte, dass eine Zentralen keine eigenen Fahrzeuge betreibt. Zahlungswillige Unternehmer schließen sich einer Zentrale an und hoffen das sich die Investition auch rechnet. Ich würde eigentlich auch gerne wieder Funk fahren, leider bin ich der Meinung das die Relation zwischen potenzieller Mehreinnahme und dadurch entstehenden Mehrkosten und Mehraufwand nicht stimmig ist.

Allein der Vertrag zwischen einer Zentrale und dem jeweiligen Taxenbetrieb soll ca. 1000 € kosten. Ja richtig gelesen, 1000 € für ein Stück Papier.

Für die Funktechnik kann man noch mal durchschnittliche 1500 € ausgeben.

An Funkgebühren sind monatlich zwischen 200 und 400 Euro zu bezahlen. Fast alle Funkzentralen wollen dem Unternehmer mittlerweile vorschreiben mit welchem Fahrzeug er zu fahren hat. Am liebsten wäre es ihnen, wenn der Unternehmer alle 4 Jahre einen Neuwagen anschafft. Ein entsprechendes Tourenaufkommen, das dafür sorgt innerhalb von vier Jahren auch das Geld für einen Neuwagen zu verdienen, gibt es allerdings nicht. Alle neuen Taxen auf Hamburgs Straßen sind finanziert – soviel zu dem angeblich guten Geschäft.

Der Taxenunternehmer, der überlegt sich einer Zentrale anzuschließen, muss damit rechnen, das seine unternehmerischen Freiheiten zunehmend beschnitten werden. Die Zentrale kann ihn verpflichten weite Anfahrten zum Kunden zu machen. Und sie kann ihn neuerdings sogar verpflichten zu bestimmten Uhrzeiten arbeiten zu müssen, z.B. Samstag ab Mitternacht.

Die Zentralen betreiben aus Gründen der Kundenbindung ein Verrechnungsgeschäft. Der Kunde fährt bargeldlos, die Zentrale behält eine Provision von 4% für die Abrechnung ein. Der Unternehmer fährt beispielsweise für 1000 € auf Verrechnung, wartet 4 Wochen auf dieses Geld, und bekommt 960 € überwiesen.

Und was bekommt der Unternehmer von seiner Zentrale ? Ich finde in der Relation zu o.g. Kosten und Auflagen zu wenig.

Ein paar Funktouren pro Tag, meist relativ kurze Fahrten vom Arzt, vom Friseur, vom Supermarkt. Abends Kneipen, wobei die Kunden in der Regel auch um die Ecke wohnen. Ich bin 10 Jahre Funk gefahren und hatte zuletzt den Eindruck mein Einsatz zahlt sich immer weniger aus.

Beispiele :

Samstag nacht gegen 1 Uhr bestellt Herr Meyer im Schulterblatt mit dem Handy eine Taxi. Er steht vor der Flora. Bis seine bestellte Taxi dort ist, ist Herr Meyer längst mit einer von 50 freien Taxen abgefahren. Versucht man nun Herr Meyer über Handy zu erreichen läuft seine Mailbox.

Ich stehe mit meinem Taxi in Eppendorf und bekomme eine Tour in Niendorf angeboten. Ich fahre 10 Minuten zum Tibarg, suche die Hausnummer, was dort nicht wirklich einfach ist, und melde mich schließlich nach 15 Minuten in der Arztpraxis. Wir fahren für 5 € 1,5 Kilometer weit. Anschließend fahre ich leer nach Eppendorf zurück, weil es in Niendorf aktuell keinen weiteren Kunden gibt.

Ich melde mich am Empfang eines Hotel und wie so oft heißt es : „Oh, der Kunde ist schon rausgegangen“ = weg. Das passiert in jeder Schicht mindestens einmal.

Ich melde mich im dritten Stock einer Praxisgemeinschaft, bringe Omi samt Gehwagen zum Auto und fahre Sie für 3,80 € nach Hause. Ich stelle über 4 € eine Quittung aus und dann geleite ich die Dame ganz langsam zur Wohnungstür.

Oder man lädt die Taxe voll mit Bierkisten von Fegro, 12 Tüten vom Wal Mart oder Laminat aus dem Bauhaus. Alles Dienstleistung, die den Kunden ein Taschengeld kostet (nämlich im Schnitt 7 €) und sich bei der aktuellen Kostensituation (Dieselpreise über 1,30 €/Liter) immer weniger rechnet.

Zu Beginn meiner Taxi Karriere 1993 habe ich pro Schicht 12 Touren gefahren. 3x Funk und 9 x Zustieg am Stand (=Anläufer). Heute sind mir 3 Funktouren x 20 Arbeitstage keine 200 Euro Beitrag mehr wert. Wenn man dazu die Technik addiert, den vielleicht neuen und somit finanzierten Mercedes und auch noch den Umstand, das es in Hamburg keinen Bestellzuschlag gibt sollte klar sein, warum der eine oder andere motivierte Taxler keine Lust auf Funkvermittlung hat.

Anders wäre es, wenn es in Hamburg einen Zuschlag für Funkbestellung geben würde. Dann beteiligt sich der Kunde, der eine Dienstleistung wünscht, an Kosten, die aktuell komplett der Taxenunternehmer zu tragen hat.

Gruss an alle C.L.

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…das habe ich in den letzten Wochen so oft vom Kunden gehört, dass ich versuchen möchte dafür eine Erklärung zu finden.

Wenn ich mir ansehe, wie Hamburgs Innenstadt plus 5km Radius aktuell mit Baustellen und Engpässen durchlöchert ist, liegt es auf der Hand, dass man morgens um 8.30 Uhr und abends um 18.30 Uhr (sog. Peak Zeit) nicht zeitnah in diesem Radius bedienen kann (Funktaxi) und auch wenig Interesse hat bei dem Hamburger Taxentarif in diesen Ecken zu diesen Uhrzeiten unterwegs zu sein.

Diese Woche stand ich mehrfach auf der Amsinckstraße / Spaldingstraße Richtung Deichtortunnel im Stau. Die Dorotheenstraße endet aktuell in einer Sackgasse, Rund um die Messe steht wegen Straßenbauarbeiten der Verkehr. Steindamm, Mühlendamm, Mundsburger Damm, überall Baustellen, einspurige Verkehrsführung und dumpfe Autofahrer, die im Stau die Kreuzungen zustellen und somit den Querverkehr blockieren. Das zerrt an den Nerven und demotiviert auch so manchen serviceorientierten Taxler.

Dazu kommt als zweites Problem das der Hamburger Taxentarif keinen Wartezeitanteil enthält. Eine Taxifahrt wird rein auf Kilometer Basis abgerechnet. Eine Fahrt mit 5 Kilometern Strecke kostet 9,80 €, egal ob man dafür 10 Minuten braucht, oder aber 40 Minuten. Immer öfter kommt es vor, das ein Taxifahrer im Hamburger Staudschungel fast eine komplette Stunde mit Kunden fährt und dafür 15 – 17 € erhält. Ich empfinde nicht nur ich als groben Dumpingpreis.

Auch die Funktaxifahrer sind zunehmend genervt vom Verkehr. Man wartet 10 Minuten auf die Funktour, fährt danach 10 Minuten zur Bestelladresse, anschließend 3 Kilometer zum Fahrziel, was weitere 10 Minuten dauert. D.h. nach 30 Minuten hat der Taxifahrer üppige 7,40 € Umsatz gemacht.

Der Kunde muss zu bestimmten Uhrzeiten lange auf ein Taxi warten bzw. er bekommt gar kein Taxi. Und das obwohl das Gewerbe stöhnt und wenig verdient. Wenn aber zu tun ist hemmt der Tarif ein anständiges Verdienen, weil nicht nur der Kunde von A nach B will sondern auch ein paar 100.000 Privatwagen. Zum Jahresende wird diese Problematik zunehmen. Immer mehr Verkehr, d.h. jede Strecke dauert länger ohne aber mehr Geld einzubringen. Das bedeutet in der Konsequenz zu diesen Uhrzeiten werden viele Taxen gar nicht im Einsatz sein, weil man keine Chance hat im Stau anständig zu verdienen. Der Hamburger Tarif motivert Tagfahrer in keinster Weise bei Ausnahmezustand auf den Straßen unterwegs zu sein, damit die Kunden zeitnah abfahren können. Als Beispiel aus der Praxis eine Fahrt vom Gänsemarkt zur Shell am Suhrenkamp. 90 Minuten Fahrzeit wegen Regen, Unfall und Vollsperrung der Tarpenbekstraße. Fahrpreis : 24,20 €.

Darüber sollten auch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), sowie die Chefs der Funkzentralen in Ruhe nachdenken. Dienstleistung ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit und keine Gefälligkeit. Wenn es brummt muss auch ein Taxifahrer in der Lage sein 30 Euro Umsatz in der Stunde einzufahren.

Gruß an alle C.L.

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