Schon in der zweiten Woche stehen sie am Flughafen auf der Abflugebene. Beamte der Abteilung Schwarzarbeit kontrollieren dort massiv Taxen, nachdem diese ihre Kunde ausgeladen haben. Nicht nur sämtliche Papiere werden geprüft, es werden auch die Kilometerstände des Tachos und des Taxameters samt Umsätzen notiert.

Nachdem in den Zwischenberichten des Taxi Gutachtens (läuft von 06/2005 – 06/2008) auf massive unplausible Wirtschaftsdaten im Taxengewerbe hingewiesen wurde, will die Stadt Hamburg nun endlich handeln und die „schwarzen“ Schafe vom Markt drängen.

Viele selbstfahrende Unternehmer (mich eingeschlossen) hoffen seit Jahren, das die BSU reagiert und massiven unlauteren Wettbewerb durch die Verkürzung von Umsätzen / Sozialabgaben unterbindet. Der Unternehmer Eberhard Engel prangert diese Machenschaften schon seit Jahren an, aber erst durch das Taxi Gutachten der Firma Linne & Krause wurden seine Vermutungen durch harte Fakten untermauert. 36% des Hamburger Gewerbes weisen in ihrer Buchhaltung unplausible Umsätze und Gewinne aus, im Segment der Mehrwagenbetriebe beträgt die Zahl gar 58%. Das bedeutet : Jedes dritte Taxi in Hamburg (1200 von 3600) wird nicht betriebswirtschaftlich korrekt betrieben. Stattdessen überlegen sich Teile der Unternehmer wie sie regelmäßig ihre Tachos manipulieren können, um gefahrene Kilometer und die damit erwirtschafteten Umsätze zu verschleiern. Angestellte sind fast nie korrekt angemeldet, so sparen beide Seiten einen Teil der Sozialabgaben und Lohnsteuer und nur so erwirtschaften eine ganze Reihe Mehrwagenunternehmern überhaupt noch nennenswerte Gewinne.

Das Problem hat sich im Zuge der Kostensteigerungen und stagnierenden Umsätze seit 2001 immer weiter verschärft. Das ich nicht mehr Umsatz pro Schicht mache liegt vor allem an Taxen, die vor mir in der Reihe stehen, dort aber eigentlich gar nicht sein dürften. Betriebswirtschaftlich bräuchte ich jeden Tag 30% mehr Umsatz, als ich in der Praxis erwirtschaften kann. Da mir diese Einnahme fehlt muss gespart werden. Ich habe immer noch keine vernünftige Altersvorsorge und ich liege regelmäßig Sonntag Nachmittag unter der Taxi, um Reparaturen in Eigenregie durchzuführen.

Der Tenor im Gewerbe ist durchaus der das weitere 500 Taxen vom Markt verschwinden müssen, damit der Gewerberest endlich wieder anfängt vernünftige Umsätze und Gewinne zu erwirtschaften.

Gruß an alle C.L.

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BSU erhöht Gebühren für Konzession um 11%

On Januar 11, 2008, in Aktuell, by C.L.

Während wir zusehen können wie wir über die Runden kommen berichtete mir gestern ein Unternehmer, dass er für seine Konzssionsverlängerung bei der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (kurz BSU) 190 € bezahlen durfte. Ich habe 2007 dafür 170 € bezahlt. Nun muss man fairerweise zwar dazu schreiben, dass ein Unternehmer für diese Gebühr seine Konzession für 5 Jahre verlängert bekommt. Trotzdem finde ich eine Gebührenerhöhung über 10% heftig und rational sicher kaum erklärbar. Vor allem weil man keine Wahl hat, es sei denn man macht seinen Laden dicht.

Klar, mal eben 11,76 % an der Preisschraube zu drehen ist in Deutschland ein völlig natürlicher Vorgang. Nur das Hamburger Taxengewerbe lässt sich mit Erhöhungen im Bereich von 2% abspeisen. Im Dezember 2007 hat der LHT (Landesverband Hamburger Taxenunternehmer) den Antrag gestellt, wegen der extrem gestiegenen Dieselpreise einen Aufschlag von 5% auf den aktuell gültigen Tarif zu genehmigen. Das lehnte genau diese Behörde ab, die sich selber nun 11% Gebührenerhöhung genehmigt.

Gruß an alle C.L.

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