Taxi Hamburg

Dicker Hals

On April 9, 2010, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Nachdem das erste Quartal im Taxi recht gut gelaufen ist, sind wir nun wieder hart in der Realität aufgeschlagen.
Bedingt durch den Winter in Hamburg mit Frost und reichlich Schnee ist die Dienstleistung Taxi spürbar vermehrt in Anspruch genommen worden. So waren dann auch in der Regel jeden Tag ein paar Euro mehr im Beutel. Zudem hatte ich das Glück, dass alle meine Stammkunden wieder in Hamburg zu tun hatten und ich etliche Fahrten zwischen 30 und 50 € abwickeln dufte. Und ich habe meine Taxi ohne Blessuren über die eisglatten Straßen Hamburgs pilotieren können. Dieses Glück hatten leider nicht alle Kollegen. So manche Stoßstange oder Kotflügel ist dem Schnee zum Opfer gefallen und auch so manche Fahrwerkskomponente (Klassiker beim Daimler : Federbruch) war zu ersetzen.

Der April hat mit Temperaturen bis zu 20 Grad erfolgreich den Winter vertrieben. Leider ist mit dem Beginn der Osterferien in weiten Teilen Deutschlands das Taxigeschäft in Hamburg komplett zum erliegen gekommen. So hatte ich zu Beginn des neuen Quartals einen Umsatzrückgang von 40%.

Einmal mehr müssen die Kollegen aus der Tagschicht erkennen, das der überwiegende Teil ihrer Einnahme von Geschäftsleuten stammt, die in Hamburg zu tun haben. Diese Gruppe der Besserverdienenden macht nun Urlaub mit der Familie und auch kinderlose Hamburger haben offenbar in der Woche vor und nach Ostern die Stadt verlassen. Dieses Szenario scheint sich jedes Jahr ein bisschen mehr zuzuspitzen.
Während also unsere Kunden unsere Dienste nicht benötigen, sind wir vollzählig auf der Straße und stehen uns die Reifen eckig. Wir können es uns natürlich nicht leisten zehn Tage Urlaub zu machen, stattdessen fahren wir Umsätze, die lediglich Kosten decken, wo aber kein nennenswerter Gewinn abfällt. Selbst gestandene Hansa Genossen stellen zur Zeit mit mickerigen 110 € den Wagen ab.

Ich habe mich Donnerstag Mittag entschieden, den Kampf ums Kleingeld aufzugeben und mache ein paar Tage frei. Mittwoch habe ich morgens 105 Minuten auf meine erste Fahrt gewartet, heute dann 90 Minuten. Meine Flughafentouren waren nicht nur kurz, sie waren schlicht ein echtes Ärgernis, wo ich zurecht einen dicken Hals hatte. Zuerst einmal ging es für 13 € nach Winterhude, dann für 9,90 in die City Nord, anschließend für 6,30 zur Shell am Suhrenkamp und nachmittags für 7,10 zur Metro Mercure nach Langenhorn.

Auch wenn das erste Quartal nicht so schlecht gelaufen ist, wird man den April komplett abhaken können. Erst ab dem 19. werden die Geschäfte wieder anlaufen, solange werden wir uns mit Klein(st)geld begnügen müssen.

Gruß C.L.

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