Taxi Hamburg

Nahtlos kann ich an den Beitrag „dicker Hals“ anknüpfen. Eigentlich möchte ich hier viel lieber Erfolgsmeldungen posten. Heute wieder zwei Scheine gefahren, ist doch kein Problem im wohlhabenden Hamburg. Läuft alles supi, der Neuwagen ist geordert. Taxifahren in Hamburg macht richtig Laune und sorgt jeden Tag für einen prallgefüllten Beutel. Perspektivisch habe ich leider einen gänzlich anderen Eindruck. Aber der Reihe nach :

Anfang Mai hat mich erstmal die Sommergrippe von der Straße geholt und ich habe ein paar Tage das Bett gehütet. Noch leicht angeschlagen bin ich dann aber Dienstag morgen wieder zugestiegen und habe zuerst mal eine SMS bekommen, das mein Stammkunde aus Manchester diese Woche nicht in Hamburg sein wird. Die Aschewolke hat erneut den Flugverkehr in England und Irland lahmgelegt. Genau die Aschewolke, die schon Ende April dafür gesorgt hat, das die Umsätze mindestens 30% schlechter als gewöhnlich ausfielen.

Das das Geschäft immer unberechenbarer wird zeigt folgendes Beispiel : Freitag vor zehn Tagen habe ich mit drei Fahrten 128 € gemacht und bin dann zeitig nach Hause. Ich war nicht faul, ich habe mich einfach nicht gefühlt (s.o.). Mittwoch haben elf Touren gerade einmal 90.50 € Umsatz gebracht. Diese Kurztouren mit Fahrpreisen zwischen 5 und 8 € sind wegen der Wartezeiten dazwischen natürlich nicht interessant. Werden sie nicht durch Fahrten zwischen 15 – 25€ kompensiert, kann man schlicht einpacken.

Das Problem der Kurztouren verschärft sich konsequent jedes Jahr. Eine Kurztour ist eine Fahrt, die 4-7 € bringt und auf die der Taxifahrer zwischen 30 Minuten und 2 Stunden warten muss. Nährungsweise muss man leider ganz klar sagen, dass ein Taxifahrer in Hamburg kaum mehr als eine Tour pro Stunde fährt, d.h. der Fahrpreis ist sein Stundenumsatz. Das ist die Sachlage in Hamburg, ich kann es nicht ändern.
Alle Kosten steigen, die Fahrpreise bleiben annährend konstant. Fast 50% des Fahrpreises gehen für betriebliche Kosten drauf, der Rest (bei 7€ Fahrpreis ca. 3,50€) verdient den Namen „Gewinn“ nicht. Selbst der Flughafen ist schon lange kein Garant mehr für eine etwas weitere Fahrt. In der letzten Zeit habe ich das Gefühl mindestens jede dritte Fahrt endet bereits in der City Nord und bringt maximal 12 €. Waren das nicht eigentlich Touren für den Hansa VIP Abholservice :-)

Das Geschäft gestaltet sich also zur Zeit mal wieder extrem launisch. Ferien und Aschewolken bergen zusätzlich die Gefahr grottenschlechter Umsätze. Ich hoffe ich werde die Tage mal wieder positiv überrascht. Morgen früh geht es ja schon mal ganz gut los. Eine VB von Finkenwerder zum Flieger.

Gruß an alle C.L.

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