Auszeit

On Juli 6, 2010, in Tagschicht, by C.L.

Endlich haben wir Juli und ich weis ganz genau was ich die nächsten vier Wochen machen werde : Auf jeden Fall keinen Meter Taxi fahren.
Das erste Halbjahr 2010 ist bei mir recht ordentlich gelaufen, mein Dank gilt vor allem meinen Stammkunden aus Landsberg, Wien und Manchester. Ihre Fahrten ermöglichen es mir jetzt eine kleine Auszeit zu nehmen und mich vom nervigen Straßenverkehr und von einigen Wetterkapriolen zu erholen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Winter in Hamburg, eisglatte Straßen und sich den Hintern abfrieren war angesagt. Nach einem wechselhaften Frühjahr haben die Temperaturen spielend die 30 Grad Marke überschritten und für Saunabedingungen im schwarzen Lederinnenraum gesorgt.
Ansonsten habe ich mich wohl tausendmal über dilettantische Autofahrer, Halten und Parken auf der rechten Spur, eine unmögliche Ampelschaltung und Stau vorm Elbtunnel aufgeregt.
Sich das Jahr für Jahr reintun zu müssen strapaziert ganz bestimmt die Nerven.

Nun geht es mit der Familie zwei Wochen nach Dänemark und auch danach werde ich noch in Hamburg ein bisschen ausspannen, bevor dann Anfang August hoffentlich der Akku wieder voll sein wird.

Allen Kollegen wünsche ich derweil eine stressarme und hoffentlich umsatzstarke Zeit.

Gruß C.L.

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Hallo,
um einmal mehr aufzuzeigen, was der Taxenunternehmer bzw. Fahrer alles so zu tun hat, außer sich am Posten die Reifen eckig zu stehen und in die Daimler Sitze zu furzen, mal folgende Technik Geschichte.

Aktion 1 :
Pünktlich mit steigenden Temperaturen in Hamburg verweigerte meine Klimaanlage ihren Dienst. Ich dachte mir, nach 3,5 Jahren ohne irgendeine Auffälligkeit ist vielleicht zu wenig Klimagas in der Anlage. Ich also zum Taxenservice gefahren und das System für schlanke 35 € neu befüllen lassen.

Aktion 2 :
Nach ziemlich genau sechs Wochen kühlte die Anlage wieder nicht, ich vermutete ein Leck im System, was mit maximal 10 bar Überdruck betrieben wird. Ich also direkt zum Klimaservice gefahren und das Problem geschildert. Dort wurde mir empfohlen die Anlage neu befüllen zu lassen und Kontrastmittel ins System zu geben. Damit findet man ganz sicher das Leck. In der Anlage war genau gar kein Klimagas mehr, 1kg einfach weg. Kurz mal 70 € auf den Tresen gelegt und guter Dinge (das sind ja Profis) weiter gefahren.

Aktion 3 :
Nach ca. drei Wochen hat die Anlage noch gekühlt, allerdings war der Wirkungsgrad schon deutlich reduziert. Nun ging es an die Fehlersuche beim Klimaservice. Diese haben den Wagen von oben und von unten eine halbe Stunde abgeleuchtet und keine Leckage finden können. Daraus schlossen sie der Verdampfer im Heizungskasten sei der Übertäter. Böse Zungen behaupten Mercedes Benz hätte den gesamten Wagen um den Heizungskasten herum gebaut, zum Tausch des Verdampfers muss der gesamte vordere Innenraum zerpflückt werden, Kostenpunkt freundliche 950 €.

Aktion 4 :
Zweite Meinung in einer Taxenwerkstatt eingeholt. Dort wurde sich der Wagen maximal 10 Minuten angesehen und dann der Verdampfer als teurer Übeltäter benannt. Kosten hier 775 €.

Aktion 5 :
Ich bemühe zur Fehlerdiagnose diverse Mercedes Benz Foren. Tenor in den Postings : Eigentlich geht immer der Kondensator vor dem Kühler kaputt, Werkstatt A und B wollen dir doch nur dein Sauerverdientes aus dem Kreuz leiern.

Aktion 6 :
Ich suche mir eine Werkstatt, die mir noch einen Gefallen schuldet und bestelle den Verdampfer im Taxenshop. Als ich diesen abholen will bemerke ich, das der Taxenshop mittlerweile auch Klimaservice ist. In einem kurzen Gespräch wurde der Verdampfer als Übeltäter ausgeschlossen und für richtig befunden den deutlich preiswerteren Kondensator (zu über 90% die Fehlerquelle) zu tauschen. Kostenpunkt 285 €.

Aktion 7 :
Den Termin zum Innenraum zerpflücken abgesagt und einen Termin im Taxenshop zur Montage des Kondensators vereinbart.

Aktion 8 :
Heute im Taxenshop gewesen, dort wurde folgendes festgestellt :
– Der gelieferte Kondensator passt nicht an die Anschlüsse meines Daimlers.
– Der ausgebaute Kondensator sah optisch 1a aus, kein undichte (ölige) Stell zu sichten.
– Kontrastmittel wurde in der Anlage nicht gefunden. Es scheint als hätte der Klimaservice für eine Dienstleistung kassiert, die gar nicht erbracht wurde.
– Nun ist Kontrastmittel drin, die Anlage kühlt und steht unter Beobachtung, es gilt die Leckage zu orten.

Das mache ich also zur Zeit zwischen meinen Touren. Durch die Weltgeschichte gondeln und versuchen einen Fehler zu finden, um diesen dann für hoffentlich keine 1000 € beheben zu lassen.

Gruß C.L.

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