Taxi Hamburg

Webseite als Mehrwerttool ?

On August 14, 2011, in Aktuell, Nachtschicht, Tagschicht, by C.L.

In der heutigen Zeit hat eine anständige Firma selbstverständlich einen Internet Auftritt. Man möchte gefunden werden, man möchte mit zusätzlicher Kundschaft Geld verdienen. Eigentlich ein guter Ansatz, vor allem, weil man immer wieder hört, dass die Taxifahrer ortsunkundige, wortkarge Halunken sind.

In den letzten Monaten kommen hier über diese Seite immer mehr Mails rein, die lediglich lästig sind, und mit der eigentlichen Intension dieser Webseite überhaupt nichts zu tun haben.

Auf der einen Seite gibt es immer wieder besondere Kundenwünsche, die wir nicht erfüllen können. Beispielsweise die Anfrage nach einem Großraumtaxi. Hätten wir ein Fahrzeug mit sechs oder sieben Sitzplätzen, würden wir das sicherlich bewerben. Da wir lediglich Fahrzeuge mit vier Sitzplätzen haben, sind Anfragen zu Großraumtaxen extrem sinnleer.

Auch Anfragen bei größeren Veranstaltungen duzende von Kunden gleichzeitig befördern zu können, deckt sich nicht mit den von uns hinterlegten Inhalten der Seite. Drei Wagen in der Tagschicht, ein Wagen in der Nachtschicht. Kein Mehrwagenbetrieb, sondern vier befreundete Taxenunternehmer, die sich manchmal beim Fahren der Stammkundschaft unterstützen. Die Tatsache, dass am Wochenende nach Mitternacht eigentlich immer das Handy klingelt, weil Kunden nicht in der Lage sind, den entsprechenden nachtfahrenden Kollegen zu finden (Raimund!!!), ist ausgesprochen unangenehm. Ich überlege dann immer diese Leute am nächsten Morgen um 8.15 Uhr aus dem Bett zu klingeln :-)

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon angerufen wurde, weil Kunden in irgendeinem Taxi Handy, Geld oder Gepäck vergessen haben. Woher soll gerade ich nun wissen, mit welchen Kollegen der Kunde, nach einer durchzechten Nacht nach Hause gefahren ist ?

Dazu kommen haufenweise Anfragen, wo Dienstleister uns gegen Entgeld zusätzliche Fahrten versprechen. Tripfiller, Taxilo und Taxi2airport holen Preisauskünfte ein und unterstützen das Unterbieten der Fahrpreise in einem ohnehin ruinösen Wettbewerb. Bei Tripfiller soll man sich nach einer kostenlosen Testperiode für einen dreistelligen Betrag registrieren lassen, Taxi2airport hätte als Vermittlungsprovision gerne 15% des Fahrpreises. Wie bescheiden… Dazu möchte man uns gerne mit schöner Regelmäßigkeit Taxi Buchhaltungssoftware verkaufen und hat ganz tolle preiswerte Taxiversicherungen für uns. Manchmal ruft man uns auch an und möchte unseren Arbeitsplatz (die olle Droschke) ankaufen und exportieren. Letzte Woche wollte mir eine Dame über Telefon ein GPS System verkaufen, damit ich meinen Fuhrpark und meine Fahrer besser überwachen kann. Gute Idee bei einem Selbstfahrer ohne Personal. Dazu kam auch noch eine Email rein, damit ich die Seite gegen Gebühr beim Verkehrsmittelvergleich einpflege.

Wir warten darauf, dass uns mal wieder eine Sekretärin kontaktiert und darum bittet den Chef übermorgen am Flieger abzuholen und für 100€ Richtung Schleswig Holstein oder Niedersachsen zu fahren.

Gruß C.L.

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3 Responses to Webseite als Mehrwerttool ?

  1. Tomte sagt:

    Ihr nennt euch “Hamburg Taxi”, da halten euch natürlich viele Leute für alle und alles an und zu Taxen in unserer schönen Hansestadt für zuständig.

    Wenn eine Person auf eure Webseite stößt, hat sie ja ein konkretes Anliegen (Großraumtaxi, Mehrwagenbetrieb, Verlustmeldung etc.), dass sie dann schneller an euch übermittelt hat als vorher euer Portfolio zu studieren.
    Ich würde ja denken: “Lieber zu viele als zu wenige Anfragen.”

    Naja, und Vertriebler wollen einem eben etwas andrehen – kann man fast froh sein, wenn sich nur solche mit Taxibezug melden.

  2. Taxikunde sagt:

    Mir hat mal ein Taxifahrer erzählt, dass er gar nicht so gerne lange Touren fährt, z.b. von Kiel nach Hamburg oder Hamburg nach Hannover, dann hat er zwar 100,00 EUR kassiert, muss aber nicht 7 %, sondern 19 % Steuern bezahlen. Bleibt netto 84,03 EUR. Treibstoffe:
    200 km, bei 6 Liter Verbrauch x 1,25 EUR x2= 15,00EUR. Bleibt netto 69,03 EUR. Davon muss er noch 100km später mit 19 % als Privatfahrt nachversteuern. In den 2,5 Stunden, die er da unterwegs ist fährt er lieber 6-7Touren zu 8,00 – 12,00 EUR, da hat er jedesmal die Einschaltgebühr plus 6Mal die Chance auf ein Trinkgeld.

  3. C.L. sagt:

    Der Klassiker vom letzten Sonntag :
    Wissen Sie bei welchen Kollegen ich mein Eiphone4 letzte Nacht verloren haben könnte ?
    …hab ich Löcher in den Händen ?…

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