Thema Ferntouren

On Oktober 24, 2011, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Ein Leser hat folgenden Kommentar hinterlassen, den ich gerne kommentieren würde :

Mir hat mal ein Taxifahrer erzählt, dass er gar nicht so gerne lange Touren fährt, z.b. von Kiel nach Hamburg oder Hamburg nach Hannover, dann hat er zwar 100,00 EUR kassiert, muss aber nicht 7 %, sondern 19 % Steuern bezahlen. Bleibt netto 84,03 EUR. Treibstoffe:
200 km, bei 6 Liter Verbrauch x 1,25 EUR x2= 15,00EUR. Bleibt netto 69,03 EUR. Davon muss er noch 100km später mit 19 % als Privatfahrt nachversteuern. In den 2,5 Stunden, die er da unterwegs ist fährt er lieber 6-7Touren zu 8,00 – 12,00 EUR, da hat er jedesmal die Einschaltgebühr plus 6Mal die Chance auf ein Trinkgeld.

Ich fahre in Hamburg tagsüber Taxi und stehe von morgens bis abends rum. Das liegt nicht nur daran, dass ich ohne Funk unterwegs bin, meine Kumpels vom Hansafunk kommen auch nur auf eine Auslastung von 40% der Schichtzeit. Für Hamburger Verhältnisse top, objektiv gesehen auch nicht doll.
Immer wenn mein Umsatz etwas üppiger ausfällt als in der Regel, habe ich lukrative Fahrten gehabt. So wie heute, wo ein Stammkunde zweimal für jeweils 50€ mit mir gefahren ist.

Ich würde im Jahr 2011 nicht mehr für 100€ nach Kiel fahren. Auf Uhr kostet so eine Fahrt ca. 135€, einen Rabatt von 15€ halte ich für ausreichend. Davon sind 19% Mwst. abzuführen, allerdings ist der Rückweg eine Leerfahrt und hat mit Privatfahrt überhaupt nichts zu tun. Deklariert ein Kollege diese Fahrt als Privatfahrt, will er vermutlich verschleiern, vorher eine Fahrt für 100€ ausgeführt zu haben. Ja ja unseren Ruf als Gauner haben wir uns hart erarbeitet. Vom Flieger brauche ich nach Kiel und Retour nicht mehr als 2 Stunden und hätte so eben 120€ brutto verdient.

Letzte Woche habe ich in 2,5 Stunden keine 6-7 Fahrten gemacht, in der Regel fährt die Tagschicht 1-1,5 Touren pro Stunde. Weil in Mitteldeutschland Ferien sind, habe ich letzte Woche öfter um die 2 Stunden gestanden, um dann einmal innerhalb der Innenstadt zum Hauptbahnhof zu rollern (4,70€) und einmal vom Flughafen zum besonders beliebten Fahrziel Eppendorf für 12,90€. Weil es erheblich an Auslastung mangelt, sind mir lange Touren also sehr recht. In einer Mischkalkulation mit Taxifahrten, die gerade einmal 5€ bringen, sind sie sogar lebensnotwendig.

Mit freundlichen Grüßen C.L.

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Eine Geschichte für petrolheads

On Oktober 20, 2011, in Tagschicht, by C.L.

Hallo,
nachdem das III.Quartal im Grunde genommen tot langweilig in der Droschke war, habe ich vor ein paar Tagen doch noch was echt abgefahrenes erlebt. Am Flughafen steigt ein junger Mann ganz bewusst in meinen älteren Daimler, er steht nicht so auf Neuwagen. Zu glatt, zu langweilig. Wir plaudern auf der längeren Fahrt Richtung Stade über alte Ford Coupes mit Vinyldach und Traumwagen wie einen Dodge Charger.
Es stellt sich heraus, dass wir beide Mad Max Fans sind. Ich habe Teil 1 und 2 bestimmt 50x gesehen und finde das Low Budget Endzeit Roadmovie bis heute Weltklasse.

Mein Kunde allerdings hat es nicht damit bewenden lassen, die Dialoge auswendig zu lernen,
(„Das ist Candelini. Und Candelini möchte seine Hand wieder haben.“) er hat sich eine Sammlung der Mad Max Fahrzeuge gekauft, ersteigert, gebaut und zusammen geschraubt. So besitzt er einen Polizei Interceptor auf Basis eines Ford Taunus, einen schwarzen Interceptor mit Fake Blower auf Basis eines australischen Ford Falcons, sowie eine Kawasaki Z1000 MFP Jim Goose Replica.

Das war sicherlich im Jahr 2011 bislang mein geilstes Taxi Erlebnis. Danke Hxxxx.

Gruß an alle Mad Max Fans
C.L.

PS : Mercedes Benz hat natürlich auch V8 Motoren in die neuen und alten E-Klassen verbauen lassen. Das wäre mein persönlicher Taxitraum. Einen Mercedes V8 für die Kundschaft. Souveräne Kraft und Laufkultur auf höchsten Niveau. Für solche Spinnereien müssen sich die Geschäfte in Hamburg aber noch ein ganzes Stück entwickeln. Leider sind 95% der Taxikunden keine Autofreaks und wollen für eine Taxifahrt grundsätzlich so wenig wie irgend möglich bezahlen.

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In der letzten Zeit habe ich gar nicht mehr geblogt, weil es einfach nichts erwähenswertes zu Berichten gab.

Nun allerdings bietet der ADAC Taxitest für das Jahr 2011 Anlaß Stellung zu beziehen. Das habe ich als Mitredakteuer des Taxi Magazins auch zeitnah erledigt. Es ist eine Schweinerei, dass das gesamte Gewerbe für Verfehlungen Einzelner an den Pranger gestellt wird.

Kommentar zum ADAC Taxitest 2011

Viele neue Erkenntnisse beim Lesen wünscht C.L.

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