Taxi Hamburg

Zuerst einmal eine kleine Chronologie der Ereignisse um die diesjährige Tariferhöhung und den erneuten Unwillen der BWVI in Sachen unbezahlte Wartezeit einzulenken.

Am 01.09.2012 bekam das Hamburger Taxengewerbe eine kleine Tarifanpassung als Inflationsausgleich. Dabei wurde die Grundgebühr um 10 Cent erhöht, die Kilometerpreise stiegen um 7 Cent. Der Vorschlag der Behörde wurde dem Senat zur Abstimmung vorgelegt, der Tarifvorschlag der Verbände landete offenbar direkt im Papierkorb.

Ich als Tagfahrer brauche unbedingt die verkehrsbedingte Wartezeit als Tarifelement. Diese wurde uns, was viele vergessen haben, im Jahr 2000 gestohlen. Zugunsten besser kalkulierbarer Fahrpreise im Sinne der Kundenzufriedenheit. Wer heute lautstark davor warnt, dass der Kunde es nie im Leben akzeptieren würde, wenn Taxifahren je nach Dauer einer Fahrt verschieden viel kosten würde, dem halte ich entgegen, dass unsere Kunden jahrzehntelang dieses Fahrpreisdetail akzeptiert haben. Auch heute noch ist in 99% der Gemeinden in Deutschland der Faktor Zeit Teil des Preises einer Taxifahrt. Ich unterstelle ob eine Tour nun 2€ mehr oder weniger kostet interessiert kein Schwein. Diejenigen, die den Euro dreimal umdrehen müssen, waren schon zu D-Mark Zeiten keine Fahrgäste. Außerdem ist Hamburg eine Stau- und Rotlichtstadt mit regelmäßig katastrophalen Verkehrsverhältnissen.

Laut Erhebungen von Linne & Krause würde mir der Wegfall der Karenzminute sofort 10% mehr Einnahme bringen. Dieses Tarifelement ist gerecht, weil der Faktor Zeit natürlich Geld kostet. Ich bin nun seit 2005 selbständig und der spezielle Hamburger Tarif kostet mich jeden Tag 10-15€ Einnahme. 200 Schichten x 15€ = 3000€ x 8 Jahre = 24.000€. Das hätte ein neuer Benz sein können…

Nach einem weiteren Treffen der Verbände mit Vertretern des BWVI im September 2012 wurde einmal mehr deutlich, dass sich die Taxibehörde für unsere Sorgen und Nöte nicht interessiert. Das weiter auszuführen würde aber hier den Rahmen sprengen.

Daher haben alle Taxenverbände in Hamburg zu einer ersten Demo aufgerufen, um zu zeigen, dass sich in Hamburg grundlegend etwas ändern muss. Voraussichtlich wird die Demo am Dienstag, den 30.10.2012 von 13 – 15 Uhr, stattfinden. Weitere Infos dazu hier.

Ein meiner Ansicht nach weitaus größeres Problem sind allerdings die fortwährend zu langen Standzeiten zwischen den Fahrten. Priorität 1 müsste eigentlich sein, dass völlig inakzeptable Überangebot an der Dienstleistung Taxi in Hamburg zu verringern. Wir brauchen keine 3600 Taxen die rumstehen, sondern 2500 Taxen die Geld verdienen.

Ich hoffe wir sehen ums zahlreich am 30.10.2012
Gruß an alle C.L.

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