Taxi Hamburg

Jahresrückblick 2016

On Januar 2, 2017, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Heute ist der 26.12.2016, man kann also durchaus sagen das Jahr ist gelaufen.
Das Geschäft hat sich bei mir auf dem Niveau des Jahres 2015 bewegt, es gab weder Umsatzzuwächse, noch einen Umsatzrückgang. Umsatz und Gewinn sind folglich auf niedrigem Niveau stabil geblieben.

Obwohl auch 2016 ein Rückgang der Taxianzahl zu verzeichnen war, hat sich diese Tatsache nicht durch steigende Umsätze bemerkbar gemacht. Besonders die Privatleute fahren immer weniger Taxi und wenn, dann für höchstens 10€. Wir leben überwiegend von Geschäftsleuten, daher sind Ferien und Feiertage im Süden der Republik Gift für unsere Einnahme. Bezeichnend für mich als tagaktiven Taxifahrer, dass der Dezember der umsatzschwächste Monat des gesamten Jahres war. Zwei Wochen war das Geschäft normal, ab dem 19.12. war im Grunde nur noch Taschengeld zu fahren.

Mit Mytaxi generiere ich magere 10-20% meiner Gesamteinnahme. Fahrten sind da, allerdings nicht für geschätzte sechshundert Taxen, die tagsüber an der Vermittlung partizipieren wollen. Angebot und Nachfrage stehen bei dieser App in einem eklatanten Missverhältnis, in der Regel ist man mit einem Kilometer Distanz zum Kunden nicht der nächstliegende Wagen und bekommt die Fahrt folglich nicht.

Zwei Krankenfahrten haben dieses Jahr ein gutes Geld in die Kasse gespült, wobei natürlich eine Krankheit kein schöner Anlass ist, um Taxifahren zu müssen. Wenigstens waren diese Kunden bei mir gut aufgehoben und ich stets pünktlich an der Haustür, bzw. vor dem Krankenhaus. Mit Krankenkassen rechne ich allerdings nicht mehr ab, da müssen leider die Patienten ihrem Geld hinterher laufen, ich mache das sicher nicht mehr.

Das größte Ärgernis war für mich einmal mehr die Verkehrssituation in Hamburg, ständig Baustellen und Stau. Ich bezweifele stark, dass das noch einmal besser wird in unserer geschätzten Metropole.

Genauso ernüchternd mein Jahresabschluss. Mittlerweile gebe ich 50% meiner Einnahme an fixen- und variablen Kosten ab, der Flughafen nimmt Gebühren vom Gewerbe, ich zahle Kreditkartengebühren, ich zahle an Mytaxi, die BG, an Vodafone etc.pp.
Von den anderen 50% zahle ich Krankenkasse und ein bisschen private Altersvorsorge, sowie Umsatz- und Einkommenssteuer. Ca. 30% meiner Einnahme habe ich für privaten Konsum zur Verfügung. Das ist bitter und macht wenig Spaß. Genauso wie die Erkenntnis, dass von einer theoretischen Umsatzsteigerung von 30% maximal 10% netto bei mir ankommen würden. Die ganze Steuergesetzgebung für kleine und mittlere Einkommen ist für´n Arsch.

Abschließend habe ich erfolgreich meine Konzession in Hamburg verlängern können, und darf weitere fünf Jahre als alleinfahrender Unternehmer tätig sein. Ob ich allerdings 2022 noch einmal verlängern werde, ist bei den aktuellen Rahmenbedingungen durchaus fraglich!

That´s it C.L.

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