Nachdem man die Kollegen quasi genötigt hat ein Etaxi zu finanzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben titelt die Presse Ende Januar es gehe nun in Hamburg sehr bald los mit autonom fahrenden Taxen. Hoffentlich ist die letzte Rate bezahlt, bevor wir gar nichts mehr zu tun haben.

Taxis_ohne_Fahrer_Das_sind_die_Plane_fur_Hamburg

FreeNow by Lift und Verkehrssenator Anjes Tjarks haben eine Absichtserklärung unterzeichnet schnellstmöglich autonom fahrende Taxen für Hamburg anzubieten. Wie das Gewerbe es ja bereits kennt ohne weitere Abstimmung oder konstruktive Diskussion mit den Menschen, die vom Taxifahren ihre Familie ernähren müssen. Hauptsache Beamte und CEO`s waren sich in dieser Sache einig.

Ich bin nicht überrascht, dass hier die nächste hippe Scheiße ausgerollt wird, allenfalls darüber, dass es bereits 2026 losgehen soll. Ich habe ja immer wieder daraufhin gewiesen, dass viele Kollegen jahrelang für FreeNow die Krakenkrake gemacht haben und zur Belohnung am Tag X einen Arschtritt kriegen und nicht mehr gebraucht werden.

Das nun gerade Blankenese in diesen Testbereich fällt ist eine Kampfansage gegen den stets kritischen Vorstand von Taxi Blankenese und dem LPVG. Dieser montiert seit Jahren, dass die Stadt Taxipolitik komplett an den Interessen des Gewerbes vorbei macht. Aber mit Kritikern möchte sich die BVM und Senator Tjarks natürlich nicht belasten, besser man lässt nur Opportunisten zu Wort kommen und bejubelt technische Innovationen, die wenig Mehrwert für die Bevölkerung bieten.

Mir sind keine unterversorgten Randgebiete bekannt, ganz im Gegenteil war das Taxengewerbe im Januar 26 trotz Winter deutlich unterversorgt mit zahlender Kundschaft.

Die Stadt Hamburg greift nach wirklich jedem Strohhalm, um individuelle Mobilität zurück zu drängen. Schon Moia skandierte vor Jahren den Slogan sie würden den Verkehr in Hamburg entlasten. Fakt ist die Moias sind meist leer und finanziell defizitär. Wozu braucht es dann Robotertaxen, wenn die aktuell konzessionierten Taxen 70% der Arbeitszeit rumstehen und keine Kunden befördern.

Ich finde die Stadt und die zuständige Verkehrsbehörde sollte erst mal ihre Hausaufgaben machen, bevor sie sich mit hippen Themen befasst. Angebot und Nachfrage in Einklang bringen, Qualität und Servicegedanken deutlich erhöhen. Mit den Unternehmern ins Gespräch kommen, anstatt diese immer wieder vor den Kopf zu stoßen.

Es ist auch nicht die Aufgabe der Stadt für einen amerikanischen Konzern den Türöffner zu machen. Und die Aussage man möchte das Taxigewerbe einbinden ist eine grobe Verhöhnung der Realität. Möchte man mir anbieten ich könne z.B. für 200.000€ einen autonom fahren Toyota Sienna finanzieren und die Stadt fördert diese Summe mit 20.000€?

Pressemitteilung Hamburg.de

Ehrlich gesagt wundert mich in diesen Zeiten und in dieser Stadt sowieso überhaupt nichts mehr. Nur mein moralischer Kompass durch Arbeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten hält mich noch davon ab es mir in der sozialen Hängematte gemütlich zu machen. Noch !!!

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