Ihr hättet es wissen müssen…Robotertaxen by FreeNow für Hamburg
Nachdem man die Kollegen quasi genötigt hat ein Etaxi zu finanzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben titelt die Presse Ende Januar es gehe nun in Hamburg sehr bald los mit autonom fahrenden Taxen. Hoffentlich ist die letzte Rate bezahlt, bevor wir gar nichts mehr zu tun haben.
Taxis_ohne_Fahrer_Das_sind_die_Plane_fur_Hamburg
FreeNow by Lift und Verkehrssenator Anjes Tjarks haben eine Absichtserklärung unterzeichnet schnellstmöglich autonom fahrende Taxen für Hamburg anzubieten. Wie das Gewerbe es ja bereits kennt ohne weitere Abstimmung oder konstruktive Diskussion mit den Menschen, die vom Taxifahren ihre Familie ernähren müssen. Hauptsache Beamte und CEO`s waren sich in dieser Sache einig.
Ich bin nicht überrascht, dass hier die nächste hippe Scheiße ausgerollt wird, allenfalls darüber, dass es bereits 2026 losgehen soll. Ich habe ja immer wieder daraufhin gewiesen, dass viele Kollegen jahrelang für FreeNow die Krakenkrake gemacht haben und zur Belohnung am Tag X einen Arschtritt kriegen und nicht mehr gebraucht werden.
Das nun gerade Blankenese in diesen Testbereich fällt ist eine Kampfansage gegen den stets kritischen Vorstand von Taxi Blankenese und dem LPVG. Dieser montiert seit Jahren, dass die Stadt Taxipolitik komplett an den Interessen des Gewerbes vorbei macht. Aber mit Kritikern möchte sich die BVM und Senator Tjarks natürlich nicht belasten, besser man lässt nur Opportunisten zu Wort kommen und bejubelt technische Innovationen, die wenig Mehrwert für die Bevölkerung bieten.
Mir sind keine unterversorgten Randgebiete bekannt, ganz im Gegenteil war das Taxengewerbe im Januar 26 trotz Winter deutlich unterversorgt mit zahlender Kundschaft.
Die Stadt Hamburg greift nach wirklich jedem Strohhalm, um individuelle Mobilität zurück zu drängen. Schon Moia skandierte vor Jahren den Slogan sie würden den Verkehr in Hamburg entlasten. Fakt ist die Moias sind meist leer und finanziell defizitär. Wozu braucht es dann Robotertaxen, wenn die aktuell konzessionierten Taxen 70% der Arbeitszeit rumstehen und keine Kunden befördern.
Ich finde die Stadt und die zuständige Verkehrsbehörde sollte erst mal ihre Hausaufgaben machen, bevor sie sich mit hippen Themen befasst. Angebot und Nachfrage in Einklang bringen, Qualität und Servicegedanken deutlich erhöhen. Mit den Unternehmern ins Gespräch kommen, anstatt diese immer wieder vor den Kopf zu stoßen.
Es ist auch nicht die Aufgabe der Stadt für einen amerikanischen Konzern den Türöffner zu machen. Und die Aussage man möchte das Taxigewerbe einbinden ist eine grobe Verhöhnung der Realität. Möchte man mir anbieten ich könne z.B. für 200.000€ einen autonom fahren Toyota Sienna finanzieren und die Stadt fördert diese Summe mit 20.000€?
Ehrlich gesagt wundert mich in diesen Zeiten und in dieser Stadt sowieso überhaupt nichts mehr. Nur mein moralischer Kompass durch Arbeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten hält mich noch davon ab es mir in der sozialen Hängematte gemütlich zu machen. Noch !!!
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die Anderen
Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt noch bloggen soll? Denn die Erkenntnis, dass sich sowieso nichts im Sinne der Kleingewerbetreibenden ändern wird, ist unumstößlich. Warum sich also weiter an Gewerbethemen und Verkehrspolitik reiben, dass führt höchstens zu einem Magengeschwür.
- Der Taxiverband – innere Kündigung statt Aufbruchstimmung
Eigentlich wollte ich 2025 zusammen mit einigen engagierten Kollegen den alteingesessenen Verband LPVG neu beleben und mich dafür einsetzen, Behörde und Politik aufzuzeigen, wo die Rahmenbedingungen dringend nachjustiert werden müssten. Als Beispiele die Pflicht zur Anschaffung teurer und technisch fragwürdiger Elektrotaxen, die fehlende Ortskunde bei vielen jungen Kollegen, oder der aktuelle Taxitarif, der objektiv einfach zu teuer ist. Und zuletzt Moia, subventionierte Konkurrenz eines Großkonzerns, der ungehemmt und mit Zustimmung der Stadt in unserem Segment wildern darf und besonders am späten Abend reichlich Fahrten abgreift, die eigentlich Taxifahrten sein müssten. Und gleichzeitig bei einem Wintereinbruch den Betrieb mal eben einstellt und die Kunden im Schnee stehen lässt, während wir Taxifahrer Material und Gesundheit riskieren, damit die Menschen in Hamburg mobil bleiben.
Ich habe mich stattdessen dazu entschieden meine Mitgliedschaft im LPVG zum Jahresende 2025 zu kündigen. Ich hatte wirklich große Hoffnungen, dass der Vorstand dort strukturiert arbeiten würde und wir es gemeinsam schaffen können eine Menge Einwagenunternehmer ins Boot zu holen. Leider hat sich diesbezüglich in den letzten 12 Monaten nichts getan. Die Arbeit müsste auf viel mehr Schultern verteilt werden, dazu gibt es aber keine Bereitschaft aus dem Gewerbe. Die Kollegen sind ja nicht einmal bereit monatlich 10€ Beitrag zu zahlen. Lieber wurstelt jeder vor sich hin und fährt weiter ins Verderben. So ist es natürlich ein Leichtes für die zuständige Behörde die Interessen von 80% der Taxenunternehmer in Hamburg zu ignorieren. Denn wer sich nicht organisieren kann, wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Basta.
- Die BVM – 80% Einwagenunternehmer, aber das Wort hat FreeNow
Ich war im August bei einer Veranstaltung der Taxenbehörde (BVM) und habe ziemlich ernüchternd festgestellt, wessen Wünsche dort umgesetzt werden. FreeNow als Ansprechpartner und Deutschlands Nummer 1 in Sachen Plattformvermittlung ist der Stichwortgeber. 2026 gibt es Tarifkorridore und einen Algorithmus für Fahrpreise. Es ist keine Rede mehr davon, dass Taxentarife verbindliche Größen für den Kunden sind. 20 Jahre lang war in Stein gemeißelt, dass der Kunde Planungssicherheit wünscht. Nun dürfen FreeNow und Uber mit unseren Tarifen rumspielen und wir sind die ausführenden „Subunternehmer“. Hier werden die Interessen des Großkapitals gegen die Interessen der zahllosen Einwagenunternehmer in Hamburg gegeneinander ausgespielt und das ist verdammt noch mal nicht in Ordnung.
Auch das Projekt Zukunftstaxi mit der Pflicht zur Anschaffung eines „lokal emissionsfreien“ Fahrzeugs wird unbeirrt fortgesetzt. Bereits im November gab es ein weiteres Treffen zu dem Thema bei Vattenfall in der Hafencity. Erneut sollen wir Kunden werden. Kunden von Vattenfall, wo wir Strom kaufen sollen und natürlich auch Kunden von VW, bei denen wir Fahrzeuge finanzieren sollen. So leid es mir tut, es drängt sich ein Vergleich zur Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf auf und ich lehne eine solche Einmischung bei der Fahrzeugwahl entschieden ab. Damit stehe ich aber allein auf weiter Flur. Trotz einer Geschäftslage, die im Jahresverlauf oft mager gewesen ist, finanzieren die Unternehmer ETaxen und arbeiten ggf. noch mehr Stunden um über die Runden zu kommen.
- Devotes Abnicken, anstatt Rechte einzufordern.
Viele Kollegen und Unternehmer arrangieren sich mit dem Ist-Zustand, anstatt mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Erst fährt man für FreeNow und moniert, dass dort mittlerweile 14% Gebühren pro Fahrt fällig sind, dann fährt man für Uber, die notgedrungen mit Taxiunternehmen zusammen arbeiten, weil sie in Hamburg keine Mietwagen auf die Straße gestellt bekommen. In der Regel hängen zwei Smartphones im Auto (samt Kabelsalat in der Mittelkonsole) und man fährt was man eben abkriegt. Damit man aber überhaupt nennenswert Touren abbekommt braucht man ein ETaxi, weil eben dieses priorisiert vermittelt wird. Letztlich hat man also mehr Umsatz, mehr Kosten und etwas mehr Netto in der Tasche. Sobald autonom fahrende Taxiflotten in Europa erlaubt werden bekommt man zur Belohnung einen Arschtritt und hat vorher jahrelang Daten gesammelt, um ein automatisiertes Geschäft für VW / Tesla / FreeNow und Uber mit zu entwickeln.
Eine Perspektive als freier Unternehmer die nächsten Jahre Geld zu verdienen sehe ich da kaum noch. Frei bedeutet in diesem Fall, dass man auch ohne Funkanbindung und ohne App. Vermittler in der Lage sein sollte nennenswerte Umsätze und Gewinne zu generieren.
Grüße C.L.
Neues Jahr – erster Aufreger : Winterdienst in Hamburg
Neues Jahr – erster Aufreger : Winterdienst in Hamburg
Hamburg meine Perle? Das konnte ich früher einmal über meine Heimatstadt sagen. Heute präsentiert sich Hamburg bei jeder Gelegenheit als gerupftes Suppenhuhn.
Tagelang im Voraus sagte der Wetterbericht, dass es ab dem 08.01.26 bis zu 30cm Neuschnee geben wird. Und was macht Hamburg mit dieser Information? Überhaupt gar nichts. An den insgesamt 8 Wintertagen habe ich ganze drei Streufahrzeuge gesehen. Anstatt gefälligst Straßen zu räumen und zu salzen wird dazu aufgerufen tagelang zu Hause zu bleiben und sich mit Vorräten einzudecken. Zwischendurch gab es im Radio die Meldung, dass einhundert Mitarbeiter Gehwege und Fahrradwege räumen. Das ist ja sensationell.
Wieder einmal hat sich Hamburg bis auf die Knochen blamiert. Aber so ist das eben, wenn sich Entscheidungsträger nur noch mit Randthemen (Arbeitskreis über Gendertoiletten) befassen, während Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit in den Graben rutschen und Rentner sich mit Knochenbrüchen in der Notaufnahme stapeln.
Und selbst Ende des Monats sind Nebenstraßen und Bürgersteige vielfach spiegelglatt und keiner fühlt sich verantwortlich.
Kleine Fachkunde – Praxis Theorie
Hier angepinnt ein sehr umfangreicher Artikel aus dem HA zur angedachten Einführung der Kleinen Fachkunde für Hamburger Taxifahrer. Nachdem Verkehrsminister Scheuer 2021 federführend die Ortskundeprüfung für Taxifahrer abgeschafft hat, befindet sich die Qualität der neuen Kollegen zu oft im Sinkflug.
Man ist mittlerweile schon gar nicht mehr erstaunt, wenn nach Jahren solche Erkenntnisse reifen, man ist direkt wütend. Denn viele von diesen „neuen Kollegen“ werden gar nicht gebraucht, um die stetig schrumpfende Anzahl an Kunden weg zu fahren. Andreas Scheuer hat damals so entschieden, weil Uber einfach gute Lobby Arbeit gemacht hat. Oder das Old School Taxigewerbe entsprechend Schlechte, vermutlich mangels Finanzmasse eher gar keine. Eigentlich müsste man die Hürden zum Einstieg in unseren Beruf viel höher ansetzen. Wer für 30 Minuten Fahrt fast 40€ kassieren möchte, muss auch liefern.
Wirklich empörend an diesem Artikel ist allerdings die Tatsache, wie träge und von vorgestern dieses gesamte System agiert. Ein Arbeitskreis, eine Idee, der Stadtstaat, die Bürokratie im Ländle. Diese Prozesse lähmen das gesamte Land und daher kommt auch der Eindruck, dass der Laden einfach nicht mehr rund läuft.
LG C.L.
Klimaschutzgesetz, Klimaschutzstärkungsgesetz und nun Klimaschutzverbesserungsgesetz
In den Wochen vor dem Hamburger Volksentscheid habe ich mit meiner Tochter über dieses Thema diskutiert. Sie ist 17 Jahre alt und hat Angst vor den Folgen des Klimawandels. Kein Wunder, es haben u.a. die Lehrkräfte an ihrer Schule kräftig mitgewirkt ihre linksgrünen Weltuntergangsphantasien regelmäßig der Schülerschaft zu präsentieren. Zu ihrer Tut Reise nach Budapest sind die Schüler 16 Stunden mit dem Bus angereist. Insgesamt waren sie 5,5 Tage vor Ort. Meine Anfrage, warum denn die angehenden Abiturienten nicht mit dem Flieger in 90 Minuten dahin reisen könnten, würde ich mit einem „aber Herr Lüdemann, wir sind doch eine Klimaschule“ abgebügelt.
Eigentlich war mir klar, dass dieser Volksentscheid in Hamburg keine Mehrheit bekommen würde, weil Hamburg eben nicht nur aus 10 Stadtteilen mit Lastenfahrrad Fans und Veganern besteht. Nicht kalkuliert habe ich allerdings die Trägheit und Dummheit, die einen Großteil der Bevölkerung davon abhält ihrer Bürgerpflicht nachzukommen. Da hat man schon die Möglichkeit aktiv die demokratische Willensbildung zu beeinflussen und dann so etwas: Wahlbeteiligung 43,6%
Nur durch die eigene Dummheit werden jetzt alle Hamburgerinnen und Hamburger in die Pflicht genommen, perspektivisch mehr Geld für Klimaschutzmaßnahmen bezahlen zu müssen. Eine Luisa Neubauer oder Carla Remmtsma wird das nicht weiter jucken, dort zahlt sicher gerne die privilegierte Familie entsprechende Maßnahmen aus der Klimpergeldkasse. Wir alle zahlen aber jetzt schon jedes Jahr mehr für (Öko)strom, für Erdgas, für Bio.CNG, für Diesel. Dazu die deftige Lebensmittelinflation, Schulden, Privatinsolvenzen, miese Stimmung im Land und keine Planungssicherheit. Die hohen Energiekosten für klimaideologische Spinnereien kosten monatlich mindestens 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland.
In Hamburg könnte in der Folge das Gasnetz komplett stillgelegt werden. Öl- und Gasheizungen werden mittelfristig verboten, Wärmepumpen und energetische Sanierungen werden Pflicht und kosten zehntausende Euros. In Hamburg könnte flächendeckend Tempo 30km/h eingeführt werden. Dabei macht der PKW Verkehr doch bereits jetzt nur noch aggressiv. Mal sehen, ob das sog. Verbesserungsgesetz auch dafür sorgen wird, dass die ungeliebten Verbrenner Taxen vorzeitig komplett aus dem Spiel genommen werden. Bislang wird ja gemunkelt, man dürfe sein Verbrenner Taxi wenigstens noch bis 2030 weiterfahren.
Wie mir bereits ein Anwalt im Taxi vor ein oder zwei Jahren erklärte: „Klimaschutz ist eine geniale Erfindung. Man kann unter dem Deckmantel des Klimaschutzes jedes noch so fragwürdige Projekt durchboxen.“ Deindustrialisierung, Vernichtung von Wohlstand, individuelle Mobilität. Andersdenkende oder gar Kritiker dieser Klimareligion werden diskreditiert, mundtot gemacht, sind schlicht dumme Mitmenschen und natürlich AfD Sympathisanten.
Hamburg ist auf dem besten Weg zu einem weiteren failed state zu werden, nicht besser als Berlin. Noch lebt meine Mutter hier in Hamburg, ebenso habe ich zwei schulpflichtige Kinder. Wenn sich das aber in den nächsten Jahren ändert wird bin ich weg.
Ich hatte auch zwei Kunden im Taxi, mit denen ich über o.g. Thema diskutiert habe. Und trotz unterschiedlicher Ansichten, sind wir uns nicht an die Gurgel gegangen. Wie kann jemand, der die Klimaneutralität in Hamburg vorziehen möchte, mit guten Gewissen nach Griechenland in den Urlaub fliegen? Und sich vorher keine Gedanken darüber machen, was dieses Gesetz für Kosten mit sich bringt, wenn man ein Reihenhaus, gebaut Ende der 60`Jahre, sanieren soll? Da sind Reisen wohl zukünftig nicht mehr drin, stattdessen bedient man bis ins Rentenalter KfW Kredite. Da hätte man vielleicht vorher einmal selber recherchieren sollen, anstatt sich Kampf der Realitystars in der Glotze zu geben.
Aber noch bizarrer war die Ansicht eines anderen Kunden, wir alle müssen dringend mehr für den Klimaschutz machen. Genau der Kunde, der seit 20 Jahren im Öl- und Gasgeschäft seine dicken Brötchen verdient. Was für eine herrliche Bigotterie.
LG C.L.
Tüv Tip in Hamburg
Moin,
wer kennt es nicht? Alle zwei Jahre (Taxen jedes Jahr) muss man zur Hauptuntersuchung (HU) und dort wird das Fahrzeug durchgecheckt. Manche Organisationen und Prüfer sind dabei extrem pinkelig geworden und kreiden jedes noch so kleine Detail an. Man könnte fast den Eindruck gewinnen eine relativ hohe Durchfallquote ist erwünscht. Denn alte Autos sollen von der Straße und zukünftig fahren wir alle E-Autos aus ausländischer Produktion bzw. sitzen mit dem Prekariat in der Bahn.
Ich war zuletzt mit meinem Yongtimer (jeder braucht ein Hobby) bei KÜS in der Langenhorner Chaussee 120. Dort gab es Kaffee, eine freundliche Begrüßung und die Plakette für den immerhin schon 25 Jahre alten Benz. Kann man hinfahren und weiter empfehlen.
Gewerbenews Hamburg August 2025
Erst jetzt komme ich dazu wieder einmal ein paar Zeilen zum Thema Taxi in Hamburg zu verfassen. Ich war im August erst im Urlaub mit der Familie und habe mir dann auch noch einen Mercedes Youngtimer zugelegt, an dem viel geschraubt werden wollte.
Am 26.08.2025 hat die BVM zur Tarifanhörung eingeladen und auch einzelne interessierte Unternehmer durften kommen. Nicht nur unsere Gewerbevertreter und Alexander Mönch, der Chef von FreeNow. Es waren 50 Plätze verfügbar und 26 Taxiunternehmer waren vor Ort. 26 von 1850 !!!
Was ich als Diskussionsrunde aufgefasst hatte, entwickelte sich sehr schnell zu einer reinen Ergebnispräsentation. Die Taxigeschäfte in Hamburg sind 2025 erneut rückläufig und weit entfernt von dem Tourenaufkommen vor der Pandemie. Die Stundenumsätze sind keinesfalls ausreichend, um angestellten Taxifahrern den Mindestlohn zahlen zu können. Viele Betriebe sind aktuell in ihrer Existenz bedroht, daher soll die Festpreisoption der Vermittler nun in zwei Testphasen als Tarifkorridor ausgestaltet werden dürfen. Zuerst für drei Monate mit einem möglichen Preisaufschlag nach oben bis zu 20%, danach weitere drei Monate mit einem Korridor, der vom Tarif +/- 20% abweichen darf. Wissenschaftlich begleitet soll so herausgefunden werden, ob ein Preisnachlass die Nachfrage ankurbeln könne?
Ein Taxi in Hamburg ist aktuell nur zu 30% der Schichtzeit mit Kunden besetzt und fährt in einer Schicht zwischen 8 und 9 Touren. Das wird am Preis liegen, vor allem aber liegt das an dem Überangebot an Taxen. Während neue Optionen mobil zu sein wie Pilze aus dem Boden schießen und unsere Kunden ansprechen, reduziert sich die Taxianzahl in lediglich homöopathischen Dosen. Jeder Betrieb, der aus steuerlichen Gründen, oder aber weil er mieses Personal beschäftigt, in den Fokus von der Behörde gerät, geht sofort zum Anwalt und kämpft um den Erhalt seiner Konzessionen. Freiwillig verkleinert niemand seinen Betrieb, was mir wirtschaftlich völlig schleierhaft ist. Ich betreibe doch kein Business, wo ich in manchen Monaten noch privates Geld zuschießen muss. Und 5% Marge werfen ETF`s bei deutlich minimierten Risiko auch ab.
Es wurde auch daraufhin gewiesen, dass die Tariferhöhung vom Februar 2025 nicht zu einer Umsatzsteigerung geführt hat und folglich weitere Tariferhöhungen kein Mittel sind, um die Zahlung von Mindestlohn in 2026 und 2027 sicher zu stellen. Wenn 2026 der Mindestlohn auf 13,90€ pro Stunde steigt müssen Stundenumsätze von über 40€ erwirtschaftet werden. Das ist nicht unrealistisch, das ist völlig absurd.
MOIA hat 2024 immerhin 2 Millionen Kunden befördert und so auch einen Teil unserer Kundschaft. Das mag man ungerecht finden, aber MIOA als Tochter von VW ist die europäische Speerspitze beim Wettlauf um das autonome Fahren der Zukunft. Ein Prestigeobjekt, deren Interessen deutlich höher bewertet werden, als die Befindlichkeiten von kleinen Krautern wie wir es sind.
MOIA, FreeNow und Uber werden nicht wieder verschwinden, dafür ist ihre Macht und ihr Kapital viel zu groß. Wir können versuchen mit Hilfe der Plattformen unser Geschäft zu optimieren und bekommen die rote Karte, sobald autonomes Fahren in Europa zugelassen wird. Ich gehöre offenbar zu einer ganz kleinen Minderheit, die niemals mit Uber ins Bett steigen würde und auch FreeNow hat mit seinen wenig seriösen Geschäftspraktiken bei mir verkackt.
Insgesamt ist die Taxiperspektive also extrem düster. Es werden 2025 noch einige Kollegen aufgeben. Mehrfach wurde mir zugetragen die Übertragung der Konzession bringt 7000€. Nach der Veranstaltung bei der BVM haben wir draußen gesagt, wenn es irgendwann 100.000€ für die Konzession gibt, sind wir auch weg.
Grüße C.L.
R.I.P. Wojtek

Am Mittwoch, den 23.07.2025, ist unser Kollege Wojtek bei einem Verkehrsunfall auf der A20 tödlich verunglückt. Er wurde nur 66 Jahre alt. Die genauen Umstände des Unfalls sind ungeklärt. Wir werden ihn vermissen und wünschen seinen Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Mögest du in Frieden ruhen.
Bolt Mietwagen in Hamburg – das hat uns gerade noch gefehlt.
Bolt darf in Hamburg keine Mietwagenfahrten anbieten
Dazu folgender Kommentar:
Es ist gar nicht so leicht in wenigen Sätzen zu erklären, worum es bei einem Plattformanbieter wie Bolt eigentlich geht und warum es abzulehnen ist, dass ein weiterer Mobilitätsanbieter in Hamburg Kasse machen will.
Früher war alles besser bzw. einfacher. Der Kunde, der Taxi fahren wollte, bestellte per Telefonanruf ein Taxi, oder ging zum nächsten Taxistand. Punkt.
Dann etablierte FreeNow Ende der 2010‘ Jahre die App. Bestellung und Bezahlung über eine Plattform. Heute steht man am Taxiposten und sieht zu, wie ein Taxikunde auf seinen Wagen wartet, anstatt einfach bei mir einzusteigen. Oder zukünftig wie in dem YouTube Video „Dean‘s last ride“, wie Kunden auf Robotertaxen warten, anstatt bei einem Menschen einzusteigen. Willkommen im Metaversum.
Da es in Hamburg bereits MOIA gibt und MOIA bereits Anfang 2026 in der Praxis vollautonom erste Kunden befördern möchte, hält man hier wenig davon Mitbewerber wie Uber und Bolt zuzulassen. Im Grunde schützt die Stadt damit die VW Tochter und nur am Rande das kleinteilige Taxengewerbe. Denn VW zahlt Mindestlöhne, auch wenn diese quersubventioniert werden. Uber und Bolt Partner fahren kaum kostendeckend, zahlen eine Provision und letztlich wird der Fahrer trotz Mindestlohn mit einem Almosen abgespeist. Uber ist in weiten Teilen der Welt für die Fahrer ein Zwei- oder Drittjob, damit noch ein bisschen Kohle extra reinkommt.
Da der Hamburger bereits heute unzählige Möglichkeiten hat, um mobil zu sein, werden Bolt Mietwagen nicht mehr gebraucht. Denn es gibt bereits FreeNow, Uber, Bolt Taxi, Moia, Share Now (jetzt Free2move), Milfs, Doot, Voi, Bolt, Lime. Und dazu das subventionierte Deutschlandticket. Ich erinnere mich noch daran, wie Clever Shuttle hier im Oktober 2019 die Segel gestrichen hat. Und die fuhren mit Subventionen der deutschen Bundesbahn. Schon damals hatte man offenbar großen Respekt vor dem neuen Mitbewerber MOIA.
Zudem ist das Taxigeschäft 2025 ist extrem launisch. Es gab 2-3 Wochen die ganz gut gelaufen sind. Insgesamt aber sind Tourenaufkommen und Umsätze durchwachsen. Der aktuelle Tarif ist deutlich zu hoch, um auf eine angemessene Auslastung zu kommen. Warum sollte jemand 25€ für eine Taxifahrt ausgeben, wenn er selber in 15 Minuten mit dem Fahrrad die Strecke zurücklegen kann? Und heute kam bereits die Meldung rein es wird Zeit über eine Fahrpreiserhöhung Anfang 2026 nachzudenken, weil dann ja der Mindestlohn steigen soll. Aber das ist eine andere (von ganz vielen) Baustellen.
Grüße C.L.
Schon wieder eine Extrawurst für eTaxen in Hamburg
„eTaxen sind Teil einer Strategie, die Taxiunternehmen dazu anhalten, ihre Flotten auf emissionsarme Fahrzeuge, insbesondere Elektroautos, umzustellen“
So blumig formuliert es Google. Für Hamburg würde ich das Wort Strategie lieber durch Druck ersetzen. Die zuständigen Entscheidungsträger lassen jedenfalls nichts unversucht dem Taxigewerbe Euro6 Diesel und Hybrid Benziner madig zu machen.
Nächste Woche findet in Hamburg die UITP Messe statt. Erneut eine gute Gelegenheit für Hamburg sich als Vorreiter in Sachen Mobilitätswende zu präsentieren. Damit die Stadt mit ihren 690 eTaxen (von 3000) glänzen kann, gibt es für diese Fahrzeug eine Sonderfahrspur links am Messeplatz 1. Die weniger erwünschten Verbrenner Kollegen dürfen sich dann auf der rechten Spur bereithalten. Am liebsten würde man diese Kundschaft komplett elektrisch fahren lassen, aber leider ist die eTaxi Flotte noch zu klein, um 10.000 Besucher durch die Gegend zu karren.
Während mir mein moralischer Kompass sagt alle konzessionierten Taxen in einer Stadt sollten gleich behandelt werden, gibt es ständig eine Extrawurst für die eTaxen, um dem unwilligen Rest das Geschäft noch ein bisschen mühsamer zu machen. Das geht ja sogar schon so weit, dass die Behörde zu VW nach Langenhorn zu einem „Come-together“ einläd, damit dort neue eTaxen an die Kollegen verkauft werden können.
Mir ist schon klar, was mit dieser „Basta“ Politik bezweckt werden soll? Aber von Seiten der Kollegen ist der Drops gelutscht. Aktuell wird jeder an seinem Fahrzeug festhalten solange es möglich ist. Ich kenne zwei Kollgen, die nach einem Motorschaden ihrem Mercedes Diesel einen AT Motor eingebaut haben und sich kein eTaxi angeschafft haben. Sie haben 7000€ investiert und 5000€ Förderung sausen lassen, weil sie den moralisierenden Zeigefinger eines umweltfreundlichen eTaxis kritisch hinterfragen. Dazu hat ein weiterer Kollege seinen Mercedes-Kombi Baujahr 1992 umfangreich instandsetzen lassen und fährt ab sofort mit einem H-Kennzeichen durch Hamburg. Ist es nicht nachhaltig ein einmal produziertes Fahrzeug 35 Jahre zu halten, anstatt sich alle 5 Jahre einen Neuwagen zu finanzieren?
Grüße C.L.


