Da momentan die Corona Pandemie in der Medienberichterstattung das alles bestimmende Thema ist, könnte man fast überlesen, dass es seit Ende April einen neuen Bußgeldkatalog im Straßenverkehr gibt.

Die Missachtung der Verkehrsregeln wird seit dem 28. April 20 erheblich drastischer bestraft, besonders ein Detail stößt bei den Autofahrern auf wenig Verständnis, denn bereits ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21km/h Innerorts droht ein vierwöchiges Fahrverbot.   

Seit 1989 nehme ich am Straßenverkehr teil und bis mindestens 2010 war es selbstverständlich auf großen Hauptstraßen 70km/h zu fahren. Für einen routinierten Autofahrer eine völlig unkritische Geschwindigkeit, die in keinster Weise irgendetwas mit Raserei zu tun hat. Außerdem bin ich von 1993 bis 2005 Motorrad gefahren und war auch Außerorts gerne einen Zacken zu schnell unterwegs. Damals galt noch die Regel, dass es erst ab 41km/h ein Fahrverbot gibt, aktuell bereits ab 26km/h.

Das Argument der Verkehrssicherheit empfinde ich dabei als vorgeschoben. Vor allem geht es doch darum die stetig klamme Staatskasse zu füllen. Dieser Eindruck drängt sich auf bei Bagatellen wie Parken im Parkverbot auf. Bisher waren dafür 15€ zu zahlen, aktuell sind es bereits 30€. Ebenso wird die Überschreitung der Geschwindigkeit um wenige Km/h nun mit 30€ sanktioniert, vorher waren es lediglich 15€.

Das es ums Abkassieren geht zeigt auch folgendes Beispiel sehr gut: Letztes Wochenende war die A7 wegen Asphaltierungsarbeiten von Freitagabend bis Sonntagnacht im Bereich Schnelsen und Eidelstedt Richtung Süden voll gesperrt. Der gesamte Verkehr musste also über die Holsteiner Chaussee Richtung BAB Auffahrt Stellingen. Auf der Holsteiner Chaussee stand Höhe Baumarkt Hornbach einer Blitzer Anhänger. Das ist doch kein Zufall, sondern wirtschaftliches Kalkül.

Nebenbei bemerkt kostet auch der Rotlichverstoß eines Fahrradfahrers zwischen 60 und 100€ Bußgeld. Da könnte die Stadt Hamburg richtig Kohle scheffeln. Denn meiner Ansicht nach steht der Autofahrer völlig zu Unrecht am Pranger als Raser und Gefährder. Der Prozentsatz der Fahrradfahrer, die sich in der Großstadt wie die letzten Egomanen aufführen ist um ein vielfaches höher, als unter den Autofahrern. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Radfahrer kaum befürchten müssen happige Bußgelder für Fehlverhalten zu bekommen.

Online Petition gegen den neuen Bußgeldkatalog

 Grüße C.L.