Taxi Hamburg

Sechs Richtige

On Dezember 6, 2018, in Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Moin,
geht es beim Taxifahren um Tourenqualität, oder Tourenquantität?
Diese Frage habe ich für mich schon vor fünfzehn Jahren beantwortet, mir geht es ausschließlich um Tourenqualität. Und diese hat der Flughafen gestern einmal mehr geliefert.

Mit lediglich sechs Fahrten habe ich über 200€ Umsatz gemacht. Was will ich mehr?

Zuerst ging es für 50€ nach Ahrensburg, danach für 35€ Richtung Billbrook.
Im Tagesverlauf fuhr ich dann nach Bahrenfeld, wo es sogar eine Mytaxi Anschlußtour zurück zum Flughafen gab, und zuletzt auf die Uhlenhorst und zur Elphi.

Tja sechs Fahrten in knapp 11 Stunden sind eigentlich nicht doll, aber wenn die Güte der Fahrt stimmt, kann das durchaus reichen.

Bei mir sind nach 25 Jahren auf der Droschke die Zeiten endgültig vorbei, wo ich bereit bin, in der City für Kleinstgeld (6-8€) um die nächste Ecke zu eiern. Womöglich noch als Vorbestellung, im Stau stehend, und am Schluss bargeldlos bezahlt.

Grüße C.L.

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Zur Petition

Mitmachen, weitersagen, weiter ollen Diesel fahren.
Gruß C.L.

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Moin,
allmählich nervt es mich, dass der vermeidlich dreckige Diesel nicht aus den Schlagzeilen kommt.
Man fühlt sich als Diesel Fahrer bzw. Fan fast schon auf eine Stufe mit Mördern gestellt. Dabei gibt es in der Medienlandschaft durchaus auch Lichtblicke, die sich um Objektivität bemühen.
Dicke Luft auch ohne Diesel

Die ganze Diskussion scheint vor allem durch Hysterie und bleiernde Standpunkte geprägt zu sein. Ich stolperte jüngst über einen Leser Kommentar in der Mopo „Wenn ich mit meinem Fahrrad hinter einem Diesel an der Ampel stehe stinkt es fürchterlich aus dem Auspuff.“
Soso – interessante Behauptung, wo doch Stickstoffdioxid ein geruchloses Gas ist. Dazu darf man sich fragen, was der Radfahrer auf der Straße zu suchen hat. Wahrscheinlich war der Radweg wieder zu uneben, vor allem wenn man sein Rennrad mit 8 bar Reifendruck fährt. Man liest es sicher raus, auch ich kann Polemik.

Das Grundproblem ist doch, dass niemand bereit ist auf individuelle Mobilität zu verzichten. Völlig unverständlich, dass die Hamburger Innenstadt am Wochenende beinahe so voll ist, wie an einem Werktag. Grotesk, dass am Sonntag Mittag der Verkehr auf der A7 steht. Totaler Irrsinn, dass in den Sommermonaten Massen von Touristen nach Hamburg fliegen, um anschließend einen Kreuzfahrer zu entern.

Die Ökobilanz ist etwas komplexer, als lediglich Dieselabgase in den Innenstädten. Der Benziner produziert mehr CO2 bei der Verbrennung, als ein Diesel. Ein Elektroauto ist nicht nur für das Groh der Bevölkerung unerschwinglich, auch die Produktion des Wagens samt Akku verbraucht Rohstoffe und Ressourcen. Zudem kommt die Elektrizität in Hamburg aus einem hippen Braunkohlekraftwerk.

Mytaxi bietet seit Dezember 2017 Match an. Dabei können sich Kunden, die zu ähnlichen Uhrzeiten in ähnliche Ecken der Stadt wollen, das Taxi und den Fahrpreis teilen. In der Praxis gab es dafür tagsüber keine Resonanz, so dass seit Mai 2018 diese Bestelloption erst ab 18Uhr verfügbar ist. Mit diesen Geschäftsmodell hätten die Bürger was für die Umwelt und ihren Geldbeutel tun können, funktioniert hat es nicht.

Mein Euro 4 Taxi würde bei einer Inzahlungnahme seitens Mercedes Benz direkt nach Osteuropa verkauft werden. Der Hohn ist dann das Argument, der Wagen ersetzt im dort einen Euro1 oder 2 Diese und macht die Luft so sauberer. Zudem sollten Gewerbetreibende wissen, das die Prämie beim Ankauf des Gebrauchtwagens als Einnahme in die Bücher geht und voll zu verteuern ist. In meinem Fall würden 6000€ über Listenpreis gezahlt, um im Folgejahr eine steuerliche Mehrbelastung von ca. 5000€ zu haben. Das ist keine Prämie, sondern in meinen Augen eine Michmädchenrechnung. Eine Prämie wäre es, wenn der Kaufpreis um einen Rabatt X gekürzt werden würde.

In den nächsten Jahren werden sicher eine Menge Leute auch ohne Gängelei aus Brüssel und der DUH ein anderes Fahrzeug anschaffen, mich selber eingeschlossen. Objektiv sehe ich als Gewerbetreibender keinen Anlass einen überteuerten und oft qualitativ fragwürdigen Neuwagen zu erwerben. Nach drei Jahren müssen die Erstbesitzer einen Wertverlust von 60% hinnehmen. Effektiver kann man seine sauer verdiente Kohle nicht verbrennen.

Schönes Wochenende
C.L.

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Diesel Prämie : Jetzt ein neues Taxi???

On Oktober 19, 2018, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Ich gestehe gerne, als ich gelesen habe, die deutschen Automobilhersteller wollen mit einer Prämie von bis zu 10.000€ alte Diesel gegen Neuwagen ersetzen, war ich interessiert.
Meine E-Klasse ist immerhin zehn Jahre alt und als Euro4 Taxi mit 375tkm auf dem Tacho vielleicht noch 4000€ wert. Auf der anderen Seite ist sie bezahlt, gut gewartet und wird sicher noch ein paar Jahre problemlos fahren.

Die Diesel Prämie kann und sollte man aus diversen Blickwinkeln betrachten:

Aus vollmundigen „bis zu 10.000€“ hat Daimler bereits 6000€ für den Kauf einer neuen E-Klasse gemacht. Trotzdem wäre es denkbar, dass ich mein Taxi für sehr gute 10.000€ in Zahlung geben könnte.
Eine neue E-Klasse mit Taxirabatt kostet 32530€ netto. Dafür gibt es eine 194PS starke Vierzylinder Limousine. Dummerweise sind weitere Sonderausstattung mit jeweils mindestens 1000€ Aufpreis erwerben, so das der Endpreis bei gut 40.000€ netto liegen würde.

Basispreis E200cdi 32530€
Business Paket 3100€
– LED Licht
– 66 Liter Tank
– SD Navigation
– Multimedia Display
– Park Paket
Sportstyle Paket 1050€
Spiegeltaxameter 990€
Schiebedach 1125€
Rücksitzlehnen klappbar 435€
Widescreen Cockpit 850€
Surround System 850€
Heckrollo 385€

Endpreis 39315€ netto!

So hätte ich also 30.000€ investiert, obwohl das aktuell gar nicht nötig ist und obwohl niemand sagen kann, wie sich das Geschäft in Zeiten von Moia, Uber und Co. entwickeln wird.
Man kann gegenrechnen, daß die monatliche Rate von ca. 500€ eine Ersparnis beim Verbrauch und bei der Einkommenssteuer bringt. Dafür düften Reifen, Bremsen und diverse Verschleißteile mal wieder eine Ecke teuer werden.

Untern Strich bleibt: Es kommt mich teurer einen Neuwagen zu fahren, als einen Gebrauchtwagen zu pflegen. Oder ich müsste jede Woche zehn Stunden mehr arbeiten und dazu bin ich in der Staustadt Hamburg, die Autofahrern ständig Knüppel zwischen die Beine wirft und Fahrradfahrer hofiert, nicht bereit.

Betriebswirtschaftlich müsste eine Stunde besetzt im Taxi 40€ Umsatz bringen und eine Kurztour wenigstens 12€, die Praxis sieht leider ganz anders aus.

Grüße C.L.

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Wie gewonnen, so zerronnen ;-(

On September 20, 2018, in Aktuell, Polemik, Tagschicht, by C.L.

Am Montag hatte ich eigentlich eine perfekte Schicht. Mit sechs Fahrten vom Flughafen kam ich auf 236€ Umsatz, u.a. war ich in Allermöhe und zweimal bei Airbus in Finkenwerder. Tourenschnitt 39,30€ – sehr gut.
Dazu kam dann noch die wöchentliche Kreditkartenüberweisung in Höhe von 119€, also insgesamt eine Einnahme von 355€.

Abends habe ich mich dann an den Rechner gesetzt und mein Online Banking angeworfen. Abgebucht wurden:
17,49€ für die Gewerbe GEZ (wie zahlen für die Wohnung und zusätzlich für das gewerblich genutzte Kfz.)
33,32€ für die Fahrten am Flughafen (die Bereitstellung eines Taxis am Flughafen ist tatsächlich gebührenpflichtig).
46,95€ Beitrag für die Berufsgenossenschaft – eine Pflichtversicherung.
279,03€ Krankenkassenbeitrag.

Einnahme : 355€
Ausgabe : 377€
Saldo : -22€

Dieses Beispiel zeigt perfekt, warum Taxifahren gefühlt viel zu teuer ist, in der Realität aber tatsächlich oftmals zu billig.

Gruß C.L.

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Mopo Artikel zum Thema Trinkgeld

Oben verlinkter Artikel klingt zwar zwischen den Zeilen ein bißchen weinerlich, trifft den Kern der Sache aber ganz gut.
Bis vor ungefähr fünf Jahren war es eine Selbstverständlichkeit einen Taxifahrer sein eher kleines Gehalt durch einen Obulus am Fahrtende aufzubessern. Üblich waren am Schichtende 10-12% vom Umsatz als Tip on top.

Heute ist die Spreizung einfach viel größer. Trinkgeld gekostet hat ganz sicher die letzte Tariferhöhung in 08/2017.
Zudem sparen sich insbesondere Kunden, die bargeldlos Taxi fahren, regelmäßig das Trinkgeld. Das betrifft Kreditkartenzahlungen und auch Mytaxi Payment Fahrten. Besonders nett ist das nicht, verurachen doch gerade diese Fahrten zusätzliche Kosten.
Nicht ganz klar ist mir, ob unsere vielen internationalen Fahrgäste die Geflogenheiten Deutschlands nicht kennen und daher eher selten tippen, oder ob sie schlicht und ergreifend Stacheldraht in der Tasche haben???

Völlig klar ist zumindest eines : Über 90% meiner Taxikunden (Geschäftsleute und Urlauber) gehören zu den Gutsituierten dieser Welt.

Grüße C.L.

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Diese Woche war das Taxifahren nach langer Zeit fast wieder ein Genuss. Seit Montag scheint sich der Straßenverkehr halbiert zu haben. Die Sommerferien nahen und ein Teil der Hamburger haben den wohlverdienten Urlaub angetreten.
Einzig auf der A7 das übliche Chaos, ansonsten fährt man entspannt und zügig mit – und ohne Kunden durch die Stadt. Da sind sogar ein paar fehlgeleitete Aggro – Radfahrer zu verschmerzen ;-)

Diese Eindrücke haben mich darüber nachdenken lassen, wieso unsere Politiker mit der Brechstange eine wachsende Stadt wollen? Noch mehr Großveranstaltungen, noch mehr Hotels, noch mehr Menschenmassen, die die Schanze, den Kiez und die Hafencity besichtigen.
Noch mehr Neubauten, die gemessen an einem Durchschnittsverdienst ehr viel zu teuer vermietet / verkauft werden. Noch längere Schlangen in den Supermarkten, noch längere Wartezeiten für einen Arzttermin, noch größere Schulklassen etc.pp.

Als Kind dieser Stadt finde ich 1,8 Mio. Einwohner sind dicke genug für die Fläche und Infrastruktur die Hamburg zu bieten hat. Wollen wir wirklich auf 2,2 bis 2,5 Mio. Einwohner wachsen? Ich denke die Lebensqualität wäre mit „nur“ 1,5 Mio. Hamburgern deutlich höher.

Es gab auf jeden Fall noch keine Woche in diesem Jahr, wo ich am Freitagabend so entspannt nach Hause gekommen bin. Und das zeigt eindeutig den Streßlevel, den ein tagfahrender Taxifahrer nomalerweise ausgesetzt ist. Wollen wir hoffen, dass die nächsten zwei Monate so bleiben.

Gruß C.L.

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Endlich einmal ein Lichtblick in Zeiten, wo man den Eindruck hat, nur noch für Andere zu arbeiten. Die Bundesregierung plant für 2019 die Höhe der Beitragszahlungen für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte nahezu zu halbieren.

Hier mehr Informationen

Seit Jahren bin ich der Ansicht, dass eine pauschale Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge allein nach sog. Bemessungsgrenzen ungerecht ist und Kleinegewerbetreibende über Gebühr belastet. Denn viele Solo Selbständige sind aufgrund von Kosten aller Art weit entfernt von einem Jahregewinn, der für 2018 bei pauschal 27405€ angesetzt ist. Bislang ist es so, dass wer weniger vierdient, trotzdem ca. 400€ Krankenkassenbeitrag pro Monat zu zahlen hat. Erst wenn man weniger als 75% von 27405€, also 20553€ erwirtschaftet, kann man über einen Härtefallantrag entlastet werden. In der Praxis weigern sich die Krankenkassen aber in der Regel, diese gesetzlichen Details zu benennen und umzusetzen. Sowohl meine AOK, als auch die TKK eines Kollegen, haben uns jahrelang erklärt, es wäre nicht möglich auf Antrag von den relativ hohen Beiträgen entlastet zu werden.

Dazu auch ein Beitrag in der Welt.

So kann man also ab 2019 hoffen, dass die Beiträge der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechend berechnet werden. Abschließend vermute ich im nächsten Schritt kommt dann die verpflichtende Beitragszahlung für Selbständige in eine Rentenversicherung. Vielleicht wird genau dafür durch die Entlastung bei den KV Beiträgen ein finanzieller Spielraum geschaffen.

Grüße C.L.

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Moin,
zur Einstimmung sei dieser Artikel aus der Hamburger Morgenpost empfohlen.

Anfang Mai habe ich erstmal ein paar Tage frei gemacht und das gute Wetter mit der Familie genossen. Durch die Artikel in der Tagespresse zum Wasserrohrbruch in der Kollaustraße schwante mir aber schon zeitig, daß das Taxifahren in diesen Tagen noch einmal mühseliger werden könnte. Und genau so ist es dann auch gekommen. Diese Stadt bekommt in Sachen Verkehrpolitik und Baustellenkoordination einfach gar nichts auf die Reihe.
Morgens brauche ich nun 45 Minuten, um meinen ersten Taxistand, den Hamburger Flughafen anzufahren. Und nach Feierabend kann es durchaus sein, dass ich eine knappe Stunde brauche, um zehn Kilometer nach Hause zu eiern. Als ich mir den Schaden am Rohr persönlich angesehen habe, haben vor Ort gerade mal fünf Leute gearbeitet. Vermutlich von 8-16Uhr an fünf Werktagen. Das geht gar nicht, als Bürger dieser Stadt und Steuerzahler sollte man erwarten, dass dort rund um die Uhr mit entsprechend Manpower geackert wird. Drei Wochen um ein Rohr zu pflicken und den Asphalt zu erneuern, das klingt einmal mehr nach einem Entwicklungsland in Osteuropa.

Grüße C.L.

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