Taxi Hamburg

Schon das gesamte Jahr 2014 kann ich mich nur wundern, was auf Hamburgs Straßen täglich abgeht. Das Wort Verkehrsfluss kann man wohl bald aus dem Duden streichen, mich begleiten Störungen im Straßenverkehr mittlerweile bei fast jeder Fahrt.

Morgens um 9 Uhr am Flughafen hofft man schon fast darauf, dass der Kunde nicht ins Zentrum will. Eppendorf ist mit seiner Tarpenbekstraße ganztägig überlastet, selbst um 13 Uhr ist dort kein zügiges Vorankommen möglich. Dasselbe auf der Sengelmannstraße. Bedingt durch die Baumaßnahmen auf der Fuhle ist auch hier immer Stau angesagt. Dazu z.B. der chronisch überlastete Ring 2 und die A7, wo mein Navi lustig zwischen gelben und roten Symbolen hin- und her wechselt. Nein das Autofahren in Hamburg macht keinen Spaß mehr. Früher hatte ich ein Motorrad und einen Hobby Mercedes – alles verkauft, ich bin froh wenn mein Taxi steht und ich mich nicht durch den Verkehr quälen muss.

Richtig ätzend finde ich aber auch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.
Das Halten und Parken in zweiter Reihe ist ein ständiges Ärgernis, ebenso das notorische Schleichen auf großen Hauptstraßen. Früher war es völlig normal im Stadtverkehr 60-70km/h zu fahren, heute schaffen es viele kaum noch auf 50km/h zu beschleunigen. Profis im Straßenverkehr treffen auf Kleinwagenbesitzer, die natürlich beim Fahren keine Emotionen entwickeln können, oder auf überforderte Car2Go Nutzer, die keine ausreichende Fahrpraxis besitzen. Wenn ich dann gleichzeitig von schweren, oder gar tödlichen Verkehrsunfällen lese, kann ich mich nur wundern. Rasen geht doch überhaupt nicht mehr. Wie hat es beispielsweise ein Ford Mustang Fahrer geschafft, an einem Freitag morgen in der City Nord seinen Wagen so über eine Verkehrsinsel rutschen zu lassen, das alle Achsen gebrochen sind ? Ich war zeitgleich im erhöhten Standgas unterwegs Richtung Alstercity.

Und dann natürlich die Radfahrer, die selbst auf den verkehrsreichsten Hauptstraßen auf der Fahrbahn fahren. Das Verhalten der Radfahrer ist regelmäßig grenzwertig. Da schlängelt man sich an roten Ampeln zwischen den Autos durch, fährt nebeneinander durch kleine Wohnstraßen, oder ohne Licht in einem Höllentempo auf der Kieler Straße oder Alsterkrugchaussee. Dabei ist es mir völlig egal, ob das Radfahren auf der Straße erlaubt ist. Es ist brandgefährlich und nervt Mitmenschen, die am Ende eines langen Arbeitstages vielleicht doch irgendwann mal zu Hause ankommen wollen.

In einer Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnern und einer guten Million Kraftfahrzeugen wäre erheblich mehr Rücksicht zwingend notwendig. Ja das schreibt tatsächlich ein Taxifahrer. Ich bin aber jemand, der seine Kunden in einer Parklücke oder einer Garagenausfahrt ein-, und aussteigen lässt und nicht minutenlang alles blockiert, so wie leider viele meiner Kollegen.

Auch eine Baustellenkoordination sollte endlich mal stattfinden. Natürlich erwarte ich, dass an neuralgischen Punkten rund um die Uhr gearbeitet wird, damit der Engpass auf der Straße schnellstmöglich behoben werden kann. An die Überdeckelung der A7 mag ich noch gar nicht denken. Spätestens dann wollte man sich einen Home Office Job suchen, oder besser gleich in Frührente gehen.

Es grüßt C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Post von der Taxibehörde

On Oktober 25, 2014, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Wieder einmal kann man sich als kleiner Taxenunternehmer nur aufregen, wie man in Hamburg gegängelt und drangsaliert wird. Mitte September bekam ich Post vom Rechtsamt der BWVI, weil ich mich unerlaubt mit meinem Taxi vor dem Messeeingang Süd bereitgestellt habe.
Wir hatten im September eine sehr gut besuchte internationale Messe in Hamburg, die SMM mit 50.000 Besuchern. Und natürlich haben sich den ganzen Tag auch vor diesem Eingang Süd Taxifahrer aufgehalten, um zügig eine Fahrt zu bekommen. Dort steht ein Taxischild mit dem Zusatz „Nur zum sofortigen Ein- und Aussteigen“, d.h. eigentlich ist dort kein offizieller Taxistand.
Für die Taxenbehörde war dieses Verhalten offenbar eine ungeheuerliche Ordnungswidrigkeit und musste mit Bußgeldern belegt werden. So habe ich eine Fahrt für 6,20€ zur Esplanade bekommen und darf nun 63,50€ an die Stadt Hamburg überweisen.

Mir drängt sich in diesem Fall der Verdacht auf es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wir versuchen in einem schwierigen finanziellen Umfeld den Kopf über Wasser zu halten und der Behörde fällt nichts Besseres ein, als uns in großen Stil abzuzetteln.

Es ist ja richtig, dass man dort nicht stehen darf, aber in der Relation hätte man dieses Verhalten durchaus dulden können und sich wichtigeren Problemen unserer Branche zuwenden sollen. Was ist denn mit den Kollegen, die ständig unerlaubt am Hauptbahnhof vor dem Aluturm kobern? Was ist mit Fahrern, die 7 Tage die Woche allein ein Taxi fahren und somit locker 70 Stunden arbeiten? Was ist mit den Mehrwagenbetrieben und dem Mindestlohn? Ich kenne keinen einzigen Fahrer, der Festlohn bekommt. Was ist mit Uber und ihrem Fahrdienst ohne Auflagen?

Diese Überweisung ist raus, ich gucke nach vorne. Was bleibt mir auch anderes übrig?

Viele Grüße C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Moin,
am 01. Oktober 2014 sollen wieder einmal die Taxifahrpreise in Hamburg erhöht werden. Dieses mal sogar um annähernd 8%, um ab 2015 einen Mindestlohn von 8,50€ brutto zahlen zu können.
Mal abgesehen davon, dass ich nicht so recht dem Zahlenwerk in der Begründung der Behörde glauben kann, brauchen wir eigentlich eine völlig andere Tarifstruktur.

Die Behörde macht folgenden Vorschlag:

Grundgebühr alt : 2,90 / neu 3,20
Kilometer 1-4 : alt 2,20 / neu 2,35
Kilometer 5-9 : alt 1,90 / neu 2,10
Ab Kilometer 10 : alt : 1,40 / neu 1,45

Begründet wird diese Tariferhöhung mit den Daten aus dem Panel der Fiskaltaxameter Teilnehmer. Aktuell erwirtschaftet ein Taxi im Durchschnitt einen Umsatz von 157€. Davon kann kein Mindestlohn gezahlt werden. Erwirtschaftet ein Taxi aber nach der Tariferhöhung einen Umsatz von durchschnittlich 169€ kann der Unternehmer davon den Mindestlohn bezahlen.
Lediglich die Taxen mit Fahrern und ohne Funk bräuchten eigentlich eine deutlich üppigere Tariferhöhung von 18%, was allerdings keine weitere Berücksichtigung findet, da diese Gruppe eine Minderheit an Touren ausführt.

In Gesprächen mit vielen Kollegen, die Fahrer beschäftigen, oder früher einmal beschäftigt haben, klang an, dass man einen Umsatz von 26,50€ braucht, wenn man einen Fahrer zum Mindestlohn und steuerehrlich beschäftigen will. Immerhin tut sich hier eine eklatante Differenz von fast 10€ Stundenumsatz auf, für die ich keine Erklärung habe.

Dazu folgende Überschlagsrechnung :
Zwei Fahrer teilen sich eine Taxi und erwirtschaften pro Stunde einen Umsatz von 18,80€. (Das dürfte der Mehrheit im Gewerbe auch nach der Tarifumstellung schwerfallen)
Sie dürfen 48 Stunden pro Woche arbeiten. Also beträgt der Umsatz 7219€,
3264€ beträgt ihr Lohn. 384€ pro Fahrer die Lohnnebenkosten. Sind also bereits 4032€ weg.
Bleiben 3187€ für das Fahrzeug mit seinen fixen und variablen Kosten.
Aus einer Kostentabelle von 2007 habe ich übernommen, dass die Fahrzeugkosten bei 2500€ im Monat liegen. Bleiben knapp 700€ übrig. Davon muss der Unternehmer seine Krankenkasse bezahlen, seine Altersvorsorge, ggf. ein Büro für die Abrechnungen und seine Steuern. Und zuletzt die Lohnfortzahlung bei Krankheit und Urlaub. Das funktioniert offenbar erst ab fünf Taxen so einigermaßen und ist angesichts des Kapitaleinsatzes, des Risikos und der Relation Umsatz zu Gewinn grober Unfug. Oder ???

Zurück zum Tarif :
Seit Jahren halten vor allem zwei Faktoren die Einnahmen klein. Zum einen die Karenzminute, wo rein die Kilometer bezahlt werden, der Faktor Zeit aber keine Berücksichtigung beim Fahrpreis findet. Es kann nicht sein, dass eine Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt 24€ kostet, egal ob sie 25 oder 55 Minuten dauert. Besonders im Jahr 2014 haben die unzähligen Baumaßnahmen auf Hamburgs Straßen für Stau gesorgt. Das dann die Uhr nicht weiterläuft ist ungerecht, demotivierend und kostet richtig Einnahme.

Der zweite Faktor ist die ungeliebte Kurztour. Was nützt es, wenn eine 5€ Fahrt zukünftig 5,40€ kostet? Aufgrund der konstant zu langen Wartezeiten zwischen den Fahrten bleibt auch nach dieser Erhöhung nichts übrig. Im Schnitt fährt ein Taxi immer noch gerade mal eine Tour pro Stunde und hat eine Auslastung von 25% der Schichtzeit.

Im Übrigen sind sämtliche Tariferhöhungen der letzten Jahre verpufft. Seit 2005 ist mein Umsatz konstant und 2014 bislang sogar rückläufig.
Meiner Ansicht nach muss die 25€ Flughafenfahrt nicht noch 8% teurer werden, die vielen Kurztouren innerhalb des Ring 1 sollten dagegen ruhig um 30% angehoben werden. Eine Taxi zu benutzen sollte unter 10€ Fahrpreis schlicht nicht mehr möglich sein.

Bei der bezahlten Wartezeit müssen es ja nicht gleich 30€ pro Stunde sein, so wie im jetzigen Tarif (allerdings nur in der Theorie) verankert, sondern 20€ pro Stunde. Dazu 10€ Grundpreis (jaja der Psychologie wegen 9,90€) inklusive drei Kilometer Fahrstrecke.

Beides könnte zusammen mit einer weiteren Reduzierung der Konzessionen in Hamburg dafür sorgen, dass sich Umsatz und Gewinn in eine vernünftige Richtung entwickeln. Und das die Fahrpreise von Kunden und Kollegen als gerecht empfunden werden.

Gruß C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Nach den Querelen um Wundercar geht es offenbar direkt weiter mit einem neuen Konkurrenten im Kreis der Personenbeförderer. Uber gibt es nach Berlin seit Mittwoch auch in Hamburg.
Ein Redakteur der Hamburger Morgenpost hat mit Uber eine Fahrt absolviert und lobt diesen neuen Service ausdrücklich. Herr Horstmann hat offenbar von den Gesetzen rund um die Personenbeförderung keine Ahnung und propagiert in einer großen Tageszeitung eine Dienstleistung, die sich rechtlich mindestens in einer Grauzone befindet.

Ich kann die Euphorie natürlich nicht teilen, mir stellen sich im Zusammenhang mit Uber allerdings jede Menge fragen.

Als Taxenunternehmer in Hamburg muss ich etliche Voraussetzungen erfüllen, um überhaupt Personen befördern zu dürfen. Ich habe eine Ortskundeprüfung gemacht und muss alle fünf Jahre zum Gesundheitscheck. Ich habe bei der Handelskammer eine Prüfung zum Taxi- und Mietwagenunternehmer abgelegt, sowie eine Konzession bei der Stadt Hamburg beantragt. Ich muss regelmäßig Steuern bezahlen, jedes Jahr mein Taxameter eichen lassen und jedes Jahr mit meiner Taxi zum Tüv. Meine Taxi Kfz. Versicherung kostet zwei- bis dreimal soviel, wie eine x beliebige Pkw Versicherung. Ich habe sogar freiwillig ein Fiskaltaxameter einbauen lassen, um Einnahmen und gefahrene Kilometer jederzeit belegen zu können. Ich will genau wie viele andere Kollegen, dass das Taxigewerbe sein Schmuddel Image endgültig ablegt und Taxifahren als Beruf wie jeder andere anerkannt wird.

Und dann kommt eine Firma Namens Uber, ausgestattet mit mächtig Risikokapital von Google und Goldmann & Sachs, und meint irgendwelche Typen mit Pkw und Führerschein können dasselbe, was ein reguliertes Taxigewerbe leistet. Wenn ich den Mopo Artikel lese krieg ich natürlich einen dicken Hals. Haben die Uber Fahrer einen Personenbeförderungsschein? Haben sie einen Gewerbeschein? Führen sie von jeder Fahrt 19% Mehrwertsteuer ab? Machen sie eine Einkommenssteuererklärung? Oder meinen sie gar, die Einnahme wäre ein Taschengeld und wird am Fiskus vorbei einfach brutto für netto eingesteckt?

Mindestens genauso schlimm ist es aber, wenn sich Uber unverfrorene 26% Vermittlungsgebühr einatmet (Mytaxi weis ja was passiert, wenn man zu gierig wird) und die Fahrer meinen sie könnten dennoch Geld verdienen. Allein das Beispiel mit einem Fahrpreis von 24€ zeigt doch, was in etwa übrigbleibt. 6,24€ Provision für die Vermittlung, 4,56€ abzuführende Mehrwertsteuer, 4,80€ für 14 Kilometer Fahrstrecke und 2km (geschätzt) Anfahrt. Und ob ein C250cdi mit 0,30 € pro Kilometer zu bewegen ist darf bezweifelt werden. Mit Wertverlust kostet der Kilometer erheblich mehr. Aber auch so sind von 24€ Einnahme bereits 16€ futsch. Bleiben 8€ bei der großen Unbekannten wie lange auf einen Auftrag gewartet werden muss. Leute, das lohnt sich doch gar nicht.

Zuletzt rate ich Felix Horstmann sich zukünftig an den Artikeln im Taxi Magazin zu orientieren. Da wird erst vernünftig recherchiert und dann geschrieben. Und das machen Laien in ihrer Freizeit. Man könnte fast meinen du, lieber Felix, gehörst du Genration Praktikum.
Es grüßt C.L.

Nachtrag vom 28.06.2014 :
Behörde will Uber in Hamburg verbieten.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Kurz und bündig :

Hauptrolle W123 ?

…und nun schnell aufs Sofa und game of thrones gucken.

LG C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Seit 2005 bin ich mit meiner Taxi selbständig in Hamburg, seit 2007 akzeptiere ich Kreditkarten zur Bezahlung der Fahrten. Ich tat mich damals schwer mit dieser Entscheidung, weniger wegen des Disagios, sondern weil die handliche mobile Hardware relativ teuer war. Ein Gerät im mittleren Preissegment (Wellcash 2000 /heute ICP ) mit einer Clearing Station für zu Hause kostete als Mietkauf immerhin 750€. Online Kartenleser mit integrierter Simkarte kosten auch heute noch um die 1000€, was in keiner Relation zu dem geringen Anteil an bargeldlosen Fahrten im Taxi steht.

Im Dezember 2012 bin ich am Flughafen Hamburg eingesprochen worden, ob ich einen Kartenleser von Sumup haben möchte, der auf das Smartphone aufgesetzt wird und den Chip der Karte einliest. Die Bezahlung wird dann mit einer App eingeleitet. Eine geniale Idee, aber mit Schwächen im Detail. Leider hat es Sumup bis heute nicht geschafft American Express zu integrieren, daher habe ich nach wie vor den ICP Kartenleser im Einsatz. Auch das Prozedere zur Verarbeitung einer Visa Karte (Kunde übernimmt die Zahlungsaufforderung durch einen Link auf seinem eigenen Smartphone) ist umständlich und stößt bei den Zahlenden auf wenig Gegenliebe.

Seit einigen Wochen arbeite ich nun mit einem Chip & Pin Leser der Firma Izettle, der ebenfalls mit einer App für das IPhone bedient wird und alle! Karten verarbeiten kann. Oben zieht man Karten mit Magnetstreifen durch, unten steckt man Karten mit Chip ein. Der Kunde bestätigt die Zahlung mittels PIN, oder Unterschrift auf dem Display des Smartphones. Die Konditionen sind mit 0,95% für EC Karten und 2,75% für Kreditkarten in Ordnung, allenfalls der Preis des Pin pads ist mit 79€ nicht ganz günstig.

In der Handhabung sind Sumup und Izettle selbsterklärend, die Unterschiede sind marginal. Die Zahlungen kommen ausnahmslos und zügig, allerdings wäre es mir lieber, wenn erst überwiesen wird, wenn ein bestimmter Umsatz (z.B. 100€) erreicht wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Lademöglichkeit des Pin pads. Mit dem mitgelieferten Kabel kann der Pin pad zwar am PC geladen werden, nicht aber im Taxi direkt, was durch den Kauf eines USB Steckers für den Zigarettenanzünder zu lösen ist. Auch scheint der Akku im Pin pad relativ schwach ausgelegt zu sein, nach sieben Zahlungen war es mit dem Standby Modus vorbei und eine direkte Verbindung musste die Stromversorgung sicherstellen. Vielleicht hat sich das Gerät aber auch ständig eingeschaltet, weil es in der Mittelkonsole mit fährt. Da wäre eine Tastensperre eine Überlegung wert.

Insgesamt ist die Izettle Lösung durch die Akzeptanz aller gängigen Karten eine gute und preiswerte Möglichkeit bargeldlose Zahlungen mobil anzubieten. Bei mir wird Izettle zukünftig Sumup und ICP ersetzen.

MfG C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

Tagged with:  

Jetzt auch mit Fiskaltaxameter unterwegs

On März 29, 2014, in Tagschicht, by C.L.

Das Fiskaltaxater wird 2017 in allen deutschen Taxen Pflicht. Die Signatureinheit verschlüsselt Daten wie Kilometer und Fahrpreis manipulationssicher und eine Übertragungseinheit schickt die Daten auf einen externen Server, wo sie zehn Jahre aufbewahrt werden. Hamburg fördert den freiwilligen Einbau der Technik als einzige deutsche Stadt mit 1500€ im Jahr 2013 und 1000€ im Jahr 2014.

Die Stadt Hamburg hat mir folglich auf Antrag beide Blackboxen samt Einbau mit 1050€ netto gefördert. Das Spiegeltaxameter in meinem neuen Taxi war bereits vom Vorbesitzer auf eine fiskaltaugliche Version umgerüstet worden.

Zudem werden auch die 75€ für die Tim Karte der Bundesdruckerei erstattet. Ich musste lediglich die MwSt. in Höhe von 200€ übernehmen und zahle zukünftig 9,90€ für die Datenübertragung an Hale. Zu Tesymex als Dienstleister wollte ich natürlich nicht. Es ist schon ein starkes Stück dass Linné & Krause seit Jahren Taxigutachten für die Stadt Hamburg erstellt, wo überlange Schichten, miese Auslastung und kleine Einnahmen dokumentiert sind, und dann eine geförderte Fiskallösung als Allheilmittel verkauft. Tesymex ist nämlich eine Tochterfirma von Linné & Krause.

Mir fehlt bis heute der Hinweis, dass nur ein Abbau von mehreren hundert Konzessionen die Funktionsfähigkeit des Hamburger Taxengewerbes wieder herstellen kann.

So wurde auch in dieser Sache wieder eindrucksvoll gezeigt, wie man am Taxi verdienen kann. Das hat auch die Werkstatt bewiesen, die die Boxen reingeworfen hat. Eine Einbaupauschale von 250€ ist ein ganz harter Kurs, wenn ich mir ansehe, wie lieblos die Boxen lose hinter dem Handschuhfach rumliegen.

Mit meinem Fiskaltaxameter kann ich zukünftig jederzeit beweisen, wie groß die Lücke zwischen notwendigen Umsatz und den realen Einnahmen ist. Wir haben mit Kollegen mehrfach gerechnet, was ein alleinfahrender Unternehmer im Jahr 2014 umsetzen müsste, damit man von einem anständigen Geschäft sprechen kann.

Man braucht 5300€ Umsatz im Monat, um anständig zu wirtschaften. 2000€ gehen für Fahrzeugkosten weg, 1000€ für Krankenkasse und Rentenversicherung. Dann ist es sicher nicht Zuviel verlangt, wenn man 2000€ netto verdienen möchte und natürlich sind von diesem Umsatz auch 300€ Einkommenssteuer abzuführen. Bei 200 Arbeitsstunden, wäre das ein Stundenumsatz von 26,50€ inkl. Tip.

Die Zahlen für Hamburg kann sich jeder im aktuellsten L&K Zwischenbericht ansehen.

C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Meine neue Droschke : W211 mopf

On März 26, 2014, in Aktuell, by C.L.

Endlich hat es nun doch geklappt. Ich habe meinen W124 verkauft und arbeite seit ein paar Tagen in einem schicken W211. Den Wagen habe ich gebraucht, aber sehr gut gepflegt, von einem befreundeten Kollegen gekauft.

Exkurs : Mercedes Benz Sondermodell „Das Taxi“

Schon sehr lange produziert Mercedes Benz spezielle Fahrzeuge für das Taxigewerbe. Viele Details sind dabei auf unsere Bedürfnisse abgestimmt und die Serienausstattung um einige Optionen erweitert. Dazu gibt es diese Fahrzeuge zum relativ moderaten Festpreis, ca. 15-20% unter Listenpreis.

Serienausstattung „Das Taxi“ :
- Verstärkte Sitze in Kunstleder (Artico) schwarz
- Integrierte Kindersitze im Fond
- Anschluss für Taxi Dachzeichen
- Funkantenne
- Automatik 5 Gang
- Klimaanlage
- Lackierung hellelfenbein
- Sitzheizung Vordersitze
- Lichtmaschine verstärkt
- Taxi Notfallalarmanlage
- Taxi Verstärkungspaket (anderes Diff./andere Bremsscheiben hinten/modifizierte Automatik etc.)
- Vorverkabelung für Funkgerät

Dazu hat mein Wagen ein paar nette Extras an Bord :
- Parameterlenkung
- Spiegeltaxameter
- Parktronic
- Spiegeltaxameter
- Durchlademöglichkeit
- Commad APS Navigation
- Euro 4 ohne Partikelfilter
- Schiebedach

Ich musste nur noch wenig tun, um daraus einen tollen Arbeitsplatz zu machen :
- Einbau Recaro Ergomend ES
- Montage aktiver Halter für Smartphone (Mytaxi zieht so viel Akku)
- Die gammeligen Radbolzen gegen Febi Bolzen (Nr. 23933) mit Chromkappe tauschen.
- Einbau Fiskaltaxameter (Blog dazu folgt)

Zukünftig werde ich berichten, wie sich der Wagen im harten Taxialltag in Hamburg bewährt. Und auch technische Hinweise geben, worauf beim W211 besonders zu achten ist.

MfG C.L.

042IMG_1165

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Das war ja wieder herrlich heute

On März 17, 2014, in About, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Eigentlich habe ich ja das Ferienende in Hamburg herbeigesehnt, da die letzten beiden Wochen absolut unterirdisch waren, was die Taxigeschäfte anging. Aber schon nach meiner ersten Fahrt heute Vormittag hätte ich am liebsten gleich wieder Feierabend gemacht.
Die Kunden wollten vom Flughafen in die Emil Andresen Straße. Eigentlich fährt man da ja ganz entspannt durch die Papenreye und die Niendorfer Straße. Leider ist die Niendorfer Straße bis Ende April voll gesperrt, daher mussten wir uns erst einmal Richtung Nedderfeld orientieren. Also rauf auf die Alsterkrugchaussee und sofort im Stau gehangen. Im Schneckentempo ging es Richtung Eppendorf, danach weiter im Stau durch den Nedderfeld, der momentan Einbahnstraße Richtung Tapenbekstraße ist. Anschließend durch die Offakamp gequält und im Stau auf der Osterfeldstraße gehangen. Damit die Fahrt überhaupt noch mal ein Ende hatte dann durch die Corveystraße gefahren und anschließend weiter Richtung Grandweg. 45 Minuten besetzt ergaben 19,60€, zähle ich die knappe Stunde Wartezeit am Flieger dazu mal wieder ein Nullsummenspiel.
In der Stadt dann die üblichen 6,50€ Fahrten zur Internorga, natürlich auch im Stau, weil die Straßen rund um die Messe an diesen Tagen chronisch überlastet sind. Warum ist die Messe nicht in Kaltenkirchen und auf dem Messegelände stehen Wohnungen für Familien? Ich hab dann doch zeitig Feierabend gemacht und hatte wenig Lust auf Mytaxi Besteller rund um die Messe. Sollen sich doch andere Kutscher für Kleingeld durch den Stau quälen.

Hamburg und seine Verkehrspolitik(er) sind seit dem Sommer 2013 ein ständiges Ärgernis.

C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace

 

Zur Einstimmung sei folgender Artikel empfohlen, der, wie unschwer zu erkennen, von mir verfasst worden ist.

Nachfolgend wollen wir uns mal anschauen wie das Beitragssystem der gesetzlichen Krankenkassen überhaupt aufgebaut ist. Dabei sollte man auch zur Kenntnis nehmen, das die Krankenkassen ihre Eckdaten vom Gesetzgeber, also der Bundesregierung, erhalten.

Zuerst einmal gibt es eine Bemessungsgrenze, diese lag 2013 bei 3937,50€ Brutto und stieg im Jahr 2014 auf 4050€ Brutto. Der Gesetzgeber geht also pauschal davon aus, das gesetzlich- und freiwillig gesetzlich Versicherte jedes Jahr mehr verdienen. Der Höchstbeitrag liegt für 2014 bei 686,48€ inkl. Pflegeversicherung. Verdient jemand deutlich mehr als o.g. 4050€ Brutto spielt das keine Rolle. Die Besserverdienenden bekommen also vom Gesetzgeber etwas geschenkt.

Dann gibt es Einkommen zwischen der Bemessungsgrenze und der Mindestbemessungsgrenze. Diese Einkommen bewegen sich zwischen 2073,75€ und 4050€ Brutto monatlich. In dieser Spanne liegen fast alle gesetzlich Versicherten und somit sind 351,50€ als Mindestbeitrag vorgesehen. Die 351,50€ setzen sich zusammen aus 14,9% Krankenkassenbeitrag und 2,05% Pflegeversicherung von 2073,75€. Auch hier wird keine Rücksicht darauf genommen, ob sich Lohne und Einkommen entwickelt haben, der ominöse Gesetzgeber unterstellt, wir würden eben alle jedes Jahr eine Lohnerhöhung bekommen. Dass im Taxigewerbe regelmäßige Tariferhöhungen nicht für mehr Einnahme sorgen, weil mit jeder Tariferhöhung ein paar Kunden Alternativen suchen und auch finden, interessiert niemanden.

Damit sind die Zahlenspiele rund um die Beiträge eigentlich erledigt, aber eben nur eigentlich. Es gibt ihn nämlich doch, einen Beitrag unterhalb der Mindestbemessungsgrenze, auch wenn die Krankenkassen dieser Sachverhalt gerne verneinen und unter den Teppich kehren wollen. Die sog. Beitragsentlastung ist eigentlich Existenzgründern vorbehalten und aber eben auch sog. Härtefällen. So hat sich wohl sogar bis zum Gesetzgeber herumgesprochen, dass es haufenweise Selbstständige gibt, die so wenig verdienen, dass sie sich auf Dauer einen Krankenkassenbeitrag von o.g. 351,50€ gar nicht leisten können. Beträgt also das Bruttoeinkommen weniger als 75% der Mindestbemessungsgrenze kann man einen Antrag stellen und dann muss die Krankenkasse die Beiträge auf der Grundlage des realen Niedriglohn Einkommens erstellen. Die Grenze für die Beitragsentlastung liegt 2014 folglich bei 1555,31€ monatlich, oder 18663,75€ im Jahr.

C.L.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to LinkedIn Post to MySpace