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Neuigkeiten ???

On Februar 3, 2012, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Ein paar Kollegen haben mich mittlerweile gefragt, warum ich schon länger hier nichts mehr geschrieben habe ? Die Frage ist berechtigt, wo doch das Gewerbe in Hamburg nicht zur Ruhe zu kommen scheint.

Zuletzt hatte ich einen Artikel für das Taxi-Magazin geschrieben, wo ich die Mühen und Kosten der Konzessionsverlängerung in Hamburg thematisiert habe. Es ist schon einigermaßen unverfroren, die Gebühren für diesen Verwaltungsakt um jährlich 20% zu erhöhen, und uns gleichzeitig mit Tariferhöhungen im Bereich 2-4% abzuspeisen.

Während viele Kollegen trotz eines exzessiven Stundeneinsatzes kaum einen akzeptablen Ertrag erwirtschaften, hat die Behörde 15 VW Phaeton Konzessionen genehmigt. Dabei ist es nicht wirklich schwer zu kalkulieren, dass sich solche Fahrzeuge, mit angestellten Fahrern besetzt, niemals rechnen können. Genauso bizarr die Intension eines 69 jährigen Taxiunternehmers in Hamburg, die Kunden mit einem Porsche Panamera befördern zu wollen. Liebhaberei ist ja ok, aber wirtschaftlich ist das nie im Leben.

Dazu die ewigen Diskussionen um Mytaxi. Die Zentralen sehen ihre Existenz durch diese Smartphone Applikation bedroht, ich selber könnte niemals allein mit einer handvoll Mytaxi Aufträge existieren. Popelige 10% meines Umsatzes erwirtschafte ich mit Mytaxi Touren, von Revolution keine Spur. Daher ist die ganze aufgeblähte Diskussion um ein paar Besteller, die von einer Telefonnummer auf die App. gewechselt haben, total überzogen und lächerlich.

Das neue Jahr ist gleich gestartet mit viel Ärger für die Mehrwagenunternehmer. So soll die gängige Praxis die Fahrer allein durch eine Umsatzbeteiligung zu entlohnen und exzessive Arbeitszeiten zu dulden (80 Stunden pro Woche), illegal sein. Auch dazu ein lesenswerter Artikel im Taxi Magazin.

Besonders die Diskussion um die zukünftige Fahrerentlohnung schlägt hohe Wellen. Bevor also eine neue S-Klasse bestellt wird, weil man meint, ohne MWU würden wieder goldene Zeiten anbrechen bitte ich eines zu bedenken : Jeder Vollzeit Taxifahrer, der in Hamburg seinen Job verliert kann sich mit minimalsten Aufwand selbständig machen. Der durch L&K angeschobene Umbau des Gewerbes in Richtung EWU wird somit fortgeführt, ohne das auch nur ein einziger Cent mehr erwirtschaftet wird.

Neuigkeiten im Gewerbe gibt es also reichlich, nur wirklich neues wird dabei wieder einmal nicht rauskommen.

Gruß an alle C.L.

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Ehemalige Hansafunk Vorstände verurteilt

On Dezember 23, 2011, in Aktuell, by C.L.

Vorgestern, am 20.12.2011 wurden drei ehemalige Vorstände von Hansa Funktaxi wegen schwerer Untreue zu Haftstrafen zwischen 14 und 30 Monaten verurteilt.

Seit einiger Zeit versucht ein Teil des Gewerbes sich vom Generalverdacht zu befreien, Umsätze zu verkürzen, Fahrer nicht korrekt anzumelden und insgesamt zu bescheißen, wo es nur geht. Man möchte raus aus der Schmuddelecke und als Gesprächspartner auf Augenhöhe von unserer Taxenbehörde, der Handelskammer und dem Finanzamt wahrgenommen werden.

Die Vorgänge bei Hansa Funktaxi bewirken natürlich das Gegenteil, alle Klischees des Taxengewerbes werden bestätigt. Da wird durch Scheinrechnungen Schwarzgeld generiert, was großzügig an Firmen und Hotels verteilt wird. Und das offenbar seit den 80`Jahren. Dabei wurde in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen die Hansa Taxifahrer als Saubermänner darzustellen und den Mitbewerb als Schmuddelkinder. Und nun dieses peinliche Eigentor.

Die 420 Genossen scheint das nicht weiter zu stören. Mehrheitlich ist man der Ansicht, es handele sich um ein Kavaliersdelikt. Wie sonst ist es zu erklären, dass beim Hansafunk heute dieselben Leute Ämter bekleiden, die von jeher Posten in der Zentrale besetzen ?
Auf den letzten Generalversammlung haben die Genossen mehrheitlich beschlossen die Machenschaften zivilrechtlich nicht weiter zu verfolgen. Es haben ja auch alle Unternehmer und Fahrer von diesem System finanzielle Vorteile gehabt. Hotels, Restaurants und Firmen rufen 211 211 an und der Mitbewerb steht sich die Reifen eckig. Dass die „Motivationshilfe“ natürlich aus den Funkbeiträgen und Nachzahlungen der Kollegen abgezweigt wurde, scheint bei schlichten Gemütern noch nicht vollumfänglich angekommen zu sein.
Schlichte Gemüter dürfen zudem einmal darüber nachdenken, ob es Sinn macht Kunden zu kaufen, diese aber zu bestimmten Uhrzeiten nicht bedienen zu können. Und mit dieser Begründung 200 zusätzliche Teilnehmer aufzunehmen, die bei normalen Geschäft die Umsätze nach unten drücken.
Wäre es da nicht besser die Kunden, die eh nur dreimal im Jahr ein Taxi benötigen, an den Mitbewerb abzugeben und sich ausschließlich um die Kundschaft zu kümmern, die regelmäßig Taxi fährt ?

Ich selber war immer dann verstimmt, wenn ich am Taxistand vor einem Hotel auf Kunden gewartet habe und erst einmal einige Hansawagen bestellt wurden, bevor der Empfang auch uns gnädigerweise eine Fahrt zukommen lies. Das betrifft das Queens Hotel im Mexicoring, das Holiday Inn an den Elbbrücken, das Sofitel am Alten Wall, das East in der Simon von Utrecht Straße und das Marriot in der ABC Straße. Wurden dort Mitarbeiter und Geschäftsführer bestochen, was meine Standzeit erhöhte und meine Einnahme schmälerte ? Ein Mitarbeiter des Sofitel bestätigte mir bei einer Fahrt, die Jahre zurückliegt, dass die Geschäftsleitung Fahrcoupons vom Hansafunk bekommen hat, um kostenlos fahren zu können.

Und da ich ja nun auch nicht erst seit gestern Taxi fahre habe ich auch nicht vergessen, dass die Herren Gieselmann und Kruse maßgebliche Initiatoren dafür waren, den Wartezeitanteil im Hamburger Taxentarif im Jahr 2000 abzuschaffen. Ein Detail, was den tagfahrenden Kollegen seit nunmehr 11 Jahren jeden Tag Umsatz kostet, weil die Uhr im Stau nicht weitertickt.

Gruß C.L.

Bericht in der Hamburger Morgenpost
Kommentar im Taxi Magazin

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Traumtaxi

On Dezember 18, 2011, in Aktuell, Polemik, by C.L.

Manchmal wünsche ich mir die Kunden mit einer richtig luxuriösen Limousine zu befördern. Fast alle Kollegen fahren Mercedes E-Klasse oder VW Touran von der Stange. Vierzylinder Dieselmotoren und ein paar Extras, das war es dann auch. Ein Bekannter hat vor einigen Jahren einen Limousinenservice eröffnet und wirklich schöne Fahrzeuge geleast. Und einer dieser Leasing Wagen wird jetzt im Januar 2011 abgegeben.

Es handelt sich um einen schwarzen Audi A8 mit einem Dreiliter Sechszylinder Triebwerk und Allradantrieb. 232 PS und 450Nm ab 1400u/min. fahren sich kraftvoll, kultiviert und völlig unaufgeregt. In vier Jahren wurde der Wagen gerade mal 60.000km Langstrecke gefahren und sieht aus wie aus dem Laden. Ausgestattet mit Leder creme, Wurzelholz matt, Soundsystem und Navigation, sowie Klimaanlage und Standheizung. Kosten soll das Fahrzeug gerade noch 30.000€ und hat damit schon über 50% Wertverlust eingefahren.

Eigentlich müsste ich den Wagen kaufen und damit die nächsten Jahre arbeiten. Mein Problem ist allerdings, dass ich rechnen kann und auch muss. Ich bin jetzt seit sieben Jahre Taxenunternehmer und habe zwar keine Verbindlichkeiten, leider aber auch keine Rücklagen. Wenn ein Geschäft am Monatsende mit +/-0 aufgeht, muss man über Investitionen nicht nachdenken. Meine Umsätze sind seit 2005 konstant, ich fahre ziemlich genau eine Tour pro Stunde, 35% meiner Fahren bringen unter 8€ Umsatz. So wird es irgendwann wohl wieder nur für eine gebrauchte E-Klasse reichen. Mit Vierzylinder Diesel und ein paar schnöden Extras.

Eigentlich schade für alle Beteiligten.
MfG C.L.

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Rammstein – 28.11.2011 O2 World Hamburg

On Dezember 4, 2011, in Aktuell, by C.L.

Seit ich im Dezember 1995 Rammstein im Hamburger Logo gesehen habe, bin ich ein großer Fan dieser Band. Rammstein hat sich in den 90`Jahren ihre Fangemeinde durch zahllose Live Auftritte in der gesamten Republik erspielt. Damals ahnte wohl noch keiner wie groß eine Band werden kann, die musikalisch auf brachiale Härte setzt und textlich die Abgründe der menschlichen Psyche verarbeitet. Rammstein gehören für mich zu den ganz wenigen Bands, die atmosphärisch extrem überzeugend Keyboard Effekte einsetzen, und die mittlerweile duzende qualitativ hochwertiger Songs geschrieben und produziert haben.

Wenn im Zusammenhang mit Rammstein von einer Skandalband gesprochen wird, dann haben die Medien Rammstein diesen Stempel aufgedrückt. Die Indizierung der letzten CD „Liebe ist für alle da“ wegen angeblich gewaltverherrlichender Texte (Ich tue dir weh) ist albern, wenn man kommerziell erfolgreiche Steifen wie Hostel und Saw kennt. Auch der Text des Songs Wiener Blut ist keinesfalls ausgedacht, sondern eine Beschreibung der Realität, nämlich der ungeheuerlichen Vorgänge in Amstetten im Frühjahr 2009.

Nachdem ich schon 2009 Rammstein in der O2 World im Hamburg erleben durfte, hatte ich auch 2011 wieder das Glück dabei sein zu dürfen. Eine Kaufkarte hatte ich nicht, dafür war die Nachfrage nach der Show viel zu groß. Da hilft es ungemein, wenn man sein kleines Netzwerk vor Ort hat.

Kurz und gut, was Rammstein ihren Fans am 28.11.2011 in der O2 World geboten haben, gehört definitiv zum Besten, was ich jemals live erleben durfte. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um Flammenwerfer, Pyrotechnik und eine großartige Lichtshow. Rammstein punkteten mit einem genialen wuchtigen Sound, ihrer Spielfreude und dem Umstand, das sich Hit an Hit reichte. 105 Minuten lang war Party im Innenraum und die Fans sangen jeden Song mit. Sonne, Mutter, Asche zu Asche, Du riechst so gut, Bück dich, Sehnsucht, Du hast, Engel, Feuer frei, Mein Herz brennt, Mein Teil, Haifisch, Pussy, Keine Lust, Ohne dich, Amerika, Mann gegen Mann, Benzin.

Allerdings fiel mir unangenehm auf, dass von der 11500 Zuschauern wohl lange nicht jeder Rammstein Fan ist. Was Eppendorfer Tussis und graumelierte Herren aus Niendstedten in Wellenstein Jacke dort wollten kann ich nur vermuten. Sicher fand an diesem Abend die eine oder andere Weihnachtsfeier statt oder der Auftritt wurde als Geschäfttreffen genutzt.

Naja, so wie ich mir meine Kunden nicht aussuchen kann, kann auch Rammstein sich ihre Fans nicht aussuchen. Die Kehrseite des kommerziellen Erfolges ?

Gruß C.L.

Neue Single “Mein Land”
Ich tue dir weh

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Unsere Fahrpreise sind echt ein Witz

On November 9, 2011, in Aktuell, by C.L.

In den letzten Wochen habe ich einige aufschlussreiche Gespräche mit der verehrten Kundschaft führen können und war regelmäßig erstaunt, welches Verhältnis ein nicht so kleiner Teil unserer Fahrgäste zum Geld hat.

Hier einige Beispiele :

Eine Plauderei mit einem älteren Geschäftsmann über seine private Autosammlung. Der Mercedes SLS Cabrio ist bestellt, zwei BMW Z8 erzielen gute Wertzuwächse, der E350 Cdi der Gattin steht eigentlich nur rum. Allein diese vier Fahrzeuge haben einen Wert von fast 500.000€.

Zwei Geschäftspartner unterhalten sich im Fond meiner Droschke über den angedachten Kauf eines Segelbootes. 800.000€ für eine 26 Meter Jacht sind ja noch im Rahmen, aber laufende Kosten von 200.000€ im Jahr für Liegeplatz und Besatzung, sind für ein Hobby dann doch einen Tick zu teuer.

Auf dem Weg vom Flughafen nach Winterhude ordert ein Kunde für 15000€ ein Catering. Besonders wichtig dabei, dass der Parkettboden mit Teppich abgedeckt wird, damit das Personal diesen nicht verkratzt.

Gestern erzählte mir ein Kunde von seinem Einfamilienhaus in Alsterdorf. 240qm Wohnfläche und Blick auf den Alsterlauf dürfen es schon sein.

Und heute schließlich fahre ich einen Kunden, der mit seiner Familie von Wien nach Hamburg umziehen möchte. Zwei Erwachsene und zwei Kinder suchen eine Wohnung in Eppendorf mit 200qm Wohnfläche für ca. 3000€ Miete pro Monat.

Eine Stammkundin fährt mit mir von der Firma in der Hafencity zum Kindergarten nach Eimsbüttel und danach zum Hauptbahnhof. Mit Wartezeit sind wir 50 Minuten unterwegs und das Taxameter zeigt als Fahrpreis 23,90€. Sie meint dieser Fahrpreis wäre ja lächerlich für fast eine Stunde Arbeit und gibt mir 40€, weil sie das für angemessen hält.

Ich bekomme einen Mytaxi Auftrag im Neuen Steinweg. Dort wohnt der Kunde in einer sündhaft teuren Neubau Eigentumswohnung. Wir fahren in die Domstraße, die Fahrt kostet 5,40€. Wäre dieser Kunde gelaufen, hätte er 6,7,8,9,10€ für die Tour bezahlen müssen ?

Dieser Beitrag hat überhaupt nichts mit Neid zu tun, ich bin unbedingt der Ansicht, dass sich Fleiß und Qualifikation durch Erfolg und Einkommen auszahlen müssen. Unser taxifahrenden Kundschaft geht es finanziell prächtig. Trotz Globalisierung und so mancher Krise wird heute in der Wirtschaft mehr denn je verdient.

Ein Grund, für seit 15 Jahren !!! stagnierende Umsätze und Gewinne im Taxengewerbe sind eben Tarife, die vor allem bei Kurzstrecken schon lange keinen adäquaten Gewinn mehr abwerfen. So ist unsere Dienstleistung systematisch ins Niedriglohnsegment abgedriftet.

Der Hansa Slogan “Die umweltfreundliche Alternative ohne Aufpreis” auf den hauseigenen Umwelttaxen ist symptomatisch für die völlige Unfähigkeit des Gewerbes selbstbewußt Fahrpreise einzufordern, die für eine gute und solide Dienstleistung angemessen sind.

Gruß an alle C.L.

PS :  Nachtrag vom 11.11.2011

Heute führt ein Kunde eine Gehaltsverhandlung mit einer Frau, die in seiner Firma anfangen soll. Am Handy sagt er : “Ich biete ihnen 90.000€ im Jahr plus mindestens 30.000€ Provision.” und weiter “…ja ich weiß, dass sie sich damit verschlechtern, aber…”

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Thema Ferntouren

On Oktober 24, 2011, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Ein Leser hat folgenden Kommentar hinterlassen, den ich gerne kommentieren würde :

Mir hat mal ein Taxifahrer erzählt, dass er gar nicht so gerne lange Touren fährt, z.b. von Kiel nach Hamburg oder Hamburg nach Hannover, dann hat er zwar 100,00 EUR kassiert, muss aber nicht 7 %, sondern 19 % Steuern bezahlen. Bleibt netto 84,03 EUR. Treibstoffe:
200 km, bei 6 Liter Verbrauch x 1,25 EUR x2= 15,00EUR. Bleibt netto 69,03 EUR. Davon muss er noch 100km später mit 19 % als Privatfahrt nachversteuern. In den 2,5 Stunden, die er da unterwegs ist fährt er lieber 6-7Touren zu 8,00 – 12,00 EUR, da hat er jedesmal die Einschaltgebühr plus 6Mal die Chance auf ein Trinkgeld.

Ich fahre in Hamburg tagsüber Taxi und stehe von morgens bis abends rum. Das liegt nicht nur daran, dass ich ohne Funk unterwegs bin, meine Kumpels vom Hansafunk kommen auch nur auf eine Auslastung von 40% der Schichtzeit. Für Hamburger Verhältnisse top, objektiv gesehen auch nicht doll.
Immer wenn mein Umsatz etwas üppiger ausfällt als in der Regel, habe ich lukrative Fahrten gehabt. So wie heute, wo ein Stammkunde zweimal für jeweils 50€ mit mir gefahren ist.

Ich würde im Jahr 2011 nicht mehr für 100€ nach Kiel fahren. Auf Uhr kostet so eine Fahrt ca. 135€, einen Rabatt von 15€ halte ich für ausreichend. Davon sind 19% Mwst. abzuführen, allerdings ist der Rückweg eine Leerfahrt und hat mit Privatfahrt überhaupt nichts zu tun. Deklariert ein Kollege diese Fahrt als Privatfahrt, will er vermutlich verschleiern, vorher eine Fahrt für 100€ ausgeführt zu haben. Ja ja unseren Ruf als Gauner haben wir uns hart erarbeitet. Vom Flieger brauche ich nach Kiel und Retour nicht mehr als 2 Stunden und hätte so eben 120€ brutto verdient.

Letzte Woche habe ich in 2,5 Stunden keine 6-7 Fahrten gemacht, in der Regel fährt die Tagschicht 1-1,5 Touren pro Stunde. Weil in Mitteldeutschland Ferien sind, habe ich letzte Woche öfter um die 2 Stunden gestanden, um dann einmal innerhalb der Innenstadt zum Hauptbahnhof zu rollern (4,70€) und einmal vom Flughafen zum besonders beliebten Fahrziel Eppendorf für 12,90€. Weil es erheblich an Auslastung mangelt, sind mir lange Touren also sehr recht. In einer Mischkalkulation mit Taxifahrten, die gerade einmal 5€ bringen, sind sie sogar lebensnotwendig.

Mit freundlichen Grüßen C.L.

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Eine Geschichte für petrolheads

On Oktober 20, 2011, in Tagschicht, by C.L.

Hallo,
nachdem das III.Quartal im Grunde genommen tot langweilig in der Droschke war, habe ich vor ein paar Tagen doch noch was echt abgefahrenes erlebt. Am Flughafen steigt ein junger Mann ganz bewusst in meinen älteren Daimler, er steht nicht so auf Neuwagen. Zu glatt, zu langweilig. Wir plaudern auf der längeren Fahrt Richtung Stade über alte Ford Coupes mit Vinyldach und Traumwagen wie einen Dodge Charger.
Es stellt sich heraus, dass wir beide Mad Max Fans sind. Ich habe Teil 1 und 2 bestimmt 50x gesehen und finde das Low Budget Endzeit Roadmovie bis heute Weltklasse.

Mein Kunde allerdings hat es nicht damit bewenden lassen, die Dialoge auswendig zu lernen,
(„Das ist Candelini. Und Candelini möchte seine Hand wieder haben.“) er hat sich eine Sammlung der Mad Max Fahrzeuge gekauft, ersteigert, gebaut und zusammen geschraubt. So besitzt er einen Polizei Interceptor auf Basis eines Ford Taunus, einen schwarzen Interceptor mit Fake Blower auf Basis eines australischen Ford Falcons, sowie eine Kawasaki Z1000 MFP Jim Goose Replica.

Das war sicherlich im Jahr 2011 bislang mein geilstes Taxi Erlebnis. Danke Hxxxx.

Gruß an alle Mad Max Fans
C.L.

PS : Mercedes Benz hat natürlich auch V8 Motoren in die neuen und alten E-Klassen verbauen lassen. Das wäre mein persönlicher Taxitraum. Einen Mercedes V8 für die Kundschaft. Souveräne Kraft und Laufkultur auf höchsten Niveau. Für solche Spinnereien müssen sich die Geschäfte in Hamburg aber noch ein ganzes Stück entwickeln. Leider sind 95% der Taxikunden keine Autofreaks und wollen für eine Taxifahrt grundsätzlich so wenig wie irgend möglich bezahlen.

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In der letzten Zeit habe ich gar nicht mehr geblogt, weil es einfach nichts erwähenswertes zu Berichten gab.

Nun allerdings bietet der ADAC Taxitest für das Jahr 2011 Anlaß Stellung zu beziehen. Das habe ich als Mitredakteuer des Taxi Magazins auch zeitnah erledigt. Es ist eine Schweinerei, dass das gesamte Gewerbe für Verfehlungen Einzelner an den Pranger gestellt wird.

Kommentar zum ADAC Taxitest 2011

Viele neue Erkenntnisse beim Lesen wünscht C.L.

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Webseite als Mehrwerttool ?

On August 14, 2011, in Aktuell, Nachtschicht, Tagschicht, by C.L.

In der heutigen Zeit hat eine anständige Firma selbstverständlich einen Internet Auftritt. Man möchte gefunden werden, man möchte mit zusätzlicher Kundschaft Geld verdienen. Eigentlich ein guter Ansatz, vor allem, weil man immer wieder hört, dass die Taxifahrer ortsunkundige, wortkarge Halunken sind.

In den letzten Monaten kommen hier über diese Seite immer mehr Mails rein, die lediglich lästig sind, und mit der eigentlichen Intension dieser Webseite überhaupt nichts zu tun haben.

Auf der einen Seite gibt es immer wieder besondere Kundenwünsche, die wir nicht erfüllen können. Beispielsweise die Anfrage nach einem Großraumtaxi. Hätten wir ein Fahrzeug mit sechs oder sieben Sitzplätzen, würden wir das sicherlich bewerben. Da wir lediglich Fahrzeuge mit vier Sitzplätzen haben, sind Anfragen zu Großraumtaxen extrem sinnleer.

Auch Anfragen bei größeren Veranstaltungen duzende von Kunden gleichzeitig befördern zu können, deckt sich nicht mit den von uns hinterlegten Inhalten der Seite. Drei Wagen in der Tagschicht, ein Wagen in der Nachtschicht. Kein Mehrwagenbetrieb, sondern vier befreundete Taxenunternehmer, die sich manchmal beim Fahren der Stammkundschaft unterstützen. Die Tatsache, dass am Wochenende nach Mitternacht eigentlich immer das Handy klingelt, weil Kunden nicht in der Lage sind, den entsprechenden nachtfahrenden Kollegen zu finden (Raimund!!!), ist ausgesprochen unangenehm. Ich überlege dann immer diese Leute am nächsten Morgen um 8.15 Uhr aus dem Bett zu klingeln :-)

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon angerufen wurde, weil Kunden in irgendeinem Taxi Handy, Geld oder Gepäck vergessen haben. Woher soll gerade ich nun wissen, mit welchen Kollegen der Kunde, nach einer durchzechten Nacht nach Hause gefahren ist ?

Dazu kommen haufenweise Anfragen, wo Dienstleister uns gegen Entgeld zusätzliche Fahrten versprechen. Tripfiller, Taxilo und Taxi2airport holen Preisauskünfte ein und unterstützen das Unterbieten der Fahrpreise in einem ohnehin ruinösen Wettbewerb. Bei Tripfiller soll man sich nach einer kostenlosen Testperiode für einen dreistelligen Betrag registrieren lassen, Taxi2airport hätte als Vermittlungsprovision gerne 15% des Fahrpreises. Wie bescheiden… Dazu möchte man uns gerne mit schöner Regelmäßigkeit Taxi Buchhaltungssoftware verkaufen und hat ganz tolle preiswerte Taxiversicherungen für uns. Manchmal ruft man uns auch an und möchte unseren Arbeitsplatz (die olle Droschke) ankaufen und exportieren. Letzte Woche wollte mir eine Dame über Telefon ein GPS System verkaufen, damit ich meinen Fuhrpark und meine Fahrer besser überwachen kann. Gute Idee bei einem Selbstfahrer ohne Personal. Dazu kam auch noch eine Email rein, damit ich die Seite gegen Gebühr beim Verkehrsmittelvergleich einpflege.

Wir warten darauf, dass uns mal wieder eine Sekretärin kontaktiert und darum bittet den Chef übermorgen am Flieger abzuholen und für 100€ Richtung Schleswig Holstein oder Niedersachsen zu fahren.

Gruß C.L.

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Seit dem Jahr 2005 untersucht die Firma Linne & Krause die wirtschaftliche Situation im Hamburger Taxengewerbe. Ich möchte hier skizzieren welche Hoffnungen das Taxengewerbe in dieses Gutachten gesetzt hat, was die Konsequenzen des Gutachtens waren, und wer von diesem Gutachten profitiert bzw. nicht profitiert hat.

Wir schreiben das Jahr 2005. Das Hamburger Taxengewerbe dümpelt ohne Zukunftsperspektive vor sich hin. Im Schnitt machen wir in jeder Schicht zu wenig Umsatz, weil die Standzeiten zwischen den Touren zu groß sind. Dazu kommt die Tatsache, dass ein erheblicher Anteil der Fahrten sogenannte Kurztouren sind, die mit Fahrpreisen zwischen 5 und 8€ vergütet werden. Im Grunde ist sich das Gewerbe einig : Im Jahresmittel gibt es nicht genug Geschäft, um 3500 Taxen in der Hansestadt ausreichend gewinnbringend zu betreiben.

Wie schlimm die Situation tatsächlich ist enthüllt das erste Gutachten vom Sommer 2006. Im Schnitt erwirtschaftet eine Taxi in Hamburg einen Stundenumsatz von 12,06€.

In den Jahren danach haben sich die Eckdaten des Gutachtens nicht wesentlich verbessert, obwohl die Behörde und auch Gewerbevertreter in der Öffentlichkeit ein gänzlich anderes Bild zeichnen. In einem Artikel des Hamburger Abendblattes vom 04.08.2011 war gar zu Lesen unser Gewinn hätte sich binnen fünf Jahren verdoppelt. Ohne Worte…

Aus den Gutachten lassen sich über die Jahre kaum abweichende Daten ziehen :

Umsatz Taxi ohne Funk : ca. 11,60€ netto

Umsatz Funktaxi : ca. 15€ netto

Auslastung Taxi ohne Funk : 22% der Schichtzeit

Auslastung Funktaxi : 29% der Schichtzeit

Ich bin damals wie heute der Ansicht, eine Taxi müsste einen Stundenumsatz zwischen 20 und 30€ im Jahresmittel erwirtschaften. Ob über den Tarif (Kurztour 10€), oder über die Auslastung (2500 Taxen sind genug), ist erst einmal egal. Passiert ist trotz der erschütternden Daten nichts, was dem ehrlichen Teil des Gewerbes geholfen hätte, Umsatz und Gewinn in einen akzeptablen Bereich zu bewegen.

Auf Grundlage des Datenmaterials wurde Betrieben mit unplausiblen Umsätzen und Gewinnen die Konzession nicht verlängert, Großbetriebe wurden verkleinert. Ehemalige Fahrer machten sich vermehrt selbständig. 2005 hatte Hamburg 3490 Taxen, 2011 haben wir 3530 Taxen. 2005 gab es in Hamburg 1900 Unternehmer, heute sind es 2230. Weil Hamburg nicht konzessionsbegrenzt ist, ist die Anzahl der Taxen und somit auch der Umsatz pro Stunde über die Jahre gleicht geblieben. Ich konnte wirklich nicht glauben, das im aktuellen L&K Gutachten steht : Geschäftsaufgaben 2010 = 486. Immerhin 15% des gesamten Hamburger Taxengewerbes hat 2010 die Segel gestrichen. Das hätten wir in unseren Umsätzen spüren müssen, wenn nicht im gleichen Zeitraum 506 neue Konzessionen ausgegeben worden wären.

Berücksichtigt man drei Tariferhöhungen zwischen 2005 und 2010, ist das Geschäft sogar leicht rückläufig, die Inflation ist dabei noch gar nicht betrachtet worden.
Erst nach und nach wurde mir klar, dass weder Linne & Krause, noch die Taxenbehörde ein Interesse daran haben, die objektiv unhaltbare Umsatz- und Gewinnsituation des Taxengewerbes zu verbessern. Linne & Krause haben sich ihr Gutachten natürlich fürstlich bezahlen lassen und planen zukünftig am Gewerbe selber zu verdienen. Die Taxenbehörde wollte steuerehrliche Taxenbetriebe, die zukünftig mehr Umsatz, Einkommens- und Gewerbesteuer abführen. Für 2012 ist in Planung einen erheblichen Teil des Hamburger Gewerbes mit einer Technik auszustatten, um reale Daten aus den Taxametern zu ziehen. Schummeln wäre dann passee, weil das Finanzamt bei begründeten Verdacht die Zahlen der Steuererklärung mit den Daten des Servers abgleicht. Leider sollen wir diesen automatisierten Vorgang mit 20-30€ monatlich bezahlen. Das kommt gar nicht in Frage.

Uns vom HH-Taxi Team hat das Gutachten gar nichts gebracht. Unsere Gewinne sind seit Jahren konstant, allein durch die Inflation verfügen wir über immer weniger Kaufkraft. So warten wir weiter am Stand auf Fahrten und hoffen, dass die Taxenbehörde, die ab Sommer 2011 zur Wirtschaftsbehörde gehört, ihren Unwillen vernünftige Rahmenbedingungen zu setzen, überdenken möge.

Gruß C.L.

Taxi Gutachten Abschlußbericht

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