Taxi Hamburg

Alle gegen Uber

On November 5, 2019, in Tagschicht, by C.L.

Aus 2017 aber trotzdem hochaktuell:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Uber-ist-Ausgeburt-des-fiesen-Kapitalismus-article20152217.html

Noch besser : UberX eigentlich per Gericht verboten:

UberX-Verbot: Viele Fragen – hier die Antworten

Grüße C.L.

 

Megastau und Klimpergeld.

On November 1, 2019, in Tagschicht, by C.L.

Diese Kurzwoche hatte wirklich alles zu bieten, was Taxifahrern auf den Keks geht.

Ab dem 28.10. sind in Baden-Württemberg und Bayern natürlich wieder Herbstferien und somit sind keine Geschäftsleute unterwegs. Stattdessen fahren wir Privatleute und Rentner mit erheblich kleineren Aufträgen. Dazu kommt, dass viele Hamburger ebenfalls die Kurzwoche um einen Brückentag ergänzen und offenbar vor allem mit ihren PKW mehr oder minder sinnvolle Fahrten unternehmen.

Montag stand ich den gesamten Tag im Stau, unser Taxitarif mit einem leicht erhöhten Fahrpreis zwischen 7 und 10Uhr, sowie 16 und 19Uhr, ist ein schlechter Scherz. Denn zwischen 10 und 16Uhr steht der Verkehr ebenfalls seit Monaten. Aktuell natürlich auch wegen der gleichzeitigen Sperrung von Borgweg und Sierichstraße. Diese Nicht-Koordination der Baustellen ist eine Schweinerei sondergleichen.

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 18km/h und 2,50€ pro Kilometer erlöst man selbst mit einer Topauslastung von 50% gerade mal 22,50€. Bei 40% 18€, bei 30% 13,50€. Da muss man sich einmal mehr fragen, was Moia, Uber und Free Now Ride in Hamburg eigentlich wollen? Geld können sie jedenfalls tagsüber auch nicht verdienen.

Natürlich sorgt Stau nicht nur für eine Belastung der Nerven, sondern verursacht zusätzliche Emissionen. Während mein Mercedes Diesel normalerweise die Werksangabe von 9,3 Liter/100km im Stadtverkehr einigermaßen einhält, schnellt der Verbrauch zügig in Richtung 11 Litern, sobald der Verkehr im Schneckentempo fließt. 15% mehr Co2 und NoX Ausstoß durch Stau, hausgemacht durch politisches Versagen im Bereich Hamburger Infrastruktur, das ist schon eine herausragende Leistung. Und dann wundern sich unsere Regierenden, wenn der Bürger zum rechten- bzw. linken Rand abdriftet, weil der die Schnauze gestrichen voll hat.   

Grüße C.L.

Tagged with:  

Sehr geehrter Don Dahlmann, wieviel hat Uber ihnen für diese hohle Phrasendrescherei bezahlt?

https://www.gruenderszene.de/automotive-mobility/laecherlichkeit-taxi-lobby-rueckkehrpflichtdrehmoment

Taxiunternehmer haben kein Monopol. Jeder, der die geringen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, kann sich in Deutschland mit einem Taxi selbständig machen. Ggf. ist in konzessionsbeschränkten Gemeinden eine Konzession zu kaufen. In Hamburg bekommt man für gerade mal 1000€  einen Personenbeförderungsschein, die Prüfung zum Taxi- und Mietwagenunternehmer bei der Handelskammer, und die Konzession selbst.

Mytaxi hat seit 2007 aus folgenden Gründen Erfolg:

  • Bezahlung pro Tour, nicht pauschal mehrere 100€ im Monat.
  • Simple Technik für wenige 100€, anstatt spezielle Datenfunktechnik, die pro Taxi früher schnell mal 3000€ kostete.
  • Werbung im Netz.
  • Wettbewerbsverzerrung durch unzählige Rabattaktionen.

Faierweise sollte hier auch erwähnt werden, daß Frennow (ex Mytaxi) seit 2010 65.000.000€ Verlust eingefahren hat.

Moia und Loki gibt es in Hamburg,  beide Unternehmen sind NICHT wirtschaftlich. Beide arbeiten nicht im Ansatz kostendeckend und werden Quersubventioniert. Letztlich zählt der Bürger mit seinen Steuern Mobilität zum Dumpingpreis. Denn die Moia Verluste trägt VW und die Loki Verluste der HVV.

Clever-Shuttle hat in Hamburg unlängst aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb eingestellt, kein Wunder wenn Fahrten für 4-8€ verschleudert werden, während ein Toyota Mirai 80.000€ kostet. Bei BMW denkt man lautstark darüber nach den Verlustbringer Drive Now zu verkaufen.

Ride Sharing funktioniert nur in der Theorie. Der Kunden will gerne sparen (Geiz ist geil), aber nicht teilen. Und vor allem will er nicht warten.

Und Uber brauchen wir in Deutschland schon mal gar nicht. Es gibt nämlich nichts, was Uber bietet, was nicht auch die Marke Taxi bieten würde. In Hamburg sind die Uber Fahrten zudem kaum günstiger als die verteufelt teuren Taxen. Per App bestellen und bezahlen kann bei Free Now, ehemals Mytaxi, schon seit vielen Jahren. Ebenso den Fahrer und sein Fahrzeug bewerten. Leider hat Free Now unlängst das partnerschaftliche Verhältnis mit dem Taxigewerbe nachhaltig beschädigt, weil man unüberlegt eine eigene Mietwagenflotte, ebenfalls fahrend zu Dumpingpreisen, aus dem Boden stampfen wollte. Richtig wäre gewesen die Öffentlichkeit und die Politik darüber zu informieren, dass Mobilität immer seinen Preis hat.  

Über Robotertaxi reden wir dann mal im Jahr 2045. Da bin selbst ich in Rente.

Lächerlich ist das gebetsmühlenartige Wiederholen von Unwahrheiten. Besser und billiger als Taxi geht Mobilität nicht. In der Realität verbleiben von einer 10€ Fuhre 3,50€ netto. Fairer Wettbewerb wäre, dass die Fahrpreise von Moia und Uber erheblich über den Taxitarifen angesiedelt sein müssten.

Zuletzt ist die Verkehrswende in Hamburg übelstes Rumgemurkse. Velorouten, wachsende Stadt, Baustellen, Bahn Ausfälle… hier herrschen katastrophale Zustände, wobei die Politiker im Rathaus bewusst Fahrrad- und Autofahrer gegeneinander ausspielen.  

Es grüßt sie C.L.

 

Clever Shuttle gibt in Hamburg auf

On Oktober 14, 2019, in Tagschicht, by C.L.

Die Meldung dürfte gleich heute Morgen hunderten von Taxikollegen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Clever Shuttle, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bundesbahn und Vorreiter für Preisdumping im Bereich der Personenbeförderung, stellt mit sofortiger Wirkung seinen Betrieb in Hamburg ein.

Es gilt als sicher, dass Kosten und Erlöse zu keinem Zeitpunkt des Gewerbebetriebs in einer vernünftigen Relation gestanden haben. Die Idee Fahrten zu bündeln und damit für den einzelnen Kunden Mobilität preiswerter anzubieten funktioniert eben nur in der Theorie. In der Praxis fahren die Kunden allein und es werden nicht einmal die laufenden Betriebskosten, geschweige denn Gewinne, erwirtschaftet.

Clever Shuttle hat einfach zu viele Details nicht beachtet :

  • Clever Shuttle hat seine Dienstleistung für 40-60% des Taxentarifes angeboten. Das ist Dumping.
  • Mit Fahrzeugen wie dem Toyota Mirai, der Brutto Liste stolze 80.000€ kostet. Das ist unwirtschaftlich.
  • Mit Fahrpersonal, das mit 12,50€ brutto gut bezahlt worden ist.
  • Als Mietwagenkonzessionär natürlich inkl. 19% Mws. auf den Fahrpreis im Gegensatz zu 7% beim Taxi als Teil des ÖPNV.
  • und zuletzt die Tatsache, dass das Geschäft nicht gleichmäßig über den Tag verteilt ist.

In der Folge wurde also reichlich fremdes Geld verbrannt und nun die Quittung dafür kassiert. Wir merken uns daher:

Mobilität kann legal niemals günstiger sein, als zum behördlich festgelegten Taxifahrpreis!!!

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/billigtaxi-bahn-tochter-clever-shuttle-kapituliert-vor-behoerden-und-vw/25113482.html

https://dieklage.de/

Grüße C.L.

 

https://www.mopo.de/hamburg/plaene-fuer-eine-autofreie-city-in-hamburg-standpunkt–die-innenstadt-gehoert-uns-allen–33054416

Ich muss dringend an die Mopo schreiben und einen Kollektivstandpunkt vertreten. Es kann nicht sein, daß in Hamburg nur noch Politik für Minderheiten gemacht wird.

Grüße C.L.

 

Update 08/2019

In den letzten Wochen war Geld verdienen doch ziemlich hart und deutlich mühsamer als in den Sommern 2018 und 2017. Ich habe den Eindruck die Touristenmassen, die sich die letzten zwei Jahre Hamburg und seine Elphi angucken wollten, sind rückläufig. Geschäftsreisende sieht man in diesen Wochen quasi überhaupt nicht mehr, hoffentlich sind alle lediglich im Urlaub und wir merken nicht bereits jetzt die in allen Printmedien propagierte Wirtschaftskrise.

Ich bin mir dafür sehr sicher wir merken all die neuen Mobilitätsdienstleister, die ohne Gewinnabsicht an unseren Kundenstamm knabbern dürfen. Zurzeit Clevershuttle, Moia, Uber und Freenow Ride.

Vor allem, dass die Behörde Uber konzessioniert hat, darf verwundern. Mich würde brennend interessieren, auf welcher Wirtschaftlichkeitsberechnung die Konzessionen erteilt worden sind? Bekannt über das Uber Modell in Hamburg sind lediglich garantierte Stundenumsätze zwischen 17 und 27€ bis Ende September. Danach sollen sich die Partner eigenständig finanzieren können. Wer‘s glaubt… Fakt ist, daß Uber in München und Berlin schon länger aktiv ist und den dortigen Taxen 20-40% Einnahme weggenommen hat.

In Sachen Moia hat das Hamburger Taxigewerbe ebenfalls einen herben Rückschlag hinnehmen müssen, dass OVG hat die Deckelung der Fahrzeuganzahl auf zweihundert kassiert und erlaubt fünfhundert Elektrocrafter. Die Moia Oberen schwadronieren in der Presse bereits von eintausend Fahrzeugen, damit der Individualverkehr nachhaltig entlastet werden kann. Dieses Projekt hat ganz sicher nichts damit zu tun, mit Personenbeförderung Geld zu verdienen. Vielmehr dürfte es um Kundendaten, Streckenalgorythmen, sowie Praxistests im Hinblick auf Elektromobilität und autonomes Fahren gehen. Auch von einer Integration in den HVV mit entsprechenden Subventionen der Stadt war bereits zu lesen.

Richtig wütend macht es uns, wenn die Presse lobend erwähnt Moia habe bereits siebenhundert Arbeitsplätze geschaffen und sogar Langzeitarbeitslose (mit Förderung des Arbeitsamtes) eingestellt. Ich sehe die Moias tagsüber zu 85% leer durch die Gegend gurken und wenn das Fahrzeug besetzt ist, dann mit einem einzigen Kunden. Somit ist es Fakt, dass das vermeidlich innovative Angebot dem Sharing- und Umweltgedanken in keinster Weise gerecht wird. Moia ist und bleibt ein politisches Prestigeprojekt in Hinblick auf ITS Messe 2021.

https://www.hamburg.de/bwvi/weltkongress-2021/

Dazu kommt, daß Freenow in Hamburg und Berlin anfängt seine Mietwagenflotte aufzubauen und die Kunden mit immer noch groteskeren Rabattaktionen in die Fahrzeuge locken möchte. Billiger als zum ohnehin bereits ruinösen Uber Fahrpreis und in Berlin seit gestern zum, wie passend für die Hauptstadt, zum „arm aber sexy“ Festpreis von 5€ pro Fahrt.

Und wir Taxifahrer?

Offenbar spielen geschätzte 7500 Menschen, die mit der Taxifahrerei ihren Lebensunterhalt verdienen, überhaupt keine Rolle. Ich darf vermelden, dass ich im dritten Quartal bislang einen Umsatzrückgang von 15% hatte und das diverse Kollegen davon ausgehen, dass 2020 in Hamburg eintausend von dreitausend Taxen aus wirtschaftlichen Gründen die Segel streichen.

Dieses ganze Szenario in Kombination mit einer katastrophalen Baustellenkoordination (Herr Westhagemann wollte das Thema zur Chefsache machen), macht wütend und frustriert zugleich.

Wir werden uns kurzfristig zusammen setzen und wohl wieder demonstrieren. Fridays for Taxi Future !!!

Grüße C.L.

 

Mytaxi : past, present & future

On Juni 4, 2019, in Tagschicht, by C.L.

Im April 2010 startete Mytaxi seine App basierende Taxivermittlung in Hamburg. Damals noch unter dem Namen Onetouchtaxi. Ich gehörte damals zu den ersten 100 Taxifahrern, die dieser neuartigen und vor allem preiswerten Vermittlung eine Chance geben wollten. Bis dato gab es nämlich in Hamburg ausschließlich Taxizentralen, die durch horrende Funkbeiträge, launischen Tourenoutput und rückständige Unternehmensstrukturen negativ auffielen. Damals war die größte Taxigruppe in Hamburg, ca. 1500 Taxen, ohne Funkanbindung unterwegs.

Von 2010 bis 2014 vermittelte Mytaxi Fahrten zum Festpreis von 79 Cent das Stück. Ende 2014 hat Daimler Mytaxi gekauft.

Von Anfang 2014 bis Mitte 2015 konnten Taxifahrer mittels eines Schiebereglers zwischen 3 und 15% vom Wert zu Tour bieten. Das freundliche Miteinander wurde in der Folge durch konkurrierende Taxler und Gier nach Umsatz geprägt.

 

 

Ab Sommer 2015 wurde eine feste Provision in Höhe von 7% des Fahrpreises festgelegt. 7% überstiegen die ursprünglichen 79 Cent fast immer, bei einer Flughafenfahrt für 30€ um satte 250%.

2016 fragte ich nach Türwerbung, was mir und meiner acht Jahre alten E-Klasse verweigert wurde. 2010 war man noch dankbar, dass man meinen damals siebzehn Jahre alten Benz (s.o.) bekleben durfte. Mir wurde mitgeteilt, dass die Generation Z, die gerne für Fußwege ein Taxi bestellt, mit Neuwagen für 6-8€ gefahren werden möchte.

Seitdem, also seit drei Jahren, habe ich die App nur noch sporadisch an und fahre dann und wann mal eine Tour. Mit den internen Algorithmen (Gold-, Silber- und Bornzestatus, Prio Status) konnte ich eh nie so recht was anfangen. Ich möchte keine 10 Punkte pro Fahrt, sondern eine anständige Tourenqualität, freundliche Kunden und eine transparente Vermittlung.  

Noch im November 2018 bewarb Mytaxi unsere Partnerschaft mit dem Slogan :

„Mytaxi vermittelt dir täglich mehr Touren – für deine finanzielle Sicherheit.“

Der blanke Hohn, wenn man weis, was seither passiert ist. Mytaxi ist zuerst einmal vorgeprescht und hat (aus Angst vor Moia?) einen völlig unausgegorenen Match Tarif eingeführt. Wohl mit der Behörde abgesprochen, aber nur mit wenigen ausgewählten Mytaxi Unternehmern. Neu an diesem Match Tarif sind nicht nur erheblich günstigere Fahrpreise ohne Taxameter, sondern auch die Tatsache, dass der Rabatt nun plötzlich nicht mehr vom Mutternkonzern Daimler ausgeglichen wird, sondern wir Kleingewerbetreibende noch weniger verdienen sollen.

Dazu ein kleiner Exkurs :

12/2017 : Mytaxi führt Match ein und bezuschusst das Geschäft mit 50% wenn kein Match Partner gefunden wird. Der Taxifahrer bekommt den vollen Fahrpreis, weil er an die Tarifpflicht gebunden ist.

05/2018 : Mytaxi bietet Match erst ab 18Uhr an und reduziert den Zuschuss auf 30% wenn kein Match Partner gefunden wird. Der Taxifahrer bekommt weiterhin den vollen Fahrpreis ausgezahlt.

04/2019 : Mytaxi bietet in Hamburg nach Absprache mit der Behörde Festpreise für Match Fahrten an. Match Fahrten ohne Partner werden bis zu 50% unter Taxitarif angeboten, die Verluste sollten die Kleingewerbetreibenden nun selber tragen. Argumentiert wird damit, dass bei erfolgreichen Match der Fahrpreis deutlich über Tarif liegt. Leider fährt der Kunde bei Match Bestellung, ähnlich wie bei Moia, zu 90% allein. Das heißt Match funktioniert nur in der Theorie, in der Praxis soll er unseren kargen Lohn weiter mindern.

Von den geschätzt 1500 Taxen, die mit der Mytaxi App. arbeiten sind höchstens die Hälfte für diese Option freigeschaltet. Der Rest ist unwillig und kann rechnen. So ist es kein Geheimnis, dass sich Kurztouren mit Fahrpreisen zwischen 6 und 10€ selbst nach dem gültigen Hamburger Taxitarif im Grunde nicht lohnen.

So sagte der Kollege Ivivca Krijan auf einer MT Infoveranstaltung im Mai 2019 in Hamburg völlig zurecht : Es ist nicht die Aufgabe von Mytaxi sich auf einen ruinösen Wettbewerb mit Uber und Moia einzulassen, sondern den Politikern zu erklären, dass Mobilität niemals legal günstiger sein kann, als aktuell zu behördlich festgelegten Taxitarifen.

Ich selber kam auch zu Wort und wies auf den Widerspruch hin, dass der Kunde einerseits mit einer neuen E-Klasse für 40.000€ netto befördert werden möchte, aber nicht bereit ist dafür 10€ zu bezahlen. 

Und ein weiterer Kollege schlug vor, dass sich Mytaxi bitte mit dem Begriff „Umsatzrendite“ beschäftigen soll und zwar möglichst bevor die Kollegen vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Selbstredend ist der Match Tarif ein Vorgeschmack auf die freenow Mietwagenflotte, die Daimler und BMW als Gegengewicht zu Uber in deutschen Großstädten etablieren wollen. Mytaxi wird zu freenow und die Mytaxi App. zu einer Multiservice Plattform. Taxen spielen bei diesem neuen Konzept eine untergeordnete Rolle. Zuerst möchte man den Bestellern einen Mietwagenservice zu günstigen und preiselastischen Fahrpreisen schmackhaft machen, um dann später irgendwann einmal als Mobilitäsdienstleister mit Robotertaxis Kasse zu machen. 

Besonders perfide die Behauptung man müsse auf Uber mit Mietwagen reagieren, da dieses Unternehmern ansonsten alle Fahrgäste in deutschen Großstädten bedienen würde. Man müsse dem preissensiblen Kunden neue Mobilitätsangebote nach Maß schneidern.

Ich kann das rechnen wie ich will, es kommt kein Gewinn bei diesem Geschäftsmodell raus. Der Taxi fährt zum ermäßigten Mehrwertsteuerssatz von 7%, ein konzessionierter Mietwagen muss 19% abführen. Eine Mytaxi Tour kostet 7% Provision, für Mietwagen wird wohl mit 15% kalkuliert. Zudem soll die Fahrt maximal 70% einer Taxifahrt kosten.

An einer 15€ Taxifahrt verdiene ich 4,50€ netto. Eine Mietwagenfahrt soll demnach 10,50€ kosten, davon verbleiben 30% als Umsatzrendite = 3,15€. Abzüglich o.g. 11% mehr Mwst. und 8% mehr Provision auf 10,50€ = 2€ zusätzliche Kosten = 1,15€ Gewinn für den (Sub)unternehmer. 

Als Match Tour ergibt sich folgende Rechnung : Die Fahrt wird zum Festpreis angeboten. 50% vom Taxameterpreis = 7,50€ Umsatz = 2,25€ Gewinn. 70% vom Taxameterpreis = 10,50€ Umsatz = 3,15€ Gewinn.

Fairerweise sei gesagt, daß Mytaxi am Anfang diese Fahrten mit 5€ extra sponsort. So werden also aktuell aus 7,50€ Umsatz 12,50€ = 3,75€ Gewinn bzw. 10,50€ Umsatz = 15,50€ Umsatz = 4,65€ Gewinn.

Für mich stellt es sich so da : Wir waren willige Idioten, die Mytaxi geholfen haben eine Riesenmasse an Daten zu sammeln. Kundenadressen, Fahrgewohnheiten, Kreditkartendaten. Nun ist eine kritische Masse erreicht und man braucht Taxi nicht mehr. Mietwagen können zu eigenen Konditionen fahren, haben flexible Tarife und sind, weil sie ausschließlich Bestellungen fahren dürfen, 100% abhängig von der App. Die Flexibilität eines Taxis, das auch am Stand auf Kunden warten darf, gibt es nicht. In vielen Jahren dann übernehmen die Robotertaxis das Geschäft. Zum Wohle eines Großkonzern und für die Dividende der Aktionäre.

Als Konsequenz dieser wenig erfreulichen Vorgänge hat sich ein neuer deutscher Taxiverband gegründet, die Föderation freier Taxen Deutschland e.V. der kurzfristig eine gewerbeeigene Vermittlungsapp entwickeln wird.

https://www.taxi-heute.de/de/news/verbaende-hamburg-wurde-ein-neuer-taxiverband-gegruendet-19548.html  

to be continued…

Grüße C.L.

 

 

 

 

 

 

Tagged with:  
 

https://www.spiegel.de/auto/aktuell/moia-vw-fahrdienst-muss-sich-auf-200-shuttle-busse-beschraenken-a-1264221.html

Im obigen Spiegel Artikel ist die Problematik relativ anschaulich erklärt. Ich habe ihn verlinkt, und nicht http://www.dieklage.de,  weil ich zu den Leserkommentaren kurz Stellung beziehen möchte.

Zur Information für alle Interessierten :

Ivica ist zwar der Kläger in dieser Sache, hat aber knapp zweihundert Unterstützer, die für seine Klage gespendet haben. Daher ist es unzulässig von einem Einzelinteresse zu sprechen. Viele Kollegen, Unternehmer und angestellte Fahrer haben Angst um ihren Arbeitsplatz, wenn die Umsätze einbrechen.

Taxifahren ist viel zu teuer. Ich weis gar nicht, wo dieser Schwachsinn immer herkommt. Ich habe diese Woche jemanden vom Flughafen in die City Nord gefahren (13,40€), dazu hatte ich Kurztouren in der City für 8,10€ und 6€. Gefahren sind jeweils 2 bzw. 3 Personen. Da war ich wohl ohne Subvention billiger als Moia, die für 5€ pro Person fahren.

Teuer, zu teuer, viel zu teuer. Leider ist in der Großstadt alles teuer. Die Wohnung im hippen Eppendorf, oder Ottensen, der Cafe bei Starbucks, das Brötchen bei Dat Backhus. Diesel kostet auch schon wieder 10-15% mehr als noch 2018. Ohne Subventionen kann niemand billiger als ein Taxi Personen von A nach B bringen. Das Taxigewerbe bekommt aber keinen Cent Subventionen. Das ist im übrigen auch der Grund, warum wir nicht mit einem umweltfreundlichen??? Tesla Kunden befördern.  Um ein 85000€ Fahrzeug vorzuhalten müssten sich die Taxifahrpreise mindestens verdoppeln, oder aber der Staat 50% der Anschaffung übernehmen. Beides möchte man nicht, daher freuen sich die Hamburger Senatoren ja auch so über Moia. 

Wäre Moias Geschäftsmodell fairer Wettbewerb müsste der Mindestfahrpreis für Kostendeckung und Gewinnabsicht wohl bei 20€ liegen. Allein die 100 Elektrobusse dürften als Kleinserie 10.000.000€ kosten. Damit ist die Produktion gemeint und nicht die Entwicklung.

Und zuletzt : Tagsüber waren die Busse zu 95% ohne Kunden unterwegs und da gucke ich sehr genau hin. Es ist unzulässig eine Übernachfrage z.B. Samstagnacht zwischen 1Uhr und 4Uhr als Rieseerfolg zu verkaufen.

Wir sind gespannt wie es weitergeht.

Grüße C.L.