Taxi Hamburg

Moin,
hier mal ein interessanter Bericht zur Lebensdauer eines Kraftfahrzeugs. Schön das meine Ansichten dort eingeflossen sind. In ein paar Wochen hat meine Taxi die 300.000km erreicht, dann berichte ich, wie sich der Wagen bis dato bewährt hat.

Mobile.de – Die Kilometerfresser

LG C.L.

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Hallo liebe Leser,
über den nachfolgenden Link bin ich im bundesdeutschen Taxiforum gestolpert. Da dort allerdings niemand in der Lage zu sein scheint diesen spannenden Datensatz zu kommentieren, will ich das hier gerne tun. Zuerst bitte den Datensatz in Ruhe durchlesen.

Datenerhebung Statistikamt Nord 2014

Aus der sehr umfangreichen Erhebung lassen sich die Probleme des Hamburger Taxigewerbes hervorragend skizzieren und problemlos praktikable Lösungen für die Zukunft ableiten.

01. Auslastung der Taxen durchschnittlich 29%.
Bereits hier sollte jeden klar sein, der sich ein bißchen mit wirtschaftlichen Belangen auskennt, dass es nicht ausreichend ist, lediglich 29% seiner Arbeitszeit Kunden zu befördern und gut 70% seiner Arbeitszeit mit Warten auf Kunden unproduktiv und ohne Einnahme zu verplempern. Es gibt für die Nachfrage nach unserer Dienstleistung immer noch viel zu viele Taxen in Hamburg und natürlich reichlich Konkurrenz in Form von Mietwagen oder Car2Go / Drivenow.

02. Durchschnittlicher Stundenumsatz 19€.
Hier geht es mir vor allem um die Spreizung der Umsätze in der Tagschicht. Da es Kollegen gibt, die 25€ erwirtschaften, gibt es natürlich auch Kollegen, die lediglich auf einen Stundenumsatz von 15€ kommen. In den Ferienzeiten oder Kurzwochen mit Feiertagen kann die Einnahme noch deutlich magerer ausfallen. Solange es sich um selbstfahrende Unternehmer handelt, spielt der Stundenumsatz keine Rolle. Angestellte Fahrer können allerdings mehrheitlich von den ausgewiesenden Umsätzen der Datenerhebung  nicht rechtskonform mit 8,50€ brutto entlohnt werden. Hier wäre also der Hebel um weitere Konzessionen zu entziehen.

03. 30% Fahrten bis 10€.
Bei der Verteilung der Fahrlänge spiegelt sich exakt unser Problem wieder. Dazu webe ich mal meine eigene kleine Mytaxi Statistik ein. 50% meiner MT Fahrten gehen zum Flughafen und bringen einen Umsatz zwischen 25 und 30€. Das ist das Segment wo sich Taxifahren lohnt und wo nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinn entsteht. 30% meiner Mytaxi Aufträge bringen maximal 10€ Einnahme. Abzüglich Wartezeit auf die Tour, 7% Ust. und 7% Vermittlungsgebühr entsteht hier lediglich Umsatz, aber im Grunde kein Gewinn. Fahrten zwischen 10€ und 20€ gibt es in Hamburg kaum, Fahrten über 30€ sind pures Glück.

Das Taxigewerbe braucht keine ständigen Tariferhöhungen, Fahrten jenseits der 20€ sind gut bezahlt, das ist Konsens bei Postengesprächen. Wir bräuchten aber eine Änderung der Tarifstruktur, die zur Folge hat, das sich jede Taxifahrt für die Kollegen lohnt. Touren für 5,60€, 6,60€ oder 7,90€, wie ich sie diese Woche bei sommerlichen Temperaturen innerhalb des Ring 1 ausführen sollte, sind objektiv schlecht bezahlt. Besonders wenn diese Fahrten als Funk oder App. Aufträge eingehen (immer öfter auch als Vorbestellung) und somit zusätzliche Kosten verursachen. In der Konsequenz selektieren die Kollegen (Beim Hansafunk genauso wie bei Mytaxi), der Kunde bekommt ggf.  keinen Wagen und ist verstimmt.  Die Tarifstruktur bei Kurztouren und natürlich auch im Stau (keine Wartezeitkomponente im Tarif) ist kontraproduktiv für Kunden und Kollegen.
Ich bin seit Jahren der Ansicht der Mindestfahrpreis für die Dienstleistung Taxi muss bei wenigstens 10€ liegen. Plus 1€ Bestellzuschlag, plus 1€ Kreditkartengebühr. Immerhin gibt die Statistik ja auch wieder, das die Taxen in Hamburg im Schnitt 3,8 Jahre alt sind und somit mehrheitlich noch in der Finanzierung. Diese Kollegen stehen unter einem besonders hohen Druck eine entsprechende Einnahme zu erwirtschaften. Die zu niedrigen Fahrpreise im Kurzstreckensegment werden dann notgedrungen durch überlange Schichten kompensiert.

2016 soll genau wie 2015 eine Tariferhöhung ausfallen, Diesel ist weiterhin recht preiswert. Ok geschenkt, aber 2017 müssen dann alle diese Details auf den Prüfstand und endlich ein Tarif genehmigt werden, mit dem die Kollegen ohne ständigen Frust arbeiten können.

LG C.L.

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Das Hamburger (Erfolgs)modell ?

On April 10, 2016, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Vor allem im bundesdeutschen Taxiforum wird regelmäßig vom Hamburger Modell gesprochen. Die Hamburger Taxibehörde zeichnet sich durch eine besonders strenge Prüfung bei der Verlängerung der Konzession aus, dadurch sollen die ehrlichen Kollegen besser vor unlauteren Wettbewerb in Form von Steuer- und Sozialabgabenverkürzung in den sog. Mehrwagenbetrieben geschützt werden.

Sehe ich mir meine Umsätze aus den Jahren 2007–2015 an, kann ich nicht erkennen, dass außer viel Lamentieren, irgendetwas Brauchbares beim Hamburger Modell rausgekommen ist.

Zwischen 2007 und 2015 hatten wir in Hamburg insgesamt sieben Tariferhöhungen, wobei die Fahrpreise insgesamt um knapp 20% angehoben wurden. Im Zeitraum von 2007-2015 sank die Anzahl der Konzessionen von 3550 auf ca. 3150. Das entspricht einem Rückgang von lediglich 11%. Ich finde einen Konzessionsabbau in dieser Größenordnung extrem ernüchternd. Nun wäre es schön, wenn o.g. Daten für ein Umsatzplus von gut 30% gesorgt hätten. Dem ist natürlich nicht so.

Mein Umsatzplus aus den Jahren von 2007-2014 waren magere 4%.

Tatsächlich war meine Einnahme lediglich 2015 mit einem Umsatzplus von 15% spürbar besser. Das lag weniger an der guten Arbeit unserer Taxibehörde, sondern vielmehr an den kostspieligen Rabattaktionen von Mytaxi. Davon habe ich als Edelgraupe hier und da sicher profitieren können. Und sei es nur, weil die Posten etwas leerer waren, weil die Kollegen insgesamt mehr in Bewegung gewesen sind.

In 2016 liege ich im ersten Quartal bereits wieder 6% unter dem Niveau des Vorjahres.

Wir haben in Hamburg 3150 Taxen. Davon werden 2200 Wagen von Einzelunternehmern betrieben, knapp 1000 Fahrzeuge sind im Mehrschichtbetrieb unterwegs. Wenn es sich dabei nicht gerade um Hansataxen handelt, sind diese Fahrzeuge unter Beachtung der aktuell gültigen Vorschriften nicht wirtschaftlich zu betreiben. Die Fiskaltaxameterdaten belegen das unstrittig.

Wenigstens 500 Taxen sind meiner Ansicht nach von einem Konzessionsentzug bedroht, warum der Abbau dieser nicht wirtschaftlichen Fahrzeuge nur in homöopathischen Dosen stattfindet, darüber kann trefflich spekuliert werden? Die selbstfahrenden Einzelunternehmer, die seit Jahren freiwillig mit Fiskaltaxameter fahren, sind jedenfalls nachhaltig verstimmt wie langsam die Behördenmühlen mahlen.

Mir fehlen jedenfalls weiterhin jeden Tag 50€ Einnahme. Das summiert sich über die Jahre ganz ordentlich auf.

LG C.L.

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In der Mercedes Benz Niederlassung Kollaustraße steht seit einigen Tagen die brandneue Mercedes E-Klasse, intern W213 genannt, in Taxiausführung zur Ansicht und Probefahrtbereit. Ab September wird das Fahrzeug dann als leistungsreduziertes Sondermodell „Das Taxi“ ausgeliefert.

Da ich mich mit dem Design des nun scheidenden W212 nicht so richtig anfreunden konnte, war ich sehr gespannt, wie Mercedes Exterieur und Interieur nun gestaltet hat. Live und in Farbe sieht der Wagen in der Ausführung Avantgarde ziemlich wuchtig aus. Mit bekannt sportlicher Front samt großen Lufteinlässen im vorderen Stoßfänger, hinten mit endlich wieder stimmigen Proportionen. Der Innenraum wirkt verspielt, vorbei die klobig eckige Ausführung vieler Details.

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Aus reiner Neugier habe ich mal auf die Schnelle den Konfigurator durchforstet und landete mit einigen gängigen Extras bei 37500€ netto. Der Grundpreis ist für Taxler mit fast 20% rabattiert. Das ergibt bei Nullanzahlung eine monatliche Rate von 675€ auf sechzig Monate Laufzeit. Im Vergleich zum W212 hat sich preislich nicht sonderlich viel getan. Teurer wird es natürlich, wenn man den ungedrosselten Vierzylinder Diesel fahren möchte, da werden sicherlich 3000€ Auspreis zu zahlen sein. Weitere 3600€ kostet das neue Command Online mit dem sog. Widescreen Cockpit. Und wer gerne den neuen Reihensechszylinder fahren möchte, lieferbar ab Sommer 2017, wird wohl weitere 7000€ drauflegen müssen.

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Fraglich bleibt, wie sich die Technik im Detail bewähren wird. Bereits jetzt schrumpft die Haltedauer in den Betrieben stetig, weil etliche Komponenten dem harten Taxialltag nicht gewachsen zu sein scheinen. Steuerkette, Anlasser, Start Stop Systeme, Batterie und 9 Gang Getriebe sind allesamt keine Bauteile mehr, die einige hunderttausend Kilometer klaglos überstehen.

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Bei 250.000km war ein solider W124 aus den 80´Jahren gerade mal eingefahren, heute kommt ein Benz als Taxi mit 300.000km lieber schnell vom Hof.

LG C.L.

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Hallo aus Hamburg,
der Januar hat traditionell für uns Taxifahrer nicht viel zu bieten. Die Geschäfte mau, die Tage kalt und trübe, dazu hat mich ein Infekt für einige Tage vom Arbeiten abgehalten.
Da kam es mir sehr gelegen, als die Anfrage reinkam, ob ich Lust und Zeit für den Dreh eines Musikvideos hätte.
Zusammen mit einer kleinen versierten Crew haben wir ein paar Stunden damit verbracht eine Taxifahrt von einem Hamburger Hotel zu einer Konzerthalle aufzunehmen.

Da die Kamera im Beifahrerfußraum montiert war, war ein Techniker vor Ort, der den Sitz demontierte und anschließend den Fehlerspeicher vom Benz wieder löschte.

Hier das Ergebnis. Viel Spaß beim Träumen. Jochen Distelmeyer – Video Games

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LG C.L.

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Lemmy + 28.12.2015

On Dezember 29, 2015, in Aktuell, by C.L.

Eigentlich wollte ich den letzten Beitrag 2015 einem Taxirückblick widmen und über Dieselpreise, Mytaxi und Stau in Hamburg schreiben.
Aus aktuellem Anlass schreibe ich aber ein paar Zeilen über den plötzlichen Tod von Lemmy Kilmister, Chef der Metal Band Motörhead.

Wer mich kennt weiß das ich die harten Klänge liebe und seit Ende der 80´Jahre auf unzähligen Konzerten in und um Hamburg war. Natürlich auch einige Male bei Motörhead, zuletzt am 09.12.2015 in der Alsterdorfer Sporthalle. Nicht jeder war an diesem Abend zufrieden, denn während Saxon gewohnt solide ablieferten, war der Gig von Motörhead durchwachsen. Man merkte schon sehr deutlich wie schlecht es Lemmy gesundheitlich geht, die Stimme versagte bei jedem Song, die Ansagen machte der Gitarrist Phil Campbell. Lemmy war ziemlich abgemagert, wenn er etwas sagte, wirkte er total zugedröhnt. Das zu erleben, war weniger Rock`n Roll, eigentlich war es vielmehr traurig.

Auf dem Klo sagten einige Fans, dass man Motörhead nur noch auf CD hören sollte, weil der Gig mäßig war. Denn das aktuelle Album „Bad magic“ ist ein echter Kracher und wird auch in der Silvesternachtschicht meine Kunden erfreuen, respektive ärgern :-)

Ich fand den Abend schon gut, allerdings hatte ich ernsthafte Bedenken, ob die Band tatsächlich im August 2016 als Headliner beim Elbriot Festival auftreten könne?

Nun ist es also passiert, ein paar Tage nach Lemmy`s siebzigsten Geburtstag am Heiligenabend ist er verstorben. Immerhin hinterlässt die knorrige Metal Ikone unsterbliche Songs wie Bomber, Overkill und Ace of Spades.

R.I.P. Lemmy

Traurige Grüße C.L.

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Genau so ist Taxifahren in Hamburg

On Dezember 8, 2015, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Die heutige Schicht möchte ich zum Anlass nehmen, einen relativ normalen Arbeitstag als Taxifahrer in Hamburg zu beschreiben.

Ich bin wieder einmal einen Tick zu spät gestartet und fahre leer Richtung Flughafen. In Groß Borstel bietet mir Mytaxi einen Auftrag an. Ich fahre zur Kundin, die mich bittet mich noch etwas zu gedulden, sie käme gleich raus. Bereits zehn Minuten stehe ich vor ihrer Tür, habe erstmal einen Kaffee getrunken und eine Zigarette geraucht. Wir fahren Richtung Gärtnerstraße und stehen Lokstedter Steindamm im Stau. Sie hat es natürlich eilig und ist ungehalten. Sie zahlt ihre 12,90€ mit Payment und gibt mir kein Trinkgeld. Ich darf von dieser Kurztour 7% Provision abgeben und eine Woche auf das Geld warten. Das fängt ja gut an.

Am Flughafen steigen zwei Ingenieure zu und fahren für 75€ nach Schwarzenbek. Wir plaudern und ich bin froh eine dicke Tour abgegriffen zu haben.

Anschließend fahre ich das Taxi durch die Waschanlage und treffe Kollegen zum Mittagessen.

Danach stelle ich mich wieder am Flieger an und ein verliebtes Paar steigt zu. Auf dem Weg ins Hotel stehen wir natürlich in der Tarpenbekstraße im Stau, dabei ist es gerade mal 14.30Uhr. Keine Straße in Hamburg hasse ich so sehr wie diese. Wir machen noch zwei Stops, um u.a. Champagner zu besorgen. Zu den 35€ kommen fürstliche 5€ Tip. Sehr angenehm.

In der City spekuliere ich auf eine Fahrt zurück zum Flieger. Leider bietet Mytaxi mir zweimal Kurztouren an, die 8,30€ und 12€ bringen. Natürlich wieder abzüglich 7% Vermittlungsgebühr.

Auf weitere Fahrten für Kleingeld habe ich keine Lust und fahre leer wieder Richtung Flughafen. Dabei kann ich erstmals seit August wieder durch die Bebelallee. Toll was dort innerhalb von vier Monaten neu entstanden ist. Eine einspurige Verkehrsführung, dazu ein breiter Radweg, der von immerhin drei Radfahrern benutzt wird, während geschätzte einhundert PKW`s im Stau stehen. Eine Ampel an der Kreuzung Meenkwiese, anstatt ein Kreisverkehr mit pulsierendem Verkehrsfluss. Wieder einmal wird der „Randgruppe“ Autofahrer kräftig vor´s Schienbein getreten, ich könnte brechen.

Nach längerer Wartezeit am Flughafen geht es zum Glück auf die Autobahn Richtung Othmarschen. Schnell verdiente vierzig Euro, wenn da nicht ein Rentner mit seinem defekten Opel Höhe BAB Auffahrt Schnelsen liegen geblieben wäre. Um den Vierziger zu verdienen, brauche ich statt 30 Minuten eine glatte Stunde. Wenigstens habe ich mich sehr kurzweilig mit meiner englisch sprechenden Kundin unterhalten.

Obwohl die Kasse am Schichtende halbwegs gestimmt hat, wird man sich über den Hamburger Taxitarif unterhalten müssen. Die Fahrpreise für Kurztouren und die Tatsache, dass im Stau die Uhr nicht weiterläuft, haben nicht nur wegen dem Mindestlohns ausgedient.

PS : Natürlich ist es auch eine Katastrophe, dass ich in zehn Stunden gerade mal fünf Fahrten gemacht habe. Von zu wenig Taxen, wie das Hamburger Abendblatt im Dezember schwadronierte, merke ich überhaupt nichts. Wir sind immer noch viel zu viele um vernünftig zu verdienen.

LG C.L.

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Vielleicht liegt es am nasskalten Novemberwetter, vielleicht daran, dass die Benzinpreise günstig sind? Fakt ist, dass Taxifahren tagsüber zurzeit wirklich an die Substanz geht. Dabei sind die Umsätze gar nicht mal schlecht, doch leider haben wir in Hamburg einen absoluten Taxi Spezialtarif, der ungerecht ist und bei den tagfahrenden Kollegen künstlich den Umsatz deckelt.

Bereits im Jahr 2000 wurde die bewährte Tarifstruktur, die einen Mix aus Kilometerpreis und dem Faktor Zeit beinhaltete, zugunsten transparenter Fahrpreise abgeschafft. Seit nunmehr fünfzehn Jahren bekommen die Taxifahrer in Hamburg (und Berlin) lediglich die Kilometer vergütet völlig unabhängig davon, wie lange eine Taxifahrt dauert. Das wird immer dann zum Problem, wenn der Verkehr in Hamburg zäh fließt und das ist immer öfter ganztätig der Fall.

Heute habe ich es geschafft zwischen 8Uhr morgens und 19.30Uhr abends mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 21km/h unterwegs zu sein. Bei jeder meiner Fahrten stand ich irgendwo im Stau und habe Zeit verloren, die nicht bezahlt wird. Mehrfach natürlich in der Sengelmannstraße und der Tarpenbekstraße, weil die Bebelallee noch bis ca. 18.12.2015 gesperrt bleibt. Aber auch in der Hamburger Straße und der Fuhlsbütteler Straße und zwar um die Mittagszeit, was ich wirklich nicht glauben konnte. Später dann noch auf dem Ring 2, Am Luisenhof und Rahlstedter Weg, natürlich im Neuen Wall und zuletzt am Mundsburger Damm.

Aktuell scheint es also völlig egal zu sein, wann und wohin der Kunde fahren möchte, immer muss man mehr Zeit einplanen und immer soll das auf Kosten der Taxifahrer stattfinden. Ich fahre gerne in einen halben Stunde für 25€ vom Flughafen in die Innenstadt, brauche ich dafür aber 50 Minuten finde ich 25€ Fahrpreis reichlich knapp bemessen. Selbstverständlich muss der Faktor Zeit im Endpreis berücksichtigt werden. Aber die zuständige Behörde hat ja schon vor Jahren sehr deutlich gesagt, sie hält zum Wohle des Kunden an genau dieser Tarifstruktur fest. Somit weis nun auch jeder Kunde, der in der „Rush hour“ keinen Wagen bekommt, woran das liegen könnte.

Dazu abschließend eine Rechnung aus meinen Fiskaltaxameter Daten :
Mit dem aktuellen Hamburger Taxitarif kostet der besetzte Kilometer 2,50€, beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit einer kompletten Tagschicht 21km/h sind maximal 52,50€ pro Stunde zu erwirtschaften. Die Höchstgrenze der Auslastung tagsüber liegt bei 50%, was einem Stundenumsatz von 26,25€ entspricht, die Masse der Kollegen hat eher eine Auslastung zwischen 30 und 40% der Schichtzeit, was Stundenumsätzen zwischen 15,75€ und 21€ entspricht.

Für die Nachtfahrer sieht die Rechnung natürlich ganz anders aus. Abends und nachts ist es kein Problem mit 30km/h durch die Stadt zu düsen und dabei maximal 75€ die Stunde zu verdienen. 50% besetzt bedeuten dann immer noch 37,50€ und selbst 30% besetzt 22,50€

Ich finde die Relation zwischen dem zeitlichen und nervlichen Aufwand und den Erlösen stimmt immer weniger. Die Tarifstruktur sollte dringend mal wieder auf den Prüfstand.

LG C.L.

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Eines der immer wiederkehrenden Themen unter den Taxikollegen ist die Qualität des gewerblich eingesetzten Fahrzeuges. In letzter Zeit häufen sich wahre Schauergeschichten, rund um Verschleiß und Technik. Eigentlich ist der Anspruch sein Taxi 400000km relativ problemlos bewegen zu können eine Selbstverständlichkeit. In der Realität werden viele Fahrzeuge bereits um die 250000km ersetzt, weil die Angst vor unkalkulierbaren Reparaturen einfach zu groß ist.

Mercedes Benz ist mit einem Marktanteil zwischen 50 und 60 Prozent immer noch Marktführer in Deutschland. Seit 2009 wird der W212 angeboten, der im März 2016 vom W213 ersetzt wird. Der W212 kämpft seit seinem Erscheinen mit einigen Unzulänglichkeiten, die Mercedes einfach nicht in den Griff bekommt. So erzählte mir ein Kollege, er hätte innerhalb von 197tkm insgesamt vier! Steuerketten auf Garantie bzw. Kulanz bekommen. Ein anderer Kollege hat seinen Kombi nach achtzehn Monaten wandeln können, weil das Schiebedach einfach nicht dicht zu bekommen war. Start – Stop Anlasser und Wasserpumpen erreichen teilweise keine 100tkm Laufleistung und die Neungang Getriebe aus der S-Klasse, die serienmäßig im E220cdi verbaut sind, neigen zum Ruckeln. Kulanz statt Qualität scheint die Maxime zu sein, was mich nicht zufriedenstellen würde. Ich kaufe keine aktuelle E-Klasse für 35.000€ netto, wohl wissend, dass die Qualität im Detail nicht stimmt.

Auch mein W211, von 2002-2009 gebaut, ist kein ganz problemloses Fahrzeug. Als Schwachpunkte sind eine unterdimensionierte Vorderachse zu nennen, die zügig verschleißt und ständig mit Poltergeräuschen nervt. Dazu ein zu hoher Verbrauch im Stadtverkehr, ein Getriebe ohne Ablassschraube am Wandler, um das komplette Getriebeöl abzulassen. Schlechtes H7 Licht und eine bruchgefährdete Verkabelung im linken Arm des Heckdeckels. Wenigstens hat mein Motor eine Duplexsteuerkette an der Vorderseite des Motors und keine Fahrradkette an der Stirnwand, wie der W212.

Auch bei VW gibt es manchmal Qualitätsprobleme. So hatte ein Passat Kollege zweimal einen Riss der Steuerkette der Ölpumpe, an anderer bei 250tkm einen zugesetzten Partikelfilter mit nachfolgenden Motorschaden auf der Autobahn. Aktuell verliert das DSG Getriebe eines Touran Fahrers Öl, Ursache unbekannt.

Qualität „Made in Germany“ war einmal. Dazu passt auch, dass Audi und BMW keine Taxifahrzeuge anbieten. Wohl wissend ihre Mittelklasse Fahrzeuge sind mit dem harten Taxi Alltag gnadenlos überfordert???

Es stellt sich also nicht mir die Frage, welches Fahrzeug man zukünftig kostengünstig und zuverlässig als Taxi einsetzen kann?

LG C.L.

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Olympia – Nein danke.

On November 6, 2015, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Ehrlich gesagt gehörte ich schon immer zu den Leuten, denen es leicht fällt „nein“ zu sagen.
So auch beim Volksentscheid zum Thema Olympia 2024 in Hamburg.

Ich bin grundsätzlich der Meinung die Stadt tut viel zu wenig für die Bürger, die hier wohnen, arbeiten und Steuern zahlen. Es geht eigentlich nur noch um Events, Tourismus, Hotelübernachtungen und Superlativen. Auf dem Hamburger Dom trifft man selten Hamburger, bei einer Massenversanstaltung wie dem Hafengeburtstag nimmt womöglich gar kein Einheimischer mehr teil.

Für mich sprechen zwei Gründe ganz eindeutig gegen olympische Spiele in Hamburg. Zuerst einmal traue ich den Verantwortlichen schlicht nicht zu, eine vernünftige Infrastruktur im Stadtteil Grasbrook auf die Beine zu stellen. Ich habe wirklich keinen Bock darauf mit Kunden auch zukünftig endlos im Stau zu stehen, weil diese sich nun ein Sportevent ansehen wollen. Ich erlebe ständig, dass der Verkehr zusammenbricht wenn der HSV spielt, oder wenn popelige zehntausend Fans zu Simply Red in die Arena wollen. Verkehrspolitisch hat der Hamburger Senat auf ganzer Linie versagt und nicht nur mein Vertrauen schon lange verspielt. Das ich zudem gezwungen werde als Taxifahrer in Hamburg seit nunmehr fünfzehn Jahren kostenlos mit den Kunden im Stau zu stehen, ist und bleibt eine Zumutung.

Und dann stehen da noch geschätzte 1,5 Milliarden Euro Kosten im Raum. Kann aber auch das x-fache sein, siehe Eurograb Elbphilamonie. Dieses Geld könnte man viel besser in die Belange der Bürgerinnen und Bürger investieren. Ich denke jeder hätte da so seine eigene Prioritätenliste.

Vor dem Hintergrund der knapp vierzigtausend Flüchtlinge in Hamburg und der damit verbundenen Kosten wird sich sowieso eine Mehrheit gegen Olympia entscheiden. Und selbst eine knappe Mehrheit bedeutet bei Mitbewerbern wie Los Angeles, Paris, Rom und Budapest, dass die Wahrscheinlichkeit für Olympia 2024 in Hamburg sehr gering bleibt.

Stopolympia

Gruß an alle C.L.

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