Sind Radfahrer die neuen Klimakleber?

On Mai 20, 2026, in Tagschicht, Von C.L.

Berufskraftfahrer in Hamburg erleben es ja jeden Tag aufs Neue. Kaum fährt man vom Hof behindert bereits der erste Radler das Vorankommen im PKW. Erlebe ich täglich, wenn ich durch das Niendorfer Gehege fahre. Trotz bestens komprimierter Wege abseits der Straße meinen 80% der Radfahrer sie dürfen den fließenden Verkehr behindern. Egoismus pur, was kümmern mich meine Mitmenschen?

Erst vor wenigen Tagen durfte ich erleben, wie auf der Alsterkrugchausse einem BMW Fahrer wohl endgültig der Kragen geplatzt ist, weil ein Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs war, anstatt den Fahrradweg zu benutzen. Ist ja auch ziemlich asozial dort mit 20km/h den fließenden Verkehr zu behindern. An einer roten Ampel ist der Autofahrer wohl ausgestiegen und hat den Radfahrer samt Fahrrad von der Straße Richtung Radweg gezerrt. Erinnert an Videos aus der Hochzeit der Klimakleber, die teilweise ja auch rüde von der Straße entfernt worden sind.

Heute war es auch bei mir fast soweit einen rennradfahrenden Pärchen gegenüber handgreiflich zu werden. Die beiden befuhren die linke Spur der Karolinenstraße Richtung Gericht. Ja die linke Spur einer zweispurigen Hauptstraße und das auch noch betont langsam. Nach einigen 100 Metern hinter ihnen betätigte ich kurz die Hupe um dann an der nächsten roten Ampel aus meinem Fahrzeug zu steigen. Es folgte ein Normen verdeutlichendes  Gespräch. Während ich dem Radfahrer Egoismus und Selbstgefährung vorwarf, meinte er es sei rücksichtslos die Straße allein für Autofahrer zu beanspruchen.

Tja, wieder einmal ein schönes Beispiel wie tief gespalten die Gesellschaft ist. Mein rennradfahrender Kumpel fährt regelmäßig 100km durch die Haseldorfer Marsch und natürlich nicht im Ganzkörperkondom durch die Hamburger City. Meine Frau radelt täglich nach Altona und zwar auf dem Radweg und nicht mitten auf der Kieler Straße. Viele Hamburger Radfahrer schämen sich für die Kaste der aufbrausenden egomanischen Zweiradrambos.

Dabei ist dieses Fehlverhalten ganz einfach zu erklären. Fahrradfahrer, die sich wie die Axi im Wald benehmen, haben höchstwahrscheinlich überhaupt keinen Führerschein und wissen somit wenig über Verkehrsregeln und Verkehrsgefährdung. Daher sollte nicht nur in der Grundschule ein Fahrradführerschein Pflicht sein, sondern ganz besonders auch für Erwachsene. Damit endlich klar wird, dass man z.B. nicht mit AirPods im Ohr durch die Großstadt fahren sollte und auch nicht wie Max Verstappen auf der Nordschleife beim 24 Stunden Rennen. 

C.L.

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