FreeNow launcht „Taxi Saver“ – Rabatt für den Kunden / Mehrkosten für den Unternehmer
Ich schreibe es gleich vorweg: Ich fahre seit vielen Jahren nicht mehr für FreeNow und die Gründe dafür findet ihr in einem anderen Blog. Leider ist FreeNow (gekauft vom US Mobilitätsdienstleister Lyft) ein Schwergewicht in Sachen Gewerbe- und Tarifpolitik in Hamburg. So war der Preisalgorithmus der App. Vermittler im ersten Halbjahr 2026 keine Idee der Taxibehörde, die eigentlich unabhängig agieren sollte, sondern eine Idee der Plattformen um Kunden an sich und die angeschlossenen Fahrzeuge zu binden.
Und nun folgt schon das nächste Projekt, was kostenmäßig ebenfalls komplett auf dem Rücken der zahlenden Unternehmer ausgetragen wird. Bei Taxi Saver kann man ein Taxi zum Festpreis bestellen, der ca.10% unter dem tariflich geregelten Fahrpreis liegen soll. Dafür wird die Vermittlungsgebühr für die angeschlossenen Fahrzeuge von 14 auf 21% erhöht.
Und direkt auf dem Fuße werden die Kollegen aufgefordert am 11.07.2026 auf der App. für 24 Stunden keine Aufträge anzunehmen.
Puuh… dazu gibt es wirklich einiges zu sagen:
- Die Hamburger Taxibehörde (BVM) kontrolliert das Taxengewerbe und sollte eigentlich für einheitliche Rahmenbedingungen aller Marktteilnehmer sorgen. Stattdessen agiert sie zunehmend im Interesse des Großkapitals und gegen die Interessen der unzähligen Kleingewerbetreibenden, die eine Taxikonzession besitzen. Angefangen mit einer Ausnahmegenehmigung für die VW Tochter Moia, über die Pflicht zur Anschaffung eines ETaxis (wir sollen z.B. ein VW I.D. Modell finanzieren). Weiter mit Projekten zum autonomen Fahren realisiert durch VW mit dem Buzz und demnächst auch mit FreeNow und autonomen Testtaxen am östlichen Stadtrand.
- FreeNow hat sich bereits in der Vergangenheit als wenig zuverlässiger Geschäftspartner präsentiert. Rabattschlachten wurden geführt und Gerichte bemüht. Allerdings war es vor der Pandemie noch so, dass Rabatte vom Konzern bezahlt worden sind und die Kollegen den kompletten Fahrpreis nach Tarif bekommen haben. So wuchsen die Verbindlichkeiten laut Internet auf deutlich über 10 Millionen Euro an. In der Folge wurde FreeNow von Mercedes-Benz an Stellantis verkauft und anschließend an Lyft.
- Mit dem Experiment der Preiselastizität 2026 wurde erstmals deutlich, dass die Unternehmer die Rabatte quersubventionieren sollen. Genau wie nun auch beim Preismodell „Taxi Saver“.
Warum fahren aber so viele Taxen in Hamburg für FreeNow, wenn es Gewerbekonsens ist, dass die Vermittlung zu teuer und ungerecht ist, weil bestimmte Fahrzeuge und Fahrer priorisiert vermittelt werden?
Das liegt an der Kostenstruktur in vielen Betrieben. In der Regel fahren die Unternehmer einen finanzierten Neuwagen, der inkl. Zinsen um die 750€ im Monat kostet. Dazu kommt eine Vollkasko Versicherung, die ebenfalls um die 400€ kostet. Allein diese beiden Posten sind bereits so kostspielig, dass man gezwungen ist sein Geschäft mittels einer Vermittlung zu optimieren.
Bei FreeNow hat man 2010, als die App gelauncht wurde, einen Festpreis von 79 Cent pro Tour bezahlt. Danach konnte man bis zu 30% vom Fahrpreis als Vermittlungsgebühr einstellen und so mehr Touren bekommen, als die Kollegen. Schließlich pendelte sich die Provision bei 12% ein um bis Ende 2025 auf 14% zu steigen. Und nun soll man 10% Preisrabatt gewähren und dafür auch noch 7% mehr bezahlen.
In Zahlen:
30€ Fahrpreis / 79 Cent Gebühr
30€ Fahrpreis / 30% = 9€ Gebühr
30€ Fahrpreis / 14% = 4,20€ Gebühr
27€ Fahrpreis / 21% = 3,78€ Gebühr + 3€ Rabatt = 6,78€ Gesamtkosten
Wieder einmal zeigt sich, dass sich viele Marktteilnehmer die Hände reiben, weil sie an uns immer noch mehr verdienen wollen, während wir schon jetzt am Hungertuch nagen. Die Kosten für Neuwagen sind in den letzten drei Jahren explodiert, die Finanzierungsraten für Fahrzeuge sind unanständig hoch. Die Versicherungsprämien für Taxen sind durch die Decke gegangen, ebenso die Kosten für Service, Werkstatt und Ersatzteile.
Abschließend bleibt völlig unklar, wieso FreeNow dieses Experiment wagt? Soll der Kunde wirklich geködert werden, weil er 1-2€ sparen kann? Das ist doch lächerlich und preissensible Kundschaft wird weiterhin auf Milf`s, Moia und E-Scooter setzen.
Auch der Aufruf zum Streik hat wenigstens einen Schönheitsfehler. Denn niemand soll glauben, das Uber eine faire Alternative sein könnte. Auf dem Flyer müsste stehen: Wer am 11.07.26 Taxi fahren möchte soll seinen Hintern zum nächsten Taxistand bewegen. Am fairsten wäre es sowieso, wenn die Stadt Hamburg eine eigene Taxi Bestellapp lauchen würde. Für alle Kollegen und für alle Kunden. Hamburg subventioniert doch sonst auch jeden Scheiß.
LG C.L.
Entwicklung der Taxikonzessionen in Hamburg 2026
Auch 2026 werde ich euch über die Entwicklung der Taxikonzessionen in Hamburg auf dem Laufenden halten. Noch gilt, dass es in Hamburg einen Konzessionsstop gibt und keine neuen Taxi in Verkehr gebracht werden können.
31.01.2026:
1.746 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.872 konzessionierten Taxen
77 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
115 Mietwagenbetriebe mit 347 konzessionierten Mietwagen
28.02.2026:
1.742 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.856 konzessionierten Taxen
70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
115 Mietwagenbetriebe mit 352 konzessionierten Mietwagen
31.03.2026:
1.735 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.838 konzessionierten Taxen
70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
116 Mietwagenbetriebe mit 349 konzessionierten Mietwagen
30.04.2026:
1.731 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.814 konzessionierten Taxen
74 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
116 Mietwagenbetriebe mit 354 konzessionierten Mietwagen
31.05.2026:
1.726 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.795 konzessionierten Taxen
77 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
119 Mietwagenbetriebe mit 349 konzessionierten Mietwagen
30.06.2026
1.714 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.766 konzessionierten Taxen
67 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht befreit
1.466 Taxenbetriebe haben nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
117 Mietwagenunternehmer mit insgesamt 353 konzessionierten Mietwagen
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Linkin Park Konzert und kein Taxistand vor Ort
Am Mittwoch Abend (03.06.2026) habe ich mich in mein Taxi gesetzt, um den einen oder anderen Fan nach dem Linkin Park Konzert im Volksparkstadion nach Hause zu fahren.
Dabei musste ich feststellen, dass der eigentliche Taxistand zwischen den Arenen aktuell wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Einen Ersatz Taxistand für diese beiden Mega Events (sie haben auch am 01.06.26 gespielt) mit jeweils 50.000 zahlenden Gästen gab es nicht. Auf Nachfrage teilte ein Polizeibeamter vor Ort mit, es gäbe ja einen Taxistand im Sackgassenteil des Hellgrundweges gegenüber von Montblanc. Dort passen 5 Taxen hin und er liegt einen knappen Kilometer vom Stadion entfernt
Wartende Kollegen im Hellgrundweg / Ecke Stadiostraße wurden mit der Androhung eines Bußgeldes wegen illegaler Bereitstellung weg geschickt. Letztlich bildete sich ein ebenso illegaler Taxistand in der Schnackenburgsallee / Ecke Stadionstraße.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass Hamburg gerne solche Großveranstaltungen ausrichten möchte, damit Hotels, Kneipen und Restaurants ihr Geschäft optimieren können, während die Stadt es nicht einmal für nötig erachtet z.B. einen temporären Taxistand in der Nähe von tausenden Fahrwilligen einzurichten. Grundsätzlich sollte es jedenfalls kein Problem sein einen Teil der Schnackenburgsallee und des Hellgrundwegs von 22-02Uhr mit vier Schildern und einem kleinen Text zu versehen.
Aus diesem Bericht sollte eigentlich ein Artikel in einer Hamburger Tageszeitung werden, der letztlich nicht erschienen ist. Denn die zuständigen Behörden teilten der Redaktion auf Nachfrage mit, dass es ganz normal sei, bei Großveranstaltungen „zum Schutz der Menschenmassen“ einen Taxistand temporär zu sperren. Sorry aber wer soll denn diese Entscheidungsträger und ihre Entscheidungen noch ernst nehmen?
Ich denke nach einem Rockkonzert braucht niemand Schutz, sondern möchte einfach nur zügig abfahren. 75 Minuten nach Konzertende habe ich die letzten Kunden aufgegabelt. Zwei junge Mädels, die aus Amsterdam angereist waren und wenig Verständnis dafür hatten, ewig nach einem Taxi suchen zu müssen.
Das war jedenfalls mal wieder eine Underperformance in Sachen Verkehrslogistik. Daher sollten sich Herr Tschentscher und Herr Tjarks auch nicht wundern, dass die Hamburger ihr Votum gegen eine Olympiabewerbung abgegeben haben. Wer als Volksvertreter banalste Aufgaben ignoriert muss damit rechnen, dass das Vertrauen in Kompetenzen erodiert. Zuletzt hat es für den Rot-Grünen Senat mit 52% für ein Weiterwursteln gerade noch so eben gereicht. Ein Vertrauensvorschuss der stetig verspielt wird?
Gruß C.L.
Sind Radfahrer die neuen Klimakleber?
Berufskraftfahrer in Hamburg erleben es ja jeden Tag aufs Neue. Kaum fährt man vom Hof behindert bereits der erste Radler das Vorankommen im PKW. Erlebe ich täglich, wenn ich durch das Niendorfer Gehege fahre. Trotz bestens komprimierter Wege abseits der Straße meinen 80% der Radfahrer sie dürfen den fließenden Verkehr behindern. Egoismus pur, was kümmern mich meine Mitmenschen?
Erst vor wenigen Tagen durfte ich erleben, wie auf der Alsterkrugchausse einem BMW Fahrer wohl endgültig der Kragen geplatzt ist, weil ein Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs war, anstatt den Fahrradweg zu benutzen. Ist ja auch ziemlich asozial dort mit 20km/h den fließenden Verkehr zu behindern. An einer roten Ampel ist der Autofahrer wohl ausgestiegen und hat den Radfahrer samt Fahrrad von der Straße Richtung Radweg gezerrt. Erinnert an Videos aus der Hochzeit der Klimakleber, die teilweise ja auch rüde von der Straße entfernt worden sind.
Heute war es auch bei mir fast soweit einen rennradfahrenden Pärchen gegenüber handgreiflich zu werden. Die beiden befuhren die linke Spur der Karolinenstraße Richtung Gericht. Ja die linke Spur einer zweispurigen Hauptstraße und das auch noch betont langsam. Nach einigen 100 Metern hinter ihnen betätigte ich kurz die Hupe um dann an der nächsten roten Ampel aus meinem Fahrzeug zu steigen. Es folgte ein Normen verdeutlichendes Gespräch. Während ich dem Radfahrer Egoismus und Selbstgefährung vorwarf, meinte er es sei rücksichtslos die Straße allein für Autofahrer zu beanspruchen.
Tja, wieder einmal ein schönes Beispiel wie tief gespalten die Gesellschaft ist. Mein rennradfahrender Kumpel fährt regelmäßig 100km durch die Haseldorfer Marsch und natürlich nicht im Ganzkörperkondom durch die Hamburger City. Meine Frau radelt täglich nach Altona und zwar auf dem Radweg und nicht mitten auf der Kieler Straße. Viele Hamburger Radfahrer schämen sich für die Kaste der aufbrausenden egomanischen Zweiradrambos.
Dabei ist dieses Fehlverhalten ganz einfach zu erklären. Fahrradfahrer, die sich wie die Axi im Wald benehmen, haben höchstwahrscheinlich überhaupt keinen Führerschein und wissen somit wenig über Verkehrsregeln und Verkehrsgefährdung. Daher sollte nicht nur in der Grundschule ein Fahrradführerschein Pflicht sein, sondern ganz besonders auch für Erwachsene. Damit endlich klar wird, dass man z.B. nicht mit AirPods im Ohr durch die Großstadt fahren sollte und auch nicht wie Max Verstappen auf der Nordschleife beim 24 Stunden Rennen.
C.L.
Tankrabatt – ihr seid ja nicht ganz dicht
Immer neue Subventionen und Hilfen lobt unsere Bundesregierung aus. Auch in Zeiten klammer Kassen, ohne Wirtschaftswachstum, dafür mit immer neuen Schulden und stetig steigenden Zinsen. Ich finde das falsch und grob fahrlässig.
Nachdem was ich in den letzten Wochen auf Hamburgs Straßen erlebt habe muss ich feststellen, dass der Sprit noch viel zu billig ist. Ob vor Ostern oder vor Pfingsten, jeder meint er müsse sofort mit dem Auto irgendwo durch die Republik reisen. Ostereier suchen im Schwarzwald 700km weg von Hamburg ist ja auch überlebenswichtig.
Es ist absurd einen Tankrabatt mit der heißen Nadel zu stricken, den kaum jemand braucht, der aber mal eben 20 Milliarden Euro kostet. Waren die Straßen leerer, als der Liter Diesel 2,50€ gekostet hat, war kein Stau auf der A7 und A1? Nein, weil das Spritpreisniveau niemanden wirklich weh tut. Ich finde es bemerkenswert, dass beispielsweise der jährlich steigende CO2 Preis eine Lenkungsfunktion entfalten soll (2-3Cent pro Jahr), wenn selbst eine Preissteigerung von bis zu 35% zu keinerlei Verhaltensänderung führt.
Denn natürlich hat Hamburg dem Begriff Staustadt Nr.1 in Deutschland trotz hoher Spritpreise wieder alle Ehre gemacht. Am Domparkplatz reichte die Autoschlange bis zum Motel One in der Ludwig-Erhard-Straße zurück. Stau vor jedem Konzert in der Barcleycard Arena und natürlich bei jedem HSV Spiel. Verkehrschaos durch ständige Vollsperrungen es Elbtunnels. Auch jetzt wieder zum Beginn der Pfingstferien in Hamburg. Nicht zu vergessen das Chaos rund den Hamburg Marathon und das zu erwartende Chaos rund um den Hafengeburtstag. Aber die Menschen steigen trotzdem ins Auto und fackeln Benzin ab. Das ist natürlich ok, man sollte dann aber auch nicht schamlos auf die Tränendruse drücken.
Wie in der Welt jüngst zu lesen war geben die Deutschen jährlich 80 Milliarden Euro für Urlaub aus. Armut sieht tatsächlich anders aus.
C.L.
Zoff um Tarifkorridor in Hamburg
LG C.L.
Das System Uber – erklärt für Dullies.
WISO Beitrag zum System Uber
Fazit : Altbekannt, wer dort bestellt sollte dringend seinen moralischen Kompass nachjustieren. Das gilt ausdrücklich auch für die Hamburger Taxikollegen, die Umsätze mit diesem System generieren.
LG C.L.
Interview mit Unternehmer Rene‘ Braune
Dauerkrise Teil 2: Rene‘ Braune legt nach
Erneut Daumen hoch von mir und meinen Kollegen.
Grüße C.L.
Wie wahr: Sechs Jahre im Dauerkrisenmodus
Artikel im Hamburger Abendblatt.
Preis_für_Diesel_explodiert_Taxiunternehmer_aus_Hamburg_fürchtet_um_Existenz
Auf den Punkt Herr Kollege. Sehr gute Beschreibung auch der vergangenen Jahre.
LG C.L.
Jetzt wird es technisch : (M)ein CNG Desaster in fünf Akten
Ich fahre als Taxi eine Mercedes-Benz E-Klasse mit bivalentem Antrieb. Der Motor fährt primär mit komprimiertem Erdgas und schaltet auf Benzin um, sobald die Tanks leer sind. Es handelt sich nicht etwa um eine Nachrüstlösung, die unter dem Begriff Autogas bekannt ist, sondern um eine Werkslösung. Vom W212 wurden mit diesem Antrieb von 2009-2015 ganze 1000 Exemplare verkauft und zwar weltweit. Kein Wunder also, dass sich mit der Technik niemand auskennt. Umso mehr verwundert es, dass in Zeiten, wo Klimaschutz Dauerthema ist, der Betrieb von Fahrzeugen mit Bio CNG kein Thema mehr ist. Dabei ist es unstrittig, dass es Fahrzeuge mit CNG Antrieb in Sachen Emissionen problemlos mit Elektrofahrzeugen aufnehmen können. Mehr dazu hier :
Aber zurück zu den Tücken der Technik:
Bereits beim Vorbesitzer musste die Druckregeleinheit nach lediglich 120tkm Laufleistung wegen einem Defekt erneuert werden. Und seit Oktober 2025 konnte auch ich nicht mehr mit Erdgas fahren, sondern musste das teurere E10 tanken. Und zwar insgesamt fast ein halbes Jahr lang, weil die Fehlersuche extrem kompliziert war.
- Akt:
Eine erste Reparatur in der Mercedes Niederlassung (10/25) schlug leider fehl, da der Wagen danach lediglich 1500km auf Erdgas fuhr und seinen Dienst dann erneut mit derselben Fehlermeldung verweigerte. Es wurde eine Fehlfunktion des Niederdrucksensors in der Rail diagnostiziert. Der ermittelte Gasdruck war zu hoch.
- Akt:
Ein zweiter Reparaturversuch Anfang Dezember wurde nach 1,5 Tagen abgebrochen, weil der Fehler auf die Schnelle nicht zu finden war.
- Akt
Im neuen Jahr war ich dann insgesamt dreimal in einer Werkstatt, die viel Erfahrung im Sachen Autogas hat und ein bisschen Know-How bei CNG.
Erst wurde ein Stecker gefunden, der nicht richtig arretiert werden konnte. Beim zweiten Termin war dann der Stecker falsch von MB geliefert worden. In dem Zuge wurde die Druckregeleinheit ausgebaut, zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut. Beim dritten Treffen dann alles wieder montiert mit dem Ergebnis: Keine Änderung, Betrieb auf Erdgas nicht möglich.
Bis dahin bin ich aber bereits sechs Mal jeweils 80km zur Werkstatt gefahren und habe dort halbe Tage im Büro auf meinem Smartphone rumgedaddelt.
- Akt:
Erneut habe ich einen Termin bei Mercedes-Benz direkt gemacht und wie bereits vermutet stellte sich heraus, dass die Druckregeleinheit defekt war. Fehler in diesem Fall Regeleinheit arbeitet nicht richtig, Druck im Niederdruckbereich zu hoch.
Die Druckregeleinheit wird bei Ventrex in Graz hergestellt und kostet aktuell 1650€ brutto. Das schmerzt und mir ist völlig unklar, warum das Bauteil nach lediglich 180tkm Laufleistung schon wieder kaputt ist. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass ich bereits vor dem Defekt mehrfach versucht habe mit der Firma Ventrex Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob diese mir ggf. ein Bauteil direkt verkaufen würden? Schließlich bin ich ja Gewerbetreibender. Keine Reaktion – ergo Kackbude !!!
Gekostet hat der Spaß bis dato fast 3000€ netto und jede Menge Zeit, Nerven und Recherchen im Internet. Hätten wir in Hamburg nicht die Pflicht bei Taxiwechsel einen Vollelektro Plastikbomber anschaffen zu müssen, wäre ich längst wieder mit einem gebrauchten Diesel unterwegs. Aber der linksgrüne Zeitgeist verbietet die Neukonzessionierung von Verbrennertaxen und feiert gleichzeitig immer neue Rekorde bei den Anlandungen am Kreuzfahrtterminal in Steinwerder.
- Akt:
Damit ist die Geschichte aber leider nicht zu Ende, weil nach 2 Schichten der Fehler wieder aufgetreten ist und ich auf Benzin nach Hause fahren musste. Mitte März ging der Wagen also nun zum vierten Mal in die Niederlassung, damit der Fehler hoffentlich endgültig beseitigt wird. Ich bekam ohne Diskussionen ein Leihtaxi, damit ich Geld verdienen konnte und habe deutlich gesagt, ich möchte den Erdgas Patienten keinesfalls wieder bekommen um dann erneut nur ein paar 100km störungsfrei fahren zu können.
Es stellte sich heraus, dass der Tankstutzen für CNG undicht war und dort Erdgas austreten konnte. Der Stutzen wurde auf Gewährleistung erneuert und mir wurde für diese eigentlich vierstellige Reparatur nichts in Rechnung gestellt. Ich habe ja schon vorher genug abgedrückt, ohne wirklich sicher sein zu können, ob die vorigen Reparaturen überhaupt nötig gewesen sind?
Einen technischen Zusammenhang für Gasdruckprobleme im Niederdruckbereich verursacht durch einen undichten Stutzen auf der Hochdruckseite erschließt sich mir erst einmal nicht. Aber egal, Hauptsache der Benz läuft jetzt wieder störungsfrei.
Fazit:
- Im Jahr 2025 kann ich wirklich niemanden raten sich noch ein gebrauchtes CNG Fahrzeug zuzulegen. Es mangelt nicht nur an kompetenten Werkstätten, sondern auch an der Tankstelleninfrastruktur. Da sticht dann auch das Argument der Klimafreundlichkeit nicht mehr.
- Ich habe zwar jetzt viel Geld investiert, dafür bin ich für die nächsten 100tkm gut gerüstet. Denn die nun getauschten Komponenten, werden so schnell nicht wieder kaputt gehen. Fraglich ist zudem, ob es die Ersatzteile in wenigen Jahren überhaupt noch geben wird?
- Aktuell spare ich im Vergleich zu einem Diesel pro Schicht 10€ an Treibstoffkosten. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, aber niemand kann wissen wann und ob es den Liter Diesel wieder für 1,70€ geben wird. Bio-CNG als Treibstoff wurde jedenfalls mit Kriegsbeginn nicht teurer, weil es aus heimscher Produktion stammt.
Dieser Beitrag auch als Beispiel dafür warum Taxifahren „ja so teuer ist.“ Denn auch beim Diesel ist immer mit Reparaturkosten in vierstelliger Höhe zu rechnen. Sei es die Steuerkette, sei es das Ad-Blue System, Injektoren etc. Das alles hat der Elektrobomber nicht, dafür eben einen horrenden Wertverlust.
Grüße C.L.







