Ich schreibe es gleich vorweg: Ich fahre seit vielen Jahren nicht mehr für FreeNow und die Gründe dafür findet ihr in einem anderen Blog. Leider ist FreeNow (gekauft vom US Mobilitätsdienstleister Lyft) ein Schwergewicht in Sachen Gewerbe- und Tarifpolitik in Hamburg. So war der Preisalgorithmus der App. Vermittler im ersten Halbjahr 2026 keine Idee der Taxibehörde, die eigentlich unabhängig agieren sollte, sondern eine Idee der Plattformen um Kunden an sich und die angeschlossenen Fahrzeuge zu binden. 

Und nun folgt schon das nächste Projekt, was kostenmäßig ebenfalls komplett auf dem Rücken der zahlenden Unternehmer ausgetragen wird. Bei Taxi Saver kann man ein Taxi zum Festpreis bestellen, der ca.10% unter dem tariflich geregelten Fahrpreis liegen soll. Dafür wird die Vermittlungsgebühr für die angeschlossenen Fahrzeuge von 14 auf 21% erhöht. 

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Und direkt auf dem Fuße werden die Kollegen aufgefordert am 11.07.2026 auf der App. für 24 Stunden keine Aufträge anzunehmen.

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Puuh… dazu gibt es wirklich einiges zu sagen:

  1. Die Hamburger Taxibehörde (BVM) kontrolliert das Taxengewerbe und sollte eigentlich für einheitliche Rahmenbedingungen aller Marktteilnehmer sorgen. Stattdessen agiert sie zunehmend im Interesse des Großkapitals und gegen die Interessen der unzähligen Kleingewerbetreibenden, die eine Taxikonzession besitzen. Angefangen mit einer Ausnahmegenehmigung für die VW Tochter Moia, über die Pflicht zur Anschaffung eines ETaxis (wir sollen z.B. ein VW I.D. Modell finanzieren). Weiter mit Projekten zum autonomen Fahren realisiert durch VW mit dem Buzz und demnächst auch mit FreeNow und autonomen Testtaxen am östlichen Stadtrand.
  2. FreeNow hat sich bereits in der Vergangenheit als wenig zuverlässiger Geschäftspartner präsentiert. Rabattschlachten wurden geführt und Gerichte bemüht. Allerdings war es vor der Pandemie noch so, dass Rabatte vom Konzern bezahlt worden sind und die Kollegen den kompletten Fahrpreis nach Tarif bekommen haben. So wuchsen die Verbindlichkeiten laut Internet auf deutlich über 10 Millionen Euro an. In der Folge wurde FreeNow von Mercedes-Benz an Stellantis verkauft und anschließend an Lyft.
  3. Mit dem Experiment der Preiselastizität 2026 wurde erstmals deutlich, dass die Unternehmer die Rabatte quersubventionieren sollen. Genau wie nun auch beim Preismodell „Taxi Saver“.

Warum fahren aber so viele Taxen in Hamburg für FreeNow, wenn es Gewerbekonsens ist, dass die Vermittlung zu teuer und ungerecht ist, weil bestimmte Fahrzeuge und Fahrer priorisiert vermittelt werden?

Das liegt an der Kostenstruktur in vielen Betrieben. In der Regel fahren die Unternehmer einen finanzierten Neuwagen, der inkl. Zinsen um die 750€ im Monat kostet. Dazu kommt eine Vollkasko Versicherung, die ebenfalls um die 400€ kostet. Allein diese beiden Posten sind bereits so kostspielig, dass man gezwungen ist sein Geschäft mittels einer Vermittlung zu optimieren.

Bei FreeNow hat man 2010, als die App gelauncht wurde, einen Festpreis von 79 Cent pro Tour bezahlt. Danach konnte man bis zu 30% vom Fahrpreis als Vermittlungsgebühr einstellen und so mehr Touren bekommen, als die Kollegen. Schließlich pendelte sich die Provision bei 12% ein um bis Ende 2025 auf 14% zu steigen. Und nun soll man 10% Preisrabatt gewähren und dafür auch noch 7% mehr bezahlen.

In Zahlen:

30€ Fahrpreis / 79 Cent Gebühr

30€ Fahrpreis / 30% = 9€ Gebühr

30€ Fahrpreis / 14% = 4,20€ Gebühr

27€ Fahrpreis / 21% = 3,78€ Gebühr + 3€ Rabatt = 6,78€ Gesamtkosten

Wieder einmal zeigt sich, dass sich viele Marktteilnehmer die Hände reiben, weil sie an uns immer noch mehr verdienen wollen, während wir schon jetzt am Hungertuch nagen. Die Kosten für Neuwagen sind in den letzten drei Jahren explodiert, die Finanzierungsraten für Fahrzeuge sind unanständig hoch. Die Versicherungsprämien für Taxen sind durch die Decke gegangen, ebenso die Kosten für Service, Werkstatt und Ersatzteile.

Abschließend bleibt völlig unklar, wieso FreeNow dieses Experiment wagt? Soll der Kunde wirklich geködert werden, weil er 1-2€ sparen kann? Das ist doch lächerlich und preissensible Kundschaft wird weiterhin auf Milf`s, Moia und E-Scooter setzen.   

Auch der Aufruf zum Streik hat wenigstens einen Schönheitsfehler. Denn niemand soll glauben, das Uber eine faire Alternative sein könnte. Auf dem Flyer müsste stehen: Wer am 11.07.26 Taxi fahren möchte soll seinen Hintern zum nächsten Taxistand bewegen. Am fairsten wäre es sowieso, wenn die Stadt Hamburg eine eigene Taxi Bestellapp lauchen würde. Für alle Kollegen und für alle Kunden. Hamburg subventioniert doch sonst auch jeden Scheiß.

LG C.L.

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Auch 2026 werde ich euch über die Entwicklung der Taxikonzessionen in Hamburg auf dem Laufenden halten. Noch gilt, dass es in Hamburg einen Konzessionsstop gibt und keine neuen Taxi in Verkehr gebracht werden können.

31.01.2026:

1.746 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.872 konzessionierten Taxen

77 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden

1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

115 Mietwagenbetriebe mit 347 konzessionierten Mietwagen

28.02.2026:

1.742 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.856 konzessionierten Taxen

70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden

1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

115 Mietwagenbetriebe mit 352 konzessionierten Mietwagen

31.03.2026:

1.735 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.838 konzessionierten Taxen

70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden

1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

116 Mietwagenbetriebe mit 349 konzessionierten Mietwagen

30.04.2026:

1.731 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.814 konzessionierten Taxen

74 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden

1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

116 Mietwagenbetriebe mit 354 konzessionierten Mietwagen

31.05.2026:

1.726 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.795 konzessionierten Taxen

77 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden

1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

119 Mietwagenbetriebe mit 349 konzessionierten Mietwagen

30.06.2026

1.714 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.766 konzessionierten Taxen

67 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht befreit

1.466 Taxenbetriebe haben nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)

117 Mietwagenunternehmer mit insgesamt 353 konzessionierten Mietwagen

...
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Am Mittwoch Abend (03.06.2026) habe ich mich in mein Taxi gesetzt, um den einen oder anderen Fan nach dem Linkin Park Konzert im Volksparkstadion nach Hause zu fahren.
Dabei musste ich feststellen, dass der eigentliche Taxistand zwischen den Arenen aktuell wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Einen Ersatz Taxistand für diese beiden Mega Events (sie haben auch am 01.06.26 gespielt) mit jeweils 50.000 zahlenden Gästen gab es nicht. Auf Nachfrage teilte ein Polizeibeamter vor Ort mit, es gäbe ja einen Taxistand im Sackgassenteil des Hellgrundweges gegenüber von Montblanc. Dort passen 5 Taxen hin und er liegt einen knappen Kilometer vom Stadion entfernt

Wartende Kollegen im Hellgrundweg / Ecke Stadiostraße wurden mit der Androhung eines Bußgeldes wegen illegaler Bereitstellung weg geschickt. Letztlich bildete sich ein ebenso illegaler Taxistand in der Schnackenburgsallee / Ecke Stadionstraße.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass Hamburg gerne solche Großveranstaltungen ausrichten möchte, damit Hotels, Kneipen und Restaurants ihr Geschäft optimieren können, während die Stadt es nicht einmal für nötig erachtet z.B. einen temporären Taxistand in der Nähe von tausenden Fahrwilligen einzurichten. Grundsätzlich sollte es jedenfalls kein Problem sein einen Teil der Schnackenburgsallee und des Hellgrundwegs von 22-02Uhr mit vier Schildern und einem kleinen Text zu versehen.

Aus diesem Bericht sollte eigentlich ein Artikel in einer Hamburger Tageszeitung werden, der letztlich nicht erschienen ist. Denn die zuständigen Behörden teilten der Redaktion auf Nachfrage mit, dass es ganz normal sei, bei Großveranstaltungen „zum Schutz der Menschenmassen“ einen Taxistand temporär zu sperren. Sorry aber wer soll denn diese Entscheidungsträger und ihre Entscheidungen noch ernst nehmen? 

Ich denke nach einem Rockkonzert braucht niemand Schutz, sondern möchte einfach nur zügig abfahren. 75 Minuten nach Konzertende habe ich die letzten Kunden aufgegabelt. Zwei junge Mädels, die aus Amsterdam angereist waren und wenig Verständnis dafür hatten, ewig nach einem Taxi suchen zu müssen.

Das war jedenfalls mal wieder eine Underperformance in Sachen Verkehrslogistik. Daher sollten sich Herr Tschentscher und Herr Tjarks auch nicht wundern, dass die Hamburger ihr Votum gegen eine Olympiabewerbung abgegeben haben. Wer als Volksvertreter banalste Aufgaben ignoriert muss damit rechnen, dass das Vertrauen in Kompetenzen erodiert. Zuletzt hat es für den Rot-Grünen Senat mit 52% für ein Weiterwursteln gerade noch so eben gereicht. Ein Vertrauensvorschuss der stetig verspielt wird?    

Gruß C.L.

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Sicherlich gibt es Taxikollegen, die den heutigen Donnerstag 19.03.26 feiern, weil der HVV gestreikt hat und man deutlich mehr verdienen konnte, als an einem normalen Werktag.

Ich habe heute während meiner gesamten Schicht einfach nur gedacht „Katastrophe“. Morgens stand ich erst einmal schön im Stau und hatte eine lächerliche Durchschnittsgeschwindigkeit vom 16km/h im Display. Dann musste ich ständig um Fahrradfahrer herumzirkeln, die die Straßen erobert haben und selbst dann keinen Radweg benutzen, wenn es einen gibt. Lieber immer schön die Autofahrer nerven. Besonders aggressiv machen mich Frauen auf klapperigen Hollandrädern, die weniger Kondition haben als ein kettenrauchender Taxifahrer wie ich einer bin. Die fahren dann so langsam auf der Fahrbahn, dass man meinen könnte sie kippen gleich um.

Und so lief der gesamte Tag ab. Rote Welle, Baustellen, Engpässe, Sperrungen, Frostschäden auf der Fahrbahn, Autofahrer, die sich kaum noch trauen über 40km/h zu fahren, weil der Sprit ja so teuer geworden ist. Die Müllabfuhr, die mitten am Tag arbeitet, anstatt morgens um 5Uhr, Lieferverkehr, der z.B. die Bismarckstraße einfach mal komplett blockiert hat. Immer noch eine einspurige Verkehrsführung in der Kollaustraße und eine Vollsperrung nicht nur am Ende der Bundesstraße, sondern zeitgleich in der Mitte der Bogenstraße.

Dazu Taxistände, die gnaden- und folgenlos von Handwerkern und Privatwagen zugeparkt werden, so wie heute der Posten Baumwall.

Ich habe heute 250€ Umsatz gemacht und das war bei meiner Arbeitsmoral schon sehr beachtlich. Aber ich fand jeden Euro davon hart verdient, zu viel Stress, zu viel Gewusel, zu viel Großstadt und zu viel Egomanie.

Passend dazu ein Ausblick für das kommende Wochenende in der Hamburger Morgenpost : Chaos am Wochenende

LG C.L.

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Hamburg EWU vs. MWU

On März 4, 2026, in Tagschicht, Von C.L.

Sind MWU noch überlebensfähig ?

Der Leiter der Hamburger Taxibehörde spricht offen aus, was wir EWU schon lange wissen.

 

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Uber – viele Kunden / miese Bewertungen

On Februar 21, 2026, in Tagschicht, Von C.L.

Es gibt Dinge, die man einfach mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehen kann und das Phänomen Uber gehört eindeutig in diese Kategorie. Jeden Tag dasselbe Spielchen am Hamburger Flughafen. Viele vernünftige Kollegen, teils seit Jahrzehnten im Geschäft, warten mit ihren Taxen am Flughafen auf Kundschaft.

Durch die Drehtüren kommen regelmäßig eher jüngere Fahrwillige und bestellen sich ein Uber Taxi. Wir werden ignoriert, als stünden wir unter eine Käseglocke. Sich in Hamburg ein Taxi zu bestellen ist aber gar nicht so einfach, weil die direkte Zufahrt zum Ankunftsbereich mit Schrankensystemen und Gebühren behaftet ist. Für die VIP Spur links der Taxi Einstiegszone haben nur die wenigsten Kollegen eine Zufahrtsberechtigung, die kostet nämlich mehrere 100€ im Jahr.

Also wartet der Kunde auf sein Uber Taxi und schielt auf alle Kennzeichen, die zum Terminal aufrücken. Schließlich ruft der Kunde den Uber Kutscher an und man versucht sich zu koordinieren. Mühsam wird es dann allerdings, wenn der Kollege kaum Deutsch spricht, oder der Kunde kaum Englisch. Manchmal verabredet man sich dann oben in der Abflugebene, manchmal bricht man den Vorgang auch ab und steigt in das Taxi, was eben an der Reihe ist. Bevor sich manch ein Kunde und Taxifahrer gefunden haben, sind andere Kunden, die einfach zusteigen, schon halb an ihrem Fahrziel angekommen.

Wenn ich mir dazu noch die Bewertungen auf Trustpilot https://de.trustpilot.com/review/www.uber.com ansehe, muss ich ernsthaft die Frage stellen, was das für Menschen sind, die unbedingt ein Uber Taxi besteigen möchten? Sind das etwa Selbstoptimierer, die gar nicht merken, dass ihre Bemühungen in der Praxis ständig in die Hose gehen?

Aber wie in allen anderen Lebensbereichen gilt „Jeder blamiert sich so gut er kann.“

Grüße C.L.

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Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt noch bloggen soll? Denn die Erkenntnis, dass sich sowieso nichts im Sinne der Kleingewerbetreibenden ändern wird, ist unumstößlich. Warum sich also weiter an Gewerbethemen und Verkehrspolitik reiben, dass führt höchstens zu einem Magengeschwür.

  1. Der Taxiverband – innere Kündigung statt Aufbruchstimmung

Eigentlich wollte ich 2025 zusammen mit einigen engagierten Kollegen den alteingesessenen Verband LPVG neu beleben und mich dafür einsetzen, Behörde und Politik aufzuzeigen, wo die Rahmenbedingungen dringend nachjustiert werden müssten. Als Beispiele die Pflicht zur Anschaffung teurer und technisch fragwürdiger Elektrotaxen, die fehlende Ortskunde bei vielen jungen Kollegen, oder der aktuelle Taxitarif, der objektiv einfach zu teuer ist. Und zuletzt Moia, subventionierte Konkurrenz eines Großkonzerns, der ungehemmt und mit Zustimmung der Stadt in unserem Segment wildern darf und besonders am späten Abend reichlich Fahrten abgreift, die eigentlich Taxifahrten sein müssten. Und gleichzeitig bei einem Wintereinbruch den Betrieb mal eben einstellt und die Kunden im Schnee stehen lässt, während wir Taxifahrer Material und Gesundheit riskieren, damit die Menschen in Hamburg mobil bleiben.

Ich habe mich stattdessen dazu entschieden meine Mitgliedschaft im LPVG zum Jahresende 2025 zu kündigen. Ich hatte wirklich große Hoffnungen, dass der Vorstand dort strukturiert arbeiten würde und wir es gemeinsam schaffen können eine Menge Einwagenunternehmer ins Boot zu holen. Leider hat sich diesbezüglich in den letzten 12 Monaten nichts getan. Die Arbeit müsste auf viel mehr Schultern verteilt werden, dazu gibt es aber keine Bereitschaft aus dem Gewerbe. Die Kollegen sind ja nicht einmal bereit monatlich 10€ Beitrag zu zahlen. Lieber wurstelt jeder vor sich hin und fährt weiter ins Verderben. So ist es natürlich ein Leichtes für die zuständige Behörde die Interessen von 80% der Taxenunternehmer in Hamburg zu ignorieren. Denn wer sich nicht organisieren kann, wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Basta.

  1. Die BVM – 80% Einwagenunternehmer, aber das Wort hat FreeNow

Ich war im August bei einer Veranstaltung der Taxenbehörde (BVM) und habe ziemlich ernüchternd festgestellt, wessen Wünsche dort umgesetzt werden. FreeNow als Ansprechpartner und Deutschlands Nummer 1 in Sachen Plattformvermittlung ist der Stichwortgeber. 2026 gibt es Tarifkorridore und einen Algorithmus für Fahrpreise. Es ist keine Rede mehr davon, dass Taxentarife verbindliche Größen für den Kunden sind. 20 Jahre lang war in Stein gemeißelt, dass der Kunde Planungssicherheit wünscht. Nun dürfen FreeNow und Uber mit unseren Tarifen rumspielen und wir sind die ausführenden „Subunternehmer“. Hier werden die Interessen des Großkapitals gegen die Interessen der zahllosen Einwagenunternehmer in Hamburg gegeneinander ausgespielt und das ist verdammt noch mal nicht in Ordnung.

Auch das Projekt Zukunftstaxi mit der Pflicht zur Anschaffung eines „lokal emissionsfreien“ Fahrzeugs wird unbeirrt fortgesetzt. Bereits im November gab es ein weiteres Treffen zu dem Thema bei Vattenfall in der Hafencity. Erneut sollen wir Kunden werden. Kunden von Vattenfall, wo wir Strom kaufen sollen und natürlich auch Kunden von VW, bei denen wir Fahrzeuge finanzieren sollen. So leid es mir tut, es drängt sich ein Vergleich zur Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf auf und ich lehne eine solche Einmischung bei der Fahrzeugwahl entschieden ab. Damit stehe ich aber allein auf weiter Flur. Trotz einer Geschäftslage, die im Jahresverlauf oft mager gewesen ist, finanzieren die Unternehmer ETaxen und arbeiten ggf. noch mehr Stunden um über die Runden zu kommen.

  1. Devotes Abnicken, anstatt Rechte einzufordern.

Viele Kollegen und Unternehmer arrangieren sich mit dem Ist-Zustand, anstatt mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Erst fährt man für FreeNow und moniert, dass dort mittlerweile 14% Gebühren pro Fahrt fällig sind, dann fährt man für Uber, die notgedrungen mit Taxiunternehmen zusammen arbeiten, weil sie in Hamburg keine Mietwagen auf die Straße gestellt bekommen. In der Regel hängen zwei Smartphones im Auto (samt Kabelsalat in der Mittelkonsole) und man fährt was man eben abkriegt. Damit man aber überhaupt nennenswert Touren abbekommt braucht man ein ETaxi, weil eben dieses priorisiert vermittelt wird. Letztlich hat man also mehr Umsatz, mehr Kosten und etwas mehr Netto in der Tasche. Sobald autonom fahrende Taxiflotten in Europa erlaubt werden bekommt man zur Belohnung einen Arschtritt und hat vorher jahrelang Daten gesammelt, um ein automatisiertes Geschäft für VW / Tesla / FreeNow und Uber mit zu entwickeln.

Eine Perspektive als freier Unternehmer die nächsten Jahre Geld zu verdienen sehe ich da kaum noch. Frei bedeutet in diesem Fall, dass man auch ohne Funkanbindung und ohne App. Vermittler in der Lage sein sollte nennenswerte Umsätze und Gewinne zu generieren.

Grüße C.L.

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Kleine Fachkunde – Praxis Theorie

On Dezember 4, 2025, in Tagschicht, Von C.L.

Hier angepinnt ein sehr umfangreicher Artikel aus dem HA zur angedachten Einführung der Kleinen Fachkunde für Hamburger Taxifahrer. Nachdem Verkehrsminister Scheuer 2021 federführend die Ortskundeprüfung für Taxifahrer abgeschafft hat, befindet sich die Qualität der neuen Kollegen zu oft im Sinkflug.

Kleine Fachkunde

Man ist mittlerweile schon gar nicht mehr erstaunt, wenn nach Jahren solche Erkenntnisse reifen, man ist direkt wütend. Denn viele von diesen „neuen Kollegen“ werden gar nicht gebraucht, um die stetig schrumpfende Anzahl an Kunden weg zu fahren. Andreas Scheuer hat damals so entschieden, weil Uber einfach gute Lobby Arbeit gemacht hat. Oder das Old School Taxigewerbe entsprechend Schlechte, vermutlich mangels Finanzmasse eher gar keine. Eigentlich müsste man die Hürden zum Einstieg in unseren Beruf viel höher ansetzen. Wer für 30 Minuten Fahrt fast 40€ kassieren möchte, muss auch liefern.

Wirklich empörend an diesem Artikel ist allerdings die Tatsache, wie träge und von vorgestern dieses gesamte System agiert. Ein Arbeitskreis, eine Idee, der Stadtstaat, die Bürokratie im Ländle. Diese Prozesse lähmen das gesamte Land und daher kommt auch der Eindruck, dass der Laden einfach nicht mehr rund läuft.

LG C.L.

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Gewerbenews Hamburg August 2025

On August 30, 2025, in Tagschicht, Von C.L.

Erst jetzt komme ich dazu wieder einmal ein paar Zeilen zum Thema Taxi in Hamburg zu verfassen. Ich war im August erst im Urlaub mit der Familie und habe mir dann auch noch einen Mercedes Youngtimer zugelegt, an dem viel geschraubt werden wollte.

Am 26.08.2025 hat die BVM zur Tarifanhörung eingeladen und auch einzelne interessierte Unternehmer durften kommen. Nicht nur unsere Gewerbevertreter und Alexander Mönch, der Chef von FreeNow. Es waren 50 Plätze verfügbar und 26 Taxiunternehmer waren vor Ort. 26 von 1850 !!!

Was ich als Diskussionsrunde aufgefasst hatte, entwickelte sich sehr schnell zu einer reinen Ergebnispräsentation. Die Taxigeschäfte in Hamburg sind 2025 erneut rückläufig und weit entfernt von dem Tourenaufkommen vor der Pandemie. Die Stundenumsätze sind keinesfalls ausreichend, um angestellten Taxifahrern den Mindestlohn zahlen zu können. Viele Betriebe sind aktuell in ihrer Existenz bedroht, daher soll die Festpreisoption der Vermittler nun in zwei Testphasen als Tarifkorridor ausgestaltet werden dürfen. Zuerst für drei Monate mit einem möglichen Preisaufschlag nach oben bis zu 20%, danach weitere drei Monate mit einem Korridor, der vom Tarif +/- 20% abweichen darf. Wissenschaftlich begleitet soll so herausgefunden werden, ob ein Preisnachlass die Nachfrage ankurbeln könne?

Ein Taxi in Hamburg ist aktuell nur zu 30% der Schichtzeit mit Kunden besetzt und fährt in einer Schicht zwischen 8 und 9 Touren. Das wird am Preis liegen, vor allem aber liegt das an dem Überangebot an Taxen. Während neue Optionen mobil zu sein wie Pilze aus dem Boden schießen und unsere Kunden ansprechen, reduziert sich die Taxianzahl in lediglich homöopathischen Dosen. Jeder Betrieb, der aus steuerlichen Gründen, oder aber weil er mieses Personal beschäftigt, in den Fokus von der Behörde gerät, geht sofort zum Anwalt und kämpft um den Erhalt seiner Konzessionen. Freiwillig verkleinert niemand seinen Betrieb, was mir wirtschaftlich völlig schleierhaft ist. Ich betreibe doch kein Business, wo ich in manchen Monaten noch privates Geld zuschießen muss. Und 5% Marge werfen ETF`s bei deutlich minimierten Risiko auch ab.

Es wurde auch daraufhin gewiesen, dass die Tariferhöhung vom Februar 2025 nicht zu einer Umsatzsteigerung geführt hat und folglich weitere Tariferhöhungen kein Mittel sind, um die Zahlung von Mindestlohn in 2026 und 2027 sicher zu stellen. Wenn 2026 der Mindestlohn auf 13,90€ pro Stunde steigt müssen Stundenumsätze von über 40€ erwirtschaftet werden. Das ist nicht unrealistisch, das ist völlig absurd.

MOIA hat 2024 immerhin 2 Millionen Kunden befördert und so auch einen Teil unserer Kundschaft. Das mag man ungerecht finden, aber MIOA als Tochter von VW ist die europäische Speerspitze beim Wettlauf um das autonome Fahren der Zukunft. Ein Prestigeobjekt, deren Interessen deutlich höher bewertet werden, als die Befindlichkeiten von kleinen Krautern wie wir es sind.

MOIA, FreeNow und Uber werden nicht wieder verschwinden, dafür ist ihre Macht und ihr Kapital viel zu groß. Wir können versuchen mit Hilfe der Plattformen unser Geschäft zu optimieren und bekommen die rote Karte, sobald autonomes Fahren in Europa zugelassen wird. Ich gehöre offenbar zu einer ganz kleinen Minderheit, die niemals mit Uber ins Bett steigen würde und auch FreeNow hat mit seinen wenig seriösen Geschäftspraktiken bei mir verkackt.

Insgesamt ist die Taxiperspektive also extrem düster. Es werden 2025 noch einige Kollegen aufgeben. Mehrfach wurde mir zugetragen die Übertragung der Konzession bringt 7000€. Nach der Veranstaltung bei der BVM haben wir draußen gesagt, wenn es irgendwann 100.000€ für die Konzession gibt, sind wir auch weg.

Grüße C.L.

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