Schon das gesamte Jahr 2014 kann ich mich nur wundern, was auf Hamburgs Straßen täglich abgeht. Das Wort Verkehrsfluss kann man wohl bald aus dem Duden streichen, mich begleiten Störungen im Straßenverkehr mittlerweile bei fast jeder Fahrt.

Morgens um 9 Uhr am Flughafen hofft man schon fast darauf, dass der Kunde nicht ins Zentrum will. Eppendorf ist mit seiner Tarpenbekstraße ganztägig überlastet, selbst um 13 Uhr ist dort kein zügiges Vorankommen möglich. Dasselbe auf der Sengelmannstraße. Bedingt durch die Baumaßnahmen auf der Fuhle ist auch hier immer Stau angesagt. Dazu z.B. der chronisch überlastete Ring 2 und die A7, wo mein Navi lustig zwischen gelben und roten Symbolen hin- und her wechselt. Nein das Autofahren in Hamburg macht keinen Spaß mehr. Früher hatte ich ein Motorrad und einen Hobby Mercedes – alles verkauft, ich bin froh wenn mein Taxi steht und ich mich nicht durch den Verkehr quälen muss.

Richtig ätzend finde ich aber auch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.
Das Halten und Parken in zweiter Reihe ist ein ständiges Ärgernis, ebenso das notorische Schleichen auf großen Hauptstraßen. Früher war es völlig normal im Stadtverkehr 60-70km/h zu fahren, heute schaffen es viele kaum noch auf 50km/h zu beschleunigen. Profis im Straßenverkehr treffen auf Kleinwagenbesitzer, die natürlich beim Fahren keine Emotionen entwickeln können, oder auf überforderte Car2Go Nutzer, die keine ausreichende Fahrpraxis besitzen. Wenn ich dann gleichzeitig von schweren, oder gar tödlichen Verkehrsunfällen lese, kann ich mich nur wundern. Rasen geht doch überhaupt nicht mehr. Wie hat es beispielsweise ein Ford Mustang Fahrer geschafft, an einem Freitag morgen in der City Nord seinen Wagen so über eine Verkehrsinsel rutschen zu lassen, das alle Achsen gebrochen sind ? Ich war zeitgleich im erhöhten Standgas unterwegs Richtung Alstercity.

Und dann natürlich die Radfahrer, die selbst auf den verkehrsreichsten Hauptstraßen auf der Fahrbahn fahren. Das Verhalten der Radfahrer ist regelmäßig grenzwertig. Da schlängelt man sich an roten Ampeln zwischen den Autos durch, fährt nebeneinander durch kleine Wohnstraßen, oder ohne Licht in einem Höllentempo auf der Kieler Straße oder Alsterkrugchaussee. Dabei ist es mir völlig egal, ob das Radfahren auf der Straße erlaubt ist. Es ist brandgefährlich und nervt Mitmenschen, die am Ende eines langen Arbeitstages vielleicht doch irgendwann mal zu Hause ankommen wollen.

In einer Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnern und einer guten Million Kraftfahrzeugen wäre erheblich mehr Rücksicht zwingend notwendig. Ja das schreibt tatsächlich ein Taxifahrer. Ich bin aber jemand, der seine Kunden in einer Parklücke oder einer Garagenausfahrt ein-, und aussteigen lässt und nicht minutenlang alles blockiert, so wie leider viele meiner Kollegen.

Auch eine Baustellenkoordination sollte endlich mal stattfinden. Natürlich erwarte ich, dass an neuralgischen Punkten rund um die Uhr gearbeitet wird, damit der Engpass auf der Straße schnellstmöglich behoben werden kann. An die Überdeckelung der A7 mag ich noch gar nicht denken. Spätestens dann wollte man sich einen Home Office Job suchen, oder besser gleich in Frührente gehen.

Es grüßt C.L.

 

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