Linkin Park Konzert und kein Taxistand vor Ort
Am Mittwoch Abend (03.06.2026) habe ich mich in mein Taxi gesetzt, um den einen oder anderen Fan nach dem Linkin Park Konzert im Volksparkstadion nach Hause zu fahren.
Dabei musste ich feststellen, dass der eigentliche Taxistand zwischen den Arenen aktuell wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Einen Ersatz Taxistand für diese beiden Mega Events (sie haben auch am 01.06.26 gespielt) mit jeweils 50.000 zahlenden Gästen gab es nicht. Auf Nachfrage teilte ein Polizeibeamter vor Ort mit, es gäbe ja einen Taxistand im Sackgassenteil des Hellgrundweges gegenüber von Montblanc. Dort passen 5 Taxen hin und er liegt einen knappen Kilometer vom Stadion entfernt
Wartende Kollegen im Hellgrundweg / Ecke Stadiostraße wurden mit der Androhung eines Bußgeldes wegen illegaler Bereitstellung weg geschickt. Letztlich bildete sich ein ebenso illegaler Taxistand in der Schnackenburgsallee / Ecke Stadionstraße.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass Hamburg gerne solche Großveranstaltungen ausrichten möchte, damit Hotels, Kneipen und Restaurants ihr Geschäft optimieren können, während die Stadt es nicht einmal für nötig erachtet z.B. einen temporären Taxistand in der Nähe von tausenden Fahrwilligen einzurichten. Grundsätzlich sollte es jedenfalls kein Problem sein einen Teil der Schnackenburgsallee und des Hellgrundwegs von 22-02Uhr mit vier Schildern und einem kleinen Text zu versehen.
Aus diesem Bericht sollte eigentlich ein Artikel in einer Hamburger Tageszeitung werden, der letztlich nicht erschienen ist. Denn die zuständigen Behörden teilten der Redaktion auf Nachfrage mit, dass es ganz normal sei, bei Großveranstaltungen „zum Schutz der Menschenmassen“ einen Taxistand temporär zu sperren. Sorry aber wer soll denn diese Entscheidungsträger und ihre Entscheidungen noch ernst nehmen?
Ich denke nach einem Rockkonzert braucht niemand Schutz, sondern möchte einfach nur zügig abfahren. 75 Minuten nach Konzertende habe ich die letzten Kunden aufgegabelt. Zwei junge Mädels, die aus Amsterdam angereist waren und wenig Verständnis dafür hatten, ewig nach einem Taxi suchen zu müssen.
Das war jedenfalls mal wieder eine Underperformance in Sachen Verkehrslogistik. Daher sollten sich Herr Tschentscher und Herr Tjarks auch nicht wundern, dass die Hamburger ihr Votum gegen eine Olympiabewerbung abgegeben haben. Wer als Volksvertreter banalste Aufgaben ignoriert muss damit rechnen, dass das Vertrauen in Kompetenzen erodiert. Zuletzt hat es für den Rot-Grünen Senat mit 52% für ein Weiterwursteln gerade noch so eben gereicht. Ein Vertrauensvorschuss der stetig verspielt wird?
Gruß C.L.