Die Geisterstadt der Zombies???

On März 26, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

Hallo,
heute nachmittag war ich mit dem Taxi unterwegs. Zu Hause fällt einem, der normalerweise ständig auf Achse ist, ziemlich schnell die Decke auf den Kopf. Ich hatte gehofft für zwei- oder drei Kurztouren würde es reichen, aber selbst dieses Minimalziel konnte ich nicht realisieren.

Das Grand Elyssee ist bis Anfang Mai geschlossen und ebenso das Hotel Emporio in der City. An den Taxiposten in der Innenstadt gährende Leere, es gibt dort wohl keinen einzigen Kunden mehr. Trotz Sonnenschein eine unwirkliche Atmosphäre.

Meine Kollegen und ich warten auf die Formulare zur Antragstellung bei der Investitions- und Förderbank Hamburg.

Dort soll es kurzfristig eine Soforthilfe in Höhe von 2500€ für Solo Selbständige geben. Zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als gar nichts.

Zudem gibt es zu vermelden, das der Hansafunk und seine Tochtergesellschaften Taxi Hamburg / Auoruf Funkbeiträge weder ermäßigen noch stunden wollen.

Zuletzt habe ich heute mit einem angestellten Fahrer gesprochen, der aus dem Nähkästchen plauderte. Sein Chef hat Kurzarbeit beantragt und er soll trotzdem voll arbeiten. Da ist sie ja schon wieder, die grenzenlose kriminelle Energie in den Mehrwagenbetrieben.

Bleibt gesund, grüße C.L.

 

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Wie nicht anders zu erwarten werden wir auch im Jahr 2020 demonstrieren müssen, damit unsere Interessen nicht gänzlich unter die Räder kommen.

Den Taxifahrern ist der neue Mitbewerb zurecht ein Dorn in Auge. Dort wird Mobilität zu preisen angeboten, die klar im Bereich des Dumpings anzusiedeln sind. Großkonzerne wie Mercedes Benz versuchen fast schon verzweifelt neue Geschäftsfelder zu erschließen, weil sie befürchten zukünftig mit dem Verkauf von Pkw´s immer weniger Geld zu verdienen.

Daher wurde 2019 aus Mytaxi Free Now und seitdem versucht Free Now Taxikunden mittels Rabattaktionen für ihre Mitwagenflotte zu begeistern. Das Geschäftsmodell nennt sich Ride, der Fahrpreis liegt bei ca. 70% des Taxipreises und die Gebühren für die Vermittlung betragen fast schon sittenwidrige 25% vom Fahrpreis.

Selbstverständlich ist das Taxigewerbe empört darüber, wie sich Free Now uns gegenüber verhält. Schlimmer als Uber urteilte da schon mancher Kollege.

Immerhin fast zehn Jahre hat Mytaxi zusammen mit uns Taxifahrern in vielen Großtstädten Kunden aquiriert und befördert. Der Kunde hat die Zuverlässigkeit und Möglichkeit zur unkomplizierten bargeldlosen Zahlung sehr zu schätzen gelernt. Im Sommer 2019 dann der Bruch. Die Mietwagenflotte Ride wurde eingeführt. Zu von Free Now festgelegten Fahrpreisen und Gebühren. Besonders dreist ist die Tatsache, dass diese Dienstleistung direkt auf der Free Now App. angeboten und beworden wird. Das sieht dann so aus:

Der Kunde will ein Taxi bestellen und bekommt ungefragt die preiswerte Option Ride angeboten.

Ride fährt in diesem Fall 25% günstiger als Taxi.

Das Taxi kostet nicht etwa zwischen 28 und 34€, sondern ziemlich exakt 28,80€.

Das Taxi zählt 7% Provision = 2,02€.

Ride zahlt 25% Provision = 5,47€.


Es leid es mir auch tut, derartig asoziale Geschäftspraktiken können nur zur Folge haben, dass man die Zusammenarbeit mit Free Now sofort einstellt.

Nachfolgend sehen wir einen Screenshot von einem Free Now Ride Fahrer. Immerhin hat er es geschafft vom 01. bis 23.12. 3630€ Umsatz zu fahren.

Darauf muss er 25% Vermittlungsgebühr zahlen = 907€

und 19% Mwst. = 690€.

Bleiben noch 2033€ übrig.

Bei angesetzen Kosten von wenigstens 0,30 Cent/km für das Fahrzeug bleibt noch ein Tausender übrig.

nach Abszug weitere Kosten wie Krankenkasse, Steuern, Altersorge, BG, Mobilfunk etc. dürfte sein Netto Einkommen im Bereich von Hartz 4 liegen.

Da nutzt es auch wenig, wenn Free Now am Anfang eine Umsatzgarantie verspricht.


Wie sehr das Image von Mytaxi / Free Now gelitten hat zeigt folgendes Bewertungsportal: https://de.trustpilot.com/review/mytaxi.de

Gegeb diese Wettbewerbsverzerrung werden wir am 20.02.2020 demonstrieren. In diesem Zuge werden auch in Hamburg Unternehmer ihre Verträge mit Free Now kündigen.

Dem Kunden sei folgendes mit auf den Weg gegeben: Wenn das Taxigewerbe platt gemacht worden ist, sind Großkonzerne Monopolisten, die die Fahrpreise dikieren werden. Diese träumen langfristig von Robotertaxen und wollen mit Mobilität abseits des PKW Verkaufs Geld verdienen.

Grüße C.L.

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Megastau und Klimpergeld.

On November 1, 2019, in Tagschicht, Von C.L.

Diese Kurzwoche hatte wirklich alles zu bieten, was Taxifahrern auf den Keks geht.

Ab dem 28.10. sind in Baden-Württemberg und Bayern natürlich wieder Herbstferien und somit sind keine Geschäftsleute unterwegs. Stattdessen fahren wir Privatleute und Rentner mit erheblich kleineren Aufträgen. Dazu kommt, dass viele Hamburger ebenfalls die Kurzwoche um einen Brückentag ergänzen und offenbar vor allem mit ihren PKW mehr oder minder sinnvolle Fahrten unternehmen.

Montag stand ich den gesamten Tag im Stau, unser Taxitarif mit einem leicht erhöhten Fahrpreis zwischen 7 und 10Uhr, sowie 16 und 19Uhr, ist ein schlechter Scherz. Denn zwischen 10 und 16Uhr steht der Verkehr ebenfalls seit Monaten. Aktuell natürlich auch wegen der gleichzeitigen Sperrung von Borgweg und Sierichstraße. Diese Nicht-Koordination der Baustellen ist eine Schweinerei sondergleichen.

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 18km/h und 2,50€ pro Kilometer erlöst man selbst mit einer Topauslastung von 50% gerade mal 22,50€. Bei 40% 18€, bei 30% 13,50€. Da muss man sich einmal mehr fragen, was Moia, Uber und Free Now Ride in Hamburg eigentlich wollen? Geld können sie jedenfalls tagsüber auch nicht verdienen.

Natürlich sorgt Stau nicht nur für eine Belastung der Nerven, sondern verursacht zusätzliche Emissionen. Während mein Mercedes Diesel normalerweise die Werksangabe von 9,3 Liter/100km im Stadtverkehr einigermaßen einhält, schnellt der Verbrauch zügig in Richtung 11 Litern, sobald der Verkehr im Schneckentempo fließt. 15% mehr Co2 und NoX Ausstoß durch Stau, hausgemacht durch politisches Versagen im Bereich Hamburger Infrastruktur, das ist schon eine herausragende Leistung. Und dann wundern sich unsere Regierenden, wenn der Bürger zum rechten- bzw. linken Rand abdriftet, weil der die Schnauze gestrichen voll hat.   

Grüße C.L.

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Hier ein Termin für alle interessierten Taxiunternehmer und Taxifahrer in Hamburg. Am Samstag den 30.03.2019 findet von 11Uhr bis 15Uhr ein Treffen zu einer Demo Vorbereitung in Lurup statt.

Adresse : L íncontro – Il Bistro, Luruper Chausse 30, 22607 Hamburg.

Inhaltlich geht es um konkrete Aktionen gegen Andreas Scheuers Nouvelierung des Personenbeförderungsgesetzes.

Grüße C.L.


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Die Mobilitätswende

Sehr sehenswert. Sogar das Problem Taxigewebe vs. Moia in Hamburg wird thematisiert.

Grüße C.L.

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Diesel Prämie : Jetzt ein neues Taxi???

On Oktober 19, 2018, in Aktuell, Tagschicht, Von C.L.

Ich gestehe gerne, als ich gelesen habe, die deutschen Automobilhersteller wollen mit einer Prämie von bis zu 10.000€ alte Diesel gegen Neuwagen ersetzen, war ich interessiert.
Meine E-Klasse ist immerhin zehn Jahre alt und als Euro4 Taxi mit 375tkm auf dem Tacho vielleicht noch 4000€ wert. Auf der anderen Seite ist sie bezahlt, gut gewartet und wird sicher noch ein paar Jahre problemlos fahren.

Die Diesel Prämie kann und sollte man aus diversen Blickwinkeln betrachten:

Aus vollmundigen „bis zu 10.000€“ hat Daimler bereits 6000€ für den Kauf einer neuen E-Klasse gemacht. Trotzdem wäre es denkbar, dass ich mein Taxi für sehr gute 10.000€ in Zahlung geben könnte.
Eine neue E-Klasse mit Taxirabatt kostet 32530€ netto. Dafür gibt es eine 194PS starke Vierzylinder Limousine. Dummerweise sind weitere Sonderausstattung mit jeweils mindestens 1000€ Aufpreis erwerben, so das der Endpreis bei gut 40.000€ netto liegen würde.

Basispreis E200cdi 32530€
Business Paket 3100€
– LED Licht
– 66 Liter Tank
– SD Navigation
– Multimedia Display
– Park Paket
Sportstyle Paket 1050€
Spiegeltaxameter 990€
Schiebedach 1125€
Rücksitzlehnen klappbar 435€
Widescreen Cockpit 850€
Surround System 850€
Heckrollo 385€

Endpreis 39315€ netto!

So hätte ich also 30.000€ investiert, obwohl das aktuell gar nicht nötig ist und obwohl niemand sagen kann, wie sich das Geschäft in Zeiten von Moia, Uber und Co. entwickeln wird.
Man kann gegenrechnen, daß die monatliche Rate von ca. 500€ eine Ersparnis beim Verbrauch und bei der Einkommenssteuer bringt. Dafür düften Reifen, Bremsen und diverse Verschleißteile mal wieder eine Ecke teuer werden.

Untern Strich bleibt: Es kommt mich teurer einen Neuwagen zu fahren, als einen Gebrauchtwagen zu pflegen. Oder ich müsste jede Woche zehn Stunden mehr arbeiten und dazu bin ich in der Staustadt Hamburg, die Autofahrern ständig Knüppel zwischen die Beine wirft und Fahrradfahrer hofiert, nicht bereit.

Betriebswirtschaftlich müsste eine Stunde besetzt im Taxi 40€ Umsatz bringen und eine Kurztour wenigstens 12€, die Praxis sieht leider ganz anders aus.

Grüße C.L.

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Hallo,
in den letzten Wochen ist einiges in Hamburg passiert, was nachhaltig die Existenz der Taxiunternehmer in dieser Stadt gefährden könnte. Moia, eine VW Tochter, möchte mit elektrischen Kleinbussen zu Dumpingpreisen in Hamburg Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Mit mittelfristig eintausend Fahrzeugen möchte Moia den HVV ergänzen und natürlich auch den Taxlern Fahrgäste abspenstig machen. 50 Millionen Euro soll dieses Projekt im ersten Schritt kosten. Von Wirtschaftlichkeit ist keine Rede und ein Globay Player mit zuletzt 16 Milliarden Euro Gewinn dürfte die Wirtschaftlicheit auch wenig intessieren.

Moia in Hamburg

Trotz Bedenken der Taxiverbände gilt es als sicher, das die zuständige Behörde Moia genehmigen wird. Was sollte man auch gegen neue saubere Fahrzeuge, billige Preise und Testfahrten im Hinblick auf das vollautonome Fahren haben?
Das Problem ist die Bedrohnung tausender Existenzen des kleinteiligen Taxigewerbes. 1800 von 3000 Taxen werden von Einzelunternehmern gehalten. Das Geschäft reicht trotz regelmäßiger Tariferhöungen so gerade eben, um zu Überleben. Aufgrund der hohen Kosten und der kaum vorhandenen Rücklagen wäre ein Umsatzrückgang von 20-30% durch neue Mobilitätsanbieter der Todesstoß für das Groh der Betriebe.

Stellungnahme HTV zu Moia

Da die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation noch nie ein großer Freund des Taxengewerbes war, sondern eher dafür sorgt, das Kundeninteressen durchgesetzt werden, bleibt nach jetzigen Stand der Dinge nur der Klageweg, um Moias Geschäftsmodell und deren Genehmigung durch die zuständige Behörde, auf Rechtssicherheit zu prüfen. Schon in der Vergangenheit, hat die Taxenbehörde teilweise willkürliche agiert und immer wieder Kollegen aufgefordert zu klagen, falls man sich ungerecht behandelt fühlen würde.

Genau das wollen jetzt wenigstens zwei Taxenunternehmer in Hamburg machen. Mitte März gibt es zu diesem Thema einen Vortrag für alle interessierten Kollegen.

BG C.L.

PS : Selten waren sich in der Vergangenheit so viele Kollegen über das Vorgehen einig. Völlig egal ob Graupe, Mytaxler und Hansi. Allen scheint bewusst jetzt an einem Strang ziehen müssen, bevor sich die Schlinge zuzieht.

PPS : Hier weiterführende Informationen zur Klagevorbereitung gegen Moia. Meine Spende ist raus.

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Ein Blick in die Zukunft

On April 29, 2017, in Aktuell, Nachtschicht, Tagschicht, Von C.L.

Ein Blick in die Zukunft

Ich bin schon seit einiger Zeit der Ansicht, entweder mancht uns Taxifahrer mittelfristig Uber platt, oder in ferner Zukunft das autonom fahrende Auto. Dazu passt oben verlinkter Artikel wunderbar. Die meisten meiner Kollegen, im Schnitt Ende fünfzig, interessieren diese Entwicklungen nicht sonderlich. Ich allerdings muss von der Personenbeförderung noch gut zwanzig Jahre leben. Und ich bin nicht sicher, ob ich bis zur Rente die Kunden in einem Vanillebomber befördere.

Theoretisch könnte man natürlich sagen, es ist doch egal, ob man sein Geld im Taxi, oder in einem Uber Auto verdient. In der Praxis ist das natürlich nicht egal. Aktuell wäre es tatsächlich so, das man mit einen konzessionierten Mietwagen 19% Mwst. abführt, mit einem Taxi 7% Mwst. D.h. der Mietwagen (Uber u.ä.) müsste 10% teurer sein, oder die Marge 10% geringer. Während Mytaxi dem Gewerbe 7% vom Fahrpreis als Provision für die Tourenvermittlung berechnet, wollte Uber (2015 kurz in Hamburg aktiv) gleich mal 20% des Fahrpreises als Vermittlungsgebühr kassieren. Und es steht auch zu befürchten, das es weitere Auslagen geben wird, um dem Unternehemr die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Vielleicht muss das Fahrzeug alle fünf Jahre ersetzt werden, es gibt Anwesenheitspflicht zu bestimmten Uhrzeiten, es gibt einen Dresscode. Damit sind die letzten Reste der unternehmerischen Freiheit futsch. Zuletzt will es gut überlegt sein, für einen Multimillarden Dollar US Konzern zu arbeiten. Die interessiert es nämlich einen Dreck, ob ich von meiner Arbeit leben kann.

Einzig die Preiselastizität fände ich spannend. So müsste man nicht, wie gestern im Regen vor dem langen Wochenende, für 7€ im Stau stehen, sondern der Kunde müsste dann bei sog. Übernachfrage entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Die Hotels machen es in Hamburg vor. Bei jeder größeren Messe und anderen Events werden die Hotelzimmer locker 80% teurer.

Es bleibt spannend.
C.L.

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Taxiabend im Miniatur Wunderland

On November 28, 2016, in Aktuell, Von C.L.

Bereits zum dritten Mal hat das Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt zu einem exklusiven Abend ausschließlich für Taxifahrer und deren Familien eingeladen.

Natürlich war auch ich mit meiner Familie dort und wir haben einmal mehr die detailverliebten Eisenbahnen und Landschaften bewundern können. Ob Landungsbrücken, Köhlbrandbrücke, HSV Station, Hamburg Airport, oder die Schweiz, Las Vegas und ganz neu Italien, alles war sehr beeindruckend.

Highlight für die Kids war die Lindt Schokoladenfabrik im Abschnitt Schweiz, wo auf Knopfdruck kleine Schokotäfelchen zum sofortigen Verzehr hergestellt werden. Für Apfelsaft und Pommes war auch gesorgt, so dass wir hier Danke sagen wollen.

Eine tolle Geste der Braun Zwillinge, die sich mit Hamburg ebenso verbunden fühlen, wie große Teile des Taxigewerbes.

Ein Termin für den 14.12.2016 kann noch gebucht werden / Unbedingt den P-Schein mitbringen!

C.L.

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