https://www.spiegel.de/auto/aktuell/moia-vw-fahrdienst-muss-sich-auf-200-shuttle-busse-beschraenken-a-1264221.html

Im obigen Spiegel Artikel ist die Problematik relativ anschaulich erklärt. Ich habe ihn verlinkt, und nicht http://www.dieklage.de,  weil ich zu den Leserkommentaren kurz Stellung beziehen möchte.

Zur Information für alle Interessierten :

Ivica ist zwar der Kläger in dieser Sache, hat aber knapp zweihundert Unterstützer, die für seine Klage gespendet haben. Daher ist es unzulässig von einem Einzelinteresse zu sprechen. Viele Kollegen, Unternehmer und angestellte Fahrer haben Angst um ihren Arbeitsplatz, wenn die Umsätze einbrechen.

Taxifahren ist viel zu teuer. Ich weis gar nicht, wo dieser Schwachsinn immer herkommt. Ich habe diese Woche jemanden vom Flughafen in die City Nord gefahren (13,40€), dazu hatte ich Kurztouren in der City für 8,10€ und 6€. Gefahren sind jeweils 2 bzw. 3 Personen. Da war ich wohl ohne Subvention billiger als Moia, die für 5€ pro Person fahren.

Teuer, zu teuer, viel zu teuer. Leider ist in der Großstadt alles teuer. Die Wohnung im hippen Eppendorf, oder Ottensen, der Cafe bei Starbucks, das Brötchen bei Dat Backhus. Diesel kostet auch schon wieder 10-15% mehr als noch 2018. Ohne Subventionen kann niemand billiger als ein Taxi Personen von A nach B bringen. Das Taxigewerbe bekommt aber keinen Cent Subventionen. Das ist im übrigen auch der Grund, warum wir nicht mit einem umweltfreundlichen??? Tesla Kunden befördern.  Um ein 85000€ Fahrzeug vorzuhalten müssten sich die Taxifahrpreise mindestens verdoppeln, oder aber der Staat 50% der Anschaffung übernehmen. Beides möchte man nicht, daher freuen sich die Hamburger Senatoren ja auch so über Moia. 

Wäre Moias Geschäftsmodell fairer Wettbewerb müsste der Mindestfahrpreis für Kostendeckung und Gewinnabsicht wohl bei 20€ liegen. Allein die 100 Elektrobusse dürften als Kleinserie 10.000.000€ kosten. Damit ist die Produktion gemeint und nicht die Entwicklung.

Und zuletzt : Tagsüber waren die Busse zu 95% ohne Kunden unterwegs und da gucke ich sehr genau hin. Es ist unzulässig eine Übernachfrage z.B. Samstagnacht zwischen 1Uhr und 4Uhr als Rieseerfolg zu verkaufen.

Wir sind gespannt wie es weitergeht.

Grüße C.L. 

 

Die Mobilitätswende

Sehr sehenswert. Sogar das Problem Taxigewebe vs. Moia in Hamburg wird thematisiert.

Grüße C.L.

Tagged with:  

„Ich lasse mir doch nicht kampflos den Kopf abschlagen“, so treffend hat es ein Kollege heute am Taxistand formuliert.

Wie so oft bei Gesprächen ging es um die geplante Genehmigung des Fahrdienstleisters Moia in Hamburg. Moia, eine Tochter des VW Konzerns, möchte neue Geschäftsfelder erschließen und plant zukünftig mit Mobilitätsdienstleistungen aller Art Kasse zu machen.
In Hamburg möchte man mit mittelfristig eintausend Fahrzeugen und zu Dumpingfahrpreisen das existierende Taxigewerbe vom Markt verdrängen. Das geht natürlich hervorragend über den Preis, denn machen wir uns nichts vor, der Kunde will am liebsten alles geschenkt haben. Geiz ist leider immer noch geil, auch bei denen, die alles im Überfluß haben. Aber ich Schweife ab…

Die Kollegen sehen in Moia zurecht eine Bedrohnung ihrer Existenzen. Für die Masse der in Hamburg existierenden Einwagen Betriebe reicht das Geschäft so gerade eben, um über die Runden zu kommen. Wir müssen nicht nur kostendeckend arbeiten, wir möchten tasächlich auch von unserer Arbeit leben können. Schon jetzt ist es so, daß mindestens 2/3 der Einnahme für betriebliche Kosten aller Art draufgehen. Schon lange ist es Realität, dass man vom Taxifahren weder nennenswerte Rücklagen bilden kann, noch angemessen für das Alter privat vorsorgen. Daher ist es schlicht existenzgefährdend, wenn Moia uns 10,20 oder 30% der Kunden abspenstig macht.

Wir sehen uns also hoffentlich alle zur DEMO.

Gruß C.L.

Tagged with:  
Tagged with:  

Hallo,
in den letzten Wochen ist einiges in Hamburg passiert, was nachhaltig die Existenz der Taxiunternehmer in dieser Stadt gefährden könnte. Moia, eine VW Tochter, möchte mit elektrischen Kleinbussen zu Dumpingpreisen in Hamburg Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Mit mittelfristig eintausend Fahrzeugen möchte Moia den HVV ergänzen und natürlich auch den Taxlern Fahrgäste abspenstig machen. 50 Millionen Euro soll dieses Projekt im ersten Schritt kosten. Von Wirtschaftlichkeit ist keine Rede und ein Globay Player mit zuletzt 16 Milliarden Euro Gewinn dürfte die Wirtschaftlicheit auch wenig intessieren.

Moia in Hamburg

Trotz Bedenken der Taxiverbände gilt es als sicher, das die zuständige Behörde Moia genehmigen wird. Was sollte man auch gegen neue saubere Fahrzeuge, billige Preise und Testfahrten im Hinblick auf das vollautonome Fahren haben?
Das Problem ist die Bedrohnung tausender Existenzen des kleinteiligen Taxigewerbes. 1800 von 3000 Taxen werden von Einzelunternehmern gehalten. Das Geschäft reicht trotz regelmäßiger Tariferhöungen so gerade eben, um zu Überleben. Aufgrund der hohen Kosten und der kaum vorhandenen Rücklagen wäre ein Umsatzrückgang von 20-30% durch neue Mobilitätsanbieter der Todesstoß für das Groh der Betriebe.

Stellungnahme HTV zu Moia

Da die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation noch nie ein großer Freund des Taxengewerbes war, sondern eher dafür sorgt, das Kundeninteressen durchgesetzt werden, bleibt nach jetzigen Stand der Dinge nur der Klageweg, um Moias Geschäftsmodell und deren Genehmigung durch die zuständige Behörde, auf Rechtssicherheit zu prüfen. Schon in der Vergangenheit, hat die Taxenbehörde teilweise willkürliche agiert und immer wieder Kollegen aufgefordert zu klagen, falls man sich ungerecht behandelt fühlen würde.

Genau das wollen jetzt wenigstens zwei Taxenunternehmer in Hamburg machen. Mitte März gibt es zu diesem Thema einen Vortrag für alle interessierten Kollegen.

BG C.L.

PS : Selten waren sich in der Vergangenheit so viele Kollegen über das Vorgehen einig. Völlig egal ob Graupe, Mytaxler und Hansi. Allen scheint bewusst jetzt an einem Strang ziehen müssen, bevor sich die Schlinge zuzieht.

PPS : Hier weiterführende Informationen zur Klagevorbereitung gegen Moia. Meine Spende ist raus.

Tagged with: