Moin liebe Leser,
hier werde ich zukünftig die aktuellen Zahlen zu den in Hamburg konzessionierten Taxen hinterlegen. Die Zahlen werden freundlicherweise von der BWVI zur Verfügung gestellt.

30.06.2020
2086 Taxenunternehmer mit 3.111 konzessionierten Taxen
132 Mietwagenunternehmen mit 381 konzessionierten Mietwagen.

31.07.2020
2067 Taxenunternehmer mit 3.087 konzessionierten Taxen
133 Mietwagenunternehmer mit 376 konzessionierten Mietwagen.

Am 31.07.2020 waren von den 3.087 Taxen noch 529 Taxen vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden (die Konzession ruht…)

31.08.2020
2060 Unternehmer mit 3076 Taxen
131 Unternehmer mit 374 Mietwagen
357 Taxen in Ruhe gelegt

Meine Prognose bis Ende 2020 sind 2500 konzessionierte Taxen = -20%

Grüße C.L.

Tagged with:  

Zahlenspiele in Zeiten von Corona

On August 6, 2020, in Tagschicht, by C.L.

In den letzten Wochen habe ich mir einige Zahlen notiert, um das ganze Drama der Corona Pandemie und der daraus folgenden globalen Wirtschaftskrise grob erfassen zu können.

Das Bruttoinlandsprodukt ist im II. Quartal in Deutschland um 10,1% gefallen. Der Exporteinbruch betrug im April 31,1% und im Mai 29,7%. Die Prognose für das BIP wird im Gesamtjahr auf -6,3% geschätzt.

Bei den deutschen Automobilherstellern beträgt der Rückgang beim Neuwagenverkauf bislang 35%, bis Jahresende soll sich das Minus auf 23% reduzieren. 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie sind durch Corona gefährdet prognostiziert Ferdinand Dudenhöfer.

Horrorzahlen sind das noch nicht, hier kommen sie:

Kinobetreiber, genauso wie die Lufthansa, beklagen einen Kundenrückgang von 80% im laufenden Jahr. Die Lufthansa hat 2020 bislang ein Minus von 3,6 Milliarden Euro eingefahren und plant trotz stattlicher Subventionen 22.000 Vollzeitstellen abzubauen.

Mein Umsatzrückgang betrug im Juni 2020 exakt 50% im Vergleich zu 2019. Vom II. Quartal 20 möchte ich nicht berichten, es war verheerend. Im Vergleich zu 2019 fehlen mir bislang 9500€ Einnahme, die ich sicher nicht 2021 wieder reinfahre.

Gleichzeitig habe ich heute eine Mail von Moia bekommen. Dort gibt es in Zeiten von Verlusten abermals eine 50% Rabattaktion. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sich der geballte Frust und die berechtigte Existenzangst der Taxikollegen bei diesem Mobilitätsmitbewerber entladen dürfte.

Man grübelt, ob die Corona Pandemie nicht in Wahrheit kaschieren soll, dass überschuldete Wirtschaftsnationen am Ende sind? Ich empfehle jedem sich mal bei Max Otte in den „Weltsystemcrash“ einzulesen.

Gute Nacht C.L.

Tagged with:  

Coronavirus – der Supergau ist da

On März 21, 2020, in Tagschicht, by C.L.

Deutschland befindet sich angesichts des Corona Virus im Krisenmodus und das Taxigewerbe steckt mittendrin. 2020 fing durch den milden Winter und den unliebsamen Mitbewerb sowieso schon bescheiden an. Die Einnahmerückgänge lagen durch Moia und Co. grob zwischen 10 und 20%. Durch die Maßnahmen der Bundesregierung ist das Öffentliche Leben, spätestestens seit Mitte März, vollständig zum Erliegen gekommen und der Einnahmeausfall liegt aktuell zwischen 75 und 100%.
Mehrwagenbetriebe können ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen und bei Selbstfahrern reicht es nicht einmal mehr, um Betriebskosten zu decken.

Primär zeigt sich genau jetzt überdeutlich, dass man als Taxifahrer selbst in vermeidlich normalen Zeiten viel zu wenig Umsatz macht. Die Kosten sind in ihrer Vielzahl viel zu hoch, die Auslastung der Taxen im Jahresmittel ungenügend, und die Fahrpreise bei Kurzstrecken ein schlechter Scherz. Selbst Kollegen, die monatlich 20×275€ erwirtschaften, können davon nichts beiseite legen. Wer 3000-4000€ Umsatz macht sowieso nicht.

In der Spitze erwirtschaften Taxen einen Stundenumsatz von 25€, das ist viel zu wenig und überhaupt kein Anlass um von einem funktionierenden Marktumfeld zu sprechen.

Natürlich gibt es kurzfristig Hilfe für die Betriebe. Die Taxenhersteller setzen auf Antrag die Raten der Finanzierung aus, ähnliches gilt beim Finanzamt für Steuervorauszahlungen. Und sogar bei der Krankenkasse können Beiträge gestundet werden. Zudem soll es zinslose Darlehen bei der KfW geben und eine Soforthilfe von 2500€ für Solo Selbständige.

Das Grundproblem ist mit diesen Maßnahmen lediglich verschoben.
Also weg mit Moia, Uber und Free Now Ride. Sehr bezeichnet ist es, dass Moia in Hamburg ab dem 01. April seinen Fahrdienst einstellt. Soviel dann auch zum Thema Daseinsfürsorge. Lohnt sich aktuell wohl gar nicht mehr und wird ersatzlos gestrichen. Natürlich nur solange, bis es wieder Geld zu verdienen gibt. Das sollte Moia Jüngern unter den Fahrgästen einmal mehr zu denken geben.
Konzerne ohne Gewinnerziehungsabsicht müssen uns Taxifahrern das Leben nicht zusätzlich erschweren. Oder anders formuliert: VW schickt seine Mitarbeiter jetzt in staatlich bezahlte Kurzarbeit, verbrennt mit Prestigeprojekten ala`Moia 200 Millionen € und entzieht dem Kleingewerbe Taxi Umsatz und Gewinn für dringend benötigte Rücklagen. Findet den Fehler…

Zuerst gilt es natürlich die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus überall auf der Welt zu minimieren. Und ich bin mir absolut sicher, das wird im Laufe des Jahre 2020 auch gelingen. Wenn sich allerdings die Lage wieder normalisiert, müssen, ohne wenn und aber, betriebswirtschaftliche und fiskalische Details, nicht nur bei Kleingewerbetreibenden, auf den Prüfstand. Das wir, da wir von unseren mickerigen Einnahmen keine Rücklagen bilden können, innerhalt weniger Woche am Arsch sind, ist unstrittig. Sehr bezeichnend finde ich aber, wie alle Branchen nach Staatshilfe schreien. Wir lesen doch ständig die Deutsche Wirtschaft hatte zehn fette Jahre. Wo sind denn die Millardengewinne in den Konzernen bloß geblieben?

Bleibt gesund und solidarisch
Grüße C.L.