Taxi Hamburg

Nach Lemgo zum Autokauf

11. Mai 2010 von C.L. -/- Kategorie Tagschicht

Letzte Woche stand ein Kollege am Terminal 2 und hat Kunden dabei beobachtet, wie sie um den Fahrpreis für eine etwas weitere Tour gefeilscht haben. Die drei Herren kamen aus Schweden und wollten mit dem Taxi nach Lemgo. 228km sollten zwischen 220 und 250 € kosten. Nach langen Diskussionen sind die Kunden dann bei meinem Kumpel eingestiegen.
220 € waren ihnen eigentlich noch zu teuer, obwohl selbst bei so einer Fahrt tatsächlich kein nennenswerter Gewinn abfällt. Klingt unglaublich, ist aber schnell zu rechnen :

HH -> Lemgo und Retour = 460km. 1km kostet 30 Cent = 138€ fixe und variable Kosten. Von 220 € sind 19% Mwst. abzuführen = 41,80 €. Als Gewinn vor Steuern bleiben also 220 € – 138 € – 41,80 € = 40,20 €

Dieses Detail aber nur am Rande, viel spannender ist, was die Kunden in Lemgo eigentlich wollten? Sie wollten sich einen schwarzen Lamborghini Gallardo kaufen. Einen Gebrauchtwagen für knapp 100.000 €
Ein schlechtes Gewissen mit dem Kutscher zu feilschen hatte keiner dieser Ignoranten.

Gruß C.L.

Das Geschäft fährt Achterbahn

9. Mai 2010 von C.L. -/- Kategorie Aktuell, Flughafen, Tagschicht

Nahtlos kann ich an den Beitrag „dicker Hals“ anknüpfen. Eigentlich möchte ich hier viel lieber Erfolgsmeldungen posten. Heute wieder zwei Scheine gefahren, ist doch kein Problem im wohlhabenden Hamburg. Läuft alles supi, der Neuwagen ist geordert. Taxifahren in Hamburg macht richtig Laune und sorgt jeden Tag für einen prallgefüllten Beutel. Perspektivisch habe ich leider einen gänzlich anderen Eindruck. Aber der Reihe nach :

Anfang Mai hat mich erstmal die Sommergrippe von der Straße geholt und ich habe ein paar Tage das Bett gehütet. Noch leicht angeschlagen bin ich dann aber Dienstag morgen wieder zugestiegen und habe zuerst mal eine SMS bekommen, das mein Stammkunde aus Manchester diese Woche nicht in Hamburg sein wird. Die Aschewolke hat erneut den Flugverkehr in England und Irland lahmgelegt. Genau die Aschewolke, die schon Ende April dafür gesorgt hat, das die Umsätze mindestens 30% schlechter als gewöhnlich ausfielen.

Das das Geschäft immer unberechenbarer wird zeigt folgendes Beispiel : Freitag vor zehn Tagen habe ich mit drei Fahrten 128 € gemacht und bin dann zeitig nach Hause. Ich war nicht faul, ich habe mich einfach nicht gefühlt (s.o.). Mittwoch haben elf Touren gerade einmal 90.50 € Umsatz gebracht. Diese Kurztouren mit Fahrpreisen zwischen 5 und 8 € sind wegen der Wartezeiten dazwischen natürlich nicht interessant. Werden sie nicht durch Fahrten zwischen 15 – 25€ kompensiert, kann man schlicht einpacken.

Das Problem der Kurztouren verschärft sich konsequent jedes Jahr. Eine Kurztour ist eine Fahrt, die 4-7 € bringt und auf die der Taxifahrer zwischen 30 Minuten und 2 Stunden warten muss. Nährungsweise muss man leider ganz klar sagen, dass ein Taxifahrer in Hamburg kaum mehr als eine Tour pro Stunde fährt, d.h. der Fahrpreis ist sein Stundenumsatz. Das ist die Sachlage in Hamburg, ich kann es nicht ändern.
Alle Kosten steigen, die Fahrpreise bleiben annährend konstant. Fast 50% des Fahrpreises gehen für betriebliche Kosten drauf, der Rest (bei 7€ Fahrpreis ca. 3,50€) verdient den Namen „Gewinn“ nicht. Selbst der Flughafen ist schon lange kein Garant mehr für eine etwas weitere Fahrt. In der letzten Zeit habe ich das Gefühl mindestens jede dritte Fahrt endet bereits in der City Nord und bringt maximal 12 €. Waren das nicht eigentlich Touren für den Hansa VIP Abholservice :-)

Das Geschäft gestaltet sich also zur Zeit mal wieder extrem launisch. Ferien und Aschewolken bergen zusätzlich die Gefahr grottenschlechter Umsätze. Ich hoffe ich werde die Tage mal wieder positiv überrascht. Morgen früh geht es ja schon mal ganz gut los. Eine VB von Finkenwerder zum Flieger.

Gruß an alle C.L.

Mein Freund der Elbtunnel

9. Mai 2010 von C.L. -/- Kategorie Tagschicht

Ein freundliches Hallo an alle Leser,
seit einigen Monaten muss ich fast täglich mit Kunden durch den Elbtunnel fahren. Das ist natürlich gut, bringen diese Fahrten doch immer mindestens 35 €. Was allerdings rund um die Elbtunnel so abgeht strapaziert die Nerven aufs Äußerste. In der Regel steht der Verkehr in beide Richtungen. Manchmal nur drei Kilometer, oft aber auch 5-8 Kinometer. Freitag zum Beispiel kam im Radio die Durchsage „Stau vor dem Elbtunnel Richtung Süden ab Henstedt Ulzburg 25km.“

Sind Auto- und LKW Fahrer mit dem Befahren des Tunnels überfordert ? Offenbar ist das so, anders kann ich mir nicht erklären, wieso man mit 80km/h in den Elbtunnel einfährt und mit 50km/h wieder ausfährt. Wie man konsequent mit 60km/h die linke Spur blockieren kann, während einen rechts die Lkw`s überholen. Oder wie mehrfach pro Tag LKW Fahrer die Höhenkontrolle auslösen, weil ich nicht einmal wissen wie hoch ihr Sattelzug ist. Auch die ewige Bauerei im Tunnel nervt. Theoretisch führen 4 Röhren mit insgesamt 8 Spuren unter der Elbe durch, allerdings sind maximal 6 Spuren befahrbar. Fällt von den drei Spuren je Fahrtrichtung eine wegen Bauarbeiten weg, und womöglich eine zweite Spur durch einen Unfall, ist das Chaos vorprogrammiert.

Staut es sich vor dem Elbtunnel Richtung Süden weichen Tausende von Fahrzeugen auf die ohnehin recht volle Innenstadt aus. Von der Stresemannstraße über den Pferdemarkt und die Ludwig Erhardt Straße schiebt sich dann eine Blechlawine Richung City Süd und Elbbrücken.
Die vielen Kollegen, die ihr Geld in der Innenstadt verdienen, weil dort am ehesten noch Taxen benötigt werden, haben regelmäßig darunter zu leiden.

Infos zum Elbtunnel.

Gruß C.L.

Stinkefinger

18. April 2010 von C.L. -/- Kategorie Tagschicht

Am Donnerstag morgen habe ich beim Hotel Lindner in Hagenbek auf einen Stammkunden gewartet. Wenn dieser in Hamburg ist fährt er immer mit mir. Gerade als wir losfuhren kam ein bestelltes Hansa Taxi an und sah, das ich als Nicht Hansi mit einem Kunden abfuhr. Daraus schloss der Kollege fälschlicherweise ich hätte ihm die Tour geklaut und bedachte mich mit dem Stinkefinger.

Leider habe ich seine Funknummer nicht erkennen können, ich hätte mich ansonsten liebend gerne bei der Zentrale über sein Verhalten beschwert. Aber vielleicht sehe ich den grauhaarigen Taxifahrer mit seinem VW Passat Kombi mal auf der Straße.

Ich schließe aus dieser unbedachten Geste, dass der Druck beim Hansa auf seine Fahrer stetig wächst. Prozentekürzungen, Lohnmodelle, launisches Geschäft, da braucht man jede Tour und neigt zu Überreaktionen.

Eigentlich müsste ich die Hansafahrer mit solchen Gesten bedenken und zwar immer dann, wenn Hotels Hansataxen bestellen, obwohl direkt vor der Tür ein Taxistand ist. Warum bestellt das Holiday Inn an den Elbbrücken, das Sofitel am Alten Wall oder das Queens im Mexicoring Taxen, und verweist die Kunde nicht an den Taxistand ? Ich kann nur vermuten, dass dort Kunden gekauft worden sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gruß C.L.

Dicker Hals

9. April 2010 von C.L. -/- Kategorie Aktuell, Flughafen, Tagschicht

Nachdem das erste Quartal im Taxi recht gut gelaufen ist, sind wir nun wieder hart in der Realität aufgeschlagen.
Bedingt durch den Winter in Hamburg mit Frost und reichlich Schnee ist die Dienstleistung Taxi spürbar vermehrt in Anspruch genommen worden. So waren dann auch in der Regel jeden Tag ein paar Euro mehr im Beutel. Zudem hatte ich das Glück, dass alle meine Stammkunden wieder in Hamburg zu tun hatten und ich etliche Fahrten zwischen 30 und 50 € abwickeln dufte. Und ich habe meine Taxi ohne Blessuren über die eisglatten Straßen Hamburgs pilotieren können. Dieses Glück hatten leider nicht alle Kollegen. So manche Stoßstange oder Kotflügel ist dem Schnee zum Opfer gefallen und auch so manche Fahrwerkskomponente (Klassiker beim Daimler : Federbruch) war zu ersetzen.

Der April hat mit Temperaturen bis zu 20 Grad erfolgreich den Winter vertrieben. Leider ist mit dem Beginn der Osterferien in weiten Teilen Deutschlands das Taxigeschäft in Hamburg komplett zum erliegen gekommen. So hatte ich zu Beginn des neuen Quartals einen Umsatzrückgang von 40%.

Einmal mehr müssen die Kollegen aus der Tagschicht erkennen, das der überwiegende Teil ihrer Einnahme von Geschäftsleuten stammt, die in Hamburg zu tun haben. Diese Gruppe der Besserverdienenden macht nun Urlaub mit der Familie und auch kinderlose Hamburger haben offenbar in der Woche vor und nach Ostern die Stadt verlassen. Dieses Szenario scheint sich jedes Jahr ein bisschen mehr zuzuspitzen.
Während also unsere Kunden unsere Dienste nicht benötigen, sind wir vollzählig auf der Straße und stehen uns die Reifen eckig. Wir können es uns natürlich nicht leisten zehn Tage Urlaub zu machen, stattdessen fahren wir Umsätze, die lediglich Kosten decken, wo aber kein nennenswerter Gewinn abfällt. Selbst gestandene Hansa Genossen stellen zur Zeit mit mickerigen 110 € den Wagen ab.

Ich habe mich Donnerstag Mittag entschieden, den Kampf ums Kleingeld aufzugeben und mache ein paar Tage frei. Mittwoch habe ich morgens 105 Minuten auf meine erste Fahrt gewartet, heute dann 90 Minuten. Meine Flughafentouren waren nicht nur kurz, sie waren schlicht ein echtes Ärgernis, wo ich zurecht einen dicken Hals hatte. Zuerst einmal ging es für 13 € nach Winterhude, dann für 9,90 in die City Nord, anschließend für 6,30 zur Shell am Suhrenkamp und nachmittags für 7,10 zur Metro Mercure nach Langenhorn.

Auch wenn das erste Quartal nicht so schlecht gelaufen ist, wird man den April komplett abhaken können. Erst ab dem 19. werden die Geschäfte wieder anlaufen, solange werden wir uns mit Klein(st)geld begnügen müssen.

Gruß C.L.

Kurztest W212 Taxi Kombi

9. April 2010 von C.L. -/- Kategorie Aktuell

Heute Nachmittag bin ich mit einem Taxikollegen die aktuelle Mercedes Benz E-Klasse probegefahren. Obwohl der W212 jetzt schon seit einen guten Jahr auf den Straßen zu sehen ist, bin ich mit der kantigen Optik und den merkwürdig ausgestellten hinteren Kotflügeln nicht so wirklich warm geworden. Trotzdem hatte ich eine hohe Erwartungshaltung, weil ich noch nie ein Fahrzeug bewegt habe, was erst 1600km auf der Uhr hat.

Ausstattung : Mercedes stellt für das Taxengewerbe vorproduzierte Fahrzeuge her, die über eine solide Ausstattung verfügen und im Vergleich zur Privatkundschaft noch moderat im Kaufpreis sind. Das Taxi verfügt serienmäßig über Kunstledersitze inkl. Kindersitzen im Fond, 5 Gang Automatik, Sitzheizung, Klimaautomatik mit Motorrestwärme, Partikelfilter mit Abgasnorm Euro 5. Optional kann man u.a. ein Spiegeltaxameter, Multikontursitze und ein Schiebedach ordern.

Ambiente : Der Innenraum des W212 wirkt weder besonders wertig, noch wurde er mit Liebe zum Detail gestaltet. Die Türverkleidungen wirken mit ihrem strukturierten Plastik billig und klobig, auch durchgehende Lautsprecherabdeckungen auf dem Armaturenbrett und der Hutablage sehen ein bisschen grobschlächtig aus. Die Sitze im Fond sind bretthart, die vielen Schalter der Mittelkonsole eher verwirrend als induktiv zu bedienen. Die Holzapplikationen sind dunkler geworden, Wurzelnuss wurde komplett aus dem Programm gestrichen. In der Avantgarde Ausführung gibt es nun statt schicken schwarzen Vogelaugenahorn gebürstetes Aluminium. Wie ein schicker Innenraum aussehen kann zeigt eindrucksvoll der Audi A6, während man sich hier allenfalls in einem VW Passat wähnt.

Fahrverhalten : Die aktuelle E-Klasse fährt souverän und unproblematisch durch den Hamburger Verkehr, die Automatik schaltet ruckfrei, die Bremsen sind eher defensiv ausgelegt, das Fahrwerk bügelt Bodenwellen, geflickte Stellen im Belag, und unzählige Schlaglöcher gut weg. Für mich könnte es einen Tick straffer sein, ich denke aber die Kunden werden den Komfort als gut bezeichnen.

Verbrauch : Hier ist der E-Klasse Kombi glatt durchgefallen. Wie mir schon einige W212 Besitzer berichteten ist der Verbrauch wegen dem hohen Gewicht und dem serienmäßigen Partikelfilter nicht zeitgemäß. Wie Mercedes Benz 7 Liter im Stadtverkehr angeben kann will sich mir nicht erschließen und hat mit der Realität auf Hamburgs Straßen nichts zu tun. Ich habe den Wagen durch die Stadt rollen lassen und eigentlich nicht über 2500u/min. gedreht. Der Bordcomputer wies 10,5 Liter/100km als Verbrauch aus. Es steht zu befürchten, dass der Wagen mit Klimaanlage im Stadtverkehr annährend 12 Liter verbrauchen wird. Sollte ich mir irgendwann mal einen Neuwagen zulegen, so steht ganz oben auf dem Wunschzettel ein realer Stadtverbrauch von max. 8 Litern.

Die aktuelle E-Klasse kostet als Limousine ab 29.900 € (Kombi 30.900€) netto und kann zu 2,99% finanziert werden. Ich werde mir in absehbarer Zeit sicher keinen Neuwagen zulegen. Solange man in Hamburg oft mit einer Tageseinnahme um die 100 € nach Hause fährt ist gar nicht daran zu denken mit so einem Fahrzeug zu arbeiten. Und solange unsere Kundschaft für 5 € um die Ecke fahren kann, ist der Kauf eines neuen Mercedes Benz wirtschaftlich für mich undenkbar.

Gruß C.L.

1touchtaxi – Zentrale war gestern

13. März 2010 von C.L. -/- Kategorie Aktuell

Ein freundliches Hallo an alle Kunden und Kollegen,
ich möchte euch heute eine neue Möglichkeit vorstellen in Hamburg ein Taxi zu bestellen.
Wir alle haben nach wie vor das Problem, dass die Auslastung im Jahresmittel ziemlich bescheiden ist, und wir noch gut die eine oder andere zusätzliche Fahrt abarbeiten könnten.

Die Firma Intelligent Apps hat eine Applikation für Smartphones entwickelt, mit der Taxikunden schnell und umkompliziert Taxen bestellen können. 1touchtaxi ermittelt über GPS automatisch die Position des Fahrgastes und bietet die Tour Taxifahrern an, die sich in der Nähe aufhalten. Auch die Taxifahrer haben ein Iphone bzw. Smartphone im Wagen. Nach Annahme des Auftrags kann der Kunde sofort sehen wer ihn abholen wird und wann die Taxi eintrifft.
Detaillierte Informationen zu dieser innovativen Taxidienstleistung gibt es hier :

1touchtaxi.

1touchtaxi soll Anfang April in Hamburg starten. Und ich werde von Anfang dabei sein, weil ich der Ansicht bin, aus Unternehmersicht handelt es sich um die erste faire Fahrtenvermittlung in Hamburg. Die Technik wird gestellt und die Tour kostet 99 Cent. Man wird nicht so wie beim Mitbewerb gezwungen Technik für 1500 – 3000 € in den Wagen zu bauen, bevor man den ersten Euro verdienen darf. Und man muss nicht pauschal einen festen Monatsbeitrag zahlen, sondern zahlt in der Relation zur Anzahl der Touren.

Ich bin sehr gespannt auf die folgende Monate und glaube fest daran, das sich 1touchtaxi im Hamburger Markt etablieren wird.

Gruß C.L.

Buchhaltung und Jahresabschluss selber machen

9. Februar 2010 von C.L. -/- Kategorie Tagschicht

Hallo allerseits,
mit einen gut geführten Kassenbuch und optional Fahrtenbuch ist der Jahresabschluss an einem Sonntag Nachmittag erledigt. Wer als Taxenunternehmer selbst das nicht auf die Reihe bekommt, sollte sich fragen, ob eine Selbständigkeit das richtige für ihn/sie ist ?

Relevant für Kleingewerbetreibende sind folgende Vordrucke, die man beim Bundesfinanzminesterium findet und im Browser ausfüllen kann.

01. Einnahmen – Überschuss Rechnung
Wichtig ist es hier sich Gedanken zum Thema private Kfz. Nutzung zu machen. Die pauschale Besteuerung (1% Regelung) ist in der Regel nachteilig für den Taxenunternehmer. Günstiger dürfte sein, über ein Fahrtenbuch die echte private Kfz. Nutzung nachzuweisen und somit nur diese Kilometer zu versteuern.
Ansonsten ist hier eigentlich nur der Posten „Reisekosten“ interessant. Hier kann man seinen Mehrverpflegungsaufwand eintragen und steuerlich geltend machen.

02. Einkommenssteuer Erklärung / Vorsorgeaufwand (neu in 2010)
Hier sind in der Regel nur Beiträge zur KV und RV einzutragen. Evt. noch Beiträge zu privaten Versicherungen.

03. Anlage G
Hier wird der Gewinn aus der EÜR eingetragen

04. Anlageverzeichnis
Ins Anlageverzeichnis gehören alle angeschafften Wirtschaftsgüter über 410 € netto. Natürlich das Taxi, aber eventuell auch der Computer o.ä.

05. Umsatzsteuer Erklärung

Dazu können diverse andere Formulare kommen z.B. für den Ehepartner, die Kinder und zu sonstigen Einkünften.

Ich mache meine Buchhaltung und den Jahresabschluss seit Beginn meiner Selbständigkeit im Alleingang. Ich habe diverse Unternehmer gefragt, wie man dieses oder jenes zu machen hat und auch einige Male beim Finanzamt angerufen, die immer sehr freundlich waren. Zudem habe ich in Steuerforen, auf den Seiten der Handelskammer, sowie über Google diverse Detailfragen klären können. Dieser Beitrag soll zum Nachdenken anregen und gibt nur einen ganz allgemeinen Überblick. Trotzdem ist es kein Hexenwerk seine Steuererklärung selber vernünftig zu machen und dabei auch einiges an Geld sparen zu können.

Gruß C.L.

Umsatz im Taxi – Notwendigkeit und Realität

29. Januar 2010 von C.L. -/- Kategorie Aktuell, Tagschicht

2009 war wirtschaftlich gesehen ein schwieriges Jahr. Natürlich auch für das Taxigewerbe. Die Probleme liegen nach wie vor an der miesen Auslastung, den viel zu schlecht bezahlten Kurztouren und zuletzt an den zu hohen Betriebskosten in der Relation zur Einnahme. Dazu kam natürlich die Wirtschaftskrise, die das Taxengewerbe im zweiten Halbjahr verzögert getroffen hat. Wobei ich auch im Namen meiner Taxikollegen betonen möchte, das gute Geschäfte schon seit Jahren nicht mehr zu machen sind. Seit der Euroeinführung im Jahr 2002 stagniert bzw. schrumpft der Umsatz, während die Kosten nur eine Richtung kennen. Da tut es natürlich besonders weh, wenn die Geschäfte 2009 um 10 – 15 % einbrechen.

Ich habe hier in Absprache mit einigen anderen selbstfahrenden Unternehmern eine ganz spezielle Rechnung aufgemacht, die ich euch gerne präsentieren würde.

Notwendigkeit :

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Unternehmer in Hamburg einen Jahresumsatz von 60.000 € erwirtschaften müßte. Bei 11 Monaten Arbeit pro Jahr (2 Wochen Urlaub / 2 Wochen Krankheit) wären das 5450 € Umsatz pro Monat und bei 200 Stunden im Taxi ein Stundenumsatz von 27,30 €.

Der Betrieb einer Taxi dürfte um die 20.000 € im Jahr kosten und die Kosten für KV und RV liegen bei 10.000 € im Jahr. Kollege X. zahlt allein für seine finanzierte E-Klasse inkl. Taxiversicherung mit Vollkasko über 10.000 € im Jahr und ist dabei noch keinen Meter gefahren. Kollege Y. zahlt jährlich für die Funkvermittlung, Provision für Kreditkartenabrechnung und diversen Soft- und Hardwareupdates ungefähr 5000 €. Kollege Z. ist Mitte fünfzig und soll für seine private Krankenversicherung 850 € monatlich bezahlen. Das ist zwar keine Betriebsausgabe in steuerlichen Sinne, trotzdem sind das Kosten die schlicht von der Einnahme zu zahlen sind.

Bleiben also von 60.000 € Umsatz ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 30.000 €. Darauf zahlt man bei Steuerklasse I 6000 € Einkommenssteuer und sogar noch ein wenig Gewerbesteuer in mir allerdings unbekannter Höhe.

Für mindestens 55 Arbeitsstunden in der Woche plus Buchhaltung und sonstige betriebliche Aufwendungen würde man also 2000 € netto als Taxenunternehmer verdienen. Ein Gehalt, was in Hamburg tatsächlich jeder Hans und Franz verdient, ganz besonders, wenn man fünfzehn bis zwanzig Jahre in seinen Job tätig ist.

…und die Realität :

Nicht nur im Jahr 2009 waren die selbstfahrenden Einwagenunternehmer Lichtjahre von diesen Umsätzen und Gewinnen entfernt. Wir fahren seit Jahren Umsätze zwischen 25.000 und allerhöchstens 40.000 €, also mit einer gigantischen Unterdeckung. Das kann und darf so nicht bleiben, weil wir für anständige Arbeit irgendwann in hoffentlich naher Zukunft auch einmal anständig entlohnt werden wollen.

Was ist also zu tun ?

Blicken wir zuerst einmal Richtung Stuttgart, wo es ein funktionierendes Taxengewerbe gibt. Für 600.000 Einwohner stehen 700 Taxen zur Verfügung. In Hamburg stehen für 1,75 Mio. Einwohner eben nicht nur 2100 Taxen zur Verfügung, sondern 3400 Taxen, also 1300 zuviel. 1/3 der Konzessionen einzuziehen würde 1/3 mehr Umsatz bedeuten. Einen Konzessionsstop müsste man allerdings einklagen, worüber immer mehr Kollegen nachdenken.

In Hamburg gibt es einige Großbetriebe, die ihre Taxen mit Langzeitarbeitslosen und Rentnern besetzen. Diese Angestellten haben im Hamburger Taxengewerbe nichts zu suchen, sie schmälern unsere Auslastung und unseren Umsatz und sie sind nur bedingt geeignet Kunden zu befördern. Die Auslastung im Jahresschnitt beträgt gerade mal 1,2 Touren pro Stunde, da ist kein Platz für soziale Schmusereien. Außerdem machen uns Fahrer mit ihren eklatant langen Lenkzeiten zusätzlich die Suppe dünn. Ein angestellter Taxifahrer darf keinesfalls jede Woche 70 Stunden in der Taxi sitzen, trotzdem ist das die Regel weil so etwas überhaupt nicht kontrolliert wird.

Zuletzt muss man einmal mehr auch dem Taxentarif eine Teilschuld geben, warum in Hamburg die Geschäfte im Eimer sind. Besonders in den letzten Wochen mit Dauerfrost fahren die Funktaxen fast ausschließlich um die Ecke. Von 2 Touren pro Stunde, die max. 7 € bringen kann man keinen Gewinn erwirtschaften. Und wenn eine Fahrt bei Schneetreiben 35 Minuten dauert und 13 € kosten soll, fährt der Kollege zurecht im Anschluss frustriert nach Hause.

Gruß C.L.

Peter Lüchow + 15.01.2010

18. Januar 2010 von C.L. -/- Kategorie Tagschicht

Der Nacht vom 14. auf den 15.01.2010 wurde in Hamburg nach über zehn Jahren erstmals wieder ein Taxifahrer ermordet. Es handelt sich um Peter Lüchow, den viele Taxifahrer unter dem Pseudonym PL aus dem bundesdeutschen Taxiforum kennen.

Forenbeitrag zum Tod von pl

Taxiforum 1550 Kommentare von pl

Peter Lüchow war ein Taxenunternehmer, wie man sie in Deutschland überall finden kann, er fuhr eine zehn alte E-Klasse ohne Funk und ohne Mitarbeiter und lebte recht bescheiden bei einer alten Dame zur Untermiete.

Im Taxiforum habe ich seine Kommentare immer gern gelesen und bedauere, ihn nicht einmal persönlich kennen gelernt zu haben. Seine kritischen Bemerkungen über den Hansafunk (211211) und die Arbeit der BSU (Taxigutachten eine Erfolgsgeschichte) haben mir gezeigt, dass hier jemand unterwegs ist, der realistisch und ungeschönt die Zustände im Taxengewerbe kennt. Er hat als Einzelkämpfer versucht das Beste aus einer auf ganzer Linie verfahrenden Situation zu machen.

Im Zusammenhang mit dem sinnlosen Mord diskutieren die Taxikollegen am Posten angeregt folgende Aspekte :

Wie kann man einen Mord wegen 100 oder 200 € begehen ? Mehr Bargeld hat kaum ein Kollege im Wagen.

Wo ist die Solidarität der Straße ? Kaum ein Taxi fährt mit einem Trauerflor durch die Stadt.

Wie ist es möglich, dass in einer Wohnstraße in Klein Flottbek ein Taxi mit laufenden Motor und eingeschalteten Warnblinker stundenlang nicht bemerkt wird. Geht da nach 22 Uhr niemand mit dem Hund Gassi ? Kommen da nach Mitternacht keine Jugendlichen nach Hause ?

Besonders jugendliche Kleingruppen benehmen sich in der Nacht als Fahrgäste zu oft unter aller Sau. Ungefragt am Radio zu spielen ist da noch eher harmlos. Grölen, pöbeln und mit dem Taxifahrer wegen der Route streiten gehören immer öfter zu einer nächtlichen Taxifahrt. Und wegen dem Druck Geld verdienen zu müssen, wird viel zu selten die Fahrt abgebrochen.
Respekt und Wertschätzung für unsere Arbeit gibt es in unserem Beruf viel zu selten.

Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei der Familie und den Freunden des Opfers.

Gruß C.L.

  • Aktuelle Blogeinträge

  • Kontakt / Bestellung

    Tag : 0163 / 819 33 47


    Nacht : 0157 / 72 77 35 20

    oder Vorbestellung über das Online-Formular:
  • Vorbestellung per eMail

    Bitte beachten Sie, dass eine Vorbestellung / Anfrage per eMail möglichst 12 Stunden vor Abfahrt erfolgen sollte, da der Eingang 2x täglich geprüft wird.
    Für kurzfristigere Anfragen benutzen sie die Direktwahl oder wenden sich nachts an den entpsrechenden Kollegen unter HH-Taxi Team

  • Online Bestellformular