Taxi Hamburg

Meine neue Droschke : W211 mopf

On März 26, 2014, in Aktuell, by C.L.

Endlich hat es nun doch geklappt. Ich habe meinen W124 verkauft und arbeite seit ein paar Tagen in einem schicken W211. Den Wagen habe ich gebraucht, aber sehr gut gepflegt, von einem befreundeten Kollegen gekauft.

Exkurs : Mercedes Benz Sondermodell „Das Taxi“

Schon sehr lange produziert Mercedes Benz spezielle Fahrzeuge für das Taxigewerbe. Viele Details sind dabei auf unsere Bedürfnisse abgestimmt und die Serienausstattung um einige Optionen erweitert. Dazu gibt es diese Fahrzeuge zum relativ moderaten Festpreis, ca. 15-20% unter Listenpreis.

Serienausstattung „Das Taxi“ :
- Verstärkte Sitze in Kunstleder (Artico) schwarz
- Integrierte Kindersitze im Fond
- Anschluss für Taxi Dachzeichen
- Funkantenne
- Automatik 5 Gang
- Klimaanlage
- Lackierung hellelfenbein
- Sitzheizung Vordersitze
- Lichtmaschine verstärkt
- Taxi Notfallalarmanlage
- Taxi Verstärkungspaket (anderes Diff./andere Bremsscheiben hinten/modifizierte Automatik etc.)
- Vorverkabelung für Funkgerät

Dazu hat mein Wagen ein paar nette Extras an Bord :
- Parameterlenkung
- Spiegeltaxameter
- Parktronic
- Spiegeltaxameter
- Durchlademöglichkeit
- Commad APS Navigation
- Euro 4 ohne Partikelfilter
- Schiebedach

Ich musste nur noch wenig tun, um daraus einen tollen Arbeitsplatz zu machen :
- Einbau Recaro Ergomend ES
- Montage aktiver Halter für Smartphone (Mytaxi zieht so viel Akku)
- Die gammeligen Radbolzen gegen Febi Bolzen (Nr. 23933) mit Chromkappe tauschen.
- Einbau Fiskaltaxameter (Blog dazu folgt)

Zukünftig werde ich berichten, wie sich der Wagen im harten Taxialltag in Hamburg bewährt. Und auch technische Hinweise geben, worauf beim W211 besonders zu achten ist.

MfG C.L.

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Das war ja wieder herrlich heute

On März 17, 2014, in About, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Eigentlich habe ich ja das Ferienende in Hamburg herbeigesehnt, da die letzten beiden Wochen absolut unterirdisch waren, was die Taxigeschäfte anging. Aber schon nach meiner ersten Fahrt heute Vormittag hätte ich am liebsten gleich wieder Feierabend gemacht.
Die Kunden wollten vom Flughafen in die Emil Andresen Straße. Eigentlich fährt man da ja ganz entspannt durch die Papenreye und die Niendorfer Straße. Leider ist die Niendorfer Straße bis Ende April voll gesperrt, daher mussten wir uns erst einmal Richtung Nedderfeld orientieren. Also rauf auf die Alsterkrugchaussee und sofort im Stau gehangen. Im Schneckentempo ging es Richtung Eppendorf, danach weiter im Stau durch den Nedderfeld, der momentan Einbahnstraße Richtung Tapenbekstraße ist. Anschließend durch die Offakamp gequält und im Stau auf der Osterfeldstraße gehangen. Damit die Fahrt überhaupt noch mal ein Ende hatte dann durch die Corveystraße gefahren und anschließend weiter Richtung Grandweg. 45 Minuten besetzt ergaben 19,60€, zähle ich die knappe Stunde Wartezeit am Flieger dazu mal wieder ein Nullsummenspiel.
In der Stadt dann die üblichen 6,50€ Fahrten zur Internorga, natürlich auch im Stau, weil die Straßen rund um die Messe an diesen Tagen chronisch überlastet sind. Warum ist die Messe nicht in Kaltenkirchen und auf dem Messegelände stehen Wohnungen für Familien? Ich hab dann doch zeitig Feierabend gemacht und hatte wenig Lust auf Mytaxi Besteller rund um die Messe. Sollen sich doch andere Kutscher für Kleingeld durch den Stau quälen.

Hamburg und seine Verkehrspolitik(er) sind seit dem Sommer 2013 ein ständiges Ärgernis.

C.L.

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Zur Einstimmung sei folgender Artikel empfohlen, der, wie unschwer zu erkennen, von mir verfasst worden ist.

Nachfolgend wollen wir uns mal anschauen wie das Beitragssystem der gesetzlichen Krankenkassen überhaupt aufgebaut ist. Dabei sollte man auch zur Kenntnis nehmen, das die Krankenkassen ihre Eckdaten vom Gesetzgeber, also der Bundesregierung, erhalten.

Zuerst einmal gibt es eine Bemessungsgrenze, diese lag 2013 bei 3937,50€ Brutto und stieg im Jahr 2014 auf 4050€ Brutto. Der Gesetzgeber geht also pauschal davon aus, das gesetzlich- und freiwillig gesetzlich Versicherte jedes Jahr mehr verdienen. Der Höchstbeitrag liegt für 2014 bei 686,48€ inkl. Pflegeversicherung. Verdient jemand deutlich mehr als o.g. 4050€ Brutto spielt das keine Rolle. Die Besserverdienenden bekommen also vom Gesetzgeber etwas geschenkt.

Dann gibt es Einkommen zwischen der Bemessungsgrenze und der Mindestbemessungsgrenze. Diese Einkommen bewegen sich zwischen 2073,75€ und 4050€ Brutto monatlich. In dieser Spanne liegen fast alle gesetzlich Versicherten und somit sind 351,50€ als Mindestbeitrag vorgesehen. Die 351,50€ setzen sich zusammen aus 14,9% Krankenkassenbeitrag und 2,05% Pflegeversicherung von 2073,75€. Auch hier wird keine Rücksicht darauf genommen, ob sich Lohne und Einkommen entwickelt haben, der ominöse Gesetzgeber unterstellt, wir würden eben alle jedes Jahr eine Lohnerhöhung bekommen. Dass im Taxigewerbe regelmäßige Tariferhöhungen nicht für mehr Einnahme sorgen, weil mit jeder Tariferhöhung ein paar Kunden Alternativen suchen und auch finden, interessiert niemanden.

Damit sind die Zahlenspiele rund um die Beiträge eigentlich erledigt, aber eben nur eigentlich. Es gibt ihn nämlich doch, einen Beitrag unterhalb der Mindestbemessungsgrenze, auch wenn die Krankenkassen dieser Sachverhalt gerne verneinen und unter den Teppich kehren wollen. Die sog. Beitragsentlastung ist eigentlich Existenzgründern vorbehalten und aber eben auch sog. Härtefällen. So hat sich wohl sogar bis zum Gesetzgeber herumgesprochen, dass es haufenweise Selbstständige gibt, die so wenig verdienen, dass sie sich auf Dauer einen Krankenkassenbeitrag von o.g. 351,50€ gar nicht leisten können. Beträgt also das Bruttoeinkommen weniger als 75% der Mindestbemessungsgrenze kann man einen Antrag stellen und dann muss die Krankenkasse die Beiträge auf der Grundlage des realen Niedriglohn Einkommens erstellen. Die Grenze für die Beitragsentlastung liegt 2014 folglich bei 1555,31€ monatlich, oder 18663,75€ im Jahr.

C.L.

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Moin,

mitnichten ist es so, das ein Taxiunternehmer lediglich in seiner Taxi sitzt und Touren fährt. Der Aufwand seinen Betrieb zu organisieren kostet regelmäßig zusätzliche Zeit und muss in der Freizeit erledigt werden. Ich jedenfalls habe nicht den Eindruck, dass unsere Einnahmen Zusatzkosten und zusätzliche Termine in irgendeiner Form berücksichtigen.

Im Dezember stand mal wieder die Taxischein Verlängerung an. Termin bei Dr. Bandomer gemacht, ein erweitertes Führungszeugnis beim zuständigen Ortsamt beantragt und zuletzt die Dokumente zur Verlängerung beim Verkehrsamt abgegeben. Dort wird mittlerweile eigentlich nur noch mit Online Terminen gearbeitet. Gesamtkosten 126,30€

Dann musste mein Taxi zum Tüv, Taxen werden bekanntlich jedes Jahr geprüft. Erstmalig wurde die Plakette verweigert, ein Ölverlust am Motor sorgte für Teiletausch, Werkstattkosten und einer Nachprüfung. Gesamtkosten in diesem Fall 300€, wobei die Prüfung bereits 96€ kostet.

Seit Oktober beschäftige ich mich mit einer Fiskaltaxameterlösung. Der umständliche Weg von Förderung, diversen Antragstellungen und Einbau ist hier ganz anschaulich beschrieben.

Und bevor ich es vergesse geht demnächst auch der Jahresabschluss und die Umsatzsteuererklärung via Elster zum Finanzamt.

MfG C.L.

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Seit fast vier Jahren sorgt die Taxi App. Mytaxi für Unruhe im deutschen Taxigewerbe. 2010 startete die innovative neue Taxivermittlung in Hamburg, anfangs mit gestellten IPhones, gesponserten Daten Simkarten und kostenlosen Aufträgen. Erst 2011 sollten die Kollegen überhaupt Geld für die Vermittlung bezahlen, seither kostet ein Auftrag 0,49 Euro mit Außenwerbung und 0,79 Euro ohne Außenwerbung. Gezahlt wird immer pro Tour, was als Novum im Gewerbe gilt. Die traditionellen Funkzentralen fordern 170 – 350€ Monatsbeitrag für alleinfahrende Unternehmer.

Ich dachte damals endlich hat jemand erkannt, dass das Taxigewerbe bezahlbare Lösungen braucht, um an Aufträge zu kommen. Ein Smartphone, eine Datenflatrate und moderate zusätzliche Kosten, die sich an der Leistung der Vermittlung (Anzahl der Aufträge pro Wagen) orientieren.

Als persönliches Ziel dachte ich an zehn Aufträge pro Schicht, also bei zwanzig Arbeitstagen zweihundert Touren, die 158€ kosten und gut 2500€ Einnahme bringen. In der Realität habe ich eher zwei Touren in der Schicht gefahren, folglich auch nur 30€ Beitrag bezahlt und ein Taschengeld an Umsatz mit Mytaxi gemacht. Während Mytaxi vermeldete sie würden jetzt auch in Warschau und Washington Aufträge vermitteln, standen die Hamburger Kollegen rum und warteten und warteten.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt hat mich die Quantität und Qualität der Aufträge nie sonderlich überzeugen können. Umso mehr hat mich erstaunt, dass Mytaxi ein neues Geschäftsmodell auf den Weg gebracht hat. Unter dem schillernden Begriff „Fairmittlungsgebühr“ sollen die Kollegen ab dem 01. Februar einen prozentualen Anteil pro Fahrt an Mytaxi als Vermittlungsgebühr abtreten. Man bietet zwischen 3 und 30% vom Umsatz für den Auftrag, die Höhe der eingestellten Provision ist endscheidend für die Anzahl der vermittelten Touren. Hintergrund ist natürlich der harte Wettbewerb der Kollegen zwingen soll, sich in ruinöser Art und Weise zu überbieten, um überhaupt ein paar Fahrten zu bekommen.

Damit outen sich die „plitschen Jungs“, wie die Geschäftsführer Niclaus Meves und Sven Külper väterlich von Teilen des Gewerbes genannt werden, als unverfrorene Abzocker. Womöglich ist diese Änderungskündigung aus der Not geboren. Auf der einen Seite 10.000.000 Euro von Daimler als Anschubfinanzierung erhalten und auf der anderen Seite diesen Betrag plus X von einem Hungerleider – Gewerbe wieder rein zu bekommen ist keine leichte Aufgabe.

Da das neue Beitragsmodell in keinster Weise fair ist und im Kleingedruckten Schweinereien wie Bereitstellungsgebühren und Mindestumsatz neue Kosten in Aussicht stellen, bin ich wirklich nicht sicher, ob ich ab dem 01. Februar noch der Mytaxi Vermittlung zur Verfügung stehen werde?

Artikel im Taxi Magazin
Taxiforum über Mytaxi
Petition gegen die Fairmittlungsgebühr

MfG C.L.

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Diesen Silvester wollte ich richtig Kasse machen. Letztes Jahr funkte leider eine Grippe dazwischen und ich musste um 22.30 Uhr die Schicht beenden. Aber dieses Mal war ich einsatzbereit und habe ein wirklich gutes Ergebnis eingefahren. In 11 Stunden habe ich 30 Touren abgewickelt und bin mit fürstlichen Trinkgeldern und über 500€ Einnahme nach Hause gefahren. Da war es dann auch völlig egal, ob die Kunden für 7€ oder für 50€ fahren wollten. Man wusste vorher schon die Kasse wird stimmen.

Leider weiß man aber als alter Hase auch dieses Geld wird dringend benötigt, um die ersten zehn Tage im neuen Jahr zu überstehen. Denn bereits der 06.01. überraschte uns Taxifahrer mit einem katholischen Feiertag in Süddeutschland und somit leeren Fliegern, Hotels und leerer Kasse.
C.L.

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Hallo,
zukünftig soll es hier im Blog ein wenig technischer zugehen. Tips und Tricks zu Wartung und Verschleiß sollen einen festen Platz finden, wobei es vorrangig um die Mercedes E-Klasse geht.

Mercedes sagt schon seit Modelleinführung des W210 im Jahre 1995 ein Ölwechsel im Automatikgetriebe sei nicht mehr notwendig. Das Öl sei eine Lebensbefüllung, wobei dieser Begriff 160tkm meint. Für Taxifahrer, die ihre Fahrzeuge durchaus einige 100tkm bewegen wollen, natürlich totaler Blödsinn. Nicht wenige Getriebe sind zwischen 200 und 250tkm kaputt gegangen und haben teure Reparaturen nach sich gezogen. Daher wird empfohlen das Getriebeöl im W210,211 und 212 alle 60tkm zu erneuern. Während man den Filter nach wie vor tauschen kann, bekommt man leider nur 60% des Öls abgelassen, weil der Wandler seit dem Modell W210 keine Ablasschraube mehr besitzt. Trotzdem macht es Sinn zumindest einen Teil des Öls zu erneuern.

Seit einiger Zeit bietet Fuchs ein Getriebeöl speziell für die 7 Gang Getriebe des W212 an, was auch Vorgänger Modelle bestens vertragen. Ein Wechsel kostet bei den einschlägigen Taxi Werkstätten knapp 100€ und kann die Lebensdauer des Automaten drastisch erhöhen. Wichtig ist allerdings überhaupt erstmal zu wissen, dass ein regelmäßiger Automatik Ölwechsel bei der Mercedes E-Klasse möglich und sehr sinnvoll ist.

MfG C.L.

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Heute mal nur eine kurze Info für die Flughafen Fahrer.
Meine Transponder Karte hat in den letzten Wochen immer schlechter funktioniert. Kein Funkkontakt mehr durch die Frontscheibe, man musste das Ding immer abnehmen und direkt vor den Leser halten.
Ein kurzer Gang in das 2. OG im Terminal 2 bestätigte meine Vermutung. In dem Transponder steckt eine kleine Batterie, die nach fünf Jahren schwächelt. Kostenlos und zügig gab es eine neue Karte und nun kann ich wieder zügig durch die Schranke fahren. Wenn bloß alles so einfach zu regeln wäre…

MfG C.L.

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Moin,
der Oktober war gekennzeichnet von einer Baustellendichte, die einfach unerträglich war. Das Nadelöhr auf der Zufahrt zum Flughafen, die Sackgasse im Maienweg, die Sperrung Bebelallee / Wilhelm Metzger Straße, die Situation im Heidenkampsweg und die Sackgasse im Nedderfeld. Ständig steht man besetzt, oder auch frei vor diesen Engpässen, verflucht die Hamburger Verkehrsplaner und natürlich unseren ungerechten Taxitarif. Die Kunden fragen mich ja sogar ohne Baustellen, was denn Hamburg für eine Ampelschaltung hat? „Sie fahren ja nur von einer roten Ampel zur nächsten.“ Ja Hamburg ist autofeindlich, das sieht man schon an so tollen Verkehrsplanungen wie der Umgestaltung der Eimsbütteler Chaussee.

Sicher habe ich Verständnis dafür, dass immer wieder mal auch an verkehrsreichen Knotenpunkten gebaut werden muss. Das solche Aktionen aber immer mein Geld kosten, weil im Stau stehen für den Kunden kostenlos sein muss, dafür habe ich seit Jahren kein Verständnis. Der Hamburger Taxitarif bleibt eine Zumutung für alle tagfahrenden Kollegen.

C.L.

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Neue Rubrik : Verkehrsrecht

On November 14, 2013, in Aktuell, by C.L.

Hallo liebe Leser, zukünftig wird sich die Seite HH-Taxi.de vermehrt mit aktuellen Themen rund um das Verkehrsrecht beschäftigen. Die Texte und Informationen stammen von den SOS Verkehrsrechts Experten aus Berlin.

Immer diese Blitzer…
Die Jagd auf Temposünder wirkt oftmals wie ein seltsames Spiel. Mal wird versteckt geblitzt, dann wieder kündigt man groß in der Presse an, wann wo gemessen wird. Der Sinn dieser Aktionen erschließt sich nicht immer so sehr. So wurde gerade erst am 10. und 11. Oktober ein regelrechter Blitz-Marathon abgehalten, für den man sich die Standorte der Blitzanlagen im Internet herunterladen konnte. Nur die Länder Baden-Württemberg und Sachsen verzichteten auf eine Veröffentlichung der Standorte. Baden-Württemberg verwies darauf, dass dies eine Sache der Kommunen sei und die Standorte dort erfragt werden könnten. Sachsen gab keine Angaben, da die Aktion unter dem Motto “Blitz für Kids” in erster Linie das Bewusstsein stärken sollte, dass Autofahrer vor Schulen und Kindergärten auf die Bremse gehen. Fraglich, ob derlei Aktionen wirklich etwas bringen oder ob es so ist, wie bei altbekannten Blitzanlagen, bei denen die Ortsansässigen bereits seit Jahren wissen, wann das Tempo zu drosseln ist, um dann anschließend wieder aufs Gaspedal zu treten.

Bußgelder und Fahrverbot
Je nach Tempoüberschreitung sieht der Bußgeldkatalog 15,- bis 680,- Euro Bußgeld in geschlossenen Ortschaften und 10,- bis 600,- Euro auf Straßen außerhalb vor. Punkte gibt es ab 21 km/h über der zulässigen Geschwindigkeit und ein Fahrverbot ab 31 km/h Überschreitung in geschlossenen Ortschaften, ab 41 km/h außerhalb. Berufsfahrer trifft ein Fahrverbot besonders hart. Eine komplette Übersicht hierzu findet man auf bussgeldkatalog.org

Zum Fahrverbot gilt folgendes:
• 31-50 km/h in geschlossenen Ortschaften – 1 Monat Fahrverbot
• 51 – 60 km/h in geschlossenen Ortschaften – 2 Monate Fahrverbot
• ab 61 km/h in geschlossenen Ortschaften – 3 Monate Fahrverbot
• 41 – 60 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften – 1 Monat Fahrverbot
• 61 – 70 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften – 2 Monate Fahrverbot
• ab 71 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften – 3 Monate Fahrverbot

Ferner gilt das Fahrverbot dann, wenn in einem Jahr zweimal die zulässige Geschwindigkeit um 25 km/h überschritten wurde und kann ab dem dritten Eintrag wegen Geschwindigkeitsübertretung in Flensburg verhängt werden. Die Toleranz liegt bei 3 km/h und bei Geschwindigkeiten über 100 km/h bei 3%. Bußgelder gibt es auch für objektiv schwer messbare Vorwürfe, wie Nichtanpassung des Tempos an die Straßen- und Sichtverhältnisse und das zu langsame Fahren im Verkehrsfluss.

Kritik an den Messungen
Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag in Goslar kam es aber zur Kritik an der Nachvollziehbarkeit und Beweisführung in vielen Fällen. Betroffene vermuteten auch häufig bewusste “Abzocke”, wenn etwa an geraden übersichtlichen Straßen vor dem Ortsausgang geblitzt wurde, wo weder Schulen noch Fußgängerverkehr vorhanden waren. Die Lasermessung ohne Bild oder Video wurde als objektiv nicht nachvollziehbar beurteilt. Die Akzeptanz der Bußgelder ist entsprechend gering. Was Wunder, wenn bei einigen Blitzstandorten der Eindruck entsteht, hier solle Geld für bestimmte Projekte der Stadt gesammelt werden, wie bereits auf HH-Taxi.de erwähnt.

Auch das Überfahren einer roten Ampel kommt mit 90,- Euro Bußgeld und 3 Punkten in Flensburg teuer zu stehen. Dabei ist das nur das Minimum. War die Ampel länger als eine Sekunde auf Rot, dann kostet es 200,- Euro, 4 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Ohne Zweifel muss eine Verkehrsgefährdung oder gar Sachbeschädigung geahndet werden, aber allzu oft entsteht der Eindruck, dass es darum geht, die Autofahrer übers Ohr zu hauen. Deshalb hat der IV. Arbeitskreis des Deutschen Verkehrsgerichtstags folgende Empfehlungen ausgesprochen:

• Ort und Zeit der Tempomessungen sollen ausschließlich der Sicherheit und der Umwelt dienen.
• Ein hinzugezogener Anwalt muss umfassende Akteneinsicht bekommen.
• Das Personal, das die Messungen vornimmt, muss gut ausgebildet sein und mit den neuesten Geräten umgehen können.
• Nachvollziehbare Messungen müssen durch Foto- oder Videodokumentation belegt werden können.

Diese Empfehlungen würden die Nachvollziehbarkeit verbessern und damit auch für mehr Akzeptanz sorgen.

Mitgeteilt von Valerie Marquardt

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