Taxi Hamburg

Mytaxi Payment jetzt mit 5 Euro Gutschein

On Oktober 7, 2012, in Aktuell, by C.L.

Hallo liebe Leser,
nach längerer Abstinenz will ich hier wieder vermehrt über Themen des Hamburger Taxigewerbes bloggen und fange gleich mal mit einer News von Mytaxi an.

Die Macher von Mytaxi kleckern nicht, sie glotzen. Schon vor einigen Wochen haben interessierte Kollegen auf einem Mytaxi Brunch (wir sagen danke) im Hardrock Café an den Hamburger Landungsbrücken erfahren, dass Mytaxi 12,5 Mio. Euro investiert, um ihr hauseigenes Mobile Payment zu pushen.

Seit ein paar Wochen kann der Mytaxi Kunde bargeldlos Taxi fahren und muss den Fahrpreis lediglich mit seiner persönlichen Pin bestätigen. Nach einer einmaligen Online Registrierung bei Mytaxi wird es so möglich bargeldlos, und erstmalig auch vollkommen papierlos, zu bezahlen.

Vom 01.10. bis 30.11.2012 haben Mobile Payment Kunden einmalig die Möglichkeit ûber einen Gutschein Code einen Rabatt von 5€ auf den Fahrpreis zu erhalten. Mytaxi stellt dafûr insgesamt 2,5 Millionen Gutscheine zur Verfügung, die man sich bei dem entsprechenden Mytaxi Fahrer geben lassen kann.

Kommentar meinerseits : Die Aktion wird und muss das Geschäft bei Mytaxi pushen. Trotz aller Euphorie bleiben die Mytaxi Bestellungen in Quantität und Qualität deutlich hinter den Erwartungen vieler Mytaxi Kollegen zurück.

Gruß an alle C.L.

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Stimmungslage 2012

On Juni 2, 2012, in Aktuell, Flughafen, Tagschicht, by C.L.

Seit Anfang 2005 bin ich in Hamburg nun selbständig mit meiner eigenen Taxi. Abgesehen von dem Gefühl der persönlichen Freiheit, hat mich diese Aktion finanziell kein Stück nach vorne gebracht. Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Gewerbe immer mehr in Richtig Niedriglohnarbeit abdriftet, obwohl der Kunde den Eindruck hat, eine Taxifahrt ist teuer bzw. eigentlich unnötiger Luxus.

Auffällig ist, dass seit Anfang des Jahres etliche alteingesessene Einzelunternehmer ihre Selbständigkeit aufgegeben haben und wieder als angestellte Fahrer arbeiten. Sie alle haben herausgefunden, dass es sich nicht mehr lohnt, ein Taxi zu betreiben. Die Einnahmen stagnieren trotz diverser Tariferhöhungen seit Jahren, die Kosten allerdings kennen nur eine Richtung. Auch beim Hansafunk wollen in diesem Jahr wieder einige Unternehmer ihren Genossenschaftsanteil verkaufen, weil hohe Umsätze immer hohe Kosten und hohe Steuern nach sich ziehen. Hier wie dort hat man das Gefühl, man ist ein Hamster im Laufrad. Man kann ackern und ackern und verteilt seine hart erwirtschaftete Einnahme lediglich großzügig.

Dazu ein Beispiel :
Ein alleinfahrender Unternehmer macht 40.000€ Jahresumsatz. Dafür hat er 2700 Stunden in elf Monaten gearbeitet, 245 Stunden im Monat. Von den 40.000€ Umsatz gehen an Betriebskosten 20.000€ drauf, für Krankenkasse und eine kleine Altersvorsorge weitere 7000€. Als Einkommen sind 13.000€ zu verteuern, davon gehen 1000€ Steuern runter. Verdient hat der Unternehmer also 12.000€, oder 1000€ netto im Monat. 70% seiner Einnahme verpuffen in Kosten, sein eigentlich guter Umsatz schmilzt wie Schnee in der Sonne.

Oben skizziertes Beispiel ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten total grotesk, was zwangsläufig Fragen nach sich zieht :

Warum macht denn der Unternehmer in seinen 2700 Stunden nur 40.000€ Umsatz ?

Weil es in Hamburg ein politisch gewolltes Überangebot an der Dienstleistung Taxi gibt. 3600 Taxen stehen 60-80% ihrer Arbeitszeit rum und warten auf Kunden.

Weil fast alle Taxifahrten, die nicht mit dem Flughafen zu tun haben, lediglich einen Fahrpreis zwischen 6 und 12€ bringen. Der Kunde fährt für 10€ Taxi, der Taxifahrer verdient an dieser Tour lediglich 3€. Der Kunde denkt, für 10 Minuten Fahrt ist das aber teuer, der Taxifahrer denkt, da bleibt für mich ja fast nichts hängen.

Wo bleiben 20.000€ Betriebskosten?

Zuerst einmal sind fast alle Taxen in Hamburg finanziert. Der Grund ist keinesfalls die gute Geschäftslage, die dazu führt, dass Neuwagen angeschafft werden. Im Gegenteil, die mangelnde Kapitaldecke sorgt dafür, das gute Gebrauchte nicht bar bezahlt werden können. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Dieselpreis nahezu verdoppelt, leider verbrauchen moderne Diesel im Stadtverkehr nicht weniger Kraftstoff, als früher. Die Versicherungsbeiträge für das Taxengewerbe sind extrem hoch und nicht vergleichbar mit privaten Pkw`s. Allein diese drei Posten kosten monatlich ca.1200€
Den Rest verschlingen viele kleine Kostenblöcke. Pflichtbeiträge für die Berufsgenossenschaft, die Handelskammer und die GEZ. Besonders die GEZ nervt höllisch, weil sie für Privathaushalte und Gewerbetreibende doppelt kassieren darf. Der Flughafen darf Gebühren für die Bereitstellung von Taxen kassieren, Funkzentralen und/oder Mytaxi buchen größere oder kleinere Beträge ab. Hier mal eine Inspektion, dort mal zwei neue Reifen, Gebühren für Kreditkartenzahlungen und 7% Umsatzsteuer, die in jeder Taxifahrt enthalten ist. Nicht zu vergessen jährliche Besuche beim Eichamt und beim Taxen TÜV, Gebühren für die Taxischein-, sowie die Konzessionsverlängerung.

Selber hat man nur wenige Möglichkeiten, dieser finanziell unerfreulichen Entwicklung etwas entgegen zu setzen. In der Regel werden eben noch mehr Stunden gekloppt, was familiäre und gesundheitliche Konsequenzen hat. Oder man fährt die Kosten runter wo es machbar ist. Manchmal auf Kosten der technischen Sicherheit der Fahrzeuge, fast immer, indem man die Altersvorsorge galant ausblendet.

In den letzten Monaten höre ich vermehrt von Kollegen sie haben keine Lust mehr, es ist alles sinnlos, das Taxengewerbe wird in Hamburg konsequent gegen die Wand gefahren.
Die Aufsichtsbehörde (BWVI) lässt uns am langen Arm ausbluten, das Verhältnis zwischen Behörde und Taxenunternehmer ist nachhaltig gestört. Zuletzt gab es eine großanlegte Kontrolle am Hamburger Flughafen, wo wir fast eine halbe Stunde daran gehindert wurden, Kunden an den Terminals einzuladen. Die Kontrolle fand ausgerechnet kurz nach 9.30 Uhr statt, wo doch jeder weiß, dass um 10 Uhr viele Fluggäste Taxi fahren wollen. Die sind dann in Scharen genervt in die S-Bahn gestiegen.

Da wir keine Lobby haben und in der Regel als Einzelkämpfer unterwegs sind, haben wir keine Macht, unsere wirtschaftliche Situation zu verbessern. Hamburg hat viel zu viele Taxen, die unproduktiv sind und einen Tarif, der bei Kurztouren keinen nennenswerten Gewinn abwirft. Der Steuerfreibetrag von 7700€ im Jahr ist absolut lächerlich, der Staat müsste Taxen von der Öko- und Kfz. Steuer befreien.

Irgendetwas ist mächtig falsch gelaufen, wenn 2012 derselbe Umsatz gefahren wird, wie vor fünfzehn Jahren. So sagen übereinstimmend alle Kollegen, die schon lange auf dem Bock sitzen.

MfG C.L.

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Als tagfahrender Taxler bin ich in Hamburg zurzeit mal wieder arg gebeutelt. Während der gesamten Schicht kommt man nirgendwo zügig und problemlos hin. Selbst zur Mittagszeit haben wir einen Verkehr in der Innenstadt, dass man glauben möchte, Benzin und Diesel wird an der Zapfsäule verschenkt.

Vor morgens bis abends bewegt man sich im Schleichgang durch Hamburg. Die Ludwig Erhard Straße und die Willy Brand Straße sind ganztätig überfüllt. Vor der BAB Auffahrt Stellingen geht nichts mehr, an der Esplanade und der Sengelmannstraße gab oder gibt es Tagesbaustellen. Auf der A7 Richtung Süden war ein paar Tage ein Fahrstreifen gesperrt, die Folge waren 16 Kilometer Stop & Go vor dem Elbtunnel. Auch auf der Stresemannstraße hing man regelmäßig zwischen Pferdemarkt und Mc Donalds fest. Die Tarpenbekstraße ist an manchen Tagen um 10.30 Uhr noch überfüllt Richtung Innenstadt. Dazu die nicht enden wollende Sperrung am Bahnhof Dammtor und umfangreiche Baumaßnahmen im Bereich Siemersplatz.

Das Taxifahren in Hamburg ist eine zunehmend stressige Nervenprobe, nach der Schicht kommt man nach Hause und ist total gerädert. Nicht nur dutzende Baustellen und eine total miese Ampelschaltung nerven, es ist auch die ständig steigende Verkehrsdichte und die Ignoranz der anderen Autofahrer. Heute Abend stand zum Beispiel ein fetter Mercedes AMG im Poelchaukamp und blockierte den fließenden Verkehr. Von Fahrer weit und breit nichts zu sehen. Solch unfassbar ignorantes Verhalten sollte mit Autoknast und Fahrverbot bestraft werden. Das Parken in zweiter Reihe ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, genau wie einige Taxistände immer wieder von Privatwagen blockiert werden. Genauso ärgerlich ist das unangemessene Langsam Fahren auf mehrspurigen Hauptstraßen. Warum besitzt man einen 200PS Kompressor Diesel und fährt dann nur 40km/h ?

Insgesamt zeigt mir das Verkehrsgeschehen in Hamburg, dass die Mineralölkonzerne noch viel Luft nach oben haben. Ob der Liter nun 1,50 oder 2€ kostet interessiert ganz offensichtlich kein Schwein. Mittel sind vorhanden und dass im Überfluss. Da frage ich mich nur, warum gerade ich kostenlos mit Kunden im Stau stehen soll ? Die Karenzminute muss im Spätsommer Geschichte sein, der Kunde wird einen leichten Zuschlag im Stau verschmerzen können.

MfG C.L.

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Frankfurter Rundschau zum Thema Kindersitze im Taxi

Oben verlinkten Artikel habe ich heute im Taxiforum gefunden und möchte zu gerne eigene Erfahrungen beisteuern. Da ich selber zwei Kinder habe, hatte ich vor einigen Jahren die Idee den Service „mit Kindersitz“ auf der Webseite anzubieten. Ich habe einen Maxi Cosi für Babys zwischen 0 und 12 Monaten, sowie einen Kiddi Infinity Pro für die Gewichtsklasse zwischen 12 und 18 Kilo.

Nach einigen Fahrten und Anfragen habe ich diesen Service umgehend wieder eingestellt. Ich habe nun nicht pauschal 25€ Aufschlag gefordert, ich habe aber vermutet vernünftige Eltern würden freiwillig 5 oder 10€ extra bezahlen. Diese sperrigen Sitze sind zu Hause und müssen von dort vor der Fahrt abgeholt werden. Das kostet meine Zeit und mein Spritgeld. Es ist immer dasselbe in Deutschland, alles schreit nach Service und Dienstleistung, aber anständig bezahlen will das niemand. So wird ein Schuh draus.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Fahrt am Samstag mittag von Eppendorf zum Flughafen. Ich habe den Kunden schon am Telefon gesagt, dass ich eigentlich frei habe und das Wochenende meiner Familie gehört. Ich bin aber trotzdem nur für diese eine Tour losgefahren. Auf dem Taxameter standen dann 14,60€ und es gab 16€. Der Kunde wollte eine Quittung haben, um diese Privatfahrt abzusetzen.

Obwohl ich meine Arbeitszeiten hinterlegt habe bekomme ich Anfragen, ob ich Freitag Abend um 21.30Uhr mit Maxi Cosi vom Hauptbahnhof zum Motel One Ludwig Erhard Straße fahren könne. Natürlich fahre ich nicht noch einmal von zu Hause los, um dann eine 8€ Tour abwickeln zu dürfen.

Zuletzt bekam ich eine Anfrage mit Kindersitz vom Flughafen nach Wandsbek. Dieser Kundin erklärte ich in einer Mail ich hätte gerne 20€ für die Fahrt von zu Hause zum Flughafen und weitere 20€ für die Fahrt Flughafen Wandsbek. Finde ich legitim, der Gast natürlich zu teuer.

So ist die Dienstleistungswüste Deutschland nur die logische Konsequenz aus einer ätzenden Geiz ist geil Mentalität.

Gruß C.L.

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Kollege D.S. will sich im Sommer 2012 eine neue Taxi kaufen. Er und seine Mitarbeiter bewegen einen Mercedes W211 E200cdi ca. 10.000km im Monat. Dabei entstehen Treibstoffkosten in Höhe von 1550€ Brutto pro Monat. Gibt es eine Alternative, um diesen Kostenblock deutlich zu reduzieren ? Das zumindest ist bei Dieselpreisen um die 1,50€ pro Liter in jeder Mittagspause Thema.

Das Problem beginnt schon damit, dass die von Mercedes angegebenen Verbräuche im Stadtverkehr in der Praxis deutlich überschritten werden. In Hamburg fährt man viele Kurztouren innerhalb des Ring 1. Alle 500 Meter wartet man an einer roten Ampel, Stau durch Baustellen, Events und Unfälle bestimmen den Alltag.

Der Mercedes W211 (2002 – 2007) verbraucht 10,5 Liter im Stadtverkehr, Werksangabe 9,1 Liter. Leider bietet Mercedes dem Taxengewerbe nur eine 100kw Motorisierung an, mit ungedrosselten 125kw, würde der Wagen vielleicht einen Liter weniger verbrauchen. Gänzlich unredlich sind die Angaben beim aktuellen Modell W212 (ab 2008). Mercedes gibt einen Verbrauch von 7,1 Liter im Stadtverkehr an, die Kollegen bewegen das Fahrzeug mit 10, 5 Litern im Schnitt. Das geht auch auf das Konto des Partikelfilters, der beim Vorgänger noch abbestellt werden konnte, nun aber obligatorisch ist, um die Abgasnorm Euro 5 zu schaffen. Aber Mercedes hat nachgebessert und bietet nun eine 7 Gang Automatik mit Start / Stop Funktion an. Aus 6,4 Litern Werksangabe werden so in der Praxis 9 Liter Diesel. Pro 100 Kilometer kostet also ein Diesel ohne Start Stop 15,54€, mit Start Stop 13,32€.

Als Alternativen haben wir erschöpfend LPG / Autogas, Erdgas / CNG und Diesel Hybrid diskutiert und dabei bewusst nur über die Mercedes E-Klasse gesprochen. Weil wir dieses Modell jetzt und auch in Zukunft fahren wollen.

Schon seit fast 30 Jahren gibt es die Möglichkeit jeden Benzinmotor auf Flüssiggas umzurüsten. Bei einem Vierzylinder entstehen dabei Kosten zwischen 2000 und 2400€. In Hamburg rüstet z.B. Mercedes Leseberg Fahrzeuge mit dem Stern auf Gas um. Mercedes gibt für den W211 E200 Benziner einen Verbrauch von 12,4 Liter im Stadtverkehr an. Daher lege ich mal freundliche 15 Liter LPG als Verbrauch zu Grunde. 15×0,80 Cent = 12€/100km plus 0,5 Liter Benzin für den Kaltstart = 12,80€

Es gibt seit einigen Jahren die E-Klasse auch als NGT. Ein bivalenter Antrieb, der auch Erdgas verbrennen kann. Im Taxenbetrieb verbraucht der Wagen 8 Kilo Erdgas zu aktuell 1,04€ pro Kilo, sowie 0,5 Liter Benzin für den Startvorgang. 8,32€ plus 0,80€ = 9,12€/100km. Benannt werden müssen zwei klare Nachteile für das Gewerbe. Die Reichweite von ca. 180km und ein merklich kleinerer Kofferraum. Uns bleibt völlig unverständlich wieso dieser Wagen weiterhin einen 60 Liter Benzintank mit sich spazieren fährt.

Zuletzt ein Wort zum Dieselhybrid, den Mercedes im Sommer 2012 herausbringen will, den E 300 BlueTEC HYBRID. Wir nehmen an, dass diese Motorisierung im Taxenbetrieb 20% Diesel einsparen könnte. 7x-1,48€ = 10,36€. Eine 1,8 Tonnen schwere Limousine im Stadtverkehr mit 5 Litern bewegen zu wollen ist unrealistisch. Leider kommt das Fahrzeug erst einmal nur mit einem 204PS Vierzylinder, daher ist damit zu rechnen, dass der Kaufpreis für das Gewerbe um mindestens 10.000€ höher ausfällt, als für den E200cdi als Taxivariante. Für einen Hybrid Antrieb in der S-Klasse nimmt Mercedes aktuell 14.000€ Aufpreis.

Bei einer Jahresfahrleistung von 40.000km im Jahr (Einzelunternehmer mit Privatkilometern) ergeben sich folgende Summen / Einsparmöglichkeiten (alle Angaben Brutto):
E200cdi ohne Start Stop 6216€
E200cdi mit Start Stop 5328€
E200 LPG 5120€
E200 NGT 3648€
E300 Bluetec Hybrid 4144€

Nach diesen Rechenvarianten ist naheliegend einen E200 NGT zu ordern, den es als Taxi ab 31.100€ netto zu kaufen gibt. Ob dieser Motor allerdings problemlos 300 – 400tkm verkraftet, muss jeder selber herausfinden? Kauft der Taxiunternehmer womöglich einen guten Gebrauchtwagen für 12.000€ wird jedes Einsparpotenzial eines Neuwagens gänzlich ad absurdum geführt.

Gruß C.L.

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Hallo,
nun ist es also amtlich. Nachdem bereits in Eigeninitiative ermittelt wurde, dass uns Hamburger Taxifahrern die Tarifstruktur ohne Wartezeitanteil jeden Tag Geld kostet, so wurde dieses nun in einen offiziellen Feldversuch bestätigt. Die Taxi Union Hamburg hat dazu ein Gutachten bei der Firma Linne & Krause in Auftrag gegeben. Sicherlich auch vor dem Hintergrund, das mittelfristig die angestellten Fahrer nicht mehr exzessive 70-80 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Daher muss der Stundenumsatz gesteigert werden und zwar dieses mal ausnahmsweise zu Lasten des Kunden.

Dadurch, das der Kunde in Hamburg lediglich die Fahrstrecke zu bezahlen hat und dabei die Dauer der Tour unberücksichtigt bleibt, entstehen Umsatzausfälle in Höhe von gut 10% der Einnahme. Ein Geschenk, dass die Stadt Hamburg dem Taxikunden seit nunmehr 12 Jahren macht. Eine Tarifstruktur, die kaum ein Kunde kennt und schätzt. Ein Tarif, der Besserverdienende und Geschäftskunden überhaupt nicht interessiert.

Das Taxengewerbe in Hamburg wickelt geschätzte 15 Mio. Fahrten im Jahr ab. Dabei entsteht ein Gesamtumsatz von schätzungsweise 180.000.000€. Pro Jahr sorgt diese Tarifstruktur für Einnahmeausfälle in Höhe von ca. 18.000.000€, oder von ca. 5000€ pro Taxi. Mit dieser Einnahme könnte man einiges anstellen. Z.B. das nächste Fahrzeug nicht wieder zu 100% finanzieren, den angestellten Fahrer nicht durch Lohnmodelle gängeln und demotivieren. Oder schlicht anfangen etwas für die Altersvorsorge zu tun, damit man nicht mit 75 Jahren noch auf dem Bock sitzen muss. Rechtzeitig neue (Marken)reifen aufziehen und die Pellen nicht fahren, bis sie aussehen wie Slicks. Oder eben nicht jeden Tag unsägliche Rahmenbedingungen durch eine 14 Stunden Schicht kompensieren zu müssen.

Möglicherweise ist diese Tarifstruktur ab Sommer 2012 Geschichte. Dauert eine Fahrt auf Grund von Stau, Unfällen, Events, Baustellen oder Witterungsverhältnissen länger als üblich, muss sie auch 2 oder 3€ mehr kosten dürfen.

Gutachten zur Karenzminute

Gruß C.L.

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Neuigkeiten ???

On Februar 3, 2012, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Ein paar Kollegen haben mich mittlerweile gefragt, warum ich schon länger hier nichts mehr geschrieben habe ? Die Frage ist berechtigt, wo doch das Gewerbe in Hamburg nicht zur Ruhe zu kommen scheint.

Zuletzt hatte ich einen Artikel für das Taxi-Magazin geschrieben, wo ich die Mühen und Kosten der Konzessionsverlängerung in Hamburg thematisiert habe. Es ist schon einigermaßen unverfroren, die Gebühren für diesen Verwaltungsakt um jährlich 20% zu erhöhen, und uns gleichzeitig mit Tariferhöhungen im Bereich 2-4% abzuspeisen.

Während viele Kollegen trotz eines exzessiven Stundeneinsatzes kaum einen akzeptablen Ertrag erwirtschaften, hat die Behörde 15 VW Phaeton Konzessionen genehmigt. Dabei ist es nicht wirklich schwer zu kalkulieren, dass sich solche Fahrzeuge, mit angestellten Fahrern besetzt, niemals rechnen können. Genauso bizarr die Intension eines 69 jährigen Taxiunternehmers in Hamburg, die Kunden mit einem Porsche Panamera befördern zu wollen. Liebhaberei ist ja ok, aber wirtschaftlich ist das nie im Leben.

Dazu die ewigen Diskussionen um Mytaxi. Die Zentralen sehen ihre Existenz durch diese Smartphone Applikation bedroht, ich selber könnte niemals allein mit einer handvoll Mytaxi Aufträge existieren. Popelige 10% meines Umsatzes erwirtschafte ich mit Mytaxi Touren, von Revolution keine Spur. Daher ist die ganze aufgeblähte Diskussion um ein paar Besteller, die von einer Telefonnummer auf die App. gewechselt haben, total überzogen und lächerlich.

Das neue Jahr ist gleich gestartet mit viel Ärger für die Mehrwagenunternehmer. So soll die gängige Praxis die Fahrer allein durch eine Umsatzbeteiligung zu entlohnen und exzessive Arbeitszeiten zu dulden (80 Stunden pro Woche), illegal sein. Auch dazu ein lesenswerter Artikel im Taxi Magazin.

Besonders die Diskussion um die zukünftige Fahrerentlohnung schlägt hohe Wellen. Bevor also eine neue S-Klasse bestellt wird, weil man meint, ohne MWU würden wieder goldene Zeiten anbrechen bitte ich eines zu bedenken : Jeder Vollzeit Taxifahrer, der in Hamburg seinen Job verliert kann sich mit minimalsten Aufwand selbständig machen. Der durch L&K angeschobene Umbau des Gewerbes in Richtung EWU wird somit fortgeführt, ohne das auch nur ein einziger Cent mehr erwirtschaftet wird.

Neuigkeiten im Gewerbe gibt es also reichlich, nur wirklich neues wird dabei wieder einmal nicht rauskommen.

Gruß an alle C.L.

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Ehemalige Hansafunk Vorstände verurteilt

On Dezember 23, 2011, in Aktuell, by C.L.

Vorgestern, am 20.12.2011 wurden drei ehemalige Vorstände von Hansa Funktaxi wegen schwerer Untreue zu Haftstrafen zwischen 14 und 30 Monaten verurteilt.

Seit einiger Zeit versucht ein Teil des Gewerbes sich vom Generalverdacht zu befreien, Umsätze zu verkürzen, Fahrer nicht korrekt anzumelden und insgesamt zu bescheißen, wo es nur geht. Man möchte raus aus der Schmuddelecke und als Gesprächspartner auf Augenhöhe von unserer Taxenbehörde, der Handelskammer und dem Finanzamt wahrgenommen werden.

Die Vorgänge bei Hansa Funktaxi bewirken natürlich das Gegenteil, alle Klischees des Taxengewerbes werden bestätigt. Da wird durch Scheinrechnungen Schwarzgeld generiert, was großzügig an Firmen und Hotels verteilt wird. Und das offenbar seit den 80`Jahren. Dabei wurde in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen die Hansa Taxifahrer als Saubermänner darzustellen und den Mitbewerb als Schmuddelkinder. Und nun dieses peinliche Eigentor.

Die 420 Genossen scheint das nicht weiter zu stören. Mehrheitlich ist man der Ansicht, es handele sich um ein Kavaliersdelikt. Wie sonst ist es zu erklären, dass beim Hansafunk heute dieselben Leute Ämter bekleiden, die von jeher Posten in der Zentrale besetzen ?
Auf den letzten Generalversammlung haben die Genossen mehrheitlich beschlossen die Machenschaften zivilrechtlich nicht weiter zu verfolgen. Es haben ja auch alle Unternehmer und Fahrer von diesem System finanzielle Vorteile gehabt. Hotels, Restaurants und Firmen rufen 211 211 an und der Mitbewerb steht sich die Reifen eckig. Dass die „Motivationshilfe“ natürlich aus den Funkbeiträgen und Nachzahlungen der Kollegen abgezweigt wurde, scheint bei schlichten Gemütern noch nicht vollumfänglich angekommen zu sein.
Schlichte Gemüter dürfen zudem einmal darüber nachdenken, ob es Sinn macht Kunden zu kaufen, diese aber zu bestimmten Uhrzeiten nicht bedienen zu können. Und mit dieser Begründung 200 zusätzliche Teilnehmer aufzunehmen, die bei normalen Geschäft die Umsätze nach unten drücken.
Wäre es da nicht besser die Kunden, die eh nur dreimal im Jahr ein Taxi benötigen, an den Mitbewerb abzugeben und sich ausschließlich um die Kundschaft zu kümmern, die regelmäßig Taxi fährt ?

Ich selber war immer dann verstimmt, wenn ich am Taxistand vor einem Hotel auf Kunden gewartet habe und erst einmal einige Hansawagen bestellt wurden, bevor der Empfang auch uns gnädigerweise eine Fahrt zukommen lies. Das betrifft das Queens Hotel im Mexicoring, das Holiday Inn an den Elbbrücken, das Sofitel am Alten Wall, das East in der Simon von Utrecht Straße und das Marriot in der ABC Straße. Wurden dort Mitarbeiter und Geschäftsführer bestochen, was meine Standzeit erhöhte und meine Einnahme schmälerte ? Ein Mitarbeiter des Sofitel bestätigte mir bei einer Fahrt, die Jahre zurückliegt, dass die Geschäftsleitung Fahrcoupons vom Hansafunk bekommen hat, um kostenlos fahren zu können.

Und da ich ja nun auch nicht erst seit gestern Taxi fahre habe ich auch nicht vergessen, dass die Herren Gieselmann und Kruse maßgebliche Initiatoren dafür waren, den Wartezeitanteil im Hamburger Taxentarif im Jahr 2000 abzuschaffen. Ein Detail, was den tagfahrenden Kollegen seit nunmehr 11 Jahren jeden Tag Umsatz kostet, weil die Uhr im Stau nicht weitertickt.

Gruß C.L.

Bericht in der Hamburger Morgenpost
Kommentar im Taxi Magazin

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Traumtaxi

On Dezember 18, 2011, in Aktuell, Polemik, by C.L.

Manchmal wünsche ich mir die Kunden mit einer richtig luxuriösen Limousine zu befördern. Fast alle Kollegen fahren Mercedes E-Klasse oder VW Touran von der Stange. Vierzylinder Dieselmotoren und ein paar Extras, das war es dann auch. Ein Bekannter hat vor einigen Jahren einen Limousinenservice eröffnet und wirklich schöne Fahrzeuge geleast. Und einer dieser Leasing Wagen wird jetzt im Januar 2012 abgegeben.

Es handelt sich um einen schwarzen Audi A8 mit einem Dreiliter Sechszylinder Triebwerk und Allradantrieb. 232 PS und 450Nm ab 1400u/min. fahren sich kraftvoll, kultiviert und völlig unaufgeregt. In vier Jahren wurde der Wagen gerade mal 60.000km Langstrecke gefahren und sieht aus wie aus dem Laden. Ausgestattet mit Leder creme, Wurzelholz matt, Soundsystem und Navigation, sowie Klimaanlage und Standheizung. Kosten soll das Fahrzeug gerade noch 30.000€ und hat damit schon über 50% Wertverlust eingefahren.

Eigentlich müsste ich den Wagen kaufen und damit die nächsten Jahre arbeiten. Mein Problem ist allerdings, dass ich rechnen kann und auch muss. Ich bin jetzt seit sieben Jahre Taxenunternehmer und habe zwar keine Verbindlichkeiten, leider aber auch keine Rücklagen. Wenn ein Geschäft am Monatsende mit +/-0 aufgeht, muss man über Investitionen nicht nachdenken. Meine Umsätze sind seit 2005 konstant, ich fahre ziemlich genau eine Tour pro Stunde, 35% meiner Fahren bringen unter 8€ Umsatz. So wird es irgendwann wohl wieder nur für eine gebrauchte E-Klasse reichen. Mit Vierzylinder Diesel und ein paar schnöden Extras.

Eigentlich schade für alle Beteiligten.
MfG C.L.

Nachtrag 21.02.2012 :
Die Kollegen sind wirklich mutig. Seit Tagen sehe ich in jeder Schicht einen neuen Mercedes E300Cdi. Als Graupe, als Hansi und sogar als Autorufer. Das Gerät hat einen Sechszylinder V Motor, 210PS, eine Siebengang Automatik und als Avantgarde eine üppige 245`Bereifung. Los geht der Spass ab 40.000€ netto und Dank Vollfinanzierung kann den Wagen wirklich jeder Kutscher mitnehmen. Wir werden sehen, wer bis zur letzten Rate durchhält. Das dürften harte 60 Monate werden…

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Rammstein – 28.11.2011 O2 World Hamburg

On Dezember 4, 2011, in Aktuell, by C.L.

Seit ich im Dezember 1995 Rammstein im Hamburger Logo gesehen habe, bin ich ein großer Fan dieser Band. Rammstein hat sich in den 90`Jahren ihre Fangemeinde durch zahllose Live Auftritte in der gesamten Republik erspielt. Damals ahnte wohl noch keiner wie groß eine Band werden kann, die musikalisch auf brachiale Härte setzt und textlich die Abgründe der menschlichen Psyche verarbeitet. Rammstein gehören für mich zu den ganz wenigen Bands, die atmosphärisch extrem überzeugend Keyboard Effekte einsetzen, und die mittlerweile duzende qualitativ hochwertiger Songs geschrieben und produziert haben.

Wenn im Zusammenhang mit Rammstein von einer Skandalband gesprochen wird, dann haben die Medien Rammstein diesen Stempel aufgedrückt. Die Indizierung der letzten CD „Liebe ist für alle da“ wegen angeblich gewaltverherrlichender Texte (Ich tue dir weh) ist albern, wenn man kommerziell erfolgreiche Steifen wie Hostel und Saw kennt. Auch der Text des Songs Wiener Blut ist keinesfalls ausgedacht, sondern eine Beschreibung der Realität, nämlich der ungeheuerlichen Vorgänge in Amstetten im Frühjahr 2009.

Nachdem ich schon 2009 Rammstein in der O2 World im Hamburg erleben durfte, hatte ich auch 2011 wieder das Glück dabei sein zu dürfen. Eine Kaufkarte hatte ich nicht, dafür war die Nachfrage nach der Show viel zu groß. Da hilft es ungemein, wenn man sein kleines Netzwerk vor Ort hat.

Kurz und gut, was Rammstein ihren Fans am 28.11.2011 in der O2 World geboten haben, gehört definitiv zum Besten, was ich jemals live erleben durfte. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um Flammenwerfer, Pyrotechnik und eine großartige Lichtshow. Rammstein punkteten mit einem genialen wuchtigen Sound, ihrer Spielfreude und dem Umstand, das sich Hit an Hit reichte. 105 Minuten lang war Party im Innenraum und die Fans sangen jeden Song mit. Sonne, Mutter, Asche zu Asche, Du riechst so gut, Bück dich, Sehnsucht, Du hast, Engel, Feuer frei, Mein Herz brennt, Mein Teil, Haifisch, Pussy, Keine Lust, Ohne dich, Amerika, Mann gegen Mann, Benzin.

Allerdings fiel mir unangenehm auf, dass von der 11500 Zuschauern wohl lange nicht jeder Rammstein Fan ist. Was Eppendorfer Tussis und graumelierte Herren aus Niendstedten in Wellenstein Jacke dort wollten kann ich nur vermuten. Sicher fand an diesem Abend die eine oder andere Weihnachtsfeier statt oder der Auftritt wurde als Geschäfttreffen genutzt.

Naja, so wie ich mir meine Kunden nicht aussuchen kann, kann auch Rammstein sich ihre Fans nicht aussuchen. Die Kehrseite des kommerziellen Erfolges ?

Gruß C.L.

Neue Single “Mein Land”
Ich tue dir weh

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