Taxi HamburgTaxi Hamburg

Kommentar auf einen Kommentar

On März 1, 2011, in Tagschicht, by C.L.

Folgender Kommentar war heute beim Taxiblog hinterlegt :

Lustig zu lesen ist es; aber man fragt sich, warum Du den Job noch machst, wo es doch nur noch was zu meckern gibt. Übrigens ist Taxifahren zu teuer in Hamburg – darum macht das auch kein Mensch mehr.

Dieser Kommentar wirkt nur auf den ersten Blick hingeschmiert. Auch wenn der Schreiber sich nicht getraut hat eine Mail Adresse einzugeben, so werde ich diese zwei Sätze gerne aufgreifen.

Ich frage mich aktuell selber, warum ich den Job (Hanseatischer Fuhrherr – haha) noch mache ? Es deutet sich seit Jahren an, das die Geschäfte schleichend immer schlechter werden und die Kosten in allen Bereichen nur eine Richtung kennen.
Daher stellt sich die Frage, wo die Schmerzgrenze im Einkommen liegt ? Ein Verdienst zwischen 1000 und 1500€, ist heute sicher nicht mehr zeitgemäß. Und manch ein Hamburger Taxenunternehmer kommt nicht einmal mehr auf 1000€ Verdienst.
Bei einem horrenden Stundeneinsatz und inkl. Rücklagen für Krankheit und/ oder betriebliche Sonderrisiken müssten Umsatz und Gewinn ganz anders aussehen. Seit Jahresanfang beträgt meine durchschnittliche Wartezeit auf Kunden 75 Minuten. Klar bin ich gefrustet, wenn ich arbeiten gehe und davon nicht mehr als ein Almosen hängenbleibt.

Immer wieder höre ich von Taxenunternehmern und Taxifahrern, dass sie trotz Vollzeit Tätigkeit, Transferleistungen beziehen. Arm trotz Arbeit, ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Hamburg, die nicht willens ist, Rahmenbedingungen für das Taxengewerbe zu setzen, damit sich diese Arbeit wieder lohnt. So wird also bereits heute Arbeit subventioniert, und trotzdem drohen dem Staat in Zukunft besonders aus den Reihen der Taxifahrer (wie auch aus den Reihen anderer Kleingewerbetreibender) zig tausendfach Forderungen nach Grundsicherung im Alter.

Dann wird wieder einmal unterstellt Taxifahren sei viel zu teuer. Komisch, denkt das auch der Kunde, den ich heute für 3,70€ innerhalb der Innenstadt gefahren habe ? Oder der Kunde, der am Flughafen für 13,70€ nach Winterhude gefahren ist ? Oder die vielen jungen Leute, die jedes Wochenende zwischen der Schanze und dem Kiez pendeln und eine Taxifahrt dann billiger bekommen, als vier Fahrkarten für den HVV kosten würden ?

Taxifahren ist eigentlich preiswert, dass Problem ist die Hamburger Bevölkerung gibt ihr Geld lieber mit vollen Händen für andere Dinge aus. Wohnen für 1200€ warm ist natürlich nicht zu teuer. Jeder meint er braucht wenigstens einen popeligen Kleinwagen, der monatlich mindestens 300€ kostet, die meisten Tage im Jahr rumsteht und dabei vor allem Wertverlust produziert. Ach ja und auf dreimal Urlaub im Jahr will natürlich auch niemand verzichten, notfalls schiebt man das erst mal in den Dispo. 10€ Eintritt für den Club, 10€ für einen Cocktail, 80€ für eine Konzertkarte, oder 50€ im Monat für eine Flatrate. Das ist alles nicht teuer, aber wenn die Taxi mal 12€ kosten soll, dann sind wir die Abzocker der Nation.
Dabei wird in Hamburg ein Taxenfuhrpark vorgehalten, der betriebswirtschaftlich eigentlich gar nicht darstellbar ist. Viele Taxenunternehmer halten für die Kundschaft eine neue E-Klasse vor, obwohl es objektiv eigentlich nur noch für einen Skoda Roomster reicht. Dafür wird dann aber auch 7 Tage die Woche geackert, aber das sieht der Kunde ja nicht.

Selbstverständlich werde ich berichten, wenn sich die Taxigeschäfte in Hamburg wieder auf ein erträgliches Niveau einpendeln. Ich hoffe darauf müssen wir (die wir arbeiten wollen), nicht zu lange warten.

Gruß C.L.

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Winter Depressionen

On Februar 23, 2011, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Eigentlich sollten hier seit Jahresanfang schon wieder ein halbes Dutzend neuer launischer Taxigeschichten stehen. Ich habe immer wieder angefangen, ein Thema aufzugreifen, aber inhaltlich wollten die Geschichten einfach nicht rund werden. Außerdem habe ich den Eindruck ich wiederhole mich. Über das Taxifahren ist doch alles gesagt : In Hamburg lohnt es sich nicht mehr.

Seit November 2010 haben wir hier Winter, wir hatten in der Vorweihnachtszeit relativ viel Schnee und trotzdem nicht mehr Umsatz. Im Januar und Februar 2011 war es oft bitterkalt und trotzdem standen wir an den Posten wie Sauerbier. Alle 10 Minuten Motorstart war angesagt, sonst kroch die Kälte direkt durch die Bodengruppe in Füsse und Beine. Die kurzen Tage, die Temperaturen und das nicht vorhandene Geschäft gingen mir ziemlich auf den Sender. Wir wollen hoffen, dass der März etwas kuscheliger wird.

Am 20.02. hat Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Mich freut es ganz besonders, dass die SPD nun allein Hamburg regieren kann und die Grünen nun wieder in der Opposition sitzen. Frau Hajduk, kurzzeitig Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, hat es in kürzerster Zeit geschafft, sich bei den Taxikollegen denkbar unbeliebt zu machen. Das passiert immer, wenn jemand von Dingen spricht, von denen er nichts versteht. Da wollte uns Frau Hajduk im August 2010 3% Tariferhöhung gönnen!, 2% als Inflationsausgleich und 1% für Investition in technische Verbesserungen. Für 1% vom Jahresumsatz gibt es aber keine Umwelttaxi, vielleicht aber Quittungsblöcke auf umweltfreundlichen Papier. Egal, Schnee von gestern und das ist auch richtig so.

Dumm gelaufen ist mein Einsatz als Wahlhelfer. Eigentlich war der Plan, an vier Tagen die Stimmzettel auszuzählen und dafür 400€ für 20 Stunden Arbeit zu erhalten. Die Stadt zahlt anständig, da war mir klar die Taxi bleibt dann eben stehen. Zwei Tage vor der Wahl fühle ich mich richtig elend. 4 Tage liege ich mit Fieber im Bett und muss den Posten abgeben. Das war dann wohl eine H1N1 Influenza. Hat wohl irgendein Kunde mit in die Taxi geschleppt und mir in der Folge eine Woche ganz ohne Einnahmen beschert. Super.

Gruß C.L.

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Boom Branche Taxi ?

On Januar 4, 2011, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Im Taxiforum war dieser Artikel aus der Welt verlinkt, den ich zum Anlass nehmen möchte die Geschäfte in Hamburg zu beleuchten, und dabei das Jahr 2010 Revue passieren zu lassen.

Der Redakteur leistet sich den ersten Patzer gleich im ersten Foto. Eine Aufnahme von der Aufstellung zur Taxendemo gegen Smart Taxen aus der Glacischaussee in Hamburg. Ein boomendes Gewerbe würde Billig Konkurrenz wohl eher belächeln, als so massiv zu zeigen : Wir fühlen uns von derlei Ideen in unserer Existenz bedroht.

Im gesamten Beitrag wird nur über und mit Zentralenchefs und Verbandsfunktionären gesprochen. Autor Steffen Fründt hätte gut daran getan auch einmal die Meinung der Straße einzuholen. Dort ist es nämlich immer noch so, dass die Geschäfte nicht im dem Maße mitgewachsen sind, wie die Kosten. Zudem sagt eine Zentralenstatistik mit üppigen Tourensteigerungen überhaupt nichts darüber aus, ob das Geschäft als Umsatzplus auch in den Wagen ankommt ? Kommen nämlich immer mehr Fahrzeuge zu einer Vermittlung, oder arbeiten mehr Unternehmer als früher mit Fahrern, verpuffen auch Tourensteigerungen im Bereich von 5-10% und führen auf der Straße eben nicht zu mehr Ertrag für den einzelnen Taxilenker.

Dazu darf zumindest in Hamburg festgestellt werden das sich das Fahrverhalten der Kundschaft verändert. Zu Stoßzeiten kann vermehrt nicht vernünftig bedient werden, weil alle Welt um 8.30 Uhr oder um 19 Uhr ein Taxi haben will, dazwischen ist wenig bis gar nichts zu fahren. Auch die Tourenqualität hat meiner Ansicht nach gelitten (vgl. Blog Feinverteilung). Wenn ich im Jahr 2008 für 150 € Umsatz 10 Fahrten gemacht habe und im Jahr 2010 für denselben Umsatz 12 Fahrten, habe ich eine Tourensteigerung von 20% bei einem Umsatzplus von 0%. Inflationsbereinigt habe ich ein Minus von 5%.

2009 ist mein Umsatz im Vergleich zu 2008 um fast 15% eingebrochen. Das ist keine „kleine Delle.“ 2010 bewegen sich Umsatz und Gewinn wieder auf dem Niveau von 2008. Wo ist da die Umsatzsteigerung, um die Inflation auszugleichen ? Überhaupt ist es der Gipfel der Unwissenheit das Jahr 2010 zum erfolgreichsten Jahr aller Zeiten für das Taxengewerbe zu erklären. Einem Gewerbe, was mehrheitlich keine Gewerbesteuer zahlt, weil Gewinne (über 24.500€ im Jahr) in dieser Höhe gar nicht erreicht werden.

Besonders zynisch dann die Fakten aus dem L&K Gutachten (Auslastung weniger als 1/3 der Schichtzeit) und die tollen Verdienstmöglichkeiten zwischen 1500 und 2000€ brutto. Davon kann man ca. 25% Sozialabgaben abziehen und hat eine 60 Stunden Woche.

Lieber Steffen im noch jungen Jahr 2011 rufe ich dir zu : Sechs – setzen.

Gruß C.L.

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Feinverteilung

On Dezember 22, 2010, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

In letzter Zeit denke ich immer wieder über den Begriff „Feinverteilung“ nach. Diesen Begriff habe ich vor langer Zeit im Taxiforum aufgeschnappt und ich muss zugeben, er macht mir manchmal Angst. Damals prophezeite ein Kollege die Taxen in Hamburg würden mittelfristig nur noch die Feinverteilung machen, d.h. überhaupt gar keine lukrativen Fahrten mehr abwickeln.

Morgens vor den Hotels im Zentrum geht es nicht mehr regelmäßig zum Flieger, sondern zum Bahnhof oder zur Firma XY um die Ecke. Egal wo ich in den letzten Wochen gestanden habe, die Touren waren in der Regel klein. Es scheint nur noch zwei Kategorien von Taxifahrten in Hamburg zu geben : Flieger -> Innenstadt und Retour (ca. 22€) oder Kurztouren zwischen 5 und 10 €. Das Preissegment zwischen 10 und 20 € wird bei mir fast gar nicht nachgefragt, Fahrten über 30€ machen nur Stammkunden mit uns.

Heute (22.12.2010) habe ich am nachmittag in 5 Stunden 60 € Umsatz mit 8 Touren gemacht. Das also zum Thema Weihnachtsgeschäft in der Tagschicht. Kollege Raimund hat im Dezember alle lukrativen Nachtschichten inkl. Weihnachtsfeiern mitgenommen. Die weiteste Tour brachte 37€.

Linne & Krause schreibt im Taxigutachten für 2010, dass 1/3 aller Taxifahrten unter Feinverteilung einzuordnen sind (Fahrpreis max. 8€). Sie bringen kaum Einnahme und besonders als Funktour sind sie fast ein Nullsummenspiel. Und ein Zentralenchef schrieb einst : „Kollegen, es gibt keine schlechten Touren.“ Das stimmt, was es aber gibt, ist ein schlechter Taxentarif, der Kunden für kurze Fahrten belohnt und Kunden mit weiteren Fahrten bestraft.

Irgendwas stimmt in Hamburg seit Jahren nicht. Entweder brauche ich 2-3 Touren pro Stunde, d.h. eine vernünftige Auslastung, oder aber einen Tarif, wo eine Kurztour 10€ kostet und 3 Kilometer Fahrstrecke enthalten sind. Wenn dann der Kunde nur 800 Meter fahren möchte, weil es regnet, schneit oder die Stöckelschuhe drücken, kann mir das egal sein.

Die Feinverteilung funktioniert allenfalls Silvester, wo es bei 40 Fahrten in 12 Stunden völlig egal ist, wo der Kunde denn nun hinfährt. Bei einem Tourenaufkommen von ca. 1 Fahrt pro Stunde im Jahresmittel ist die Feinverteilung unwirtschaftlich.

Gruß C.L.

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Hamburg – meine Perle ?

On Dezember 15, 2010, in Tagschicht, by C.L.

Der Hamburg Hasser

…blasierter als ein Pöseldorfer Perlhuhn. :-)

Gruß C.L.

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Im Taxiforum habe ich eine umfangreiche Stellungnahme von Sven Althorn (Taxi Altona) zu diesem Thema gefunden. Die BSU hatte darum gebeten, dass Verbände und Zentralen sich zum Thema Smart Taxen und ermäßigte Fahrpreise äußern mögen. Ich finde die Einlassungen überaus gelungen und hoffe Herr Werner und andere zuständige Beamte erkennen dieses und treffen in dieser Sache die richtige Entscheidung.

Stellungnahme Taxi Altona

Gruß C.L.

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Wie funktioniert eigentlich eine Taxi App ?

On Dezember 4, 2010, in Tagschicht, by C.L.

Seit April 2010 kann ein Taxikunde in Hamburg nicht nur bei einer Zentrale anrufen, sondern direkt mittels Smartphone und einer Applikation auf Tastendruck ein Taxi bestellen.
Die Applikation Mytaxi (ehemals 1touchtaxi) funktioniert so : Der Kunde lädt die App. auf sein Smartphone und öffnet diese. Er kann seinen Standort über das integrierte GPS ermitteln lassen, oder manuelle Angaben zu seiner Abholadresse machen. In ein Feld kann ein Freitext eingegeben werden, z.B. bei Firma xy, mit Kreditkarte, in 10 Minuten etc. Er bestätigt seine Angaben per Tastendruck und automatisch sucht die App. das nächstgelegene Taxi, was ebenfalls über ein Smartphone und einer sogenannten Driver Software der Vermittlung zur Verfügung steht. Der Wagen nimmt den Auftrag an und der Kunde sieht auf seiner Google Map wie sein Taxi ihn anfährt. Dazu übermittelt das System die Entfernung, die Zeit bis zum Eintreffen des Wagens, sowie ein Foto des Kollegen.

Kunden App

Blogger Kollege Marco hatte nun ein paar Fragen gestellt, die ich gerne beantworten möchte. Die Applikation läuft auf dem Iphone, sowie Smartphones mit dem Betriebssystem Android und Windows Mobile. Man braucht also nicht zwingend ein Iphone, Kollegen fahren auch mit dem Sony Experia oder einem HTC Wildfire. Ich habe mich für ein Iphone entschieden, will ich die Bedienung intuitiv gelungen finde und weil das Display einfach sehr schicke Darstellungen ermöglicht.

Taxifahrer App

Tourenangebote bekomme ich in der Tagschicht zwischen 8 und 10 Uhr und zwischen 16 und 20 Uhr. In der ruhigen Zeit zwischen 10 und 16 Uhr gibt es nur durch Zufall mal einen Auftrag. Kollegen aus der Spätschicht berichten, dass es nach 23 Uhr noch einmal einen Schwung Aufträge gibt. Die Mytaxi Macher haben innerhalb weniger Monate 400 bis 500 Taxen für ihre Vermittlung gewinnen können. Das heißt das Angebot an Fahrzeugen liegt fast immer deutlich über den Auftragsanfragen. Ich denke wenn zu Weihnachten tausende neuer Smartphones unter dem Baum liegen, wird das Geschäft sich langsam aber stetig entwickeln. Aktuell ist es noch so, dass ich 80% meines Umsatzes mit Stammkunden und Anläufern mache.

Gruß C.L.

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Technik, die begeistert ?

On November 27, 2010, in Aktuell, Tagschicht, by C.L.

Eigentlich bin ich ja ohne Funkanbindung in Hamburg unterwegs. Mit den Zentralen, ihren Kosten und ihrer Geschäftspolitik kann ich wenig bis gar nichts anfangen.
Trotzdem habe ich mich im April 2010 entschieden die Smartphone Vermittlung von 1touchtaxi (jetzt mytaxi) in den Wagen zu nehmen.

Nach einer Testphase bis Jahresende mit gestellter Technik und kostenloser Vermittlung war es nun an der Zeit sich selber um die entsprechende Hardware zu kümmern. Und schon ging es los mit lästigen Technik Tücken, die Zeit und Nerven kosten. Zuerst einmal wollte ich ein eigenes Iphone haben, weil ich mir eine sündhaft teure aktive Halterung für dieses Gerät in die Taxi habe bauen lassen. Damit meine Freisprecheinrichtung von Parrot mit dem Iphone interagiert musste nun ein Software update gemacht werden. Das kann man im Regelfall nicht selber, weil die wenigsten PC´s eine Bluetooth Schnittstelle haben dürften.
Anschließend sollte ich einen Account bei Itunes einrichten, um zukünftig selber Applikationen und Updates auf mein Smartphone laden zu können. Also einen Account eingerichtet, inkl. dem 95zigsten hochkomplexen Passwort. Weil ich keine Kreditkarte besitze musste ich mich zusätzlich bei Click&Buy registrieren und mir ein 96zigstes Passwort ausdenken. Obwohl ich nicht plane kostenpflichtige Applikationen zu laden war das notwendig. Seitdem bekomme ich jeden Tag eine Email, in der mich Click&Buy auffordert in den unendlichen weiten des Internets doch endlich mal was zu kaufen.
Dann musste ich nur noch meinen Eplus Handyvertrag um eine Datenflatrate erweitern und schon sollte einer Nutzung des hoch modernen Smatphones nichts mehr im Wege stehen.
Unglaublich, ein einziges kleines Stück Technik zum Telefonieren, um Touren der Mytaxi Kundschaft anzunehmen, um Emails zu lesen und zu schreiben und um im Internet zu surfen. Super Sache das.
Eine letzte Hürde war aber noch zu nehmen. Hatte ich nämlich die mytaxi app. laufen konnte ich nicht angerufen werden. Das ist natürlich ganz schlecht, hat es etwa damit zu tun, dass das blöde Iphone angeblich nicht Multitasking fähig sei ? Natürlich nicht, lediglich zehn Telefonate später war klar, das meine uralte Eplus Sim Karten nicht UMTS fähig ist und ich eine neue Sim Karte brauche.
Aber seit Freitag läuft die Technik und dieses Thema ist auch erledigt. Das freut mich sehr, auch wenn ich abschließend sagen möchte : Einfach ist anders !

Gruß C.L.

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Es geht los liebe Kollegen,
als erster Warnschuss in Richtung BSU / Autoruf ist eine in der nächsten Woche angesetzte Demonstration des Hamburger Taxengewerbes zu bewerten.

Interessierte Kollegen treffen sich am 25.11.2010 zwischen 14 und 15 Uhr in der Glacischaussee, wo ab 15 Uhr ein Konvoi vorbei an der Autoruf Zentrale bis zur BSU an der Stadthausbrücke fahren wird. Der Initiator Jörn Napp erwartet 350 Taxen, ich hoffe es werden mehr.

Hintergrund ist die Idee des Autorufs (Möller/Kruse) im nächsten Jahr Smart Taxen mit einer Ausnahmegenehmigung und zu 15% niedrigeren Fahrpreisen fahren zu lassen. Dieses Geschäftsmodell, was unter dem Deckmantel ökologisches Taxifahren verkauft wird, ist weder umweltfreundlich, noch wirtschaftlich darstellbar. Vielmehr soll zu Lasten des darbenden Taxengewerbes und der angestellten Fahrer, ein weiterer Ausverkauf unseres Geschäftes stattfinden.

Eigentlich könnte ich dieser Entwicklung gelassen entgegen sehen. Unternehmer werden keine 60 Stunden in der Woche in so einer Dose verbringen wollen, Fahrer sicher auch nicht. Unter Tarif lässt keinen Spielraum nach unten, schon jetzt fahren wir Kurztouren quasi zum Selbstkostenpreis. Und unsere verbliebende Kundschaft schätzt geräumige und gemütliche Fahrzeuge.

Mich ärgert es maßlos, dass die Initiatoren bei der BSU für Begriffe wie „öko“ und „billig“ ein offenes Ohr finden, während viele andere berechtigte Forderungen des Gewerbes ignoriert und ausgesessen werden. Dazu kommt, dass die Verbände zu diesen Thema beharrlich schweigen, und eine Zentrale Konkurrenz im eigenen Haus etablieren will.

Sollte das Thema nicht schnellstens in der Ablage P (Papierkorb) verschwinden, könnte der Straßenverkehr in der Innenstadt in der Vorweihnachtszeit regelmäßig zum Erliegen kommen.

Ich hoffe man trifft sich zahlreich am 25.11.2010

Gruß C.L.

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Wirft man einen Blick in den Fahrzeugschein der aktuellen Mercedes Benz E-Klasse W212 in der Taxenmotorisierung 200Cdi findet man einen Schadstoffausstoß von 146g/km.
Als Grenzwert sind von der BSU für das Jahr 2011 150 Gramm vorgegeben, also haben wir es hier mit einer Umwelttaxi zu tun. Oder doch nicht ?

Theorie und Praxis :
Mercedes gibt einen Durchschnittsverbrauch von 5,5 – 5,9 Litern/100km für den E200Cdi an. Da 1 Liter Diesel zu 2,64 Kilogramm Co2 umgewandelt wird, muss davon ausgegangen werden, das der Wagen max. 5,7 Liter 100km im Euro Mix verbraucht.
Im Stadtverkehr wird ein Verbrauch von 7 – 7,4 Litern/100km angegeben. Da eine Taxi zu 90% innerstädtisch unterwegs ist, wäre somit der Grenzwert in der Praxis schon hier nicht mehr zu erreichen.
Im Hamburger Stadtverkehr (Kurzstrecke und alle 500 Meter eine rote Ampel) wird der von Mercedes Benz angegebene Verbrauch um ca. 40% überschritten. In der Tagschicht ist es nahezu unmöglich den W212 mit unter 10 Litern/100km zu bewegen. Realtisch dürften 11 Liter sein.
Was also in der Theorie (Messverfahren Richtlinie 80/1268/EWG) so nett, modern und umweltfreundlich anmutet, entpuppt sich in der Praxis als fauler Zauber. Selbst wenn man unterstellt der Wagen fährt in der Tagschicht mit 10 Litern und in der Nachtschicht mit 8 Litern blieben im Schnitt 9 Liter Verbrauch = 237Gramm/Kilometer.

Mehrkosten
Die aktuelle E-Klasse W212 kostet mit einigen Extras locker 34.000 € netto und kann in 60 Monatsraten a ca. 600 € finanziert werden. In Hamburg ist es weder möglich aus den vorhandenen durchschnittlichen Einnahmen eine nennenswerte Rücklage zur Anschaffung eines solchen Fahrzeugs zu bilden, noch gibt es von Seiten der Stadt Hamburg, der BSU oder HK den kleinsten finanziellen Anreiz neue und somit vielleicht umweltfreundliche Fahrzeuge anzuschaffen. Damit meine ich durchaus, dass die Stadt Hamburg überlegen könnte sich am Kauf eines umweltfreundlichen Taxis mit 5000 – 10000€ zu beteiligen. Seit Oktober 2010 ist die E-Klasse auch wieder als E200 NGT mit Erdgasantrieb erhältlich. Der Kaufpreis dürfte allerdings mindestens noch einmal 5000 € über dem des Diesels liegen.

Co2 Bilanz
In allen Diskussionen um die Umweltfreundlichkeit der vermeidlich sparsameren Neuwagen wird gerne außer Acht gelassen, dass die Produktion eines Pkw`s natürlich auch Co2 emittiert.
Hier ist zu Lesen, dass bei der Produktion eines Neuwagens 22 Tonnen Co2 entstehen. Ich kann also mit gutem Gewissen meinen jetzigen Wagen weitere 80.000 km fahren, bevor ich o.g. Co2 Ausstoß erreicht haben werde.
Da mein alter Benz eher weniger verbraucht, als die aktuelle E-Klasse kann ich auch heute Nacht mit einen grünen (eh ruhigen) Gewissen einschlafen.

Also Augen auf beim Neuwagenkauf…

Gruß C.L.

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