Sind Radfahrer die neuen Klimakleber?
Berufskraftfahrer in Hamburg erleben es ja jeden Tag aufs Neue. Kaum fährt man vom Hof behindert bereits der erste Radler das Vorankommen im PKW. Erlebe ich täglich, wenn ich durch das Niendorfer Gehege fahre. Trotz bestens komprimierter Wege abseits der Straße meinen 80% der Radfahrer sie dürfen den fließenden Verkehr behindern. Egoismus pur, was kümmern mich meine Mitmenschen?
Erst vor wenigen Tagen durfte ich erleben, wie auf der Alsterkrugchausse einem BMW Fahrer wohl endgültig der Kragen geplatzt ist, weil ein Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs war, anstatt den Fahrradweg zu benutzen. Ist ja auch ziemlich asozial dort mit 20km/h den fließenden Verkehr zu behindern. An einer roten Ampel ist der Autofahrer wohl ausgestiegen und hat den Radfahrer samt Fahrrad von der Straße Richtung Radweg gezerrt. Erinnert an Videos aus der Hochzeit der Klimakleber, die teilweise ja auch rüde von der Straße entfernt worden sind.
Heute war es auch bei mir fast soweit einen rennradfahrenden Pärchen gegenüber handgreiflich zu werden. Die beiden befuhren die linke Spur der Karolinenstraße Richtung Gericht. Ja die linke Spur einer zweispurigen Hauptstraße und das auch noch betont langsam. Nach einigen 100 Metern hinter ihnen betätigte ich kurz die Hupe um dann an der nächsten roten Ampel aus meinem Fahrzeug zu steigen. Es folgte ein Normen verdeutlichendes Gespräch. Während ich dem Radfahrer Egoismus und Selbstgefährung vorwarf, meinte er es sei rücksichtslos die Straße allein für Autofahrer zu beanspruchen.
Tja, wieder einmal ein schönes Beispiel wie tief gespalten die Gesellschaft ist. Mein rennradfahrender Kumpel fährt regelmäßig 100km durch die Haseldorfer Marsch und natürlich nicht im Ganzkörperkondom durch die Hamburger City. Meine Frau radelt täglich nach Altona und zwar auf dem Radweg und nicht mitten auf der Kieler Straße. Viele Hamburger Radfahrer schämen sich für die Kaste der aufbrausenden egomanischen Zweiradrambos.
Dabei ist dieses Fehlverhalten ganz einfach zu erklären. Fahrradfahrer, die sich wie die Axi im Wald benehmen, haben höchstwahrscheinlich überhaupt keinen Führerschein und wissen somit wenig über Verkehrsregeln und Verkehrsgefährdung. Daher sollte nicht nur in der Grundschule ein Fahrradführerschein Pflicht sein, sondern ganz besonders auch für Erwachsene. Damit endlich klar wird, dass man z.B. nicht mit AirPods im Ohr durch die Großstadt fahren sollte und auch nicht wie Max Verstappen auf der Nordschleife beim 24 Stunden Rennen.
C.L.
Tankrabatt – ihr seid ja nicht ganz dicht
Immer neue Subventionen und Hilfen lobt unsere Bundesregierung aus. Auch in Zeiten klammer Kassen, ohne Wirtschaftswachstum, dafür mit immer neuen Schulden und stetig steigenden Zinsen. Ich finde das falsch und grob fahrlässig.
Nachdem was ich in den letzten Wochen auf Hamburgs Straßen erlebt habe muss ich feststellen, dass der Sprit noch viel zu billig ist. Ob vor Ostern oder vor Pfingsten, jeder meint er müsse sofort mit dem Auto irgendwo durch die Republik reisen. Ostereier suchen im Schwarzwald 700km weg von Hamburg ist ja auch überlebenswichtig.
Es ist absurd einen Tankrabatt mit der heißen Nadel zu stricken, den kaum jemand braucht, der aber mal eben 20 Milliarden Euro kostet. Waren die Straßen leerer, als der Liter Diesel 2,50€ gekostet hat, war kein Stau auf der A7 und A1? Nein, weil das Spritpreisniveau niemanden wirklich weh tut. Ich finde es bemerkenswert, dass beispielsweise der jährlich steigende CO2 Preis eine Lenkungsfunktion entfalten soll (2-3Cent pro Jahr), wenn selbst eine Preissteigerung von bis zu 35% zu keinerlei Verhaltensänderung führt.
Denn natürlich hat Hamburg dem Begriff Staustadt Nr.1 in Deutschland trotz hoher Spritpreise wieder alle Ehre gemacht. Am Domparkplatz reichte die Autoschlange bis zum Motel One in der Ludwig-Erhard-Straße zurück. Stau vor jedem Konzert in der Barcleycard Arena und natürlich bei jedem HSV Spiel. Verkehrschaos durch ständige Vollsperrungen es Elbtunnels. Auch jetzt wieder zum Beginn der Pfingstferien in Hamburg. Nicht zu vergessen das Chaos rund den Hamburg Marathon und das zu erwartende Chaos rund um den Hafengeburtstag. Aber die Menschen steigen trotzdem ins Auto und fackeln Benzin ab. Das ist natürlich ok, man sollte dann aber auch nicht schamlos auf die Tränendruse drücken.
Wie in der Welt jüngst zu lesen war geben die Deutschen jährlich 80 Milliarden Euro für Urlaub aus. Armut sieht tatsächlich anders aus.
C.L.
Entwicklung der Taxikonzessionen in Hamburg 2026
Auch 2026 werde ich euch über die Entwicklung der Taxikonzessionen in Hamburg auf dem Laufenden halten. Noch gilt, dass es in Hamburg einen Konzessionsstop gibt und keine neuen Taxi in Verkehr gebracht werden können.
31.01.2026:
1.746 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.872 konzessionierten Taxen
77 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
115 Mietwagenbetriebe mit 347 konzessionierten Mietwagen
28.02.2026:
1.742 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.856 konzessionierten Taxen
70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.472 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
115 Mietwagenbetriebe mit 352 konzessionierten Mietwagen
31.03.2026:
1.735 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.838 konzessionierten Taxen
70 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
116 Mietwagenbetriebe mit 349 konzessionierten Mietwagen
30.04.2026:
1.731 Taxenbetriebe mit insgesamt 2.814 konzessionierten Taxen
74 Taxen waren vorrübergehend von der Betriebspflicht entbunden
1.469 Taxenbetriebe hatten nur eine Taxe (Einwagenunternehmer)
116 Mietwagenbetriebe mit 354 konzessionierten Mietwagen
...
Zoff um Tarifkorridor in Hamburg
LG C.L.
Das System Uber – erklärt für Dullies.
WISO Beitrag zum System Uber
Fazit : Altbekannt, wer dort bestellt sollte dringend seinen moralischen Kompass nachjustieren. Das gilt ausdrücklich auch für die Hamburger Taxikollegen, die Umsätze mit diesem System generieren.
LG C.L.
Interview mit Unternehmer Rene‘ Braune
Dauerkrise Teil 2: Rene‘ Braune legt nach
Erneut Daumen hoch von mir und meinen Kollegen.
Grüße C.L.
Wie wahr: Sechs Jahre im Dauerkrisenmodus
Artikel im Hamburger Abendblatt.
Preis_für_Diesel_explodiert_Taxiunternehmer_aus_Hamburg_fürchtet_um_Existenz
Auf den Punkt Herr Kollege. Sehr gute Beschreibung auch der vergangenen Jahre.
LG C.L.
Jetzt wird es technisch : (M)ein CNG Desaster in fünf Akten
Ich fahre als Taxi eine Mercedes-Benz E-Klasse mit bivalentem Antrieb. Der Motor fährt primär mit komprimiertem Erdgas und schaltet auf Benzin um, sobald die Tanks leer sind. Es handelt sich nicht etwa um eine Nachrüstlösung, die unter dem Begriff Autogas bekannt ist, sondern um eine Werkslösung. Vom W212 wurden mit diesem Antrieb von 2009-2015 ganze 1000 Exemplare verkauft und zwar weltweit. Kein Wunder also, dass sich mit der Technik niemand auskennt. Umso mehr verwundert es, dass in Zeiten, wo Klimaschutz Dauerthema ist, der Betrieb von Fahrzeugen mit Bio CNG kein Thema mehr ist. Dabei ist es unstrittig, dass es Fahrzeuge mit CNG Antrieb in Sachen Emissionen problemlos mit Elektrofahrzeugen aufnehmen können. Mehr dazu hier :
Aber zurück zu den Tücken der Technik:
Bereits beim Vorbesitzer musste die Druckregeleinheit nach lediglich 120tkm Laufleistung wegen einem Defekt erneuert werden. Und seit Oktober 2025 konnte auch ich nicht mehr mit Erdgas fahren, sondern musste das teurere E10 tanken. Und zwar insgesamt fast ein halbes Jahr lang, weil die Fehlersuche extrem kompliziert war.
- Akt:
Eine erste Reparatur in der Mercedes Niederlassung (10/25) schlug leider fehl, da der Wagen danach lediglich 1500km auf Erdgas fuhr und seinen Dienst dann erneut mit derselben Fehlermeldung verweigerte. Es wurde eine Fehlfunktion des Niederdrucksensors in der Rail diagnostiziert. Der ermittelte Gasdruck war zu hoch.
- Akt:
Ein zweiter Reparaturversuch Anfang Dezember wurde nach 1,5 Tagen abgebrochen, weil der Fehler auf die Schnelle nicht zu finden war.
- Akt
Im neuen Jahr war ich dann insgesamt dreimal in einer Werkstatt, die viel Erfahrung im Sachen Autogas hat und ein bisschen Know-How bei CNG.
Erst wurde ein Stecker gefunden, der nicht richtig arretiert werden konnte. Beim zweiten Termin war dann der Stecker falsch von MB geliefert worden. In dem Zuge wurde die Druckregeleinheit ausgebaut, zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut. Beim dritten Treffen dann alles wieder montiert mit dem Ergebnis: Keine Änderung, Betrieb auf Erdgas nicht möglich.
Bis dahin bin ich aber bereits sechs Mal jeweils 80km zur Werkstatt gefahren und habe dort halbe Tage im Büro auf meinem Smartphone rumgedaddelt.
- Akt:
Erneut habe ich einen Termin bei Mercedes-Benz direkt gemacht und wie bereits vermutet stellte sich heraus, dass die Druckregeleinheit defekt war. Fehler in diesem Fall Regeleinheit arbeitet nicht richtig, Druck im Niederdruckbereich zu hoch.
Die Druckregeleinheit wird bei Ventrex in Graz hergestellt und kostet aktuell 1650€ brutto. Das schmerzt und mir ist völlig unklar, warum das Bauteil nach lediglich 180tkm Laufleistung schon wieder kaputt ist. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass ich bereits vor dem Defekt mehrfach versucht habe mit der Firma Ventrex Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob diese mir ggf. ein Bauteil direkt verkaufen würden? Schließlich bin ich ja Gewerbetreibender. Keine Reaktion – ergo Kackbude !!!
Gekostet hat der Spaß bis dato fast 3000€ netto und jede Menge Zeit, Nerven und Recherchen im Internet. Hätten wir in Hamburg nicht die Pflicht bei Taxiwechsel einen Vollelektro Plastikbomber anschaffen zu müssen, wäre ich längst wieder mit einem gebrauchten Diesel unterwegs. Aber der linksgrüne Zeitgeist verbietet die Neukonzessionierung von Verbrennertaxen und feiert gleichzeitig immer neue Rekorde bei den Anlandungen am Kreuzfahrtterminal in Steinwerder.
- Akt:
Damit ist die Geschichte aber leider nicht zu Ende, weil nach 2 Schichten der Fehler wieder aufgetreten ist und ich auf Benzin nach Hause fahren musste. Mitte März ging der Wagen also nun zum vierten Mal in die Niederlassung, damit der Fehler hoffentlich endgültig beseitigt wird. Ich bekam ohne Diskussionen ein Leihtaxi, damit ich Geld verdienen konnte und habe deutlich gesagt, ich möchte den Erdgas Patienten keinesfalls wieder bekommen um dann erneut nur ein paar 100km störungsfrei fahren zu können.
Es stellte sich heraus, dass der Tankstutzen für CNG undicht war und dort Erdgas austreten konnte. Der Stutzen wurde auf Gewährleistung erneuert und mir wurde für diese eigentlich vierstellige Reparatur nichts in Rechnung gestellt. Ich habe ja schon vorher genug abgedrückt, ohne wirklich sicher sein zu können, ob die vorigen Reparaturen überhaupt nötig gewesen sind?
Einen technischen Zusammenhang für Gasdruckprobleme im Niederdruckbereich verursacht durch einen undichten Stutzen auf der Hochdruckseite erschließt sich mir erst einmal nicht. Aber egal, Hauptsache der Benz läuft jetzt wieder störungsfrei.
Fazit:
- Im Jahr 2025 kann ich wirklich niemanden raten sich noch ein gebrauchtes CNG Fahrzeug zuzulegen. Es mangelt nicht nur an kompetenten Werkstätten, sondern auch an der Tankstelleninfrastruktur. Da sticht dann auch das Argument der Klimafreundlichkeit nicht mehr.
- Ich habe zwar jetzt viel Geld investiert, dafür bin ich für die nächsten 100tkm gut gerüstet. Denn die nun getauschten Komponenten, werden so schnell nicht wieder kaputt gehen. Fraglich ist zudem, ob es die Ersatzteile in wenigen Jahren überhaupt noch geben wird?
- Aktuell spare ich im Vergleich zu einem Diesel pro Schicht 10€ an Treibstoffkosten. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, aber niemand kann wissen wann und ob es den Liter Diesel wieder für 1,70€ geben wird. Bio-CNG als Treibstoff wurde jedenfalls mit Kriegsbeginn nicht teurer, weil es aus heimscher Produktion stammt.
Dieser Beitrag auch als Beispiel dafür warum Taxifahren „ja so teuer ist.“ Denn auch beim Diesel ist immer mit Reparaturkosten in vierstelliger Höhe zu rechnen. Sei es die Steuerkette, sei es das Ad-Blue System, Injektoren etc. Das alles hat der Elektrobomber nicht, dafür eben einen horrenden Wertverlust.
Grüße C.L.
HVV Streik in Hamburg – und der Verkehr wird unerträglich
Sicherlich gibt es Taxikollegen, die den heutigen Donnerstag 19.03.26 feiern, weil der HVV gestreikt hat und man deutlich mehr verdienen konnte, als an einem normalen Werktag.
Ich habe heute während meiner gesamten Schicht einfach nur gedacht „Katastrophe“. Morgens stand ich erst einmal schön im Stau und hatte eine lächerliche Durchschnittsgeschwindigkeit vom 16km/h im Display. Dann musste ich ständig um Fahrradfahrer herumzirkeln, die die Straßen erobert haben und selbst dann keinen Radweg benutzen, wenn es einen gibt. Lieber immer schön die Autofahrer nerven. Besonders aggressiv machen mich Frauen auf klapperigen Hollandrädern, die weniger Kondition haben als ein kettenrauchender Taxifahrer wie ich einer bin. Die fahren dann so langsam auf der Fahrbahn, dass man meinen könnte sie kippen gleich um.
Und so lief der gesamte Tag ab. Rote Welle, Baustellen, Engpässe, Sperrungen, Frostschäden auf der Fahrbahn, Autofahrer, die sich kaum noch trauen über 40km/h zu fahren, weil der Sprit ja so teuer geworden ist. Die Müllabfuhr, die mitten am Tag arbeitet, anstatt morgens um 5Uhr, Lieferverkehr, der z.B. die Bismarckstraße einfach mal komplett blockiert hat. Immer noch eine einspurige Verkehrsführung in der Kollaustraße und eine Vollsperrung nicht nur am Ende der Bundesstraße, sondern zeitgleich in der Mitte der Bogenstraße.
Dazu Taxistände, die gnaden- und folgenlos von Handwerkern und Privatwagen zugeparkt werden, so wie heute der Posten Baumwall.
Ich habe heute 250€ Umsatz gemacht und das war bei meiner Arbeitsmoral schon sehr beachtlich. Aber ich fand jeden Euro davon hart verdient, zu viel Stress, zu viel Gewusel, zu viel Großstadt und zu viel Egomanie.
Passend dazu ein Ausblick für das kommende Wochenende in der Hamburger Morgenpost : Chaos am Wochenende
LG C.L.
Hamburg EWU vs. MWU
Sind MWU noch überlebensfähig ?
Der Leiter der Hamburger Taxibehörde spricht offen aus, was wir EWU schon lange wissen.




