Taxen Union fordert 1€ Energiekostenzuschlag
Wie prekär die Situation im Taxengewerbe ist, liest sich auch aus folgenden Zeilen sehr gut heraus :
Grüße C.L.
Strom für BEV soll in Hamburg um 69% teurer werden. 69% !!!
Willkommen im Raubtier Kapitalismus :
Grüße C.L.
Der Spiegel : Taxifahren wird teurer
Man beachte auch die Leserkommentare!!!
Grüße C.L.
Gedanken zur angedachten Tariferhöhung im April 2022
Nach annährend fünf Jahren ist es mal wieder soweit, der Hamburger Taxitarif soll angepasst werden. Und zwar gleich einmal um knappe 10%. Das passt gut ins Bild der aktuell galoppierenden Inflation und birgt daher auch erhebliche Gefahren.
Schon seit Ewigkeiten müssen wir Taxiunternehmer uns die Frage stellen, wieso unsere Dienstleistung in der zweitgrößten deutschen Stadt nur rudimentär nachgefragt wird? Geschätzt 65% der Hamburger Bevölkerung fährt nie Taxi, stattdessen hält eine vierköpfige Familie zwei bis drei Privatwagen vor, und meint das sei wirtschaftlich. Oder es werden sich geförderte Elektrofahrzeuge finanziert, anstatt für eine Taxifahrt dann noch mal 20 oder 30€ auszugeben. Die PKW Hersteller träumen vom autonom fahrenden Fahrzeugen und investieren Milliarden in diese Vision, man möchte mittelfristig mit Robotertaxen als Monopolist Milliarden verdienen, und das kleinteilige Personenbeförderungsgewerbe natürlich vorher plattmachen. In der Tendenz unterstützt der Hamburger Senat mit dem Moia Projekt genau diese Gangart, was unter moralischen und sozialen Gesichtspunkten unter aller Kanone ist.
Nun frage ich mich, ob ich die satte Tariferhöhung auch in meinen Einnahmen wiederfinden werde? In der Vergangenheit war das jedenfalls nicht der Fall und aktuell hat der Kunde mehr Möglichkeiten denn je, seine Wege und Routen durch ein vielfältiges Mobilitätsangebot zu organisieren.
Dazu kommt oben genannte Inflation, die mit statistischen 5% nur sehr verschwommen abgebildet ist. Bei erheblichen Preissteigerungen für Strom, Gas, Benzin und Diesel muss befürchtet werden, das dadurch der Binnenkonsum merklich abgewürgt wird.
Mein persönliches Statement zur Tariferhöhung sieht wie folgt aus:
- Die Karenzminute muss abgeschafft werden, wir stehen seit dem Jahr 2000 kostenlos mit dem Kunden im Stau. Die unbezahlte Wartezeit, die bei jedem Fahrzeugstillstand bis sechzig Sekunden greift, hat mir in zwanzig Jahren Einnahmeausfälle beschert, von denen ich locker heute ein Eletrotaxi bar bezahlen könnte. Die 30€ Wartezeit sind in Hamburg leider nur theoretischer Natur.
- Kurztouren sind in Relation zu längeren Fahrten viel zu billig. Eine Fuhre für 6,80€ darf im Jahr 2022 gerne 10€ kosten (+40%), eine Fahrt für 50€ ist selten und teuer genug und sollte daher unangetastet bleiben.
- Die Grundgebühr sollte noch weiter erhöht werden, weil Service wie Bestellung / Kartenzahlung Geld kostet und wir durchaus den Kunden an diesen Kosten beteiligen sollten. Free Now berechnet den Kunden eine Bestellgebühr, die auf den Fahrpreis aufgeschlagen wird. Natürlich nicht für die Driver auf der Straße, sondern zur Weiterentwicklung der Technik.
Zudem soll es weitere Vorteile für Elektrotaxen geben, nämlich exklusive Taxistände mit Ladeinfrastruktur, an denen sich Verbrenner Taxen nicht bereithalten dürfen. Nach den Verwerfungen mit der Priorisierung von Elektrotaxen am Flughafen Hamburg ist die Idee, aufgrund des Gleichheitsprinzips und des sozialen Friedens im coronagebeutelten Gewerbe, nicht weiter zu verfolgen.
Grüße C.L.
Bevorzugung von ETaxen am Flughafen Hamburg nun auch Thema in der Bürgerschaft
Ideologie vs. wirtschaftliche Machbarkeit. Auch bundespolitisch seit den Wahlen im September ein Dauerbrenner.
Grüße C.L.
Aktuelle Informationen aus der BVM zum Thema Etaxen am Hamburg Airport
Hallo Kollegen,
letze Woche war ich bei der BVM um meine neue Konzession abzuholen und habe vor Ort nachgefragt, wie es denn am Flughafen mit der Priorisierung der Elektrotaxen weitergehen soll?
Es ist nicht geplant die Anzahl der Plätze für ETaxen zu erhöhen. Weiterhin dürfen am T1 und T2 jeweils zwei Elektrotaxen an vorderster Front stehen. Insgesamt gibt es in Hamburg eine Förderung für 350 ETaxen, die eigentlich bis zum 30.06.2022 auf der Straße sein sollten. Aufgrund der Corona Krise und des Chipmangels muss davon ausgegangen werden, dass es deutlich länger dauern wird, bis diese Fahrzeuge ausgeliefert werden. Wenn aber die 350 Taxen rollen, sollen sich die ETaxi Kollegen am Flughafen ganz normal einreihen und die exklusive Einstiegszone wird zurück gebaut.
Die BVM weist daraufhin, dass trotz der aktuellen Regelung der Umgang unter den Taxifahrern fair und freundlich sein sollte. Zudem wurde vor Ort beobachtet, dass einige Kollegen mit den Kunden, und besonders mit Familien und Kindern, nicht eben serviceorientiert umgehen. Kindersitze sollten im Fahrzeug vorgehalten werden, zudem kann man durchaus behilflich sein ein passendes Fahrzeug mit Kindersitzen und / oder für viel Gepäck zu organisieren.
Eine Arbeitsgruppe für umweltfreundlichere Mobilität gibt es im übrigen seit 2016. Wer nun meint sein Verband, oder seine Funkvermittlung, spricht nicht für ihn (und das dürften reichlich Einwagenunternehmer sein), sollte dringend überlegen, wie seine Interessen zukünftig besser vertreten werden können. Ich bekomme jedenfalls immer Magenschmerzen, wenn es heißt Herr Mönch von Free Now wäre (m)ein Gewerbevertreter und spricht für mich pro Elektromobilität.
Grüße C.L.
Jahresrückblick 2021 – Weiter weiter ins Verderben
Irgendwie habe ich es dann doch geschafft ein weiteres frustrierendes Pandemie Jahr hinter mich zu bringen. Aufgrund der Wirtschaftshilfen bin ich nicht verhungert, und auch nicht an einem, nach wie vor, rätselhaften Virus verstorben.
Meine Einnahme bewegte sich 2021 auf dem Niveau von 2019, allerdings mit dem Unterschied, dass 50% meiner Einnahme im Jahr 2021 aus Corona Hilfen bestanden. Einnahmen ohne entsprechende Ausgaben erhöhen den Gewinn, somit die Steuerlast und folglich den Beitrag für die Krankenkasse. 2022 werde ich 25% des Hilfen des Jahres 2021 zurückzahlen müssen.
2021 durfte ich trotz eines massiven Umsatzrückganges dieselben Kosten zahlen, wie im jeden Jahr. 90€ für zehn Minuten beim Eichamt, 325€ für die Verlängerung der Taxikonzession, 69€ für eine Tim Karte zur Speicherung der Fiskaldaten und zuletzt auch noch 510€ für eine neue Hale Blackbox, weil die Tim Karte der Bundesdruckerei mit der alten Box nicht mehr kompatibel ist. Das Diesel mittlerweile 1,60€ pro Liter kostet will ich nur der Vollständigkeit erwähnen. Kein Wunder also, dass bei derlei willkürlichen Kosten und unkalkulierbaren Geschäft lange nicht jeder Unternehmer willens ist, sich zusätzlich auch noch ein Elektrotaxi zu finanzieren.
Leider sorgten zusätzlich politisch gewollte Details für einen Umsatzrückgang. Moia als unliebsamer Konkurrent mit sittenwidrigen Fahrpreisen, sowie die Priorisierung von Elektrotaxen am Flughafen und in der Funkvermittlung.
Moia hat 2021 geschätzt gut 2 Millionen Kunden in Hamburg befördert, in der Regel zu gerade einmal 50% des Preises für eine Taxifahrt.. Damit bewegt sich Moia mit jeden gefahrenen Kilometer tief in den roten Zahlen, die vom Mutterkonzern VW subventioniert werden. Geradezu grotesk mutet es dann an, wenn Moia Kunden im Netz zu hohe Fahrpreise monieren. Genau wie beim Taxi gibt es eine völlige Unwissenheit über Betriebskosten, Löhne und Steuern.
Am Hamburg Airport warten die Kollegen zwischen fünfundvierzig Minuten und drei Stunden auf einen Kunden und die ersten beiden Plätze am Stand sind seit dem 20. September 21 exklusiv für Elektrotaxen ausgewiesen. Diese Fahrzeuge dürfen direkt vorfahren und haben in der Regel in weniger als zehn Minuten einen Kunden an Bord. Diese Regelung hat zu viel Unmut unter den Kollegen geführt, die ohnehin in Corona Zeiten um ihre Existenz kämpfen müssen.
Von den insgesamt fünf Kumpels, die ebenfalls seit Jahrzehnten Taxifahren, hat keiner mehr so richtig Bock auf den Job. Die Verdienstmöglichkeiten waren in den letzten zwei Jahren unterirdisch, die Perspektive für die Zukunft ist überaus fragil. Folgerichtig sind in Hamburg seit Frühjahr 2020 über vierhundert Taxen abgemeldet worden, was 15% der Flotte entspricht.
Massig Tourismus und Geschäftsreisende werden wohl auch 2022 erstmal ein frommer Wunsch bleiben. Naheliegender sind da eher ganz andere Verwerfungen wie eine dauerhaft hohe Inflation, unverschämt hohe Energiekosten (grüne Inflation), eine mögliche Kriegsgefahr zwischen Russland und der Ukraine, sowie ein denkbarer Börsencrash.
Grüße C.L.
Überbrückungshilfe und Neustarthilfe bis März 2022 verlängert
Es droht ein weiterer trister Winter in Deutschland. Mit stark steigenden Inzidenzen in der gesamten Republik müssen abermals Kleingewerbetreibende, Solo Selbständige, Gastromomen und die Veranstaltungsbranche mit massiven Einnahmeausfällen rechnen. Daher hat sich das Bundesfinanzministerium entschieden, die bereits bekannten Wirtschaftshilfen bis Ende März 2022 zu verlängern.
Jetzt gilt es also noch ein paar Kröten einzufahren, bis das Taxigeschäft um den 15.12.21 erstmal wieder komplett zum Erliegen kommen wird.
Grüße C.L
Neue Elektrotaxen für 2022 – Abwarten statt vorpreschen.
Moin,
jeder weis was ich von dem übers Knie gebrochene Eletrotaxi Projekt in Hamburg halte. Aber ich will nicht einfach nur drauflos poltern, sondern habe mich im Netz mal informiert, wie die weitere Planung der Fahrzeughersteller zum Beispiel für 2022 aussieht.
Toyota pant für das III. Quartal ein Vollelektro SUV, der optisch dem aktuellen Toyoate Rav 4 ziemlich ähnlich sein soll.
https://www.toyota.de/automobile/bz4x/
Mercedes wird die E-Klasse im Sommer 2023 wohl ersatzlos streichen. Wem die neue obere Mittelklasse Namens EQE zu teuer ist, kann auf den EQT ausweichen. Ausdrücklich wurde bereits erwähnt, dass dieses Fahrzeug auch mit Taxipaket angeboten werden soll.
https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/mercedes-concept-eqt-elektro-van/
Zuletzt kann es durchaus sein, dass der chinesische Automobil- und Batteriehersteller Byd sein Flagschiff Han auch in Europa anbieten wird. Denkbar wäre sogar ein taxifreundlicher Verkaufspreis um die 30.000€
https://insideevs.de/news/496561/byd-han-elektrolimousine-china-model-s/
Bei soviel kurzfristiger Innovation darf die Frage erlaubt sein, warum man sich sofort einen VW ID4 mit Stoffsitzen kaufen soll und zusätzlich einen erheblichen Teil der Hamburger Förderung dem Taxiumrüster hinterher wirft. Ein Kollege berichtete mir, die Taxiumrüstung des ID4 kostet aktuell 4000€. Beim Tesla Model 3 muss ich selber noch einmal checken, ob der Fahrkomfort wirklich so miserabel ist, wie manchmal zu lesen.
Grüße C.L.
Wirtschaftliche Lage der Taxen in Hamburg 2017 – 2020
Zum Schmökern :
23€ fährt ein Taxi in Hamburg im Jahresmittel, wenn nicht gerade die Corona Pandemie mit weitreichenden Einschränkungen des tägliches Lebens wütet. Dieser Stundenumsatz hat natürlich eine erhebliche Spreizung, denn wenn ein Nachtfahrer mit freien Straßen 27€ Stundenschnitt fährt, dann bedeutet das natürlich, dass ein tagaktiver Kollege aufgrund der Verkehrsituation eben nur 19€ pro Stunde schaffen kann.
Wie die Zahl von 17€ Stundenumsatz im Jahr 2020 zustande kommt, ist mir völlig schleierhaft. Es war doch wenigstens acht Monate lang überhaupt gar nichts zu fahren.
Dazu auch ein lesenswerter Kommentar der Taxi-Times.
Grüße C.L.

