Zahlenspiele in Zeiten von Corona

On August 6, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

In den letzten Wochen habe ich mir einige Zahlen notiert, um das ganze Drama der Corona Pandemie und der daraus folgenden globalen Wirtschaftskrise grob erfassen zu können.

Das Bruttoinlandsprodukt ist im II. Quartal in Deutschland um 10,1% gefallen. Der Exporteinbruch betrug im April 31,1% und im Mai 29,7%. Die Prognose für das BIP wird im Gesamtjahr auf -6,3% geschätzt.

Bei den deutschen Automobilherstellern beträgt der Rückgang beim Neuwagenverkauf bislang 35%, bis Jahresende soll sich das Minus auf 23% reduzieren. 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie sind durch Corona gefährdet prognostiziert Ferdinand Dudenhöfer.

Horrorzahlen sind das noch nicht, hier kommen sie:

Kinobetreiber, genauso wie die Lufthansa, beklagen einen Kundenrückgang von 80% im laufenden Jahr. Die Lufthansa hat 2020 bislang ein Minus von 3,6 Milliarden Euro eingefahren und plant trotz stattlicher Subventionen 22.000 Vollzeitstellen abzubauen.

Mein Umsatzrückgang betrug im Juni 2020 exakt 50% im Vergleich zu 2019. Vom II. Quartal 20 möchte ich nicht berichten, es war verheerend. Im Vergleich zu 2019 fehlen mir bislang 9500€ Einnahme, die ich sicher nicht 2021 wieder reinfahre.

Gleichzeitig habe ich heute eine Mail von Moia bekommen. Dort gibt es in Zeiten von Verlusten abermals eine 50% Rabattaktion. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sich der geballte Frust und die berechtigte Existenzangst der Taxikollegen bei diesem Mobilitätsmitbewerber entladen dürfte.

Man grübelt, ob die Corona Pandemie nicht in Wahrheit kaschieren soll, dass überschuldete Wirtschaftsnationen am Ende sind? Ich empfehle jedem sich mal bei Max Otte in den „Weltsystemcrash“ einzulesen.

Gute Nacht C.L.

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Moin aus Hamburg,

Mercedes Benz und Taxifahrer haben seit jahrzehnten ein inniges Verhältnis. Bis in die 90`Jahre hinein war fast jedes Taxi ein Produkt aus Sindelfingen. Mit dem /8, dem 123´ und dem 124´hat Mercedes sein Werbeversprechen „Das Beste oder nichts“ in Stahl, Leder und Chrom gestanzt.

Mittlerweile verblasst der Stern automobiler Ingeniurskunst zunehmend. Die aktuelle Mercedes E-Klasse W213 bekam in diesen Tagen seine Modellpflege verpasst und wird somit im fünften Jahr produziert. Fast 50% der 3200 Taxen in Hamburg dürften zu dieser Baureihe zählen. Einen besonderen Schub erhielten die Zulassungszahlen 2018 durch eine Umweltprämie von 10.000€ über Listenpreis, wenn man seinen alten Diesel in Zahlung gab. 

Natürlich gibt es etliche Erfahrungen zu dem Fahrzeug, die Oberklasselimousine ist schick, stylisch und verbraucht trotz des Gewichts überraschend wenig Diesel. Allerdings trüben Detailfehler das Bild, vor allem, wenn man die älteren Mercedes Benz Modelle kennengelernt hat.

Das fängt bei Kleinigkeiten an. Jede Taxi E-Klasse hat einen Schiebedachschalter im Dachhimmel, obwohl 80% der Taxen diese Sonderaustattung gar nicht haben. Nennt sich Gleichteile und spart dem Konzern Geld. Die Tankklappen sind aus Plastik und verabschieden sich in der Waschanlage beim Trocknungsvorgang. Die ersten W213 hatten ernsthaft H7 Licht  und LED Licht sollte aufpreispflichtig sein. In der Grundaustattung gibt es auch keine Holzapplikationen mehr, sondern silber lackierte Plastikelemente. Wer Holz möchte muss erstmal mit 1000€ extra aus dem Beutel für das sog. Avandgarte Interiour. Zudem sind die Lüftungselemente aus Platik und sehen lediglich aus als wären sie aus edlem Aluminium.

Bei 250tkm nach drei Jahren Nutzungsdauer hatte ein Taxikollege einen Steuerkettenriss. Anstatt sich kulant zu zeigen, sagte ihm der zuständige Mitarbeiter es täte ihm leid, aber da kann man nichts machen.

Und immer öfter hört man beim Vierzylinder Diesel (OM654) es gibt Probleme mit den Schlepphebeln und den Nockenwellen. Anbei Bilder von dem Schaden aus dem Motortalk Forum.


Bei meinem Kumpel mit S213 Erstzulassung Sommer 2019 trat dieser Schaden bei 95tkm auf. Nicht nur wegen der aktuellen Corona- / Wirtschaftskrise bin ich froh meine 12 Jahre alte Droschke behalten zu haben.

Grüße C.L.

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Moin,

anbei ein Link zu einer sehr sehenswerten Dokumentation zum Thema Mercedes und Qualität.

Mercedes Veteranen auf den Straßen der Welt

Gute Unterhaltung C.L.

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Kurzbericht Umsatzeinbruch II.Quartal 20

On Juli 12, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

Hier mein Bericht von der Taxi Front für das II. Quartal 2020.

Die finanzielle Situation für das Taxigewerbe in Hamburg (und sicher auch überall anderswo) ist angespannt wie niemals zuvor. Bei Umsatzrückgängen zwischen 50 und 90% arbeiten wir aktuell ausschließlich für unsere Betriebskosten und verdienen zum Leben gar nichts. Die Soforthilfe von der Stadt und vom Bund ist in vielen Fällen aufgebraucht, manch ein Kollege sinnierte bereits von einem Sterben auf Raten. Der überwiegende Teil unserer Einnahme wird durch Fahrten mit Geschäftsleuten und Touristen generiert. Der Hamburger hat unendlich viele Mobilitätsalternativen und empfindet Taxifahren als teuren Luxus.

Der Bürger hat leider immer noch nicht begriffen, dass es ein finazieller Fehlgriff ist, sich einen japanischen Kleinwagen vor die Tür zu stellen, anstatt ständig Taxi zu fahren.

Als Prognose für die nächsten Monate kann ich mich allenfalls auf mein Gefühl verlassen. Umsätze wie noch 2019 werden wir dieses Jahr auf keinen Fall mehr erwirtschaften. Betriebe, die verpflichtet sind Mindestlohn zu zahlen, brauchen in dem aktuellen Umfeld gar nicht wieder antreten. Für viele angestellte Taxifahrer dürfte der Weg von der Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit führen.

Die Mehrwertsteuerabsenkung wird bei Taxifahrten nicht zu günstigeren Fahrpreisen führen, die 2% sind für die Unternehmer. Anderenfalls müssten wir zweimal zur Tarifumstellung, was jeweils mit 50€ zu zahlen wäre und somit totaler Blödsinn.

Um die Auslastung der Taxen zu steigern wäre eine temporäre Tarifabsenkung ein gangbarer Weg. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, für einige Monate meine Dienste günstiger anzubieten. Führe man dann in Zeitraum X drei Touren für 8€ statt zwei Touren für 10€ wäre etwas gewonnen. Aber von unseren sieben Verbänden höre ich dazu natürlich gar nichts.

Grüße C.L.

Corona Update

On April 18, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

Tja was soll ich sagen?

Am ehesten wahrscheinlich: Nichts ist mehr wie es einmal war. Mittlerweile befinden wir uns am Ende der Woche 4, in der die Bundesregierung das Öffentliche Leben quasi zum Erliegen gebracht hat. 4005 Corona Infektionen gibt es Stand heute in Hamburg, 84 Menschen sind verstorben.

Von den 3170 Taxen in Hamburg sind aktuell knapp 1100 in Ruhe gelegt, weitere geschätzt 1000 Wagen stehen rum und werden nicht bewegt. Die restlichen 1000 Taxen versuchen ein Taschengeld zu verdienen, da der Umsatzeinbruch bei 70% liegen dürfte. Im bundesdeutschen Taxiforum ein ähnliches Bild bei einer aktuellen Umfrage, 55% verdienen aktuell gar kein Geld, weitere 32% verzeichnen einen Umsatzrückgang von 75%, ergibt 87% Taxiunternehmer und Taxifahrer quasi ohne Einnahmen.

Mehrfach war ich für ein paar Stunden in der Taxi, zweimal bin ich mit 0 Euro Einnahme nach Hause gefahren. Einmal mehr zeigt sich, dass das Taxigewerbe von Geschäftsleuten und Touristen lebt, Hamburger benötigen unsere Dienste überhaupt nicht. Was natürlich auch ein bisschen daran liegt, dass sich Fahrdienste wie Moia etabliert haben, die ohne Gewinnerzielungsabsicht im Segment der Personenbeförderer wildern dürfen.  

Wenn der Hamburger Flughafen in der Morgenpost berichtet, das Fluggastaufkommen ist um 98% reduziert, wird klar was wir noch verdienen können.

Immerhin sind die Anträge für die Corona Soforthilfe zügig bearbeitet worden und etliche Kollegen haben bereits Geld erhalten. Dieses Geld ist kein zinsloses Darlehen, sondern als Netto Einnahme in 2021 zu versteuern. Ziemlich klar dürfte sein, dass man auch im zweiten Quartal 2020 kein Geld verdienen wird, die Prognose für eine saftige Rezession liegt grob geschätzt bei einem Negativwachstum von 10%.

Ähnlich dramatisch sind auch die längerfristigen Aussichten. So glaubt die Lufthansa, die bis September 85.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt hat, es könnte fünf Jahre dauern, bis man sich wieder auf dem Niveau von 2018/2019 bewegt. Und Bill Gates erklärte in einem Interview Geschäftsreisen würden zukünftig die große Ausnahme sein.

„Wenn das so weitergeht, bin ich in sechs Wochen pleite“, sagt Tim Mälzer, den ich vor allem wegen seinem Musikgeschmack sehr schätze. Während, aber spätestens nach der Krise, muss offen und lösungsorientiert über die Finanz- und Fiskalpolitik in Europa gesprochen werden. Es kann doch nicht sein, das alle möglichen Branchen nach wenigen Wochen ohne Einnahme mit dem Arsch an der Wand stehen.

Die Umverteilung von unten nach oben muss endlich aufhören. Seit Jahren kritisiere ich, dass der Taxitarif mich zwingt Besserverdienende morgens von ihrem Fünfsterne Hotel für 6,80€ zum Termin fahren zu müssen. Wäre jede Taxifahrt angemessen vergütet, natürlich inklusive Zuschlag für das Rumstehen im Stau, bräuchten viele Kollegen eine Soforthilfe überhaupt nicht. Dasselbe gilt für die Steuerprogression. Warum muss ich ab 9.000€ Gewinn Einkommenssteuer zahlen? Das ist bei dieser objektiv mickerigen Zahl absurd und unsozial.   

Grüße C.L.

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Die Geisterstadt der Zombies???

On März 26, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

Hallo,
heute nachmittag war ich mit dem Taxi unterwegs. Zu Hause fällt einem, der normalerweise ständig auf Achse ist, ziemlich schnell die Decke auf den Kopf. Ich hatte gehofft für zwei- oder drei Kurztouren würde es reichen, aber selbst dieses Minimalziel konnte ich nicht realisieren.

Das Grand Elyssee ist bis Anfang Mai geschlossen und ebenso das Hotel Emporio in der City. An den Taxiposten in der Innenstadt gährende Leere, es gibt dort wohl keinen einzigen Kunden mehr. Trotz Sonnenschein eine unwirkliche Atmosphäre.

Meine Kollegen und ich warten auf die Formulare zur Antragstellung bei der Investitions- und Förderbank Hamburg.

Dort soll es kurzfristig eine Soforthilfe in Höhe von 2500€ für Solo Selbständige geben. Zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als gar nichts.

Zudem gibt es zu vermelden, das der Hansafunk und seine Tochtergesellschaften Taxi Hamburg / Auoruf Funkbeiträge weder ermäßigen noch stunden wollen.

Zuletzt habe ich heute mit einem angestellten Fahrer gesprochen, der aus dem Nähkästchen plauderte. Sein Chef hat Kurzarbeit beantragt und er soll trotzdem voll arbeiten. Da ist sie ja schon wieder, die grenzenlose kriminelle Energie in den Mehrwagenbetrieben.

Bleibt gesund, grüße C.L.

 

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Coronavirus – der Supergau ist da

On März 21, 2020, in Tagschicht, Von C.L.

Deutschland befindet sich angesichts des Corona Virus im Krisenmodus und das Taxigewerbe steckt mittendrin. 2020 fing durch den milden Winter und den unliebsamen Mitbewerb sowieso schon bescheiden an. Die Einnahmerückgänge lagen durch Moia und Co. grob zwischen 10 und 20%. Durch die Maßnahmen der Bundesregierung ist das Öffentliche Leben, spätestestens seit Mitte März, vollständig zum Erliegen gekommen und der Einnahmeausfall liegt aktuell zwischen 75 und 100%.
Mehrwagenbetriebe können ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen und bei Selbstfahrern reicht es nicht einmal mehr, um Betriebskosten zu decken.

Primär zeigt sich genau jetzt überdeutlich, dass man als Taxifahrer selbst in vermeidlich normalen Zeiten viel zu wenig Umsatz macht. Die Kosten sind in ihrer Vielzahl viel zu hoch, die Auslastung der Taxen im Jahresmittel ungenügend, und die Fahrpreise bei Kurzstrecken ein schlechter Scherz. Selbst Kollegen, die monatlich 20×275€ erwirtschaften, können davon nichts beiseite legen. Wer 3000-4000€ Umsatz macht sowieso nicht.

In der Spitze erwirtschaften Taxen einen Stundenumsatz von 25€, das ist viel zu wenig und überhaupt kein Anlass um von einem funktionierenden Marktumfeld zu sprechen.

Natürlich gibt es kurzfristig Hilfe für die Betriebe. Die Taxenhersteller setzen auf Antrag die Raten der Finanzierung aus, ähnliches gilt beim Finanzamt für Steuervorauszahlungen. Und sogar bei der Krankenkasse können Beiträge gestundet werden. Zudem soll es zinslose Darlehen bei der KfW geben und eine Soforthilfe von 2500€ für Solo Selbständige.

Das Grundproblem ist mit diesen Maßnahmen lediglich verschoben.
Also weg mit Moia, Uber und Free Now Ride. Sehr bezeichnet ist es, dass Moia in Hamburg ab dem 01. April seinen Fahrdienst einstellt. Soviel dann auch zum Thema Daseinsfürsorge. Lohnt sich aktuell wohl gar nicht mehr und wird ersatzlos gestrichen. Natürlich nur solange, bis es wieder Geld zu verdienen gibt. Das sollte Moia Jüngern unter den Fahrgästen einmal mehr zu denken geben.
Konzerne ohne Gewinnerziehungsabsicht müssen uns Taxifahrern das Leben nicht zusätzlich erschweren. Oder anders formuliert: VW schickt seine Mitarbeiter jetzt in staatlich bezahlte Kurzarbeit, verbrennt mit Prestigeprojekten ala`Moia 200 Millionen € und entzieht dem Kleingewerbe Taxi Umsatz und Gewinn für dringend benötigte Rücklagen. Findet den Fehler…

Zuerst gilt es natürlich die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus überall auf der Welt zu minimieren. Und ich bin mir absolut sicher, das wird im Laufe des Jahre 2020 auch gelingen. Wenn sich allerdings die Lage wieder normalisiert, müssen, ohne wenn und aber, betriebswirtschaftliche und fiskalische Details, nicht nur bei Kleingewerbetreibenden, auf den Prüfstand. Das wir, da wir von unseren mickerigen Einnahmen keine Rücklagen bilden können, innerhalt weniger Woche am Arsch sind, ist unstrittig. Sehr bezeichnend finde ich aber, wie alle Branchen nach Staatshilfe schreien. Wir lesen doch ständig die Deutsche Wirtschaft hatte zehn fette Jahre. Wo sind denn die Millardengewinne in den Konzernen bloß geblieben?

Bleibt gesund und solidarisch
Grüße C.L.

Taxi Demo am 20.02.2020 – Free Now Down

On Februar 12, 2020, in Tagschicht, Von C.L.



Es geht alle an, denn es geht um unsere Touren. Nicht nur Free Now Taxifahrer werden Einnahmeverluste hinnnehmen müssen, sollte die Free Now Ride Flotte wachsen. Alle Kollegen werden es in der Kasse merken, wenn Kunden statt Taxi vermehrt Mietwagen buchen. Daher bitten die Initiatoren um zahlreiches Erscheinen.

Gute Kasse wünscht C.L.

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Wie nicht anders zu erwarten werden wir auch im Jahr 2020 demonstrieren müssen, damit unsere Interessen nicht gänzlich unter die Räder kommen.

Den Taxifahrern ist der neue Mitbewerb zurecht ein Dorn in Auge. Dort wird Mobilität zu preisen angeboten, die klar im Bereich des Dumpings anzusiedeln sind. Großkonzerne wie Mercedes Benz versuchen fast schon verzweifelt neue Geschäftsfelder zu erschließen, weil sie befürchten zukünftig mit dem Verkauf von Pkw´s immer weniger Geld zu verdienen.

Daher wurde 2019 aus Mytaxi Free Now und seitdem versucht Free Now Taxikunden mittels Rabattaktionen für ihre Mitwagenflotte zu begeistern. Das Geschäftsmodell nennt sich Ride, der Fahrpreis liegt bei ca. 70% des Taxipreises und die Gebühren für die Vermittlung betragen fast schon sittenwidrige 25% vom Fahrpreis.

Selbstverständlich ist das Taxigewerbe empört darüber, wie sich Free Now uns gegenüber verhält. Schlimmer als Uber urteilte da schon mancher Kollege.

Immerhin fast zehn Jahre hat Mytaxi zusammen mit uns Taxifahrern in vielen Großtstädten Kunden aquiriert und befördert. Der Kunde hat die Zuverlässigkeit und Möglichkeit zur unkomplizierten bargeldlosen Zahlung sehr zu schätzen gelernt. Im Sommer 2019 dann der Bruch. Die Mietwagenflotte Ride wurde eingeführt. Zu von Free Now festgelegten Fahrpreisen und Gebühren. Besonders dreist ist die Tatsache, dass diese Dienstleistung direkt auf der Free Now App. angeboten und beworden wird. Das sieht dann so aus:

Der Kunde will ein Taxi bestellen und bekommt ungefragt die preiswerte Option Ride angeboten.

Ride fährt in diesem Fall 25% günstiger als Taxi.

Das Taxi kostet nicht etwa zwischen 28 und 34€, sondern ziemlich exakt 28,80€.

Das Taxi zählt 7% Provision = 2,02€.

Ride zahlt 25% Provision = 5,47€.


Es leid es mir auch tut, derartig asoziale Geschäftspraktiken können nur zur Folge haben, dass man die Zusammenarbeit mit Free Now sofort einstellt.

Nachfolgend sehen wir einen Screenshot von einem Free Now Ride Fahrer. Immerhin hat er es geschafft vom 01. bis 23.12. 3630€ Umsatz zu fahren.

Darauf muss er 25% Vermittlungsgebühr zahlen = 907€

und 19% Mwst. = 690€.

Bleiben noch 2033€ übrig.

Bei angesetzen Kosten von wenigstens 0,30 Cent/km für das Fahrzeug bleibt noch ein Tausender übrig.

nach Abszug weitere Kosten wie Krankenkasse, Steuern, Altersorge, BG, Mobilfunk etc. dürfte sein Netto Einkommen im Bereich von Hartz 4 liegen.

Da nutzt es auch wenig, wenn Free Now am Anfang eine Umsatzgarantie verspricht.


Wie sehr das Image von Mytaxi / Free Now gelitten hat zeigt folgendes Bewertungsportal: https://de.trustpilot.com/review/mytaxi.de

Gegeb diese Wettbewerbsverzerrung werden wir am 20.02.2020 demonstrieren. In diesem Zuge werden auch in Hamburg Unternehmer ihre Verträge mit Free Now kündigen.

Dem Kunden sei folgendes mit auf den Weg gegeben: Wenn das Taxigewerbe platt gemacht worden ist, sind Großkonzerne Monopolisten, die die Fahrpreise dikieren werden. Diese träumen langfristig von Robotertaxen und wollen mit Mobilität abseits des PKW Verkaufs Geld verdienen.

Grüße C.L.

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